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Ori-Dachbild
Pro und Contra
  • farbenprächtige diverse Umgebungen mit starken visuellen Effekten
  • miteinander verknüpfte Bereiche erschaffen Open-World-Feeling und bieten Anreiz zur Erkundung
  • Spaß beim Erlernen und Meistern der Fähigkeiten.
  • knifflige Sequenzen in Kombination mit schlecht gesetzten Seelenverbindungen fühlen sich je nach Fähigkeit des Spielers oft erbarmungslos an
  • 4.5

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Ori entführt den Spieler in das fantastisch gezeichnete Abenteuer in den Nibel-Wald. Unter der schönen Oberfläche steckt ein knallhartes Metroidvania-Spiel, das Spaß macht und fordert. TechStage testet das Spiel.

Ehrlich gesagt, bin ich kein guter Spieler. Eine durchschnittliche Reaktionszeit in Verbindung mit einer relativ niedrigen Geduldsspanne, zeichnen mich nicht unbedingt als perfekten Kandidaten aus, um einen Blick auf das Jump 'n Run Ori and the Blind Forest: Definitive Edition zu werfen. Die Sorgen um den erhöhten Schwierigkeitsgrad des Spiels verfliegen jedoch, sobald sich der Nibel-Wald in all seiner farbenprächtigen Schönheit zeigt und Spielern mit dem orchestrierten Soundtrack auf eine abenteuerliche Reise vorbereitet. Vielleicht ist doch noch etwas aus meiner Zeit mit Rayman auf dem Gameboy Advance hängengeblieben.

Der Test zu Ori and the Blind Forrest erscheint im Rahmen unserer Themenwelt zur Nintendo Switch. Dort haben wir auch Tests zu langsameren Plattformer Games wie Bowser‘s Fury (Testbericht) oder Zelda: Breath of the Wild (Testbericht) veröffentlicht.

Als Jump 'n Run setzt Ori and the Blind Forest auf brisante Action, Fingerfertigkeit und eine schnelle Reaktionszeit. Im Kontrast dazu beginnt das Spiel mit der emotionalen Vorgeschichte des Protagonisten Ori, einem kleinen weißen Waldschutzgeist. Eines Tages trennt ein mächtiger Sturm diesen von seiner Heimat, dem Geisterbaum, wird jedoch schnell von einem Ghibli-artigen Wesen namens Naru adoptiert. Der Wald zerfällt rapide und schon bald gibt es keine Nahrung mehr, sodass Naru letztendlich ihr Leben für Ori aufopfert. Hoffnungslos und dem Tode nahe streift Ori umher, bis der Geisterbaum ihn mit seiner letzten Kraft wiederbelebt und zusammen mit einem Lichtwesen namens Sein auf den Weg schickt, um den Wald erneut zum Leben zu erwecken. Der heruntergekommene Wald hat mittlerweile viele bösartige Wesen angelockt, darunter auch eine riesige Eule namens Kuro, die sich den Spielern auf ihrer Reise mehrmals in den Weg stellt.

Nicht nur der Nibel-Wald befindet sich im Wandel, auch das Spiel selbst hat sich seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2015 ein wenig verändert: Mit der 2019 veröffentlichten Definitive Edition erwarten Spieler neue Bereiche, zwei neue Fähigkeiten, Geheimnisse, sowie verschiedene Schwierigkeitsmodi. Während die zwei besagten Fähigkeiten, Dash und Light Burst die spielerische Ebene des Titels stark aufwerten, enthüllen die zwei neuen Umgebungen mehr über Naru und die Hintergrundgeschichte des Wesens. Mit solch starken und bedeutungsvollen Aufwertungen spielt Moon Studios im Bereich der überarbeiteten Spielversionen ganz oben mit.

