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Oppo A73 5G
Pro und Contra
  • Schickes Design
  • großer Speicher
  • starke Performance
  • Kunststoff
  • 4.5
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Das Oppo A73 5G bringt nicht nur namensgebenden 5G-Funk für wenig Geld, sondern darüber hinaus auch viel Speicher und einen starken Chipsatz. Wir testen, ob das Gerät im Alltag so gut wie auf dem Papier ist.

Drei Modelle hat Oppo auf den deutschen Markt gebracht: Das Oppo Reno 4 Pro (Testbericht) für die Oberklasse, das Oppo A53s für den kleinen Geldbeutel und das Oppo A73 5G, das in der Mittelklasse positioniert ist. Für einen Neuling auf dem deutschen Markt macht Oppo beim A73 5G auf den ersten Blick einiges besser als beim Reno 4 Pro: nämlich den Preis in Relation zum angebotenen Leistungspaket. Denn das Mittelklasse-Smartphone bietet nicht nur 5G, sondern auch eine Menge Speicher und einen modernen, flotten Chipsatz. Auf dem Papier klingt das hervorragend – hält das Gerät den Erwartungen im Test stand?

Eines fällt bei unserem Testgerät sofort auf: die Farbgebung. Zwar gibt es das Oppo A73 5G auch in gemäßigten Farben, uns hat der Hersteller aber das schlicht “Neon” genannte Farbmuster zugeschickt – und das sticht einfach aus der Masse der einfarbigen, oftmals dunklen Smartphones am Markt heraus. Denn die Rückseite changiert von Bordeaux über Lila bis hin zu Türkis und Aquamarin in einem satten Farbverlauf um unteren zum oberen Bereich. Auch der Rahmen ist in dieses Farbspiel mit einbezogen und auch die seitlichen Tasten sind links anders als rechts eingefärbt - eben passen zur an der entsprechenden Stelle gerade vorherrschenden Farbgebung. Lediglich die obere der beiden links angebrachten Lautstärketasten fällt da etwas heraus, denn genau genommen geht der Farbverlauf dort schon ins grünlich-blaue über, die beiden Drücker sind aber im gleichen rötlichen Ton gehalten. Das ist aber Meckern auf sehr hohem Niveau, das Oppo A73 5G ist insgesamt auf den ersten Blick abwechslungsreich und schick.

Schade nur, dass als Material für Rahmen und Rückseite ausschließlich Kunststoff zum Einsatz kommt – das machen manche Konkurrenten auch in der 300-Euro-Klasse besser. Das merkt man aber erst, wenn man das Modell in die Hand nimmt. Aus rein optischen Gesichtspunkten ist das bei dem schicken Oppo-Smartphone kein Nachteil. Im Gegenteil: Die glänzende Oberfläche der Kunststoffrückseite teilt sich die gleichen Probleme wie Glas, nämlich Fingerabdrücke. Die zieht das Oppo-Modell nämlich ebenfalls recht stark an, sodass regelmäßiges Putzen nötig ist. Oder der Nutzer greift gleich zur transparenten Schutzhülle, die dem Lieferkarton beiliegt. Das nimmt dem Gerät zwar auch einen kleinen Teil seiner schicken Farbverlaufsoptik, dafür fühlt man anschließend auch keinen Unterschied mehr zu einem Glas-Smartphone in Schutzhülle.

Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Die Verarbeitung ist vorbildlich, die Hardware-Buttons sind wackelfrei in den Rahmen eingelassen und lassen sich sehr gut bedienen. Unregelmäßige Spaltmaße gibt es ebenfalls nicht und stabil genug wirkt das Smartphone ebenfalls. Mäßige Verwindungsversuche entlocken ihm keinerlei Geräusche. Handlich ist das Oppo A73 5G ebenfalls, scharfe Kanten spürt man nirgends. Den vergleichsweise niedrigen Verkaufspreis sieht man bestenfalls auf der Front, hier fallen die Ränder rings um den Screen zwar als angemessen, aber eben doch breiter als bei teureren Modellen auf. Besonders unterhalb des Screens. Dank Punchhole-Notch wirkt das Gerät trotzdem ausreichend modern. Das liegt unter anderem auch an den nur knapp 8 Millimetern Bautiefe.

6,5 Zoll bietet das IPS-LCD des Oppo A73 5G, es hat dabei eine Auflösung von 2400 x 1080 Pixel. Die Darstellung ist dank knapp über 400 ppi (Pixel pro Zoll) angenehm scharf, auch die Kontraste fallen ordentlich aus. Farben werden ausreichend natürlich dargestellt. Die Blickwinkelstabilität fällt ebenfalls gut aus, Inhalte werden mit zunehmend flachem Winkel zwar leicht dunkler, Farben werden aber kaum verfälscht.

