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Oneplus 9
Pro und Contra
  • Enorm viel Power
  • Tolle Gesamtausstattung mit viel Speicher
  • Gutes 120-Hz-OLED-Display
  • Kein Teleobjektiv, kein OIS
  • 4.5

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Oneplus 9 Pro und Oneplus 9 sind die aktuelle Speerspitze des chinesischen Anbieters. Das Non-Pro-Modell bietet kaum weniger Technik, ist aber deutlich günstiger. Was taugt das Oneplus 9?

Das Oneplus 9 ist die etwas abgespeckte Variante des Oneplus 9 Pro (Testbericht), das uns richtig gut gefallen hat. So groß ist die Diät aber gar nicht, sogar Kamera-Kooperationspartner Hasselblad ist wieder mit von der Partie. Damit steht das Non-Pro-Modell in direkter Konkurrenz zu Smartphones wie dem Xiaomi Mi 11 (Testbericht) - kann es da tatsächlich mithalten?

Unser Testgerät kommt in der Farbgebung Winter Mist und sieht ziemlich schick aus – sofern man glänzende Gehäuseoberflächen mag. Oder teilweise glänzende. Denn die silbern-bläuliche Farbgebung ist im unteren Bereich der Rückseite glänzend und wird dann immer mehr nach oben hin matt, eben wie Nebel. Das sieht schick aus uns ist interessant. Fingerabdrücke halten sich trotz der hübsch glänzenden Glas-Oberfläche zum Glück in Grenzen, sodass der tolle Ersteindruck nicht zu schnell leidet. Die Kameramodule stehen nicht übermäßig weit aus dem Gehäuse hervor, auffällig ist hier neben dem Hasselblad-Schriftzug vor allem der Umstand, dass zwei der drei Kameras exakt gleich groß zu sein scheinen.

Die Verarbeitung des Oneplus 9 ist tadellos. Die zu den langen Längsseiten hin gebogene Rückseite geht fast unspürbar in einen glänzenden Kunststoffrahmen über, gleiches gilt für den Wechsel auf die Front. Die ist allerdings im Gegensatz zum Pro-Modell nicht gebogen, das Panel sitzt geradflächig im Gehäuse. Für bessere Übergänge ist nur der äußerste Rand der Font leicht abgerundet. Das sorgt für ähnlich organische Haptik wie auf der Rückseite, bestenfalls ist vorn die minimal scharfkantige Schutzfolie zu spüren, die ab Werk auf dem Gorilla Glas klebt. Zur guten Verarbeitung passen auch die Tasten im Rahmen und der für Oneplus typische Alert-Slider. Sie sind hervorragend verarbeitet. Dass es beim Schütteln des Smartphones doch leicht klappert, liegt wohl wie bei einigen anderen Konkurrenzprodukten an den Kameramodulen.

Vorn überzeugt das Oneplus 9 mit schmalen Rändern rings um das große Display, die Frontkamera steckt in einer Punchhole-Notch oben links im Display. Wenig Rand bedeutet nicht kein Rand, entsprechend ist es wenig verwunderlich, dass hier etwa ein Xiaomi Mi 11 (Testbericht) noch gleichmäßigere und schmalere Ränder aufweist. Störend ist das beim Oneplus-Modell aber nicht. Etwas komisch: Angeblich ist das Oneplus 9 zwar genauso wasserdicht, wie das IP-zertifizierte Oneplus 9 Pro (Testbericht), die Bestätigung per Zertifikat fehlt dem günstigeren Modell allerdings.

Statt WQHD+ wie beim Oneplus 9 Pro (Testbericht) setzt der Hersteller beim Oneplus 9 “nur“ auf FHD+. Die 2400 x 1080 Pixel verteilen sich auf 6,55 Zoll, sodass die Bildschärfe mit fast 402 Pixel pro Zoll alles andere als unscharf ist. Auch bei der Bildwiederholungsrate gibt es Abstriche, allerdings erst auf den zweiten Blick. Denn wie beim Topmodell liegt die Frequenz bei 120 Hertz und 360 Hertz Abtastrate, die Hertz-Zahl wird allerdings nicht automatisch in kleinen Schritten dazwischen angepasst, um ein optimales Verhältnis zwischen flüssiger Darstellung von bewegten Display-Inhalten und möglichst wenig Stromverbrauch zu realisieren. Immerhin wechselt das Smartphone je nach Display-Inhalt automatisch zwischen 60 und 120 Hertz. Hier liegt die Konkurrenz teilweise vorn.

