Oppo Find X5 im Test: Hasselblad-Kamera und viel Power

Oppo Find X5
Pro und Contra
  • tolle Kamera
  • gute Gesamtausstattung
  • schickes Design
  • nicht bis ins Detail top
  • Preis etwas hoch
  • 4.5

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Das Oppo Find X5 bietet alles, was man im Alltag braucht, ist aber kein Flagship-Modell und kostet trotzdem 1000 Euro – wie passt das zusammen?

1000 Euro für ein Flagship-Smartphone, das eigentlich gar keins ist – das klingt nicht sehr überzeugend. Flagship, weil es stolze 1000 Euro kostet. Nicht Flagsship, weil es eben nicht in allen Bereichen absolute Highend-Technik bietet, denn das machen andere inklusive des stärkeren Bruders Find X5 Pro besser. Hauptaugenmerk liegt beim X5 auf der Kamera, denn die stammt von Spezialist Hasselblad und bietet einen tollen Video-Nachtmodus. Die Makrolinse der Vorgänger ist hingegen passé. Klingt gut – aber ist es das auch?

Schick ist es, das neue Oppo Find X5. Im Gegensatz zum Pro-Modell kommt es nicht mit Keramik-Rückseite, sondern die besteht hier aus Gorilla Glas Victus. Die Oberfläche ist dabei mattiert und beinahe samtig, das fühlt sich sehr hochwertig an. Die Übergänge zur leicht vorstehenden Kameraeinheit ist dabei sanft geschwungen und wirkt dadurch beinahe organisch. Die Kameraeinheit mit zwei großen Linsen untereinander und einer dritten versteckt zwischen Sensoren und LED-Blitz daneben ist zudem nicht wie bei der Konkurrenz einfach nur rechteckig mit abgerundeten Kanten ausgelegt, sondern die untere linke Ecke ist etwas weiter nach unten gezogen. Das macht das Design zwar asymmetrisch, aber auch interessant.

Die langen Kanten sind hinten wie vorne sanft geschwungen, durch das Curved-Design wirkt unser weißes Find X5 im Verbund mit dem chrom-glänzenden Metallrahmen sehr hochwertig. Dank der gebogenen Ränder ist seitlich kaum Rahmen zu sehen, nur oben und unten ist er etwas dicker. Insgesamt wirkt das Smartphone beinahe filigran und liegt auch gut in der Hand. Grund dürften die vergleichsweise geringen Ausmaße von 160 x 73 x 8,7 Millimeter bei einem satten, aber nicht zu hohen Gewicht von 196 Gramm sein. Das Gesamtpaket wirkt zusammen mit der hervorragenden Verarbeitung schlüssig. Leider fehlt eine höhere IP-Zertifizierung gegen Staub und Wasser, hier gibt es nur IP53. Immerhin ist (abgesehen vom Netzteil – Grüße an Samsung…!) eine durchsichtige Schutzhülle im Lieferumfang.

Die halbwegs handlichen Maße kommen unter anderem vom mit 6,55 Zoll beinahe schon „kleinen“ Display. Oppo setzt beim „normalen“ Find X5 auf OLED mit 2400 x 1080 Pixel, was in einer Bildschärfe von knapp über 400 Pixel pro Zoll (ppi) resultiert. 120 Hertz stellt das Display dar, bedauerlicherweise nicht adaptiv. Der Nutzer hat also die Wahl zwischen 60 oder 120 Hertz, eine automatische Zwischenregelung je nach dargestelltem Inhalt fehlt. Beim Pro-Modell mit LTPO-Panel ist das anders. So oder so sieht der Screen des Find X5 klasse aus. Je nach Einstellung gibt er 100 Prozent des DCI-P3-Farbraums zu bewundern und die Helligkeit kommt im Automatikmodus auf fast 800 cd/m². Zusammen mit dem guten Schwarzwert, den lebendigen Farben, einem umfangreichen Always-on-Display und der hohen Blickwinkelstabilität gibt es hier trotz des hohen Preises von 999 Euro in der UVP keinen Anlass zur Kritik.

