Oppo A16s im Test: Starker Akku und hübsches Design für 140 Euro

Oppo A16s
Pro und Contra
  • schickes Design
  • ausdauernder Akku
  • endlich günstig (für Oppo)
  • nur 720p
  • Kamera eher einfach
  • nicht gerade schnell
  • 3.5

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Oppo war bislang nicht unbedingt für niedrige Preise bekannt, mit dem Oppo A16s könnte sich das aber endlich ändern. Wir haben das Einsteiger-Smartphone im Test überprüft.

Oppo und günstig – das war bislang in Deutschland Fehlanzeige. Das hat uns bei Modellen wie Find X3 Pro (Testbericht) oder Reno 4Z 5G (Tatbericht) immer gewundert, schließlich hätten wir von einem Unternehmen, das neu in einen Markt startet, eigentlich auffallend günstige Preise erwartet. Beim Oppo A16s könnte es damit erstmals was werden, denn für das Modell verlangt Oppo rund 180 Euro in der UVP. Dafür gibt es einen starken Akku mit 5.000 mAh, 64 GByte Speicher und schickes Design. Reicht das?

Glas und Metall sucht man beim Einsteigermodell Oppo A16s vergeblich, aber das Gerät sieht trotzdem schick aus. Möglich macht das eine Mischung aus schlankem Gehäuse und hübscher Farbgestaltung, die den schnöden Kunststoff zumindest auf den ersten Blick vergessen macht. Außerdem ist dieser Werkstoff in der Preisklasse unter 200 Euro ohnehin kaum ein Problem, nur von teureren Modellen erwartet man mehr. Die Rückseite kommt mit einer interessanten Mischung aus Glanz und matter Oberfläche. Je nach Lichteinfall zaubert sie hübsche Reflexionen auf das sanfte Hellblau unseres Testmodells. Die schwarze Kameraeinheit mit drei Linsen steht leicht hervor, wirkt aber insgesamt eher sachlich als extrovertiert.

Das A16s liegt mit 190 Gramm Gewicht und leichten Rundungen auf der Rückseite ausreichend gut in der Hand, die 8,4 Millimeter Bautiefe sind für ein günstiges Handy beinahe schon vorbildlich. Etwas störend ist wie so oft die an den Kanten scharfkantige Schutzfolie auf dem von Panda- statt Gorilla-Glas geschützen Display, die sorgt aber im Gegenzug für mehr Widerstandsfähigkeit gegen Kratzer. Auf der Front sieht man außerdem den niedrigen Preis des Smartphones: Der Rand um den beleuchteten Screen ist verhältnismäßig breit, die Frontkamera ist nur in einer Tropfen-Notch untergebracht. Besonders unterhalb des Panels fällt ein breiter schwarzer Balken auf – das wirkt wenig hochwertig, ist aber in dieser Preisklasse weitestgehend normal. Die Verarbeitung ist vorbildlich. Tasten lassen sich präzise bedienen und trotz der nahezu ausschließlichen Verwendung von Kunststoff wirkt das Modell ausreichend robust. Es verfügt über Schutz gegen Staub und Wasser gemäß IP54.

Beim Display des Oppo A16s gibt es den ersten Rückschlag: 720p halten wir einfach nicht mehr für zeitgemäß, zumindest nicht in Smartphones über 130 Euro. Verteilt auf die 6,5 Zoll des Gerätes ergibt dies eine Pixeldichte von knapp 270 ppi – das ist nicht übermäßig viel. Tatsächlich sieht man das aber erst bei genauerem Hinschauen, technisch leistet das Panel gute Arbeit. Kontraste und Farben sind abgesehen von einer etwas kühlen Einstellung gerade in Hinblick auf den niedrigen Preis ordentlich, das gilt auch für die Blickwinkelstabilität. Die Helligkeit haben wir mit knapp 550 cd/m² gemessen, das schafft manch teures Modell nicht. Mehr als 60 Hertz Bildwiederholungsfrequenz gibt es nicht. Im Alltag ist der Screen des A16s absolut ausreichend und für die Preisklasse sogar gut.

Bei der Kamera macht Oppo optisch auf dicke Hose mit seinen drei Objektiven, davon sollte sich aber niemand blenden lassen. Tatsächlich muss die Hauptkamera mit 13 Megapixel und einer Blende von f/2.2 auskommen, sie wird von Tiefensensor und Makroobjektiv mit je 2 Megapixel flankiert. Im Alltag sind die beiden Letztgenannten kaum nutzbar. Die Kamera vorn knipst Bilder mit 8 Megapixel.

