TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

OPPO Find x3 Neo
Pro und Contra
  • Design
  • Performance
  • Speicher und RAM
  • nicht wasserdicht
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Überflüssig oder genial: Kuriose China-Gadgets unter 30 Euro

Wann die Apple Watch 7 günstiger wird und was die Alternativen ab 180 Euro taugen

Monitore ab 129 Euro: Darum sollte jeder Monitor USB-C haben

Mini-Handkreissäge und Mini-Kettensäge: Kleine Kraftpakete ab 30 Euro

Das Oppo Find X3 Neo wagt sich mit einer UVP von 800 Euro in eine Nische unterhalb der Oberklasse. Kann das neue China-Smartphone erfolgreich in die Fußstapfen von Xiaomi und OnePlus treten? TechStage geht dieser Frage nach.

Seit dem US-Bann gegen Huawei hat es der einstige Primus aus China nicht mehr leicht. Neben Xiaomi tritt in den letzten Monaten Oppo verstärkt in die Fußstapfen. Hinter der Marke steckt das Unternehmen BBK Electronics, das sich hierzulande bereits durch Marken wie OnePlus, Realme sowie Vivo und eben Oppo einen Namen gemacht hat. Das Oppo Find X3 Neo reiht sich als „kleiner Bruder“ hinter das neue Flaggschiff Oppo Find X3 Pro (Testbericht) ein. Bereits der Vorgänger, das Oppo Find X2 Neo sowie der größere Ableger Oppo Find X2 Pro (Testbericht) wussten als schicke und schlanke Oberklasse-Smartphones zu gefallen. Kann hier das Oppo Find X3 Neo anknüpfen? Wir probieren es aus!

Das Oppo Find X3 Neo macht auf Anhieb einen äußerst hochwertigen und vor allem schlanken Eindruck. Die Rückseite des Mobilgeräts fühlt sich an wie ein Stück raues Papier, das sorgt für eine hohe Griffigkeit und vermittelt festem Halt. Das hat das Gerät einer matten Abdeckung in Schwarz mit grobkörniger Oberfläche zu verdanken. Je nach Lichteinfall geht das Schwarz dezent in Schattierungen von Blau bis Violett über, was den edlen Eindruck unterstreicht. Die Matte Oberfläche hat aber neben der Griffigkeit einen großen Vorteil: Man sieht absolut keine Fingerabdrücke. Beim Mittelklasse-Schnäppchen Oppo A73 5G (Testbericht) mit glänzender Plastikoberfläche war das noch ganz anders.

Die abgerundeten Ränder des Curved Displays mit einer Größe von 6,5 Zoll schmiegen sich angenehm an die Hand, die Rückseite setzt die Formsprache fort. Übergänge zwischen dem Display mit Gorilla Glass 5, dem Rahmen aus Aluminium und der rauen Rückseite verlaufen nahtlos. Die Verarbeitung ist tadellos, Spaltmaße finden sich keine. Lediglich die aufgeklebte Displayschutzfolie spürt man an den Rändern. Diese kann man auch entfernen, dann ist allerdings das Display weniger geschützt. Der Bildschirm füllt die Vorderseite abgesehen von einem sehr schmalen Rand nahezu aus, die Frontkamera ist in einer Punch-Hole-Notch auf der linken Seite eingefasst.

Für den schlanken Eindruck des Oppo Find X3 Neo sorgen die Abmessungen von 160 x 73 x 8 Millimeter mit einem Gewicht von 184 Gramm. Damit ist es etwa so breit wie eine Tafel Schokolade, aber knapp 2 cm kürzer und fast doppelt so schwer. Für ein Android-Smartphone der Oberklasse ist das relativ kompakt. Die Maße entsprechen weitgehend dem Vorgänger-Modell sowie dem OnePlus 8T (Testbericht). Der Konzernbruder weist ohnehin eine größere Ähnlichkeit mit dem Oppo Find X3 Neo auf.

