Oppo Reno 6 5G
Pro und Contra
  • schickes Design
  • gutes Display
  • ordentliche Hauptkamera
  • keine Speichererweiterung
  • zu teuer
  • 4.0

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Das Oppo Reno 6 5G reiht sich bei Preis und Technik in der gehobenen Mittelklasse ein, schlägt sich insgesamt gut, kann aber nicht überall überzeugen. Wir sagen warum.

Dass Oppo schicke und richtig gute Smartphones bauen kann, haben wir in unseren Tests zu Modellen wie dem Oppo Find X3 Pro (Testbericht) und dem Oppo Reno 4 Pro (Testbericht) ausführlich beleuchtet. Das Problem ist häufig der Preis: Oppo versucht wohl weiterhin, als Premium-Marke in Deutschland angesehen zu werden, entsprechend setzt das Unternehmen Preispunkte für seine Smartphones, die unserer Meinung nach einfach zu hoch sind. Das könnte auch dem Oppo Reno 6 5G zum Verhängnis werden.

Denn das Mittelklasse-Modell sieht auf den ersten Blick schick aus, bringt passable Technik mit, ist aber im Vergleich zur Konkurrenz zu teuer. Sogar Modelle aus eigenem Hause, nämlich von Oneplus, das seit der Übernahme im laufenden Jahr zu Oppo gehört, bietet ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Optisch setzt Oppo beim Reno 6 5G auf retro und verpasst dem Mittelklasse-Smartphone klare Kante. Alternativ könnte man dem Hersteller vorwerfen, sich stark am Design aktueller iPhones zu orientieren, allerdings war offenbar design-technisch alles schon mehr oder weniger da bei Smartphones, da lassen sich Wiederholungen kaum vermeiden. Durch das kantige Design liegt das Handy zwar nicht ganz so gut in der Hand wie geschwungene Modelle, dank der flachen Bauform mit unter 8 Millimeter Dicke, vergleichsweise niedrigem Gewicht von 182 Gramm und gebrochenen Kanten des Metallrahmens geht das aber in Ordnung.

Die Verarbeitung ist hervorragend – hier wäre ein Vergleich zu Apple angebracht. Spaltmaße gibt es kaum, die Antennenstreifen im Rahmen sind so gut wie nicht fühlbar. Die drei physischen Tasten – Power rechts und geteilte Lautstärkewippe links – lassen sich perfekt bedienen. Hinten besteht das Oppo Reno 6 5G aus Glas und ist gerade mit trockenen Fingern etwas rutschig, zieht dank matter Oberfläche aber keine Fingerabdrücke an. Bei genauem Hinsehen erkennt man einen leichten Metallic-Effekt wie bei Autolack – eigentlich schlicht und elegant. Leider klingt das Smartphone beim Draufklopfen an einigen Stellen auf der Rückseite etwas hohl und wenn das Smartphone – etwa beim Laden - handwarm ist, geht der Werkstoff in seiner Wertigkeitsanmutung genauso gut wie Kunststoff durch.

Die leicht hervorstehende Kameraeinheit mit drei untereinander angeordneten Linsen wirkt ebenfalls eher unaufgeregt. Einziger Akzent bei unserem schwarzen Testgerät: ein schmaler eloxierter Zierstreifen auf der Power-Taste in grellem Hellgrün.

6,4 Zoll groß ist das OLED-Display des Oppo Reno 6 5G und bietet dabei eine Auflösung von 2400 x 1080 Pixel. Die Bildschärfe ist absolut in Ordnung, die generelle Darstellung auch. Dank 90-Hz-Wiedergabe gilt das auch für bewegte Inhalte. Die Helligkeit haben wir mit 380 cd/m² im manuellen und rund 550 im Automatikmodus gemessen – das ist nicht überragend, aber im Alltag völlig in Ordnung. Farben werden recht natürlich wiedergegeben, Schwarzwert und Blickwinkeltreue sind wie immer bei OLED hervorragend. Im Freien sollte man sich mit dem Reno 6 vermutlich dennoch von der Sonne fernhalten – die dürfte es schwer machen, Inhalte des ansonsten tollen Displays abzulesen.

64 Megapixel bietet die Hauptkamera des Oppo Reno 6 5G, dazu eine Blende von f/1.7. Hinzu kommen ein Weitwinkel mit 8 Megapixel und f/2.2 sowie eine Makrokamera mit 2 Megapixel – zumindest die letzte Optik hätte sich Oppo gleich ganz sparen können. Vorn bietet der Hersteller stattdessen stolze 32 Megapixel mit f/2.4 und Fixfokus – das klingt schon besser.

