TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Oppo Reno 4 Z 5G
Pro und Contra
  • Flüssige Bedienung durch 120-Hertz-Display und gute CPU-Leistung 
  • 5G-Modem und viel Speicher
  • Brauchbare Hauptkamera
  • Quad-Kamera ist Etikettenschwindel 
  • Enttäuschende Verarbeitung trotz schickem Design
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Strom für draußen: Verlängerungskabel, Gartensteckdose oder Solar?

Licht, Alarm & Heizhandschuhe: Herbst-Gadgets für das Fahrrad

Universelle USB-C Docking Stationen ab 30 Euro: Bequem Monitore & Co anschließen

Überflüssig oder genial: Kuriose China-Gadgets unter 30 Euro

Das Reno 4 Z 5G ist das günstigste Smartphone aus Oppos aktueller Reno 4-Serie. Mit 120-Hertz-Display, Quad-Kamera und 5G-Modul fährt es Einiges an Technik auf. Augenwischerei oder gutes Gesamtpaket?

In China ist Oppo mittlerweile zum Marktführer avanciert, hierzulande kennt man den Hersteller bislang kaum. Die Reno-2-Serie war im Jahr 2020 die erste Produktreihe, die die Marke des BBK-Konzerns, zu dem auch OnePlus, Realme oder Vivo zählen, offiziell nach Deutschland brachte und die auch bei großen Elektronikmärkten verkauft wurde. Nur kurz nach der Einführung stand bereits Reno 3 auf der Matte, zum Jahresende folgte das Dreigespann aus Reno 4 Z 5G, Reno 4 und Reno 4 Pro (Testbericht). Diese Smartphones sorgten nicht zuletzt wegen der selbstbewussten Preisansagen für Aufsehen, das Einstiegsgerät Reno 4 Z 5G kostete zur Markteinführung immerhin 379 Euro. Ist das Gerät nun nach seinem Preisverfall ein guter Deal?

Schon beim Reno 3 hat sich Oppo von einer in der Oberkante des Smartphones versteckten, ausfahrbaren Selfiekamera im markanten Haifischflossenlook verabschiedet. Schade eigentlich, aber offenbar war die Technik zu fehleranfällig. Der Ersatz für das vollflächige Display beim Reno 4 Z 5G schmeckt weniger gut, in ein recht breites Punch-Hole zwängt der Hersteller nämlich gleich zwei Kameras. Das Smartphone ist dennoch ansehnlich, vor allem die bei unserem weißen Testexemplar ist die glänzende Rückseite ein richtiger Hingucker.

Der sehr gute erste Eindruck verfliegt allerdings, sobald Hand an das Gerät gelegt wird. Zwar hat es ein angenehmes Gewicht von knapp 190 Gramm, die Gehäusekomponenten fühlen sich allerdings nicht besonders hochwertig an. Der auf Chromlook getrimmte Rahmen besteht wie der hübsche, aber bei Druck nachgebende und knarzende Rückseitendeckel aus Kunststoff. Die USB-C- und Kopfhörerbuchsen am Fußende sind arg scharfkantig geraten. Leider macht sich eine gewisse Enttäuschung breit: Das Smartphone sieht luxuriöser aus, als es tatsächlich ist.

Statt den Fingerabdrucksensor unter dem Display zu verstecken, platziert ihn Oppo in der Power-Taste des Reno 4 Z 5G. Das entspricht zwar mangels OLED-Display nicht dem aktuellen Trend, geht bei der gegebenen Geschwindigkeit und der guten Trefferquote aber grundsätzlich in Ordnung.