Recht auffällig ist auf der Rückseite das Kamerasystem mit drei großen Linsen inklusive LED-Lichtern und kleiner Makrolinse. Das ragt ein gutes Stück auf der linken Seite heraus und hebt sich optisch mit einer glatten Oberfläche hervor. Etwas störend: Legt man das Oppo Find X3 Neo auf die Rückseite, wackelt es wegen der Ungleichheit recht stark. Die beigelegte transparente Schutzhülle gleicht diesen Effekt aber aus.

Wie schon das Vorgängermodell erreicht das 6,5-Zoll-Display im 16:10-Format eine Auflösung von 2400 x 1080 Pixeln (Full HD+). Das führt zu einer Pixeldichte von über 400 ppi – sprich, das Bild ist ausreichend scharf, einzelne Pixel sind faktisch nicht zu erkennen. Zum Einsatz kommt OLED-Technologie mit einer Bildwiederholrate von 90 Hz. Das sorgt für eine lebendige Farbgebung, hervorragende Schwarzwerte und sehr hohe Kontrasttiefe. Beim Scrollen bleibt das Bild sehr flüssig. In dieser Preisklasse hätten es aber gerne 120 Hz sein können. Das OnePlus 8T (Testbericht) kostet beispielsweise trotz OLED-Display deutlich weniger, bietet aber 120 Hz.

Das Display erreicht eine maximale Helligkeit von 420 cd/m2 im manuellen Modus – im Automatikmodus schafft es sogar fast doppelt so viel. In Verbindung mit der guten Blickwinkelstabilität bleibt der Bildschirm bei direkter Sonneneinstrahlung noch ausreichend ablesbar.

Oppo hat den Sensor der Hauptkamera gemeinsam mit Sony entwickelt. Diese bietet 50 Megapixel, einen optischen Bildstabilisator und eine f/1.8-Blende. Flankiert wird das Kamerasystem von einer Ultraweitwinkelkamera mit 16 Megapixeln und einer Blende von f/2.2, einem Teleobjektiv mit fünffachem Hybrid-Zoom und 13 Megapixel sowie f/2.4und einer Makrokamera mit 2 Megapixel.

Das Kamerasystem sorgt für zufriedenstellende Fotos – auch wenn uns diese nicht vom Hocker reißen. Erfreulich: Die Bildqualität der Weitwinkelaufnahmen liegt bei der Bilddynamik, Farbgebung und Schärfe sehr nah an den Ergebnissen unserer Standardkamera. Die Telekamera bietet einen zweifachen optischen Zoom – für die restliche Vergrößerung erreicht die Linse mit digitaler Unterstützung. Damit gelingen gute und pixelarme Ergebnisse, gerade bei niedrigeren Zoomstufen, die aber nicht mit dem hochpreisigen Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) mithalten können.

Die Kamera des Oppo Find X3 Neo bietet eine Reihe von Zusatzfunktionen, wie HDR, Panoramamodus, Zeitlupe, Zeitraffer oder einen Expertenmodus. Eine spezielle Nachtfunktion sorgt für hellere Bilder bei Dunkelheit – das klappt in einem nahezu dunklem Raum recht ordentlich. Eine KI unterstützt zudem Videoaufnahmen bei Dunkelheit – überzeugen konnte uns dieser Modus aber nicht.

Erstaunlich gut ausgestattet ist die Frontkamera: Diese löst wie beim großen Bruder Oppo Find X3 Pro mit 32 Megapixeln auf – was für gute Ergebnisse mit hoher Bildschärfe und Detailtiefe sorgt. Ein Porträtmodus sorgt für zusätzlichen Feinschliff bei Aufnahmen von Personen.

Die größte Stärke des Oppo Find X3 Neo liegt neben dem schicken und schlanken Design bei den inneren Werten. Als CPU kommt ein sehr flotter Snapdragon 865 zum Einsatz unterstützt von einer Adreno-650-GPU. Die CPU ist zwar nominell nicht so stark wie der Snapdragon 888 aus dem Pro-Modell – einen Unterschied kann man aber nicht feststellen. Die äußerst beeindruckenden Zahlen belegen das: 10.000 Punkte bei PCmark Work 2.0 und 5000 Punkte bei 3DMark Wildlife sind hervorragende Werte, die von nur wenigen Smartphones erreicht werden. Hier hält das Find X3 Neo locker mit der Pro-Version mit.

