Oneplus Nord CE 2 im Test: 90-Hz-OLED und starker Akku für 350 Euro

Oneplus Nord CE 2
Pro und Contra
  • schick und erstaunlich hochwertig
  • tolles Display, viel Speicher und genug Power
  • ausdauernder Akku
  • wenig Veränderung zum Vorgänger
  • viel zu viel Oppo im Oneplus
  • 4.0

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Die Nord-Serie von Oneplus startete seinerzeit das Comeback des Flagship-Killers – wenn auch im Mittelklasse-Gewand. Inzwischen gehört Oneplus zu Oppo - wie viel Oneplus steckt noch im neuen Nord CE 2?

Das Oneplus Nord (Testbericht) markierte 2020 eine Wende beim jungen Hersteller. Denn während der immer mehr in Richtung Highend mit entsprechenden Preisen ging und das technisch auch richtig gut machte, verlor er dabei nach und nach seine ursprüngliche DNA. Denn eigentlich standen die selbsternannten Flagship-Killer im Zeichen von viel Technik für wenig Geld, so machte sich Oneplus einen Namen, schuf so seine Fanbase.

Zwei Jahre später ist Oneplus von Oppo aufgekauft worden, sieht aus wie Oppo und macht das gleiche wie Oppo. Beispiel gefällig? Bitteschön: Das neue Oneplus Nord 2 CE ist technisch fast identisch mit dem Oppo Find X5 Lite und sieht aus wie ein Oppo Find X3 Pro (Testbericht). Was ist da noch von Oneplus übrig? Wir finden es im Test heraus.

Eine Übersicht an guten Schutzhüllen und Displayschutz zum Oneplus Nord CE 2 haben wir an anderer Stelle zusammengestellt.

Schick sieht es aus, das Oneplus Nord CE 2. Eben wie ein bereits erwähntes Oppo Find X3 Pro, das zum Marktstart extrem teuer war und immer noch über 700 Euro kostet. Vor allem die Rückseite mit den sanften Übergängen zur hervorstehenden Kameraeinheit erinnert stark an das Oppo-Modell, auch wenn sie beim CE-Modell aus Kunststoff besteht. Der Inhalt des Kamerabuckels ist natürlich auf weniger Linsen beschränkt – kein Wunder bei dem Preisunterschied. Übernommen wurde bei unserem Testgerät hingegen die stark spiegelnde Rückseite mit erstaunlich elegant wirkendem Look auf der Haben- und enormer Anfälligkeit für Fingerabdrücke auf der Gegenseite. Die beiliegende Schutzhülle sorgt hier für Abhilfe, alternativ die blaue Farbe, in der das Modell ebenfalls erhältlich ist. Sie bietet eine matte Oberfläche.

Der Rahmen verbindet ebenfalls glänzend und sanft gerundet Front und Rückseite und obwohl auch hier alles aus Kunststoff besteht, wirkt das Smartphone nicht nur schick, sondern auch durchaus hochwertig. Die generell hohe Verarbeitungsqualität trägt ihren Teil dazu bei, auch wenn bei unserem Testgerät der Powerbutton auf der rechten Seite etwas locker sitzt. Die Front zeigt mehr als die Rückseite, dass es sich hier nicht um ein 800-Euro-Smartphone handelt. Zwar sind die Rahmen über und neben dem Display ausreichend dünn und die Frontkamera sitzt in einer kleinen Punchhole-Notch, unter dem Display zeigt sich allerdings ein deutlich breiterer Rand. Schlimm ist das aber nicht. Schutz vor Staub und Wasser hat das Oneplus Nord CE 2 nicht zu bieten, ebenso wenig den Oneplus-typischen Alert-Slider. Mit nur 173 Gramm und den Rundungen der Rückseite liegt das Gerät angenehm in der Hand.

Beim Display hat sich auf dem Papier im Vergleich zum Vorgänger Oneplus Nord CE (Testbericht) nur wenig getan. Oneplus setzt wieder auf ein 6,4 Zoll großes OLED-Display mit 90 Hz, die Auflösung ist mit 2400 x 1080 gleichgeblieben. Neu ist die HDR10+-Unterstützung, mit dem der Screen stellenweise besonders hell werden können sollte. Erstaunlicherweise kommen wir nicht mehr auf die hohe Helligkeit des Vorgängers, stattdessen konnten wir nur noch 620 cd/m² im Automatikmodus messen. Schlecht ist das nicht, mit der neuen HDR-Unterstützung würde man allerdings noch höhere maximale Helligkeit vermuten, nicht weniger. Im Alltag reicht das aber absolut aus. Farben, Blickwinkel, Kontraste – alles wie gewohnt gut dank OLED, zudem gibt es viele Einstellungsmöglichkeiten und ein konfigurierbares Always-on-Display.