Das Oppo Reno 4 Z 5G hat ein 6,57 Zoll großes LCD-Display und zählt damit zu der Sorte Smartphone, die sich nur sehr schwer mit einer Hand bedienen lassen. Für die nötige Kratzfestigkeit sorgt Gorilla Glas 3, zusätzlich ist eine Schutzfolie ab Werk aufgetragen. Der Rahmen um die Anzeigefläche wird zum Fußende hin merklich breiter. Die bei LCD-Panels übliche Schattierung um das ausgestanzte Kamera-Loch herum ist weniger stark ausgeprägt als bei vergleichbaren Smartphones, bei genauer Betrachtung aber sichtbar.

Der Bildschirm hat eine Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixel, mit 402 PPI geht die Schärfe demnach völlig in Ordnung. Der Kontrast hätte etwas knackiger sein dürfen, auch die Farbwiedergabe ist kein Vergleich zu den OLED-Displays etwa im Reno 4 Pro (Testbericht). Die Helligkeit ist dagegen ordentlich und sorgt auch bei Sonneneinstrahlung für gute Ablesbarkeit. Highlight ist aber zweifellos die 120-Hertz-Wiedergabe, die für einen butterweichen Bildlauf sorgt. Nutzer können zwischen einer Bildrate von 60, 90 oder 120 Hertz wählen oder eine Automatik einschalten, die je nach dargestelltem Inhalt die optimale Rate wählt. Sie ist auch mit Blick auf die Akku-Laufzeit der beste Kompromiss.

Das Oppo Reno 4 Z 5G bietet viele Anzeigeeinstellungen, darunter einen systemweiten Dark Mode, die stufenlose Einstellung der Farbtemperatur und einen nach Uhrzeit planbaren Blaufilter. Mit der OSIE-Einstellung (Oppo Screen Image Engine) sollen Videos mehr Sättigung und Kontrast erhalten. Mit welchen Apps dieser Modus kompatibel ist und wie das Feature genau funktioniert, erfährt der Nutzer allerdings weder von seinem Smartphone noch vom Hersteller selbst.

Das Reno 4 Z 5G hat keine eine Always-on-Anzeige und auch keine Benachrichtigungs-LED. Das hat den Nachteil, dass das Smartphone zum Prüfen eingegangener Nachrichten jedes Mal eingeschaltet werden muss.

Das Oppo Reno 4 Z 5G hat vier Kameras auf seiner Rückseite, effektiv nutzbar sind davon jedoch nur zwei. Neben der 48-Megapixel-Kamera mit Standardbrennweite sowie Blende f/1.7 und der 8-Megapixel-Kamera mit Ultraweitwinkelobjektiv und Blende f/2.2 hat das Smartphone noch zwei spezielle Kameras für Schwarz-Weiß- und Vintage-Aufnahmen. Sie bieten nur eine niedrige 2-Megapixel-Auflösung und liefern lediglich Farbinformationen für die Standardkamera. Der Hersteller scheint von diesem Konzept selbst nicht ganz überzeugt, eigene Aufnahmemodi bietet er in der Kamera-App nämlich nicht an. Die Schwarz-Weiß- und Vintage-Effekte verstecken sich stattdessen in der Filter-Auswahl im Portraitmodus.

Die 48-Megapixel-Kamera nutzt Pixel-Binning, kombiniert also vier Pixel zu einem, um in reduzierter 12-Megapixel-Auflösung höherwertige Aufnahmen anfertigen zu können. Tatsächlich sind die Fotos recht brauchbar, auch dank Auto-HDR ist die Bilddynamik bei Tageslicht oft sehr gut. Weniger gefallen hat uns die eher etwas blasse Farbwiedergabe, auch die Schärfe könnte besser sein. In der Nahansicht verlieren sich die Details, zudem werden mitunter Farbsäume oder ihre Rückstände sichtbar. Noch stärker ist das bei der Ultraweitwinkelkamera der Fall, sie hat uns im Test nicht überzeugt. Der integrierte, nur mit der Standardkamera nutzbare Nachtmodus hellt auch sehr dunkle Szenen stark auf, ohne dabei die Fotos allzu sehr zu verrauschen. Wirklich detailliert sind die Aufnahmen aber nicht, zudem bilden sich auf ausgebrannten Flächen sichtbare Grauschleier.