Bei der Helligkeit hat das Oneplus 9 einiges zu bieten: Rund 750 cd/m2 konnten wir im Test messen, das ist ein richtig gutes Ergebnis – auch wenn das Mi 11 (Testbericht) hier bei höherer Auflösung noch mehr bietet. Ansonsten ist das OLED-Display des Testgerätes vorbildlich: Farbwiedergabe, Kontraste, Schwarzwert und Blickwinkelstabilität sind klasse, hier gibt es wenig Besseres. Das Inaktivitäts-Display lässt sich beim Oneplus 9 auf Wunsch zu einem echten Always-on-Display umschalten.

Besonderes Augenmerk legt Oneplus auf die Kamera des aktuellen Modells, genauer: auf den Weitwinkel. Denn wie im Oneplus 9 Pro (Testbericht) verspricht der Hersteller nahezu gleich hohe Qualität wie bei der Hauptkamera. Möglich macht das der Sensor von Sony, es handelt sich dabei um einen IMX766 mit Freeform-Linse. Sie soll typische Kantenverzerrungen bei Ultraweitwinkel-Aufnahmen auf 1 Prozent reduzieren, sodass anschließend Software nur noch dezent zum Entzerren des Bildes zum Einsatz kommen muss. Tatsächlich sind Aufnahmen mit dem 50-Megapixel-Weitwinkel richtig klasse. Sie punkten mit hoher Bildschärfe, toller Bilddynamik und wenig Bildrauschen. Im Vergleich zu herkömmlichen Weitwinkelaufnahmen sind Randverzerrungen tatsächlich nur schwach ausgeprägt, Farben und Bildstimmung werden fast genauso wie mit der Hauptkamera in den Speicher gebannt. Bei schwachem Licht geht dem Sensor dank etwas schwächerer f/2.2-Blende allerdings schneller als manchem Konkurrenten die Puste aus, das macht sich vor allem durch stärkeres Bildrauschen und sinkende Bildschärfe bemerkbar.

Die Hauptkamera hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Bei gutem Licht knipst das Oneplus 9 mit dem Sony IMX689, 48 Megapixel und f/1.8 scharfe und kontrastreiche Bilder, die wie die Weitwinkelaufnahmen zudem über gute Bilddynamik verfügen. Leider ändert sich das auch hier bei abnehmendem Licht zu schnell und Bildrauschen nimmt sichtbar zu, während die Bildschärfe abnimmt. Ein Grund dafür dürfte die Abwesenheit von optischen Bildstabilisatoren sein – die hätten hier vermutlich für Abhilfe gesorgt. So oder so: Insgesamt macht das Oneplus 9 vor allem bei Tageslicht tolle Bilder, auch bei Nachtaufnahmen muss sich der Hersteller nicht schämen, es gibt aber bessere Alternativen.

Das ist besonders wegen der groß verkündeten Zusammenarbeit mit Kameraspezialist Hasselblad etwas mau - tatsächlich beschränkt die sich bei dieser Smartphone-Generation allerdings auf Software und sorgt dabei etwa für einen ordentlichen Weißabgleich. Hasselblad-Hardware soll dann erst in den Nachfolgern vorzufinden sein. Außerdem gibt es weitere Anpassungen der Kamera-Software, darunter den Hasselblad-Pro-Modus, einen orangenen Auslösebutton und einen von echten Hasselblad-Kameras entliehenen Auslöseton.

Die Frontkamera nimmt mit ihren 16 Megapixel und dem Sony IMX471 ordentliche Selfies auf, auch wenn noch ein Ticken mehr Schärfe drin gewesen wäre. Videos lassen sich mit der Hauptkamera theoretisch sogar bis 8K aufnehmen, sinnvoller dürfte mangels Abspielmöglichkeiten (außer auf dem Smartphone selbst) 4K/60 sein. Im speziellen Nighscape-Modus für Videos sind sogar nur FHD/30 möglich, dafür sieht die Kamera bei wenig Licht auch deutlich mehr als im normalen Videomodus. Die Stabilisierung ist bei 4K/60 ordentlich, die generelle Bildqualität ebenfalls.