Erwartungsgemäß macht das Oppo-Handy bei vernünftigen Lichtverhältnissen ordentliche Bilder mit der Hauptkamera, die dank 4:1-Pixel-Binning 16 Megapixel groß sind. Bildrauschen gibt es damit kaum, Bildschärfe und Details sind gut ausgeprägt und die Dynamik geht ebenfalls in Ordnung. Farben werden intensiv, aber noch ausreichend natürlich in den Speicher gebannt, sodass Aufnahmen insgesamt recht plastisch wirken. Mit dem Weitwinkel nimmt der Begeisterungslevel dann allerdings auch recht schnell wieder ab. Seine Aufnahmen zeigen schnell Bildrauschen, sind deutlich weniger scharf und dazu an den Rändern matschig und verzerrt - wie so häufig bei Weitwinkelaufnahmen von Smartphones der Mittelklasse.

Selfies sehen da schon deutlich besser aus, sie sind scharf und wirken recht natürlich. Bei Videoaufnahmen fehlt eine höher Framerate, bei 4K/30 ist Schluss. Die generelle Bildqualität ist gut, die Stabilisierung bestenfalls befriedigend.

Das Oppo Reno 6 5G wird von einem Mediatek Dimensity 900 angetrieben. Der 6-Nanometer-Mittelklasse-Chip liegt in etwa auf dem Niveau eines Snapdragon 720G, bringt zwei ARM-Cortex-A78 mit bis zu 2,4 GHz und sechs stromsparende A55-Kerne mit bis zu 2 GHz mit. Als Grafikeinheit kommt eine ARM Mali-G68 MP4 mit bis zu 900 Mhz zum Einsatz. Insgesamt schlägt sich das Handy im Verbund mit 8 GByte RAM damit im Alltag ordentlich, Ruckler gibt es normalerweise nicht. Für Hardcore-Zocker ist das Reno 6 nicht ganz ausreichend, auch wenn die ein- oder andere Runde Spaß macht – teilweise bei reduzierter Grafik allerdings, da es sonst bisweilen zu kurzen Hängern kommt. Die Benchmark-Ergebnisse unterstreichen das: In PCmark Work 3.0 erreicht das Smartphone 8200 Punkte, bei 3Dmark Wild Life sind es nur 2000 Punkte.

Ansonsten hat das Oppo Reno 6 5G einiges zu bieten: 5G, Wifi-6, zwei SIM-Plätze, einen Fingerabdrucksensor im Display und einiges mehr – hier hilft ein Blick in die Tabelle. Eine Speichererweiterbarkeit gehört nicht dazu. Der Fingerabdrucksensor arbeitet ausreichend schnell und meist auch verlässlich, der Lautsprecher klingt nicht übermäßig voll, ist aber halbwegs laut.

Bei der Software verlässt sich Oppo auf Android 11 und seine eigene Nutzeroberfläche ColorOS. Die ist stark an Vanilla-Android angelehnt, stellenweise aber etwas anders strukturiert und beinhaltet zudem einige Hersteller-Apps wie eine Kamera-App und einen eigenen Dateimanager. Einige der Zusatz-Apps wie Twitter lassen sich deinstallieren, Netflix beispielsweise nur deaktivieren. Der Sicherheits-Patch unseres Testgerätes stammte von September 2021 und ist damit gerade noch ausreichend aktuell.

4300 mAh leistet der Akku des Oppo Reno 6 5G, das ist nicht übermäßig viel. Im Battery Test von PCmark erreicht das Smartphone 11 Stunden bei aktivierten 90 Hertz – das ist guter Durchschnitt und kaum weniger, als ein Samsung Galaxy A72 (Testbericht) mit immerhin 5000 mAh. Laden kann das Mittelklasse-Smartphone mit satten 65 Watt, damit dauert eine komplette Auffüllung der Stromreserven kaum mehr als eine halbe Stunde. Das dauert bei den meisten Geräten in der Mittelklasse länger.

Das Oppo Reno 6 5G gibt es in Schwarz und Blau, andere Speicherkonfigurationen außer 8/128 GByte bietet der Hersteller nicht an.

Es ist wie (fast) immer bei Oppo: Das Reno 6 5G ist ein gutes Smartphone, es ist nur mal wieder zu teuer. Für das Gerät sprechen das gute Display, die ordentliche Hauptkamera, ausreichend viel Speicher und Rechenleistung, ein ausdauernder und vor allem sehr schnell ladender Akku und ein schickes Gewand. Im Alltag ist das Gerät damit sehr gut aufgestellt, so richtig zu meckern gibt es eigentlich nichts.

Bis eben auf den Preis. Für kaum mehr als 360 Euro bekommt man ein Xiaomi Mi 11 Lite 5G (Testbericht) oder ein Poco F3 (Testbericht) und auch ein Oneplus Nord 2 (Testbericht) kann für weniger Geld mindestens das Gleiche.

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