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Oppo Watch im Test: Tolle AMOLED-Smartwatch ab 240€
Pro und Contra
  • Gute Verarbeitung, ansprechende Optik
  • Präzise Messwerte, einfache Bedienung
  • Optional mit LTE
  • Keine EKG-Funktion oder Messung von SPO2
  • Kurze Akkulaufzeit
  • Wenig Ziffernblätter
  • 4.0
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Die Oppo Watch ist viereckig, mit schickem AMOLED-Display, vielen Funktionen und deutlich günstiger als das Pendant von Apple. Im TechStage-Test zeigen wir, wer sich die Smartwatch von Oppo genauer ansehen sollte.

Es kann kein Zufall sein, dass die Oppo Watch den Apple-Watch-Modellen zum Verwechseln ähnlich sieht. Zumindest auf den ersten Blick glaubt man, es mit einem Klon des Smartwatch-Klassikers zu tun zu haben, der zum Preis von 400 Euro alles andere als ein Schnäppchen ist.

Die Oppo richtet sich allerdings im Gegensatz zur Apple Watch sowohl an Besitzer eines Android-Smartphones als auch eines iPhones, wobei ihr Betriebssystem Google Wear OS im Zusammenspiel mit Android einen deutlich größeren Funktionsumfang ermöglicht. Inwiefern die Oppo-Uhr dem Smartwatch-Marktführer das Wasser reichen kann, klärt unser Test.

Der Test erscheint in unserer Themenwelt Smartwatches . Dort haben wir bereits Tests zu Produkten wie der Samsung Galaxy Watch 3 (Testbericht) , der Huawei Watch GT 2 Pro (Testbericht) oder zu vier Smartwatches von Fossil (Testbericht) veröffentlicht.

Die Oppo Watch ist in zwei Varianten erhältlich: nämlich mit Gehäuse-Durchmessern von 41 und 46 Millimetern. Das Display des größeren Modells hat einen Durchmesser von 1,9 Zoll (ca. 5 cm), die kleinere Variante kommt auf 1,6 Zoll (ca. 4 cm). Die Auflösungen liegen bei 402 x 476 bzw. 320 x 360 Pixeln, die Pixeldichte bei 326 oder 301 dpi.

Während die 46-mm-Uhr einen Wasserschutz von 5 ATM aufweist, kommt die kleinere Schwester-Watch lediglich auf 3 ATM. Salzwasser mögen beide nicht. Wer mit der Uhr autark ohne WLAN ins Internet will und sein Smartphone für Telefonate zu Hause lassen möchte, muss zur größeren Oppo greifen. Denn nur diese wird mit LTE-Modul ausgeliefert. Ihr Akku hat außerdem mit 430 mAh gegenüber 300 mAh die größere Kapazität.

Wir hatten die Oppo Watch 46 mm LTE im Test. Sie trägt sich wie eine normale Uhr, hat ein zeitloses, dezentes Design und wiegt gerade mal 50 Gramm. Mit einer Höhe von 11,3 Millimetern ist sie einen Tick dicker als viele klassische Armbanduhren. Als solche wird sie jedoch nicht erkannt: Da fast jeder mit dem Oppo-Modell eine Apple Watch assoziiert, wird sie automatisch als Smartwatch eingestuft.

Das schwarze Fluorkautschuk-Armband ist angenehm weich und schmiegt sich komfortabel an die Haut. Das Abnehmen des Armbands gelingt blitzschnell und super einfach durch den Druck auf zwei in die Gehäuserückseite eingelassene Taster. Wenn man im Internet stöbert, findet man eine sehr kleine Auswahl an Ersatz-Armbändern aus Edelstahl, Kunststoff und im Milanese-Stil.

Das 1,9 Zoll (4,83 cm) große AMOLED-Display der 46-mm-Smartwatch ist nach außen hin zum hochwertigen Aluminiumrahmen gebogen und stellt ein super sattes Schwarz dar. Farben sind kräftig und dynamisch. Die Schärfe ist sehr ordentlich, Top-Modelle von Markenherstellern sind hier nur eine Nuance besser. Auch wenn man leicht seitlich und nicht frontal auf das Oppo-Display schaut, kann man Schriften problemlos lesen und Symbole einwandfrei erkennen.

