Outdoor-Smartphone Blackview BV7100 im Test: Einmal pro Woche laden reicht

Blackview BV7100
Pro und Contra
  • extrem stabil
  • sehr lange Akkulaufzeit 
  • gutes Display 
  • sehr schwer und unhandlich
  • mäßige CPU
  • kein 5G 
  • 4.0

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Groß wie ein Klotz und schwer wie ein Tablet: Das Blackview BV7100 ist robust und verspricht eine sehr lange Akkulaufzeit. Ob es ein gutes Handy ist, zeigt der Test.

Das Blackview BV7100 ist ein äußerst stabiles Outdoor-Smartphone mit einer gigantischen Akku-Kapazität von 13.000 mAh. Eine Powerbank kann man hier getrost zu Hause lassen, sofern das Gerät geladen ist. Dank eines wasserdichten Gehäuses ist dieses Handy für den Einsatz im Freien gewappnet. Allerdings ist das BV7100 sehr klobig und schwer.

Hersteller Blackview macht sich seit einigen Jahren einen Namen für stabile Outdoor-Smartphones mit starken Akkus. Mittlerweile vertreibt das Unternehmen aus Hongkong (China) auch Einsteiger-Smartphones, preiswerte Tablets wie das Blackview Tab 10 (Testbericht) und Blackview Tab 11 (Testbericht) sowie Smartwatches, True-Wireless-Kopfhörer und Mini-PCs.

Wir haben das Blackview BV7100 getestet und zeigen im Test, wie sich der „Klotz“ unter den Outdoor-Handys mit riesigem Akku in der Praxis schlägt. Weitere Geräte dieser Art zeigen wir in unserer Top 10: Das beste Outdoor-Handy von Samsung, Gigaset, Nokia & Co.

Schon wenn man das BV7100 auspackt, merkt man: Das ist kein gewöhnliches Smartphone. Es ist groß, dick und schwer – nicht unüblich für ein Outdoor-Gerät, aber doch sehr extrem ausgeprägt: Mit einem Gewicht von 460 g wiegt es doppelt so viel wie andere Smartphones in dieser Größe. Das ist fast so schwer wie ein Apple iPad! Wuchtig ist es ebenfalls, die Maße betragen 174 x 81,4 x 18,9 mm. Damit es mehr als doppelt so dick wie ein gewöhnliches Smartphone. In eine Hosentasche passt das BV7100 also nicht ohne Weiteres.

Das Gehäuse wirkt mit seinem kantigen Design richtig martialisch. Der Rahmen ist aus Metall, der untere und obere Bereich sowie die Rückseite und die Gehäuseränder sind zusätzlich mit Gummi überzogen, die Ecken des Smartphones knicken im Winkel von 45 Grad ab – wodurch das Handy streng genommen achteckig ist. Die drei Linsen der Hauptkamera auf der Rückseite sind in einer Reihe angeordnet und sitzen flach im Gehäuse integriert. Die vordere Linse befindet sich in einer Waterdrop-Notch.

Unten auf der Rückseite befindet sich eine Öse zum Befestigen eines Umhängebands, das aber nicht zum Lieferumfang gehört. Auffälliges Merkmal ist der orangefarbene Knopf für die Push-to-Talk-Funktion auf der linken Seite neben dem Schacht für die Dual-SIM. Hierzulande dürften das aber die wenigsten nutzen.

Rechts befinden sich der Power-Button und die Tasten für die Lautstärke. Sämtliche Knöpfe bieten einen äußerst festen Druckpunkt. Bei dem Gewicht kann man das Handy wahrscheinlich auch für Bizeps-Curls nutzen. Auf Dauer ist es schon sehr unbequem, das Handy in einer Hand zu halten. Wir hoffen, das sorgt für keine Sehnenscheidenentzündung.

Das BV7100 ist gut geschützt vor Witterungseinflüssen und Stößen. So bietet es die höchstmögliche Schutzart IP69K. Damit ist das Handy staubdicht und gegen dauerhaftes Untertauchen sowie auch Wasser mit Hochdruck geschützt. Man könnte es also theoretisch auch kärchern, was wir aber nicht empfehlen würden. Zudem erfüllt es Anforderungen für die US-Militärnorm MIL-STD-810H in Bezug auf extreme Temperaturen und Erschütterungen. Mehr zu den einzelnen Schutzarten erklären wir in der Top 10: Wasserdichte Smartphones mit IP-Zertifizierung.

