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Oppo A74
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Oppo kann nicht nur teuer wie beim Spitzenmodell Find X3 Pro, sondern auch günstig. Das Oppo A74 soll aber nicht einfach nur wenig kosten, sondern dafür auch noch einiges bieten. TechStage hat das im Test überprüft.

Das Oppo Find X3 Pro (Testbericht) ist zweifelsfrei ein tolles Smartphone, allerdings fanden wir die UVP des Gerätes in Deutschland als deutlich zu hoch angesetzt. Dass der Hersteller auch günstig kann, zeigt er jetzt mit dem A74. Highlights sollen hier OLED-Display, Speicher und Akku sein – alles für inzwischen kaum mehr als 200 Euro. Wir haben im Test überprüft, ob das A74 wirklich so gut ist, wie es auf dem Datenblatt klingt.

Schön dünn und leicht präsentiert sich das Oppo A74. Nur 8 Millimeter misst die Bautiefe des Smartphones, 160 x 74 Millimeter sind für ein moderndes Smartphone vergleichsweise handlich und gerade einmal 175 Gramm erstaunlich leicht. Schick ist es außerdem - wenn man auf spiegelnde Rückseiten aus Kunststoff steht. Während der Werkstoff an sich gerade in der 200-Euro-Riege kein Grund zur Kritik ist, zieht die glänzende Oberfläche Fingerabdrücke geradezu magisch an. Das ist schade, denn je nach Lichteinfall reflektiert das Design sonst Licht todschick von Hellblau bis Dunkellila. Dank der zwar sichtbar hervorstehenden, aber vergleichsweise kleinen Kameraeinheit sieht die Rückseite recht edel aus. Dass auch der Rahmen aus Kunststoff besteht, dürfte bei dem Preis klar sein.

Die Verarbeitung ist immerhin vortrefflich. Übergänge von Front zur Rückseite verlaufen ausreichend fließend, scharfkantig ist bestenfalls die Schutzfolie, die ab Werk auf dem Screen aufgebracht ist. Der kommt mit ausreichend schmalen Rändern zum Kunden, nur an der Unterseite ist das “Kinn” etwas zu dick geraten. Lautstärke- und Powertaste sind perfekt in den Rahmen eingelassen und weisen hervorragende Druckpunkte und knackigen Tastenhub auf. So macht günstig Spaß.

200 Euro gleich LCD? Nicht beim Oppo A74. Hier kommt ein OLED-Screen zum Einsatz, der bei Bildschärfe (2400 x 1080Pixel auf 6,4 Zoll), Farbintensität, Schwarzwert und sogar der Helligkeit punktet. Satte 720 cd/m2 konnten wir im Automatikmodus messen, das schaffen sonst meist nur deutlich teurere Smartphones. Hinzu kommt eine tolle Blickwinkelstabilität, die zusammen mit der Leuchtkraft auch im Sommer draußen kaum Probleme mit der Ablesbarkeit bereitet. Ein Always-on-Display informiert den Nutzer über verpasste Anrufe und Nachrichten, sowie typische Elemente wie Uhrzeit, Datum und Akkulaufzeit. Einziges Manko: Mehr als 60 Hertz bietet der Screen nicht – schade.

Bei der Kamera stellt sich schnell wieder Ernüchterung ein. Die Hauptkamera klingt mit ihren 48 Megapixel und lichtstarker f/1.7-Blende gar nicht übel, allerdings kombiniert Oppo diese beim A74 wie so oft mit zwei Alibikameras: Tiefen- und Makrosensor mit je 2 Megapixel, die im Alltag keine Rolle spielen, weil sie überflüssig sind und/oder keine ausreichende Qualität bieten. Bei gutem Licht reicht die Hauptkamera für Schnappschüsse locker. Die sehen bei gutem Tageslicht sogar recht ordentlich aus. Bilddynamik und Farbwiedergabe sind passabel, die Bildschärfe geht in Ordnung. Die Aufnahmen wirken sehr lebendig.