Einsatzzweck sind Aufnahmen bei gutem Licht, also draußen und am Tag. Denn dann schießen Haupt- und Selfiekamera ausreichend gute Bilder, auch wenn trotz Auto-HDR die Bilddynamik nicht immer voll auf der Höhe ist und Details mangels Bildschärfe schnell verloren gehen. Farben werden bisweilen zu stark betont und Bildrauschen tritt je nach Situation sichtbar auf. Bei abnehmendem Licht verstärken sich diese Negativeigenschaften zunehmend. Damit bildet die Kamera des Oppo A16s keine Ausnahme im unteren Preissegment. Wer bessere Kameraqualität will, sollte rund 150 Euro mehr ausgeben. Los geht’s in unserer Top 10 der günstigsten Smartphones mit Teleobjektiv und Weitwinkel ab 379 Euro.

Oppo geht den typischen Weg im unteren Preissegment und baut einen Medatek-Chipsatz ein. Das wäre kein Problem, wenn es sich dabei um ein modernes Exemplar handelte – von den aktuellen Dimensity-Chipsätzen sind wir angetan. Allerdings setzt der Hersteller hier noch auf einen Helio G35 in Kombination mit 4 GByte RAM, das spricht nicht gerade für Spitzenleistung und auch für Effizienz sind die älteren Mediatek-Modelle nicht unbedingt bekannt. Im PCmark Work 3.0 erreicht das Oppo A16s knapp daher nur 5300 Punkte, in 3Dmark Wild Life sind es sogar nur 400. Wer zocken will, ist hier falsch – wie grundsätzlich bei allen Einsteigermodellen, solange es mehr als Angry Birds sein soll.

Im Alltag profitiert der vergleichsweise schwache Chip von der niedrigen Pixelzahl, die er berechnend durch die Gegend schubsen muss. Dadurch wirkt das Oppo A16s meist nicht übermäßig träge und nimmt sich normalerweise auch keine Gedenksekunden. Im Zusammenspiel mit dem 60-Hertz-Display wird hier aber auch niemand in Jubelschreie ausbrechen – schnell geht anders. Insgesamt ist das A16s ein solides Einsteigermodell, solange man keine zu hohen Ansprüche hat. Technisch ist alles da, allerdings abgespeckt. So gibt es LTE statt 5G, Wi-Fi 5 statt 6 und USB-C 2.0 statt schnellerer Verbindung. Selbst NFC ist an Bord – das ist übrigens auch der einzige Unterschied zum Oppo A16 ohne S-Zusatz. Der Fingerabdrucksensor im Powerbutton au der rechten Seite arbeitet schnell und zuverlässig, die Nutzung des Monolautsprechers sollte besser auf Klingeltöne und Nachrichten-Sounds beschränkt bleiben.

Lobenswert: Oppo stattet das A16s mit Android 11 aus, darüber liegt ColorOS 11.1. Störend fanden wir hingegen den veralteten Sicherheits-Patch von August sowie die Zusammenarbeit mit Vodafone: Die wollte uns beim Einrichten des Gerätes unbedingt diverse vom Netzbetreiber „empfohlene“ Apps in den Speicher drücken – wir nennen das Spam oder auch Bloatware.

5000 mAh sind eine Ansage für ein günstiges und noch dazu recht dünnes Smartphone. Und sie versprechen ordentliche Ausdauer. Tatsächlich kommt das Gerät im Battery Test von PCmark auf rund 12,5 Stunden und liegt damit auf Augenhöhe mit anderen 5000-mAh-Kalibern wie einem Xiaomi Poco M3 Pro (Testbericht) – das allerdings 90 Hertz bietet. Rund 2 Tage normale Nutzung sind in beiden Fällen drin. Nachladen mit dem langsamen 10-Watt-Netzteil dauert fast 2 Stunden.

Das Oppo A16s gibt es in den Farben Schwarz und Blau, andere Speicherkonfigurationen stehen nicht zur Wahl.

Endlich gibt es mal ein günstiges Oppo-Smartphone – und dann gibt es kaum Gründe, es zu kaufen. Am meisten sprechend schickes Design und ein relativ ausdauernder Akku für das Modell. Das Display ist grundsätzlich auch nicht übel, hätte aber mehr Auflösung vertragen können. Der Speicher ist für den aufgerufenen Preis passabel, der Chipsatz hätte hingegen ruhig wieder moderner und dadurch stärker und effizienter sein sollen. Insgesamt ergibt sich also ein zwiespältiges Bild: So richtig falsch macht man mit einem Kauf nichts, hauptsächlich mit dem schwarzen Modell, das zum Testzeitpunkt für rund 140 Euro zu haben war. Übermäßig viel richtig aber auch nicht – denn dafür gibt es einfach zu viel bessere Konkurrenz. Beispiele sind etwa Poco M3 Pro (Testbericht), Xiaomi Redmi 9 (Testbericht), Realme 8 (Testbericht) oder ein Xiaomi Redmi 9T (Testbericht).

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