Wir haben das BV7100 mehrfach durchs Büro fliegen und sogar auf Steinboden fallen lassen und in ein Wasserbad gelegt. Das konnte dem Outdoor-Smartphone nichts anhaben. Unzerstörbar ist es nicht, aber es gehört zu den solidesten Geräten, die wir bisher getestet haben.

Das LC-Display nutzt ein IPS-Panel misst in der Diagonale 6,58 Zoll. Die Auflösung beträgt 2408 x 1080 Pixel (Full-HD+), was zu einer hohen Bildschärfe führt. Die Pixeldichte liegt bei über 400 ppi (Pixel pro Zoll). Speziell bei Outdoor-Geräten ist das nicht selbstverständlich; hier sind noch immer zahlreiche Handys im Markt, die nicht einmal Full-HD erreichen. Die Bildqualität ist ausgesprochen gut, mit fein abgestimmten Kontrasten und lebendigen Farben. An ein OLED reichen die Kontraste und Schwarzwerte zwar nicht heran, die Technologie ist bei Outdoor-Smartphones aber derzeit noch kaum zu finden.

Die maximale Helligkeit beträgt laut unseren Messungen knapp 570 cd/m². Das ist nicht übermäßig viel, geht aber für die Preisklasse in Ordnung. Damit bleibt das Display im Freien noch halbwegs ablesbar, solange die Sonne nicht direkt aufs Handy scheint, dann wird es schon schwierig. Die Blickwinkelstabilität ist gut, wie man es von IPS her kennt.

Auf der Rückseite kommen beim BV7100 drei Objektive zum Einsatz. Die Hauptlinse mit 12 Megapixel zum Einsatz, die ein Weitwinkelobjektiv mit 8 Megapixel flankiert sowie einer Makrolinse mit 2 Megapixel. Die Selfie-Kamera löst mit 8 Megapixel auf.

Bei Tageslicht gelingen mit der vergleichsweise simplen Kamera-Ausstattung ordentliche Aufnahmen mit ausreichenden Details. Die Farbgebung ist weitgehend natürlich und ausgeprägt. Beim Dynamikumfang ist noch etwas Luft nach oben, speziell bei wechselhaften Lichtverhältnissen. Bei Gegenlicht gerät der Weißabgleich allerdings gehörig ins Schwimmen. Aufnahmen mit der Weitwinkellinse nehmen zudem deutlich ab bei Bilddetails und erscheinen wesentlich dunkler.

Selfies sind ausreichend scharf, wirken allerdings zuweilen etwas blass. Das Bokeh im Porträtmodus ist nahezu nicht zu erkennen. Weniger überzeugend ist die Kamera bei Videos. Mehr als Full-HD mit 30 fps ist nicht drin, mangels Bildstabilisierung wirken die Clips stark verwackelt.

Typisch für Outdoor-Smartphones ist meistens eine einfache Ausstattung beim Chipsatz oder Speicher. Das ist beim Blackview BV7100 nicht anders. Als Antrieb dient der Mediatek Helio G85, der unter anderem auch beim Gigaset GS5 (Testbericht) seinen Dienst verrichtet. Das Mittelklasse-SoC ist jetzt nicht für Höchstleistungen bekannt, reicht aber für einen weitgehend reibungslosen Ablauf im Alltag aus.

Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark erreichen wir etwa 7000 Punkte, womit sich die CPU im unteren Drittel unserer Tests wiederfindet. Wenige stark ausgeprägt ist zudem die Grafikeinheit, bei „Wild Life“ von 3Dmark kommen wir auf etwa 700 Punkte. Zum Vergleich: Ein Smartphone mit Snapdragon 888 kommt hier auf über 6000 Punkte. Für Spiele, die über Casual Games wie Angry Birds hinausgehen, ist das zu wenig.

