Oppo A76 im Test: Dieses Handy für 200 Euro ist ein Minimalist

Oppo A76
Pro und Contra
  • Display mit 90 Hertz
  • tolles Design und gute Verarbeitung
  • lange Akkulaufzeit 
  • nur HD-Auflösung beim Display
  • schwache Kamera ohne Weitwinkel
  • mäßige CPU ohne 5G 
  • 3.5

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Das Oppo A76 bietet schicke Oberklasse-Optik und -Ausdauer für unter 200 Euro, doch nicht alle Komponenten sind so gut gewählt. Wo man Abstriche machen muss und ob das Smartphone dennoch ein guter Kauf ist, zeigt der Test.

Der jüngste Spross der A-Serie von Oppo ist das A76. Die Smartphones dieser Reihe bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wie die Modelle Oppo A74 (Testbericht) oder Oppo A54 (Testbericht) eindrücklich zeigen. Die Geräte beschränken sich dabei auf Basis-Features, gute Akkulaufzeit, verpackt in einem edlen und schlanken Design. In diese Philosophie reiht sich das Oppo A76 in den hart umkämpften Markt der Smartphones bis 200 Euro (Bestenliste) ein. Wie gut das günstige Smartphone wirklich ist und wo Käufer Abstriche machen müssen, zeigen wir in unseren Test.

Das Design ist schnörkellos, elegant und wirkt wie aus einem Guss. Rein optisch erweckt das Oppo A76 den Eindruck, ein edles Oberklasse-Handy vor sich zu haben. Die Rückseite besteht aus Kunststoff, was in dieser Preisklasse üblich ist. Die seidenmatte Oberfläche sorgt dafür, dass Fingerabdrücke nicht so einfach zu sehen sind. Das Kameraelement mit zwei Linsen ragt nur minimal hervor. Das hat den positiven Effekt, dass das Handy kaum wackelt, wenn es auf der Rückseite liegt. Die vordere Kamera für Selfies ist in einer dezenten Punch-Hole-Notch oben links im Display eingelassen.

Die Verarbeitung hinterlässt einen überaus soliden Eindruck. Spaltmaße sind praktisch nicht vorhanden, die Knöpfe bieten einen festen Druckpunkt. Rechts sitzt der Power-Button mit integriertem Fingerabdruckleser, die Lautstärketasten befinden sich auf der linken Seite. Neben dem USB-C-Anschluss auf der Unterseite findet sich dort noch ein Eingang für 3,5-mm-Klinken. Einen IP-Zertifizierung zum Schutz vor Wasser und Staub hat das Oppo A76 nicht – hier ist also Vorsicht angesagt.

Das Oppo A76 liegt gut in der Hand. Das ist dem relativ dünnen Gehäuse mit einer Dicke von knapp 8,4 mm sowie dem für die Größe eher niedrigen Gewicht von 189 g zu verdanken. Kompakt ist es dennoch nicht. Das zeigen die Ausmaße von 164,4 x 75,7 mm. An einhändiges Bedienen ist hier nicht zu denken – kleine Smartphones haben mittlerweile Seltenheitswert. Die wenigen Ausnahmen zeigen wir in unserer Top 10 der Mini-Handys: Die besten kleinen Smartphones.

Das Display sorgt für ein schöne Bilddarstellung. Da fällt es zunächst gar nicht mal auf, dass hier LCD-Technologie mit einem IPS-Panel statt OLED zum Einsatz kommt. Die Kontraste und Farben sind stark ausgeprägt, was für eine lebendige und natürliche Wiedergabe sorgt. Die Bildwiederholfrequenz beträgt bis zu 90 Hertz. Das macht sich beim Scrollen oder bei Spielen durch eine flüssige und geschmeidige Bilddarstellung positiv bemerkbar.