Ursprünglich hatte Oneplus eine Kooperation mit dem Kameraspezialisten Hasselblad, seit dem Aufkauf von Oneplus durch Oppo wurde diese Zusammenarbeit offensichtlich auch auf Oppo-Modelle ausgeweitet. So kommt nun auch das Oppo Find X5 mit der typischen Hasselblatt-Oberfläche in der Kamera-App samt X-Pan-Funktion für Panoramaaufnahmen im typischen Hasselblad-X-Pan-35-Millimeter-Format. Auch der spezielle Auslöseton beim Fotografieren und die diversen Filtermöglichkeiten, die zuvor Oneplus 9 (Testbericht), Oneplus 9 Pro (Testbericht) und Oneplus 10 Pro vorbehalten waren, sind wieder mit dabei. Der Fokus auf Software-Optimierungen statt Hardware von Hasselblad bleibt aber auch in diesem Jahr bestehen. Sie stammt also von Oppo und macht auf dem Papier eine gute Figur. Die Hauptkamera hat 50 Megapixel, optischen Bildstabilisator (2 statt 5 Achsen wie beim Pro) und Blende von f/1.7. Die Weitwinkelkamera bietet ebenfalls 50 Megapixel, verzichtet auf den OIS und kommt mit Blende f/2.2 und die Teleoptik hat 13 Megapixel und eine Blende von f/2.4. Grundsätzlich erinnert dieses Kamera-Setup an das Oneplus 9 Pro aus dem vergangenen Jahr, neu ist hingegen wie beim Oppo Find X5 Pro der Bildverarbeitungs-Chip MariSilicon X von Oppo.

Grundsätzlich sehen Aufnahmen mit der Hauptkamera klasse aus. Die Farbwiedergabe ist weitestgehend natürlich, die Bildschärfe in den zentralen Hauptbereichen ist vorbildlich und Kontraste sowie Weißabgleich überzeugen ebenfalls. Letzterer ist allerdings etwas kühler als bei der Konkurrenz und die Bildschärfe hat uns an den Bildrändern nicht mehr vollends überzeugt. Die Bilddynamik arbeitet in hellen Bildbereichen gut, in dunkleren Ecken gehen aber bisweilen etwas viele Details verloren. Bei wenig Licht arbeitet die Software gut nach. Hier kommt dann zwar Bildrauschen hinzu, das hält sich aber in Grenzen. Nachtaufnahmen werden erstaunlich schnell in den Speicher gebannt, trotz der kurzen Belichtungszeiten wird Licht gut eingefangen, während dunkle Bereiche wie der Nachthimmel nicht unrealistisch aufgehellt werden. Das macht Nachtaufnahmen recht natürlich, ausreichend scharf sind sie ebenfalls. Für Aufnahmen aus freier Hand finden wir das richtig gut.

Der Weitwinkel steht dem oben geschriebenen bei gutem Licht kaum in etwas nach, die generelle Abstimmung in Bezug auf Farben, Weißabgleich, Kontraste und Schärfe passt sehr gut. Hauptunterschied ist vor allem die etwas geringere Schärfe an den Bildrändern, außerdem kommt es bisweilen mangels ausreichender Verzerrungskorrektur zu stürzenden Linien. Bei Nacht macht sich zudem die lichtschwächere Blende bemerkbar. Bildrauschen nimmt dann stärker zu, der Schärfegrad sinkt schneller. Insgesamt bleibt das Ergebnis aber akzeptabel. Den eingangs angesprochenen Verlust der Makrolinse macht das Find X5 mit seinem Makromodus über das Weitwinkelobjektiv mehr als wett. Die deutlich bessere Qualität als bei ansonsten in Smartphones verwendeten Makrolinsen gibt unserer Abneigung gegen derlei Datenblattaufhübscherei absolut recht: Die Nahaufnahmen des Find X5 sind absolut präsentabel.