Im Gegensatz zur 41-mm-Variante besitzt die größere Oppo-Watch ein Always-on-Display, aber kein Gorilla Glas 3. Ist dieses aktiviert, zeigt die Uhr nach wenigen Augenblicken nur noch die Uhrzeit an, alle anderen Informationen werden erst wieder nach einer Berührung des Displays oder einem Druck auf eine der seitlichen Bedientasten eingeblendet. Die Helligkeit lässt sich schrittweise in fünf Stufen verändern, zudem gibt es eine Automatik-Funktion, die die Panelhelligkeit in Eigenregie an das Umgebungslicht anpasst.

Im Freien ist die Ablesbarkeit auch bei Sonnenlicht sehr gut, die maximale Helligkeit liegt bei 500 Candela. Die Anzahl der frei wählbaren Zifferblätter fällt leider dürftig aus – die meisten Smartwatches sind halt rund und nicht eckig. Dass man trotzdem eine große Vielzahl bereitstellen kann, das beweist Apple.

Die Oppo Watch wird vom Prozessor Qualcomm Snapdragon Wear 3100 mit 1,2 Gigahertz und vier Kernen betrieben. Das reicht für eine größtenteils flüssige Bedienung. Mit dem Apollo 3 ist ein zweiter Prozessor verbaut, der im Stromsparmodus besonders effizient arbeiten und die Nutzungsdauer auf bis zu 14 Tage ausdehnen soll. Als Arbeitsspeicher steht ein GByte zur Verfügung, der Gesamtspeicher für Betriebssystem, Apps und Musik ist acht GByte groß.

Zur ordentlichen Ausstattung gehören GPS und Glonass, optischer Pulsmesser, Barometer, Lichtsensor, Gyroskop, Mikrofon und NFC für die kontaktlose und bargeldlose Bezahlung mittels Google Pay. Unterstützt werden WLAN (lediglich im 2,4- und nicht im 5-Gigahertz-Bereich) sowie Bluetooth 4.2. Möchte man die LTE-Funktionalität nutzen, was nur in Deutschland möglich ist, so hat man keine Entscheidungsfreiheit und ist auf eine eSIM von Vodafone angewiesen. Für Neukunden hält Vodafone die „Smart S“-Aktion für 4,99 Euro im Monat mit 500 Megabyte Datenvolumen, 250 Minuten Telefonie in alle Netze und 200 Frei-SMS bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten bereit. Bestandskunden können für 5 Euro im Monat ihre Rufnummer und das gebuchte Datenvolumen auf bis zu drei Geräten nutzen.

Als smarter Assistent steht Amazon Alexa der Oppo Watch zur Seite. Antworten liefert die Uhr nicht nur durch Texteinblendungen, sondern auch durch eine akustische Ansage. Die Sprachqualität ist mittelmäßig. Auf E-Mails und WhatsApp-Nachrichten kann man per Mini-Tastatur, über Emojis oder per Sprache antworten. Das funktioniert problemlos. Entweder über den Startbildschirm (je nach Zifferblatt) oder im Menüpunkt „Tägliche Aktivität“ sieht man auf einen Blick die Zahl der zurückgelegten Schritte, die Trainingszeit, die verbrannten Kalorien sowie die Trainingseinheiten. Während die ersten drei Kategorien plausible Werte liefern, machen uns die Trainingseinheiten stutzig. Denn obwohl wir mitunter den ganzen Tag gefaulenzt haben, wurden uns hier drei oder vier absolvierte Trainings angezeigt.

Auch um die Überwachung des Schlafs kümmert sich die Oppo: Im Display informiert sie plakativ über die gesamte Schlafzeit der vergangenen Nacht, über leichte und tiefe Schlafphasen sowie über die Dauer, die man wach im Bett verbracht hat. Zudem misst die Smartwatch die Echtzeit-Herzfrequenz und zeigt ein 24-Stunden-Verlaufsdiagramm mit höchstem und niedrigstem Wert an. Über den Google Play Store lassen sich zusätzliche Apps wie Spotify, Microsoft Outlook oder Musikplayer herunterladen. Apple-Fans dürften über das begrenzte Angebot schmunzeln. Bereits installiert sind unter anderem ein Rekorder für Sprachaufnahmen, Wetterdienst, Übersetzer sowie Google Pay.

Wenn sich die Oppo Watch schon rein äußerlich mit der Apple Watch 6 messen lassen möchte, so zieht sie bei der Ausstattung genauso wie gegenüber der Samsung Galaxy Watch 3 (Testbericht) den Kürzeren: So fehlen unter anderem die Möglichkeit, den Blutsauerstoffgehalt zu messen oder ein EKG zu schreiben.