Oris Reise führt durch verschiedenste Umgebungen, die alle in Form einer riesigen Labyrinth-artigen Struktur miteinander verbunden sind. So ist es jederzeit möglich, zu früheren Orten zurückzukehren, entweder zu Fuß oder mit einem der vielen Geisterportale, die in der Welt zu finden sind. Von Eis bedeckten Gebirgen bis hin zu Sümpfen voll tödlicher Stacheln und giftigen Gewässern – jede Umgebung besitzt seinen eigenen Charme und beeindruckt mit einer farbenprächtigen, schön animierten Kulisse. Ein Gebiet vollständig zu erkunden und mit neu gewonnenen Fähigkeiten zuvor unerreichbare Passagen zu betreten lohnt sich, denn diese beherbergen Fähigkeitspunkte, Energiezellen oder Geisterlichtgefäße, die Oris Energie und Leben kontinuierlich aufwerten. Auch wer sich anderweitig eher weniger als Sammler identifiziert, wird somit angespornt jedes Gebiet zu 100 Prozent zu erkunden. Besonders der Ausbau der Fähigkeiten ist nicht zu unterschätzen, als Waldgeist erhält Ori dabei Unterstützung von den Bäumen des Nibel-Waldes.

Es besteht eine besondere Verbindung zwischen dem kleinen Geist und den Bäumen. Sie sprechen mit ihm, offenbaren kleine Geschichten über ihre Vergangenheit und bieten Spielern letztlich neue Fähigkeiten, wie den Doppelsprung, Stampfen oder auch das Klettern. Die insgesamt elf Fähigkeiten sind besonders auf die Agilität der Spieler konzentriert und verlangen mit ihren jeweils unterschiedlichen Tastenkombinationen ordentlich das Muskelgedächtnis ab. Jedes Gebiet lehrt wunderbar die jeweils neu erlernte Fähigkeit mithilfe von Umgebungen und Gegnern, die spezifisch auf die Anwendung der besagten Fähigkeit angepasst sind.

Aller Anfang ist schwer, so fühlt sich der Umfang von Oris Fertigkeiten zwischenzeitlich etwas überfordernd an. Es dauert jedoch nicht lange, da springt, schwimmt und fliegt der kleine Waldgeist mithilfe der Spieler geschwind durch den Wald. Es macht jede Menge Spaß immer mehr Wege zu finden, den Wald zu durchqueren und dabei zu spüren, wie nicht nur Oris, sondern auch das eigene Verständnis für die Umgebungen wächst.

Wer genug Geisterlichter von besiegten Gegnern oder Fähigkeitspunkte durch Interaktionen mit der Umgebung sammelt, kann seinem Spielstil über einen dreiteiligen Fähigkeitsbaum individualisieren. Der türkise Abschnitt des Baums präsentiert Begabungen, die das Gameplay erweitern, etwa um unter Wasser zu atmen oder einen Dreifachsprung auszuführen. Der lila Abschnitt erleichtert die Erkundung und das Einsammeln von Items, etwa mit Kartenmarkierungen. Zu guter Letzt hält der rote Abschnitt kämpferische Upgrades für Ori bereit, die bereits erlernten Fähigkeiten mehr Wumms verleihen, oder neue freischalten. Die persönlichen Anpassungen können somit entweder erfahrenen Spielern mehr Macht verleihen oder anderweitig unerfahrenen Spielern etwas mehr unter die Arme greifen.

Neben den Fähigkeiten sind die Seelenverbindungen wichtig. Diese präsentieren die Wiederherstellungspunkte, die mit gesammelten Energiezellen erstellt werden können. Die Verbindungen bieten Spielern einerseits die Macht, Speicherpunkte an einem bevorzugten Ort zu platzieren, erfordern jedoch auch ein wenig Planung. Wer all seine Energiezellen verbrät und an einem besonders kniffligen Punkt ankommt, kann sich schon bald in einem frustrierenden Loop aus Tod und Backtracking wiederfinden. Es entsteht ein interessanter Zyklus, der Spieler jede Menge Nerven kostet, wenn keine Energiezellen aufzufinden sind. Das System ist clever und belohnt eine gute Abwägung bei der Verwendung der Seelenverbindungen.

Mit dem steigenden Schwierigkeitsgrad wird auch das Platzieren der Seelenverbindungen immer wichtiger, schließlich möchte niemand diese eine besonders frustrierende Einlage wiederholen. Ohne Wiederholung geht in Ori and the Blind Forest jedoch nichts, denn unter den hübschen Kulissen versteckt sich ein knochenhartes Spiel.