Auch bei der Kamera gibt es auf dem Papier kaum Unterschiede. So setzt Oneplus wieder auf eine Hauptkamera mit 64 Megapixel und f/1.79, hinzu kommt eine Weitwinkelkamera mit 8 Megapixel und f/2.2. Statt des Tiefensensors baut Oneplus jetzt aber ein Makroobjektiv mit 2 Megapixel ein – eine unsinnige Entscheidung in unseren Augen, da die Qualität solcher Linsen nicht einmal für Schnappschüsse reicht. Das ist übrigens auch der größte Unterschied zum Oppo Find X5 lite: Die Konzernmutter verwendet ein Makroobjektiv mit 8 Megapixel – hier besteht immerhin die Chance, brauchbare Aufnahmen damit zu erstellen. Auch bei der Frontkamera gibt es Unterschiede: Oneplus setzt auf eine Optik mit 16 Megapixel, Oppo auf 32 Megapixel.

Die Hauptkamera knipst dank Pixel Binning Fotos mit 16 Megapixel, die bei Tageslicht nach wie vor tolle Ergebnisse liefert. Die Bilder sind für die Preisklasse scharf und detailliert, zeigen kaum Bildrauschen und eine ordentliche Bilddynamik. Farben werden meist recht natürlich in den Speicher gebannt. Noch schärfer und detaillierter werden Fotos in vollen 64 Megapixel, die sind dann aber beim Speicherplatz deutlich größer und ordentliche Qualität gibt es nur bei gutem Licht. Das gilt erst recht beim Weitwinkel, der generell rauschiger und weniger scharf ist.

So oder so ist Licht der entscheidende Faktor – bei schwachem Licht werden Aufnahmen schnell deutlich matschiger und Bildrauschen nimmt zu. Das ist typisch für die Mittelklasse. Das gilt immerhin nicht ganz so stark für den Nachtmodus, den Oneplus Night Scape nennt. Hier fehlt zwar ein optischer Bildstabilisator, aber mit ruhiger Hand gelingen bisweilen für die Mittelklasse durchaus ordentliche Aufnahmen, solange die gewählten Motive halbwegs illuminiert werden. Die Frontkamera knipst ansprechende Selfies mit Fixfokus, bei denen das künstliche Bokeh auf Wunsch gut in Szene gesetzt wird. Bei Videos haben Nutzer die wenig befriedigende Wahl zwischen 4K/30 oder 1080p/60 – im ersten Fall ruckeln Schwenks, im zweiten ist die generelle Schärfe mäßig. Dafür gibt es gerade in 1080p mit dem Ultra-Stable-Modus eine sehr gute elektronische Bildstabilisierung geboten.

Oneplus und Konzernmutter Oppo setzen verstärkt auf Mediatek, im Falle von Oneplus Nord CE 2 und Oppo Find X5 lite auf den relativ neuen Dimensity 900. Der Octa-Core setzt auf zwei Cortex-A78 Kerne mit bis zu 2,4 GHz und sechs A55-Kerne mit bis zu 2 GHz und greift als Grafiklösung auf eine Mali-G68 MC4 zu. Dank 6nm-Verfahren verspricht er außerdem ordentliche Energieeffizienz.

Bei der Leistung gibt es keinen Grund für Kritik. Zwar gibt es auch in der Mittelklasse mit Modellen wie dem Xiaomi Poco F3 (Testbericht) oder dem Realme GT (Testbericht) stärkere Kontrahenten, das ist in diesem Preissegment aber nach wie vor eher die Ausnahme. Das Oneplus-Modell erreicht in 3Dmark Wildlife rund 2000 Punkte, in PCmark Work 3.0 sind es etwa 8000 Punkte. Das bestätigt unsere Erfahrungen im Test, während derer sich das Smartphone im Alltag als so gut wie immer flüssig und souverän präsentierte. Nur bei anfordernden Spielen muss schon mal die Grafik zurückgeschraubt werden, um flüssig spielen zu können.

Ansonsten geht die Ausstattung für den aufgerufenen Preis absolut in Ordnung. Es gibt satte 8 GByte RAM und 128 GByte internen UFS-2.2-Speicher, der auf Wunsch per Micro-SD-Karte erweitert werden kann. Zusätzlich schluckt das Gerät eine zweite SIM-Karte. Mit USB C 2.0, 5G, 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss, Wifi-6, Bluetooth 5.2 und NFC ist alles an Bord, was derzeit in der Mittelklasse gängig ist. Hinzu kommt ein Fingerabdrucksensor im Display, der ausreichend schnell und präzise reagiert. Nur Stereo-Lautsprecher bietet das Modell nicht und der Sound des einzelnen Speakers ist zwar laut, aber sehr mittenbetont. Weitere Auskunft über die Hardware gibt die Tabelle.