Für den Preis sehr ordentlich ist die Ausstattung mit 6 GByte RAM und 128 GByte internem Speicher. Nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand ist die WLAN-Ausstattung mit Wi-Fi 5 sowie nur LTE (4G) fürs mobile Surfen. Für den Preis ist das aber nicht ungewöhnlich. Das gilt zudem für den USB-C-Anschluss nach USB 2.0. Für kabellose Endgeräte steht Bluetooth 5.0 zur Verfügung. Zur Ortung bezieht das BV7100 GPS, GLONASS, Beidou und Galileo ein. Ein UKW-Radio ist ebenfalls an Bord – was etwas witzlos ist, denn dafür braucht es kabelgebundene Kopfhörer als Antenne. Eine Klinke mit 3,5 mm ist aber nicht vorhanden, sodass man zum Radiohören nicht nur Kabel-Kopfhörer, sondern auch einen passenden Adapter bräuchte.

Seitlich im Power-Button sitzt der Fingerabdrucksensor, der verlässlich arbeitet. Alternativ kann man das Handy auch per Gesichtserkennung entsperren – hier kommt allerdings 2D-Technologie zum Einsatz, die anfällig ist für Täuschungsversuche. Wir empfehlen deshalb auf eine PIN in Verbindung mit Fingerabdrücken zu setzen.

Als Betriebssystem läuft Android 12 – das ist gar nicht einmal selbstverständlich bei preiswerten Outdoor-Smartphones. Blackview verändert die Benutzeroberfläche nur geringfügig und liefert einige Casual Games sowie Tools mit. Der Sicherheit-Patch stammt vom Juli 2022 und ist damit nicht mehr auf dem neuesten Stand. Das lässt auch Rückschlüsse auf zukünftige Updates und Upgrades zu – mit sonderlich viel Unterstützung seitens des Herstellers würden wir eher nicht rechnen.

Das Herzstück ist in unseren Augen der Akku: 13.000 mAh sind brutal und überbieten sogar die meisten 10-Zoll-Tablets. Das verspricht eine lange Akkulaufzeit – was auch der Test bestätigt. Beim Benchmark „Battery Test“ von PCmark erreichten wir eine Laufzeit von mehr als 28 Stunden – das ist ein Rekord. Der bisher beste Wert in unseren Aufzeichnungen liegt bei rund 17 Stunden.

Damit hat das Blackview BV7100 gute Chancen, nur einmal pro Woche an die Steckdose zu müssen. Letzten Endes hängt das stark vom eigenen Nutzerverhalten ab, aber das Handy bietet fast dreimal so viel Akku-Kapazität wie die meisten Smartphones in dieser Preisklasse. Ein Netzteil liegt dabei und lädt mit 33 Watt – damit ist der Akku in knapp über zwei Stunden aufgeladen. Kabelloses Laden beherrscht das BV7100 aber nicht.

Das Blackview hat eine UVP von 280 Euro. Mit dem Rabattcode KJDVV28C gibt es bis zum 31.12.2022 einen Nachlass von 10 Euro. Erhältlich ist es ganz in Schwarz oder in Schwarz mit grünen oder orangefarbenen Elementen.

Das Blackview BV7100 ist schon ein Smartphone der Extreme. Es ist das mit Abstand schwerste Mobilgerät, das wir bisher getestet haben. Dafür hält eine Akku-Ladung fast eine Woche, zudem ist das Gerät äußerst stabil und widerstandsfähig. Das Display hinterlässt für ein Outdoor-Gerät in dieser Preisklasse einen guten Eindruck. Die Kamera liefert passable Bilder für gelegentliche Schnappschüsse und Android 12 ist immerhin an Bord. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist außerdem gut.

Allerdings ist es nichts für Personen mit kleinen Händen und schwachen Armen. Größe und Gewicht sind im Alltag schon eine enorme Herausforderung. Das muss man wissen, bevor man sich den Klotz zulegt. „Leichtere Alternativen“ unter den Outdoor-Smartphones sind das AGM Glory G1S (Testbericht) mit Nachtsicht und Wärmebildkamera sowie das AGM H5 Pro (Testbericht) oder Cat S62 Pro (Testbericht). Weitere robuste Mobiltelefone zeigt unsere Top 10: Das beste Outdoor-Handy von Samsung, Gigaset, Nokia & Co.

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