Dass es dennoch im Freien zu leichten Problemen mit der Ablesbarkeit kommen kann, liegt an der Helligkeit und den typischen Reflexionen der Display-Oberfläche. Die Helligkeit ist im manuellen Modus mit 430 cd/m² in dieser Preisklasse angemessen hoch. Insgesamt empfiehlt sich allerdings der Automatikmodus vor allem draußen, bei dem wir eine maximale Helligkeit von knapp 500 cd/m² gemessen haben. Dank der Bildwiederhoungsfrequenz von 90 Hertz sehen bewegte Inhalte schön flüssig aus, die Konkurrenz, etwa das Xiaomi Poco X3 NFC (Testbericht), bietet hier – gerade bei LCD – auch bisweilen 120 Hertz.

Drei Kameras hat das Oppo A73 5G: Die Hauptkamera bietet 16 Megapixel mit f/2.2-Blende, Weitwinkel mit 8 Megapixel und f/2.2 sowie einen Tiefensensor mit 2 Megapixel. Das klingt insgesamt recht ernüchternd, schließlich liefern Topmodelle wie ein Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) inzwischen Kameras mit bis zu 108 Megapixel – da kann ja die Einfach-Optik mit 16 oder gar nur 8 Megapixel eigentlich nichts taugen, oder?

An das erwähnte Spitzenphone kommt die Kamera des Oppo A73 natürlich nicht heran, das S21 Ultra ist aber auch mal eben mehr als dreimal so teuer. In seiner Preisklasse ist das Oppo-Modell hingegen durchaus konkurrenzfähig. Der Hersteller zaubert aus den wenigen Megapixel erstaunlich scharfe und detailreiche Bilder, die auch in den Punkten Bilddynamik und Bildrauschen überzeugen, solange das Licht stimmt. Das ist erstaunlich und zeigt erneut, dass heute für gute Bilder Software wichtiger ist als Hardware. Der Weitwinkel kommt wie fast bei jedem Smartphone qualitativ nicht an die Hauptkamera heran, den größten Unterschied gibt es bei der Bildschärfe, aber auch die Dynamik ist schwächer ausgeprägt. Dafür wirkt die Farbwiedergabe sogar noch einen Tick natürlicher. Eine weitere Überraschung: Digitalzoom sieht beim Oppo A73 5G erstaunlich gut aus – zumindest die zweifache Vergrößerung. Hier gibt es erst bei sehr genauem Hinsehen Unterschiede zur unvergrößerten Aufnahme. Bei 5-Fach-Zoom ist hingegen auch der offensichtlich gute Algorithmus von Oppo an seiner Leistungsgrenze, hier ist der Schärfeverlust dann deutlich.

Bei schwachem Licht macht das bunte Mittelklasse-Smartphone in seiner Preis-Range immer noch ausreichend ordentliche Bilder, der Abstand zu deutlich teureren Phones macht sich aber wie immer genau bei Lowlight-Fotografie besonders bemerkbar. Der Nachtmodus bringt nur mäßigen Schärfezuwachs, er verbessert eher Weißabgleich und Farben. Die Frontkamera leistet ordentliche Arbeit – ebenfalls in erster Linie bei gutem Licht. Videos haben uns nicht überzeugt. Zwar ist die reine Darstellungsqualität bei der Maximalauflösung von 4K/30 zwar durchaus brauchbar, wegen der niedrigen Bildanzahl sehen Schwenks aber schnell unscharf aus und die Bildstabilisierung kann nicht überzeugen. Zooms im Video sind möglich.

Oppo setzt beim A73 5G auf einen recht neuen Chipsatz von Mediatek. Der Dimensity 720 taktet sowohl bei seinen vier schnellen als auch bei seinen vier Stromsparkernen mit bis zu 2 GHz, der Chipsatz wird in 7-nm-Strukturbreite gefertigt. In Benchmarks zeigt sich, dass der Chip bei der CPU-Leistung grob auf Augenhöhe mit einem Snapdragon 730 liegt, bei der reinen GPU-Leistung darunter. Das ist dennoch beeindruckend: Leistung der oberen Mittelklasse zum Preis eines Smartphones der unteren Mittelklasse.