Weniger gelungen ist die Auflösung von 1612 x 720 Pixel (HD+). Damit schafft das Display nicht einmal Full-HD. Sieht man sich etwa Videos genauer an, lassen sich dann Pixel noch gut mit dem Auge erkennen. Eine so niedrige Auflösung halten wir bei einem Smartphone in dieser Preisklasse nicht für mehr zeitgemäß.

Das Display ist dank guter Blickwinkelstabilität ist allen Perspektiven gut zu erkennen. Die maximale Helligkeit beträgt im manuellen Modus 475 cd/m². Die automatische Helligkeit erreicht bei intensiver Lichteinstrahlung Werte von bis zu 560 cd/m². Das ist ordentlich für die Preisklasse, damit setzt das Oppo A76 aber keine besonderen Standards. Alles in allem bleibt das Display im Freien bei gutem Wetter meistens ausreichend gut ablesbar, solange nicht die Sonne direkt aufs Handy scheint.

Einen sehr minimalistischen Ansatz verfolgt Oppo bei der Kamera – man fühlt sich fast ein paar Jahre zurückversetzt. Die Dual-Kamera bietet lediglich eine Hauptobjektiv mit 13 Megapixeln, die von einer 2-Megapixel-Linse für Tiefenschärfe unterstützt wird. Das wäre auch schon alles. Damit verschont uns Oppo immerhin mit schwachen Makroobjektiven, allerdings hätten wir uns schon eine Weitwinkellinse gewünscht. Die vordere Kamera für Selfies bietet 8 Megapixel.

Für gelegentliche Schnappschüsse reicht das noch aus, dennoch offenbart die Hauptkamera Schwächen. Die Farbwiedergabe und Kontraste wirken noch natürlich. Bilddetails sind aber wenig ausgeprägt, die Bildschärfe könnte zudem besser sein. Der digitale Zoom fabriziert jenseits von zweifacher Vergrößerung nur Pixelbrei. Die Tiefenschärfe erzeugt im Porträtmodus gute Ergebnisse. Aufnahmen mit der Selfie-Kamera sehen gut aus, könnten aber eine Spur mehr Bildschärfe vertragen. Anders als bei der Hauptkamera klappt das Bokeh im Porträtmodus allerdings nicht so gut. Hier finden sich Bildfehler rund ums Profil.

Videoaufnahmen sind sowohl mit der Haupt- als auch mit der Frontkamera in Full-HD bei 30 fps möglich. Die Farbgebung und Kontraste wirken natürlich. Mangels Bildstabilisator erscheinen die Videoclips etwas verwackelt.

Als Prozessor kommt der Snapdragon 680 zum Einsatz. Das SoC (System-on-a-Chip) ist für günstige Mittelklasse-Smartphones ausgelegt und kommt ohne 5G-Modem aus, das bedeutet, mit dem Oppo A76 ist unterwegs maximal LTE möglich. Der Snapdragon 680 kommt unter anderem auch beim Xiaomi Redmi Note 11 (Testbericht) und Realme 9 (Testbericht) zum Einsatz. Die CPU nutzt vier Kryo-265-Gold-Kerne (Cortex-A73) mit bis zu 2,4 GHz sowie vier Kryo-265-Silver-Kerne (Cortex-A53) mit 1,8 GHz. Als integrierte GPU dient ein Adreno 610.

Für übermäßige Performance ist der Prozessor nicht bekannt. Im Alltag läuft das Oppo A76 stabil und mit wenig Rucklern. Für Spiele mit aufwendigerer Grafik ist es aber weniger geeignet. Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark erreichten wir im Schnitt knapp 6800 Punkte. Damit ordnet sich das Oppo A76 eher im unteren Drittel unser Tests ein. Interessanterweise konnten das Redmi Note 11 und das Realme 9 mit 7300 und 8100 Punkten deutlich besser abschneiden – trotz der gleichen CPU. Beim Test „Wild Life“ von 3Dmark kamen wir im Schnitt auf knapp unter 400 Punkte – ebenfalls ein eher bescheidener Wert.