Die Selfie-Kamera des Reno 4 Z 5G besteht aus einem 16-Megapixel-Modul und einem 2-Megapixel-Tiefenmesser für künstliche Schärfentiefe. Die Aufnahmen sind ansehnlich, im Portraitmodus gelingt die Abgrenzung zwischen Motiv und dem unscharfen Hintergrund grundsätzlich gut. Mit der Frontkamera sind Videoaufnahmen in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde möglich, gleiches gilt für die Ultraweitwinkelkamera hinten. Die Hauptkamera stemmt zwar 4K-Auflösung, allerdings ebenfalls nur mit 30 Bildern pro Sekunde und ohne digitale Bildstabilisierung. Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde sind auch mit Full-HD-Auflösung nicht möglich. Entsprechend unscharf geraten Kameraschwenks, immerhin arbeitet der Fokus der Hauptkamera schnell und unauffällig.

Im Oppo-Smartphone ist mit dem Mediatek Dimensity 800 ein Mittelklasse-Chipsatz mit acht Prozessorkernen verbaut. Das leistungsstärkere Chip-Quartett basiert auf dem Design von ARMs Cortex-A76, die Energiesparer auf dem Cortex-A55 – beide schlagen im 2-GHz-Takt. Hinzu kommen eine Mali-G57 MC5 Grafikeinheit und 8 GByte RAM. Aus dieser Aufstellung springen in Geekbench 5 etwas über 500 Punkte für den Single-Core-Test und fast 2.200 Punkte im Multi-Core-Test heraus, im PC Mark Performance Test Work 2.0 sind es knapp 7.500 Zähler. Große Sprünge sind mit dem Reno 4 Z 5G laut diesen Werten nicht drin, bei anspruchsvollen Spielen geht dem Smartphone die Puste aus. Die subjektive Performance ist dennoch ordentlich, wohl auch wegen des 120-Hertz-Displays sind bei der Bedienung keine Ruckler zu beklagen.

Schon der Name Reno 4 Z 5G deutet an, dass das Oppo-Smartphone für den Mobilfunk der neuesten Generation gewappnet ist. Das eingebaute 5G-Modem funkt in den Sub-6-GHz-Frequenzen und ist damit auch in Deutschland einsetzbar. Über die Dual-SIM-Funktion ist das theoretisch sogar über zwei verschiedene Mobilfunkverträge möglich. Leider bietet Oppo den Nutzern keine Wahl, ob sie statt einer zweiten SIM-Karte eine Micro-SD einsetzen möchten – der 128 GByte große UFS-2.1-Speicher kann also nicht erweitert werden.

Im Auslieferungszustand ist das Reno 4 Z 5G mit einer stark angepassten Android-Version bespielt, Oppos Color OS 7.1. Zwar hält der Hersteller das Gerät in Sachen Sicherheits-Patch vergleichsweise aktuell. Das Betriebssystem basierte im März 2021 allerdings noch immer auf Android 10 und ist damit schlicht nicht mehr ganz frisch.

Color OS erinnert mit seiner cleanen Oberfläche und den Transparenzeffekten an Apples iOS, bedient sich aber wie ein klassisches Android-System. Ein App-Drawer ist anders als bei früheren Versionen mit dabei, wie auch Googles Discover Feed auf dem Homescreen und der Google Assistant. Neben den vielen Google-Anwendungen finden sich auf dem Reno 4 Z 5G noch diverse vorinstallierte Apps und Werkzeuge von Oppo, die sich immer etwas mehr Zugriff auf Bereiche des Smartphones einräumen, als sie es für ihre Funktion eigentlich bräuchten. Der Kompass stellt trotz Standortzugriff nicht mehr dar als die Himmelsrichtung, der Audio-Rekorder nimmt nur Ton auf, obwohl er zwingend die Fotogalerie einsehen will. Der Nutzer kann keine dieser Apps entfernen.