Der Telelinse fehlt der optische Bildstabilisator (OIS). Zusammen mit der vergleichsweise lichtschwachen Blende spielt er seine Vorteile der verlustfreien Vergrößerung nur bei gutem Licht aus. Das weiß auch Oppo: Bei schwachem Licht verwendet das Find X5 bei der voreingestellten zweifachen Vergrößerung nicht das Teleobjektiv, sondern Digitalzoom der Hauptkamera. Bei genug Licht ist die Bildqualität des Tele gut, in der Dämmerung nicht mehr. Dann verstärken sich alle zuvor genannten Negativpunkte, vor allem in dunklen Bildbereichen verlieren sich mehr und mehr Details. Schade ist allerdings die geringe Vergrößerung: 2x ist zwar besser als nichts, die Konkurrenz macht das aber auch mit Digitalzoom weitestgehend ohne sichtbare Nachteile und setzt lieber auf 3 bis 10-fache optische Vergrößerung. Wenigstens 3-fach, besser 4-fach hätte die Vergrößerung in unseren Augen sein sollen. 2-fach ist einfach zu wenig, um echten Nutzen daraus zu ziehen.

Die Selficam knipst Aufnahmen zwar mit stolzen 32 Megapixel, kommt aber über Mittelmäßigkeit nicht hinaus. Im Vergleich mit der Hauptkamera ist die Bildschärfe deutlich niedriger und es kommt schneller zu Verwacklern bei ungünstigen Lichtbedingungen. Videos werden mit bis zu 4K/60 in den Speicher gebannt. Will man auf die KI-Fähigkeiten des neuen NPU-Chips von Oppo nicht verzichten, wird die Bildwiederholungsrate auf 30 Frames reduziert. Das ist zwar schade, bringt dann aber auch bei Bewegtbildern erstaunlich gute Nachtaufnahmen zustande. Bildschärfe und natürliche Lichtausbeute erstaunen dabei besonders, durch die sich ein sehr natürliches Videobild ergibt. Nicht nur bei Nachtaufnahmen profitiert der Videofilmer beim Oppo Find X5 zudem von guter Bildstabilisierung. Die Kameraqualitäten sind beim Oppo-Smartphone insgesamt sehr hoch angesetzt, ohne aber ganz an die Spitzenqualität der Topmodelle der Konkurrenz heranzukommen. Groß ist der Abstand aber nicht mehr.

Größter Unterschied zum Pro-Modell ist beim Oppo Find X5 die Verwendung des Qualcomm Snapdragon 888 aus dem Vorjahr. Im Spitzenmodell steckt der aktuelle Snapdragon 8 Gen 1. So verwundert es umso mehr, dass das normale X5 auf 12.100 Punkte in PCmark Work 3.0 kommt, während etwa unser Testmodell des Oneplus 10 Pro nur 11.700 Punkte erreicht. In 3DMark Wildlife hat hingegen das Find X5 das Nachsehen: 5850 Punkte stehen hier 9650 Punkten gegenüber, das rückt das Leistungsverhältnis der beiden verwendeten Chips wieder ins rechte Licht. So oder so: Macht das im Alltag abseits von Benchmarks einen Unterschied? Absolut nicht. Apps starten – auch wegen des schnellen UFS-3.1-Speichers – nahezu genauso schnell und Spiele reizen beide Prozessoren derzeit nicht voll aus. Lediglich ein Blick auf das Datenblatt wirkt beim X5 unbefriedigender als beim Pro-Modell.

Ansonsten bietet das Oppo Find X5 alles Wichtige wie NFC, GPS mit Unterstützung zahlreicher weiterer Ortungssystem, 5G Wifi-6 und 8/256 GByte Speicher. Erweiterbar ist der leider nicht – das ist aber auch schon der größte Kritikpunkt. Der USB-C-Port bietet 3.2-Geschwindikeit. Die Stereolautsprecher klingen ausreichend voll und werden recht laut, der Fingerabdrucksensor im Display verrichtet gut und zuverlässig seine Arbeit. Mehr Infos zur Technik bietet unsere Tabelle.