Der Arbeitsspeicher beträgt 4 GByte. Der interne Speicher fasst 128 GByte und nutzt den flotten Standard UFS 2.2 – das ist für den Preis ganz ordentlich. Eine Erweiterung über Micro-SD-Karten ist zudem möglich. Der Fingerabdrucksensor macht einen schnellen und verlässlichen Job. Der USB-C-Anschluss unterstützt USB 2.0, daneben findet sich Bluetooth 5.0 und NFC. Durchs WLAN surft man mit dem Oppo A76 maximal mit Wifi-5 – das ist aber nicht ungewöhnlich in dieser Preiskategorie. Mobil ist höchstens LTE drin.

Als Betriebssystem kommt nur Android 11 zum Einsatz, hier hätten wir eigentlich schon Android 12 erwartet. Oppo nutzt als Benutzeroberfläche Color OS, das in Version 11.1 zum Einsatz kommt. Oppo verspricht in der Regel zwei große Android-Updates für seine Geräte und Sicherheitspatches für 3 Jahre. Mit einem Update auf Android 12 und vermutlich noch Version 13 kann also gerechnet werden. Der Sicherheitspatch stammt aus April 2022 und ist somit noch halbwegs aktuell.

Die Kapazität des Akkus fällt mit 5000 mAh sehr üppig aus für ein so schmales Gerät. In Kombination mit dem eher gemächlichen Prozessor sorgt das für eine lange Akkulaufzeit. Beim Battery Test von PCmark erreichten wir bei einer mittleren Helligkeit von 200 cd/m² im simulierten Betrieb eine Laufzeit von knapp 14 Stunden. Damit gehört das Oppo A76 zu den ausdauerndsten Smartphones aus unseren Tests.

Das Netzteil bietet 33 Watt. Das erlaubt schnelle Ladevorgänge, mit denen der Akku in knapp über 1 Stunde aufgeladen ist. Kabellose Laden (Qi) gibt es aber nicht.

Die UVP für das Oppo A76 liegt bei 249 Euro. Das günstigste Angebot liegt bei 197 Euro, bei Saturn und Mediamarkt gibt es das Smartphone derzeit ab 199 Euro. Zur Auswahl stehen zwei Farben: Schwarz („Glowing Black“) und Türkis („Glowing Blue“).

Das Oppo A76 überzeugt bei Design und Verarbeitung. Fast könnte man meinen, ein Smartphone der gehoben Oberklasse vor sich zu haben. Die Akkulaufzeit ist gut, das Display beherrscht zudem 90 Hertz.

Blick man jedoch genauer auf die Hardware, kommen einige Schwächen zutage – die uns etwas ratlos zurücklassen. So beherrscht das LC-Display nur eine HD-Auflösung. Das sollte nicht mehr Standard sein, selbst in dieser Preisklasse. Weniger stört uns mangels Netzabdeckung das Fehlen von 5G, dafür vermissen wir eine Weitwinkellinse. Insgesamt ist die Kamera nicht für mehr als gelegentliche Schnappschüsse zu gebrauchen. Das Oppo A76 bietet im Prinzip für 200 Euro das Nötigste, das man braucht, ohne groß glänzen zu können – außer bei der Optik.

Angesichts der starken Konkurrenz in dieser Preisklasse empfehlen sich neben dem älteren, aber stärkerem Oppo A74 (Testbericht) gleich mehrere Alternativen. Eine bessere Wahl wäre das Xiaomi Redmi Note 11 (Testbericht). Die CPU ist die gleiche, dafür bietet das Handy aber ein OLED-Display mit Full-HD+ und eine Weitwinkellinse. Das gleich teure Motorola Moto G60s (Testbericht) ist einen Ticken schneller, verfügt über ein 50-Watt-Netzteil und sogar ein LCD mit 120 Hz. Weitere gute Alternativen zeigen wir in der Top 10: Die besten Handys 2022 bis 200 Euro.

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