Von Haus aus bietet Color OS viele Features, die über das Standard-Repertoire von Android hinausgehen. Nutzer dürfen die Erscheinung der Icons, das Thema und Bildlaufeffekte auf dem Startbildschirm ändern oder langweilige statische durch dynamische Live-Wallpaper ersetzen. Die ein wenig an Samsungs Edge-Panel erinnernden Quick Tool sind auch bei Oppo eher belanglos, viel mehr als ein paar zusätzliche App-Verknüpfungen gibt die Seitenleiste nicht her.

Der Akku des Reno 4 Z 5G hat eine Kapazität von 4.000 mAh. Andere aktuelle Smartphones dieser Größe haben in der Regel mehr zu bieten, in Sachen Laufzeit schlägt sich das Oppo-Gerät aber gar nicht schlecht. Im Akku-Test von PC Mark kommt es bei einer Display-Helligkeit von 200 cd/m² und automatischer Bildwiederholfrequenz auf immerhin 9,5 Stunden. In den Alltagseinsatz übersetzt bedeutet das bei intensiverer Nutzung einen sorgenfreien Tag Laufzeit, durch den guten Standby-Verbrauch sind bei wenigem Gebrauch zwei Tage drin.

Das Reno 4 Z 5G wird über den USB-C-Port am Fußende geladen, drahtloses Laden unterstützt das Smartphone nicht. Schnelles Laden ist mit 18 Watt möglich, Oppos eigene und beispielsweise beim Find X3 Lite (Testbericht) genutzte Quick-Charge-Funktion SuperVOOC 2.0 kommt bei diesem Modell nicht zum Einsatz.

Das Oppo Reno 4 Z 5G ist in Deutschland in Schwarz und Weiß erhältlich. Es gibt nur eine Speicherkonfiguration mit 8 GByte RAM und 128 GByte nicht erweiterbarem Speicher, Dual-SIM ist Standard. Zum Lieferumfang zählen neben der bereits aufgebrachten Schutzfolie eine transparente Silikon-Hülle, ein 18-Watt-Netzteil und das dazu passende USB-C-Kabel sowie ein Headset mit Klinkenanschluss. Das Smartphone ist ab 269 Euro zu haben.

Das Oppo Reno 4 Z 5G verspricht mehr als es halten kann. Es sieht luxuriöser aus als es sich anfühlt, zwei der vier Hauptkameras kratzen am Etikettenschwindel und eine weitere liefert eine schwache Leistung ab. Das Smartphone bietet weder eine Möglichkeit zur Erweiterung des Speichers, noch unterstützt es Oppos Super-Schnellladestandard. Die vorinstallierte Software ist sicherlich Geschmackssache, zweifellos sind die Apps des Herstellers zu neugierig.

Doch hat das Smartphone auch seine positiven Seiten: Durch die 120-Hertz-Bildschirmrate und das zumindest für Standardaufgaben ausreichende Prozessortempo ist die Bedienung flüssig, mit dem 5G-Modul ist man gut für die Zukunft aufgestellt und einige Softwarefunktionen sind tatsächlich nützlich. Zudem gibt es eine Menge Speicher. Die UVP zum Verkaufsstart von 379 Euro war für dieses Gesamtpaket deutlich zu hochgegriffen, zum aktuellen Preisniveau ist das Reno 4 Z 5G aber kein schlechter Fang.

Allerdings finden sich in der Preislage bis 300 Euro viele überzeugende Konkurrenzmodelle, die zwar oft noch kein 5G-Modem führen, dafür in anderen Belangen aber mehr zu bieten haben. In unserem aktuellen Kaufratgeber rangiert das Xiaomi Mi 10 Lite (Testbericht) auf dem Spitzenplatz, dort gibt es noch einige weitere empfehlenswerte Smartphones.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.