Übrigens: Der einzige Unterschied zum Oppo Find X5 lite ist (abgesehen von Unterschieden, die bereits bei der Kamera erwähnt wurden) der beim Modell des Mutterkonzerns doppelt so große interne Speicher.

Beim Punkt Software versucht Oneplus, wenigstens etwas seiner Unabhängigkeit zu behalten. Statt ColorOS zu übernehmen, wird wohl auch das geplante Update auf Android 12 weiterhin OxygenOS heißen. Ganz kann sich der aufgekaufte Hersteller aber wohl auch bei der Software nicht der Angleichung entziehen. Zwar gibt es nach wie vor keine Bloatware auf dem Nord CE 2, aber es gibt inzwischen Optionen und Menüpunkte, die es so zuvor nur in ColorOS gab. Als Beispiel sei hier der Menüpunkt "Akku" gemeint.

So oder so: Versprochen sind insgesamt zwei Jahre Android-Updates und drei Jahre Sicherheits-Patches. Übermäßig eilig hat Oneplus es beim CE-Modell offenbar damit nicht, unser Testgerät trägt noch den Sicherheits-Patch von Januar 2022 mit sich herum.

4500 mAh sind für einen Smartphone-Akku heute zwar nicht mehr übermäßig viel, Oneplus kombiniert ihn aber mit einem modernen Chipsatz und hat dessen Verbrauch offenbar gut im Griff. Knapp 12 Stunden hält das neue Modell damit im Battery Test von PCmark durch – das ist ein sehr guter Wert, der allerdings nicht ganz an den des Vorgängers herankommt. Rund eine Stunde länger hält das Gerät mit 60 statt 90 Hertz beim Display durch. Zwei Tage sind mit dem Oneplus Nord CE 2 im Alltag so oder so drin. Zudem geht es nun beim Laden schneller: Statt Warp Charge heißt die Schnellladetechnik bei Oneplus nun wie bei Oppo SuperVooc und statt 30 lädt das neue Modell nun mit satten 65 Watt. Damit dauert eine komplette Ladung weniger als 40 Minuten – ein guter Wert in der Mittelklasse. Kabelloses Laden gibt es nicht.

Zwei Farben stehen beim Oneplus Nord CE 2 zur Wahl: Gray Mirror wie unser Testmodell und Bahama Blue mit matter Oberfläche. Andere Speicherkonfigurationen gibt es hingegen nicht. Die UVP liegt bei 349 Euro.

Das Oneplus Nord CE 2 bekommt man zudem im Tarif-Bundle bei sparhandy.de und deinhandy.de für einmalig 45 Euro inklusive Anschlussgebühr. Als Farben stehen Schwarz und Blau zur Auswahl.

Der Smartphone-Kauf ist an den Laufzeitvertrag O2 Blue All-in M mit 24 Monaten gekoppelt. Hier zahlt man monatlich 20 Euro für 12 GByte (max. 50 MBit/s) im O2-Netz. Flatrates für Telefonie und SMS sind mit dabei. Insgesamt zahlt man so in 24 Monaten 525 Euro.

Einzeln kostet das Smartphone derzeit 349 Euro. Der Tarif O2 Blue All-in M liegt mit und ohne Smartphone 20 Euro. Entsprechend spart man sich im Bundle 304 Euro. Selbst, wenn man sich für einen günstigeren, vergleichbaren Tarif entscheidet – etwa 11 GByte für 11 Euro bei Drillisch – kommt man im Bundle günstiger davon.

Das neue Oneplus Nord CE 2 ist ein gutes Smartphone. Es sieht trotz Kunststoffgehäuse schick aus, hat ein tolles Display, eine sehr ordentliche (Schönwetter)Kamera, ausreichend Speicher und Power und gute Ausdauer. Etwas mau ist der Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger: Im Wesentlichen sind nur Antrieb und Ladegeschwindigkeit neu, der Rest gleich oder zumindest sehr ähnlich. Das macht es schwer, das neue Modell zu empfehlen, das derzeit rund 60 Euro teurer als das erste Oneplus Nord CE 5G (Testbericht) ist.

Noch schlimmer: Das etwas besser ausgestattete Oneplus Nord 2 (Testbericht) kostet aktuell auch nur noch 350 Euro in der Speicherausstattung 8/128 GByte – da fällt die Entscheidung zugunsten des besseren Modells nicht schwer. Auch sonst gibt es ziemlich viele Alternativen, wie unsere Bestenliste der Smartphones bis 400 Euro und bis 300 Euro zeigt – darunter das Realme GT (Testbericht) und das Xiaomi Poco F3 (Testbericht). Um erfolgreich zu sein, muss der Preis für das CE 2 schnell sinken. Außerdem täte dem Unternehmen wieder mehr Eigenständigkeit von Oppo gut.

Eine Übersicht an guten Schutzhüllen und Displayschutz zum Oneplus Nord CE 2 haben wir an anderer Stelle zusammengestellt.

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