Bei der Software setzt Oppo auf Android 12 mit der eigenen Nutzeroberfläche Color OS 12.1. Eine feste Zusicherung, wie viele Updates es geben wird, macht Oppo derzeit nicht. Ziel ist es aber, zwei Jahre Android-Updates zu liefern, Sicherheits-Updates gibt es ebenfalls nur zwei Jahre. Anbieter wie Samsung und Google sind hier mit vier und fünf Jahren weit voraus.

Oppo dreht an vielen Stellen an Android herum, insgesamt bleibt die UI aber recht logisch und übersichtlich zu bedienen. Störend fanden wir zudem die Verwendung von Bloatware wie vorinstallierte Spiele. Der Sicherheits-Patch stammte zum Testzeitpunkt Anfang April noch von Februar des Jahres.

Der Akku überrascht positiv. Er ist nominell mit 4800 mAh gar nicht übermäßig groß, sorgt aber mit 12 Stunden Laufzeit im Battery Test von PCmark bei 120 Hertz für ein richtig gutes Ergebnis. Im Testzeitraum bestätigte sich das Benchmark-Ergebnis. Wer nicht Dauerzocker ist oder sonstiger Hard-Core-User, sollte bis zum Abend des zweiten Tages ganz gut hinkommen, ohne das Smartphone nachladen zu müssen.

Falls doch, geht das ziemlich schnell. Oppo packt ein Ladegerät mit satten 80 Watt in den Lieferkarton, außerdem ist der Akku des Find X5 auf 2x 2400 mAh aufgeteilt. Als Ergebnis lädt das Smartphone komplett in etwa 40 Minuten – das geht zwar noch schneller, ist aber in Ordnung. Die Ladegeschwindigkeit von 30 Watt kabellos erreicht man nur mit entsprechendem Ladegerät von Oppo. Die günstigsten Qi-Smartphones zum kabellosen Laden haben wir kürzlich hier zusammengefasst.

Das Oppo Find X5 gibt es in Schwarz und Weiß und ausschließlich in der Speicherkonfiguration 8/256 GByte. Die UVP liegt bei 999 Euro.

Beim Oppo Find X 5 hat der Hersteller den Fokus auf die Kamera gelegt und liefert mit neuem KI-Chip und guter Hardware sowie der Hasselblad-Zusammenarbeit sehr ansehnliche Ergebnisse ab, die auch bei Nachtaufnahmen Bestand haben. Ja, ganz an die Spitzenmodelle der Konkurrenz kommt die Kamera im X5 noch nicht heran, die anderen Geräte kosten dann aber auch noch einmal einige hundert Euro mehr. Insgesamt präsentiert sich das „normale“ Find X5 als guter Griff für alle, die hauptsächlich eine gute Kamera mit ansonsten guter, aber nicht zwingend bester Hardware wollen.

So überzeugen Display, Design und Verarbeitung zweifelsfrei, der Akku leitet gute Arbeit und die reine Rechenpower sowie die Speichermenge machen ebenfalls eine gute Figur. Abzüge gibt’s im Detail. So fehlt dem Smartphone eine IP68-Zertifizierung, es gibt keine Speichererweiterung und das Display arbeitet nicht adaptiv. Wer sich auf diese im Alltag kaum auffallenden Nachteile einlassen kann, bekommt ein gutes Smartphone – zumindest, wenn der Preis noch etwas sinkt. Denn den finden wir nach wie vor überhöht, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie bei früheren Modellen.

Wer weniger Geld ausgeben möchte, sollte einen Blick in unsere Bestenlisten bis 300 Euro, bis 400 Euro und bis 500 Euro werfen.

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