Das ändert sich allerdings schnell bei schwindendem Licht, schon früh muss man auf den Nachtmodus zurückgreifen, der insgesamt nicht voll überzeugt, auch wenn er noch zur Preisklasse passt. Was wir vermissen: Wenigstens ein Weitwinkelobjektiv wäre in dieser Preisklasse schön gewesen, von einem optischen Teleobjektiv ganz zu schweigen - das gibt es aber erst in teureren Modellen. Wer so etwas sucht, sollte in unsere Top 10 der günstigsten Smartphones mit Weitwinkel und optischem Teleobjektiv schauen. Die Selfiecam macht bei gutem Licht ausreichend scharfe Bilder mit 16 Megapixel.

Der Snapdragon 662 im Oppo A74 ist nicht der Schnellste, aber das kann man in der 200-Euro-Klasse auch nicht erwarten. Im Alltag reicht die Leistung, um weitestgehend ruckelfreie Bedienung zu gewährleisten. Allerdings passiert es immer wieder, dass das Smartphone etwas träge reagiert und Ladezeiten sind auch länger als bei Geräten mit schnellerem Chipsatz. Spiele laufen dennoch ganz ordentlich, sofern man die Grafik herunterschraubt und nicht unbedingt AAA-Titel zockt. Die Benchmark-Ergebnisse bestätigen unseren Eindruck nur zum Teil: 7500 Punkte in Work 3.0 von PCmark sind gar nicht übel, 380 Punkte in 3Dmarks Wildlife hingegen wenig überzeugend.

Auf der Ausstattungsseite gibt es sonst kaum etwas zu meckern – bis auf fehlendes NFC. Bezahlen per Google Pay lässt es sich daher mit dem Oppo A74 nicht. 5G fehlt ebenfalls, das ist in Deutschland aber derzeit noch kein Problem. Dafür ist das Speicherangebot gut: 6 GByte RAM und 128 GByte interner UFS-Speicher sind in dieser Preisklasse immer noch kein Standard. Der Monolautsprecher ist eher auf mittlere und höhere Töne ausgelegt und klingt etwas dünn. Dafür ist der Fingerabdrucksensor im Display ausreichend flott und zuverlässig. Android 11 ist installiert, darüber ColorOS 11.1. Der Sicherheits-Patch stammt von April 2021 und ist damit noch ausreichend aktuell.

Der 5000 mAh große Akku des Oppo A74 lädt mit dem mitgelieferten 33-Watt-Netzteil in unter 1,5 Stunden komplett voll. Anschließend hält der Akku gut 2 Tage bei normaler Nutzung. Im Battery Test von PCmark kommt das Gerät auf rund 13,5 Stunden. Kabellos lädt das Gerät nicht.

Die UVP des Oppo A74 liegt bei 249 Euro, zu haben ist es inzwischen schon für rund 210 Euro. Speichervarianten gibt es nicht, als Farben stehen Blau und Schwarz zur Wahl.

Wer zum Smartphone einen passenden Mobilfunktarif sucht, findet im Tarifrechner von heise vielleicht einen passenden Vertrag. Neben Netzanbieter und Datenvolumen kann man hier auch beispielsweise nach Vertragslaufzeit oder 5G filtern.

Schickes Design, tolles OLED-Display, viel Speicher und ein guter Akku – das ist das Rezept, mit dem Oppo beim A74 Kunden gewinnen will. Es geht auf – sofern man auf 5G und NFC verzichten kann. Die Kamera ist zumindest bei gutem Licht ordentlich, allerdings fehlt für den aufgerufenen Preis zumindest ein Weitwinkelobjektiv. Der Chipsatz könnte allerdings etwas schneller sein, auch wenn er im Alltag ausreicht. Insgesamt ist der größte Kritikpunkt – und das wird bei Oppo langsam zur Gewohnheit – mal wieder der Preis. Der ist zwar nicht schlecht, bei der Konkurrenz bekommen Käufer aber für weniger Geld bisweilen sogar mehr geboten. Da wäre etwa das Xiaomi Poco M3 Pro (Testbericht), das Realme 8 (Testbericht) oder das Xiaomi Redmi Note 10 (Testbericht).

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