Das Verlangen von Geschicklichkeit beim Durchschreiten gefährlicher Umgebungen, die vielen Tode, sowie der allgemeine Schwierigkeitsgrad erinnern oftmals an Titel wie Super Meat Boy. Als Metroidvania-Titel ist Ori and the Blind Forest der spielerische Anspruch bereits auf die Stirn geschrieben, denn neben dem Erkunden von Geheimnissen gehört auch das Einstudieren von Leveln zu den Genre-Merkmalen. Wie lässt sich ein Level am besten einstudieren? Durch Wiederholungen. Viele, viele Wiederholungen.

Oris Tod ist kurz und schmerzlos, innerhalb weniger Sekunden befindet sich der Geist bereits wieder an der letzten erstellten Seelenverbindung. Dies verringert die Frustschwelle ein wenig, doch wenn die Verbindung wieder einmal an einer ungünstigen Stelle platziert, oder die Sequenz einfach zu schwer ist, kann sich das Spiel zwischendurch recht erbarmungslos anfühlen.

Neben schnellen Handlungen und den richtigen Tastenkombinationen verlangen Bereiche wie die Elendsruinen Spielern zusätzlich Köpfchen ab. Spielereien mit der Schwerkraft, die mithilfe eines Gegenstandes verändert werden kann, fordern die richtige Positionierung Oris und verlangen fast schon eine Gameplay-Choreografie, die einige Wiederholungen bedarf, bevor sie aufgeführt werden kann. Mit jeder gewonnenen Fähigkeit, Wiederholung oder eingesammelten Geisterlichtgefäß meistern Spieler die Steuerung der kleinen Kreatur immer mehr. Das Spiel gab mir an vielen Stellen ordentlich zu kauen, sodass ich einige Male frustriert den Controller aus der Hand legen musste, um meine Reise später fortzusetzen. Dieses Gefühl dauerte jedoch nie lange an, denn Moon Studios Spielwelt begeistert immer wieder aufs Neue durch tolle narrative Einlagen, starker Musikuntermalung und dem Nervenkitzel nach jeder gemeisterten Herausforderung.

Mit knapp 30 Euro gehört Ori and the Blind Forrest: Definitive Edition zu den günstigeren Switch-Spielen. Bei Preisaktionen bekommt man es auch mal für 24 Euro. Wer es deutlich günstiger möchte, der muss zur PC-Variante greifen, dort zahlt man knapp 5 Euro.

Ori and the Blind Forest: Definitive Edition bietet nicht nur Neuzugänge in Sachen Gameplay, sondern präsentiert auch für diejenigen, die sich für Oris Geschichte interessieren, zusätzliches Futter. Das macht die Definitive Edition nicht nur zur klaren Kaufempfehlung gegenüber dem Original, sondern bietet auch Spielern, die sich bereits durch den Wald gekämpft haben, neue Anreize, die Welt noch einmal zu erkunden.

Der Wald, mit all seinen Tücken und tödlichen Umgebungen, erfordert von Spielern viel Geschick, Ausdauer und vor allem: Geduld. Wer diese nicht besitzt und sich nicht damit anfreunden kann, einige Passagen zehn, vielleicht sogar zwanzigmal wiederholen zu müssen, der sollte davon lieber die Finger lassen. Elemente wie der Fähigkeitenbaum, das selbstständige Kreieren von Wiederherstellungspunkten oder lediglich die Veränderung im Schwierigkeitsmodus erleichtern hier Spielers den Einstieg in das Jump 'n Run. Interessierte, die sich dank der tollen Inszenierung zum Spiel hingezogen fühlen, müssen sich also nicht fürchten, wohingegen eingespielte Fans den Titel nicht unterschätzen sollten – denn der Nibel-Wald ist ebenso schön wie gefährlich.

Noch mehr Tests zu Switch-Spielen zeigen wir in der Themenwelt zur Nintendo Switch. Neben Spielen wie Monster Hunter Rise (Testbericht) oder Mario Golf: Super Rush (Testbericht) zeigen wir dort in Ratgebern zu sinnvollem Zubehör für die Switch.

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