Im Alltag schlägt sich das Oppo A73 entsprechend ordentlich, Hakler oder Gedenksekunden sucht man vergeblich. Unterschiede werden erst bei Spielen und großen Apps spürbar. In Spielen geht dem Chipsatz schneller die Puste aus, als einem Snapdragon 765G oder gar 865 oder 888 – solche Chips sind aber auch erst in teureren Modellen zu finden. In PCmark Work 2.0 kommt das Oppo-Smartphone auf rund 7400 Punkte – das ist in Ordnung, Modelle wie ein Motorola Moto G 5G (Testbericht) liegen dank des angesprochenen Snapdragon 765G mit rund 8700 Punkte klar darüber, aber auch Smartphones mit nominell schwächeren Chips wie ein Oneplus Nord N10 5G (Testbericht) mit Snapdragon 690 liegen mit etwa 8000 Punkten vorne. Dafür liegt das Oppo A73 in 3DMark Wildlife mit etwa 1200 Punkten wieder vorn, das angesprochene Oneplus-Modell kommt hier nur auf rund 800 Punkte.

Bei der restlichen Ausstattung ist vor allem der Speicher beeindruckend: 8 GByte RAM und 128 GByte interner Speicher sucht man in dieser Preisklasse meist vergeblich. Oppo setzt auf UFS-2.1-Speicher, im PCmark-Storage-Test bewegt sich die Geschwindigkeit bestenfalls im Mittelfeld. So oder so: 128 GByte Speicher sind klasse, weniger als zumindest 64 GByte hätte es aber auch nicht sein dürfen. Denn eine Erweiterungsmöglichkeit gibt es nicht, immerhin schluckt das Gerät aber zwei SIM-Karten. Eine davon lässt sich dann mit 5G nutzen, die andere wie üblich nur mit LTE. Der Rest der Ausstattung ist dem Preis angemessen. Es ist alles Wesentliche mit dabei, WiFi-6 fehlt hingegen. Der seitlich im Power-Knopf untergebrachte Fingerabdrucksensor funktioniert sehr schnell und gut, der Monolautsprecher ist kräftig und übersteuert nicht.

Bei der Software setzt Oppo auf Android 10 und sein eigenes ColorOS. Android 10 ist etwas schade – schließlich steht Android 12 vor der Tür und immer mehr Modelle haben immerhin die 11te Version. Dafür überzeugt ColorOS mit nur dezenten Anpassungen, die sich auf den ersten Blick eher auf optische Änderungen beschränken, im Detail dann aber doch nützliche Zusatzfunktionen offenbart. Dazu gehört etwa eine Dreifinger-Geste, mittels derer sich das Display einfach mit zwei Apps gleichzeitig belegen lässt für echtes Multitasking. Der Sicherheits-Patch unseres Testmodells stammte von Januar und ist damit aktuell.

4040 mAh leistet der Akku des Oppo A73 5G, das ist in Ordnung. Vor allem, weil der gespeicherte Strom gut genutzt wird: rund 12,5 Stunden hält das Gerät bei Voreinstellung in PCmark Battery Test durch, das ist gut. Zwei Tage normale Nutzung sind entsprechend kein Problem, Wenignutzer kommen sogar noch länger ohne Steckdose aus und selbst Hard-Core-User sollten über einen Tag kommen. Anschließend lädt das Gerät mit 18 Watt wieder auf, was mit knapp 2 Stunden allerdings nicht sonderlich schnell geht. Das Fehlen von kabellosem Laden wird in dieser Preisklasse aktuell niemand ernsthaft kritisieren.

Das Oppo A73 5G kostet in der UVP des Herstellers knapp 300 Euro, inzwischen ist der Preis schon deutlich gesunken. Zur Wahl stehen lediglich zwei Farbvarianten: Neon wie beim Testgerät und Navy Black – ein schwarzblauer Farbton. Andere Speicherversionen gibt es nicht.

Das Oppo Reno 4 Pro (Testbericht) hat uns schon überzeugt, nur der vom Hersteller aufgerufene Preis nicht. Das ist bei Oppos Mittelklasse A73 5G anders: Selbst für die verlangten 300 Euro ist das Paket gut. Das fängt beim schicken Design mit dem auffälligen Farbverlauf an, geht über das gute LCD mit 90 Hertz, weiter zum riesigen Speicher mit 8/128 GByte, die ordentliche Kamera, die starke Akkuleistung und den kräftigen Chipsatz – das ist einfach gut und bietet wenig Raum für Kritik. Erst recht nicht für die aktuell noch rund 240 Euro auf dem freien Markt.

Sehr pedantische Zeitgenossen werden sich vielleicht am Kunststoff des Gehäuses, den “nur” 90 Hertz des Screens, Android 10 oder der fehlenden Speichererweiterungsmöglichkeit stoßen. Das stimmt für sich gesehen auch, unterm Strich bietet das Oppo 73 5G aber dennoch ein richtig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, das nur von wenigen Konkurrenten geschlagen wird. Ähnlich gut sind Modelle wie Xiaomi Poco X3 NFC (Testbericht) oder Xiaomi Mi 10T Lite 5G (Testbericht).

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