Die Bedienung der Oppo Watch ist weitgehend selbsterklärend und gelingt intuitiv. Der Touchscreen reagiert sensibel auf Fingerdruck und Wischgesten. So erreicht man unter anderem den Google Assistant, die täglichen Aktivitäten und die Schlafüberwachung. Zudem stehen zwei seitliche Tasten zur Verfügung. Über die obere öffnet man das App-Menü, die untere kann individuell belegt werden. Standardmäßig gelangt man hier zu den Workouts.

Ein Druck auf die untere rechte Taste genügt, und man erreicht auf der Oppo Watch die fünf Workouts „Fitnesslauf“, „Lauf zur Fettverbrennung“, „Outdoor-Spaziergang“, „Outdoor-Radsport“ und „Schwimmen“. Mitbewerber haben hier deutlich mehr Disziplinen hinterlegt. Außerdem muss man das Tracken der Sportart selbst anstoßen, die Oppo startet ein entsprechendes Training nicht eigenständig. Das GPS-Signal wurde im Test flott gefunden. Praktisch: Nachdem man beispielsweise einen Spaziergang oder eine Jogging-Runde gestartet hat, zeigt die Uhr sofort die zurückgelegte Distanz, verbrannte Kalorien, Dauer, Anzahl der Schritte und die Herzfrequenz an. Nach Beendigung wird die durchschnittliche Herzfrequenz berechnet. Die Tour wird grafisch auf einer kleinen Karte im Display dargestellt.

In der Anwendung „5-Min Workouts“ hat die Oppo verschiedene Übungen hinterlegt. Die kurzen Videos stehen leider nur auf Englisch zur Verfügung. Ebenfalls ist im App-Angebot „Google Fit“ integriert. Startet man die Gratis-App „HeyTap Health“ (verfügbar für Android und iOS), so kann man detaillierte Auswertungen zur Herzfrequenz, zum Schlafverhalten, zu Schritten, Kalorien sowie zu Trainingsprotokollen einsehen. Die ermittelten Werte machen einen realistischen Eindruck.

Zum Laden wird die Oppo Watch mit einer kleinen Ladeschale ausgeliefert. Hierauf arbeitet sie richtig flott: Nach weniger als einer Stunde hat der Akku seine volle Kapazität wieder erreicht. Unzufrieden sind wir jedoch mit der Akkulaufzeit: Gerade mal 24 Stunden hielt der Akku durch, wenn wir die Smartwatch per Bluetooth mit unserem Smartphone gekoppelt hatten, für kurze Zeit GPS aktivierten und per WLAN Nachrichten empfingen. Mit LTE-Nutzung reduziert sich die Nutzungsdauer zusätzlich.

Oppo verspricht bis zu 21 Tage im Stromsparmodus, wenn der Apollo-3-Prozessor die Arbeit übernimmt. Dann werden jedoch fast alle wesentlichen Zusatzfunktionen gekappt, weshalb man das „Smart“ in der Oppo Watch streichen kann.

Oppo verlangt für seine Watch 46 mm LTE 399 Euro UVP. Für das Modell mit einem Display-Durchmesser von 41 Millimetern werden 249 Euro UVP fällig. Im Internet sind beide Smartwatches jedoch günstiger zu haben. So wird hier bereits die größere der beiden Uhren für rund 320 Euro angeboten, die kleinere Oppo-Alternative gibt es immer wieder für um die 200 Euro.

Die Oppo Watch 46 mm LTE ist eine sehr solide Smartwatch mit guter Verarbeitung, hohem Tragekomfort und durchdachter Bedienung. Für die knapp 400 Euro, die der chinesische Hersteller aufruft, weist die Uhr in der Ausstattung allerdings Lücken auf. Eine automatische Erkennung von Sportarten, die Messung des Blutsauerstoffgehalts und im Idealfall das Schreiben eines EKGs wären wünschenswert.

So schafft es die Oppo Watch trotz LTE-Moduls nicht, in einer Liga mit der Apple Watch 6 oder der Galaxy Watch 3 mitzuspielen. Sollte die Smartwatch jedoch für weniger als 300 Euro zu haben sein, macht man als Käufer keinen Fehler.

Noch mehr Smartwatches testen wir in der Themenwelt Smartwatch . Dort haben wir noch weitere Artikel veröffentlicht, etwa den Ratgeber Wearables: Für wen ist welche Smartwatch am besten? , die Kaufberatung: Apple-Watch-Klone ab 30 Euro oder Puls, Schlaf, Training: Acht Fitness-Tracker im Vergleich .

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