Beim Thema Tempo sollte das Oneplus 9 nichts anbrennen lassen. Denn das Android-Smartphone wird vom aktuell stärksten mobilen Chipsatz von Qualcomm angetrieben, dem Snapdragon 888. Er taktet mit bis zu 2,84 GHz und wird dabei von einer Adreno 660 unterstützt, die für die Grafikberechnung zuständig ist. Im Alltag wirkt das Smartphone daher erwartungsgemäß überlegen und flüssig in allen Situationen, Wartezeiten gibt es praktisch nicht. Die typischen Ladezeiten von Apps fallen vergleichsweise kurz aus. In Benchmarks sind die Ergebnisse ziemlich gut. Erreichte etwa das Xiaomi Mi 11 (Testbericht) bei uns rund 13.000 Punkte in PCmark Work 2.0, so kommt das Oneplus 9 auf 13.350 Punkte im mittlerweile neueren Work 3.0. In 3Dmark Wildlife sind es mit knapp 5800 etwas weniger als bei der Xiaomi-Konkurrenz.

Im Alltag bemerkt man von weniger Leistung nichts – daran dürften auch die stolzen 12 GByte RAM unseres Testgerätes ihren Anteil haben. Sie sind kombiniert mit 256 GByte internem Speicher, der einen schnellen Eindruck hinterlässt. Alternativ gibt es noch eine Version mit 8/128 GByte, der Speicher ist nicht erweiterbar. Neben GPS mit zahlreichen weiteren Ortungsstandards, USB 3.1, einem ausreichend schnellen Fingerabdrucksensor im Display, Bluetooth 5.2, WLAN ax und einigem mehr bietet das Smartphone natürlich auch NFC zum berührungslosen Bezahlen und den neuesten Funkstandard 5G. Außerdem verfügt das Oneplus 9 über einen ausreichend lauten Stereolautsprecher.

Android 11 ist bereits ab Werk auf dem Oneplus 9 installiert, darüber liegt die Nutzeroberfläche OxygenOS in der Version 11. Sie kommt unter anderem mit Speicheroptimierung für mehr halbaktive Hintergrund-Apps und wenig Bloatware – wenn man das überhaupt so nennen kann. Denn einzig vorinstallierte Zusatz-App ist Netflix, dank Widewine Level 1 können Videos des Anbieters mit voller Auflösung genossen werden. Der Sicherheits-Patch ist mit Mai 2021 nicht brandaktuell, aber ausreichend neu.

Die Highlights vorweg: Der 4500 mAh starke Akku lässt sich mit dem 60-Watt-Netzteil aus dem Lieferumfang in rund 30 Minuten vollständig laden – Warp Charge sei Dank. Außerdem bedient sich der Hersteller eines immer häufiger vorkommenden Tricks: Der Akku ist in zwei Teile aufgeteilt, die jeweils für sich schneller geladen werden können. Neben der schnellen kabelgebundenen Ladegeschwindigkeit erlaubt das Smartphone außerdem kabelloses Laden mit immerhin 15 Watt. Das Pro-Modell ist hier deutlich fixer.

Bei der Ausdauer liegt das Gerät grob auf dem Niveau des Xiaomi Mi 11 (Testbericht) und unter dem Oneplus 9 Pro (Testbericht). Knapp 9 Stunden hält das Modell bei 120 Hertz durch – ein durchschnittlicher Wert, der den meisten Nutzern eine Laufzeit von rund 2 Tagen bescheren dürfte, Heavyuser bekommen hingegen schon am Abend des ersten Tages Probleme. Insgesamt ist der Akku aber ausreichend dimensioniert.

Das Oneplus 9 gibt es in den Farben Schwarz, Arctic Sky und Winter Mist wie unser Testmodell. Zur Wahl stehen außerdem Speichervarianten mit 8/128 und 12/256 GByte Speicher.

Für das Oneplus 9 sprechen neben dem schicken, handlichen Design die starke Performance dank Snapdragon 888, je nach Version viel Speicher, ein tolles OLED-Display mit 120 Hertz und ein sehr schnell ladender Akku. Die Kamera ist vor allem bei Tageslicht toll und Fans von Weitwinkelaufnahmen kommen dank der nahezu gleichen Leistung wie bei der Hauptkamera voll auf ihre Kosten. Das geht zulasten einer Teleoptik, die fehlt schlichtweg. Außerdem lässt die Bildqualität bei schlechtem Licht zu schnell nach.

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