Die übrige Hardware-Ausstattung lässt ebenfalls wenig Wünsche offen: Der Arbeitsspeicher ist mit 12 GByte üppig ausgestattet. Speicher satt bietet das Smartphone mit 256 GByte ohnehin – zudem kommt hier das schnelle Format UFS 3.1 zum Einsatz. In Sachen Konnektivität unterstützt das Mobilgerät 5G-Netze, Wifi 6 und Bluetooth 5.2 sowie NFC. Als einzige Anschlussmöglichkeit befindet sich ein USB-Type-C-Stecker auf dem Smartphone – dieser unterstützt aber nur maximal USB 2.0. Der Fingerabdrucksensor im unteren Bereich des Frontdisplays entsperrt das Gerät zuverlässig – auch eine Aktivierung über 3D-Gesichtserkennung ist möglich und funktioniert flott.

Einige Features vermissen wir dennoch bei einem Endgerät für über 800 Euro: So ist das Smartphone nur eingeschränkt gegen Wasser geschützt. Es erfüllt nur den IPX4-Standard gegen Spritzwasser. Hier wäre eine IP68-Zertifizierung bei dem Preis wünschenswert. Einen Micro-SD-Slot gibt es nicht – was aber angesichts des großen Speichers nicht wirklich ins Gewicht fällt. Eine zweite SIM-Karte kann ebenfalls nicht genutzt werden.

Als Software kommt bereits Android 11 zum Einsatz, das Sicherheitspatch ist aktuell, zum Testzeitpunkt stammt es vom 5. März 2021. Oppo legt mit ColorOS 11 eine eigene Benutzeroberfläche über das Betriebssystem. Diese nutzt noch die aus früheren Android-Versionen bekannten Steuerungs-Icons am unteren Bildschirmrand ein. Die seit Android 10 bekannten Gestenfunktionen finden keine Verwendung.

Mit einer Kapazität von 4500 mAh ist der Akku solide ausgestattet. Die Laufzeit enttäuscht für ein Gerät in dieser Preisklasse dennoch etwas. Im Battery Test von PCmark schafft das Smartphone bei einer Helligkeit von 200 Candela knapp 9 Stunden. Das ist an sich ein guter Wert – aber eben nichts Außergewöhnliches. Ein Xiaomi Mi 10T Pro (Testbericht) erreicht beispielsweise fast 14 Stunden – allerdings mit einem Akku von 5000 mAh. Dennoch hält das Find X3 Neo damit länger als einen Tag durch.

Viel erfreulicher ist das Laden per Kabel. Dank des starken Netzteils mit 65 Watt ist das Smartphone in knapp 40 Minuten komplett aufgeladen. Kabelloses Laden mittels Qi ist beim Oppo Find X3 Neo aber nicht möglich.

Das Oppo Find X3 Neo kostet derzeit 800 Euro. Zur Auswahl stehen lediglich zwei Varianten, die sich nur in den Farben „Starlight Black“ und „Galactic Silver“ unterscheiden.

Mit dem Find X3 Neo ist Oppo ein hervorragendes Smartphone der unteren Oberklasse gelungen. In Sachen Performance können nur wenige Geräte mithalten. Die Ausstattung bei RAM und Speicher ist grandios, das OLED-Display und die Kamera machen einen guten Job. Design und Haptik des Geräts sind rundum gelungen.

Betrachtet man den Preis von 800 Euro für das Gerät, gibt es auch Schwächen anzusprechen: Eine Bildwiederholrate von 90 Hz, die Auflösung des Displays, fehlendes Qi und mangelnder Schutz gegen Nässe. Der Akku bietet eine gute Laufzeit, setzt aber keine besonderen Maßstäbe.

Eine mögliche Alternative wäre unter anderem das Oppo Find X2 Pro (Testbericht). Es verfügt über den gleichen Prozessor und bietet mehr Features – mittlerweile kostet es ebenfalls um die 800 Euro. Im gleichen Preissegment bewegt sich der Konzernbruder OnePlus 8 Pro (Testbericht). Den kleineren Ableger OnePlus 8T (Testbericht) bekommt man mittlerweile sogar für knapp 500 Euro.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.