Okai Neon im Test: Dieser E-Scooter könnte von Apple sein

Okai Neon E-Scooter Aufmacher
Pro und Contra
  • Einer der schönsten E-Scooter
  • Klappmechanismus & Verarbeitung
  • LED-Streifen & RFID-Karte
  • App mit Verbindungsproblemen
  • Recht kleiner Akku
  • 100 Kilogramm Zuladung
  • 4.0

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Viel Aluminium, ein schlanker Rahmen und schicke LED-Streifen: Der Okai Neon versprüht Apple-Ästhetik. Wie sich der E-Roller auf der Straße schlägt, zeigt der Testbericht.

Wer sich für einen E-Scooter interessiert, hat eine geradezu unübersichtlich große Auswahl. Die Elektro-Roller reichen von 300 bis 1700 Euro, von Offroad bis City, von robust bis filigran. Für eine schnelle und umfassende Übersicht empfehlen wir unsere Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test.

Der Okai Neon ES-20 sticht sofort positiv aus der E-Scooter-Masse hervor. Denn bei ihm hat Okai, die sich unter anderem für die E-Scooter von Tier, Bird, Dott und Bolt verantwortlich zeichnen, besonders viel Wert auf ein schickes Äußeres gelegt. Aber auch sonst scheint der E-Scooter viel richtigzumachen. Dabei ist er nicht einmal teuer. Wir sind den Okai Neon Probe gefahren und zeigen im Testbericht, ob sich der Kauf lohnt.

Der Okai Neon sieht einfach nur gut aus und erinnert bezüglich seiner Erscheinung an Produkte aus dem Hause Apple. Der Neon ist schlank und überwiegend weiß lackiert. Das mit den Maßen von 55 x 16 Zentimeter recht große Gummi auf dem Trittbrett ist hellgrau. Das sieht schick aus, zeigt aber bei Schlammfahrten schnell unschöne Schmutzflecken. Technisch sollten dem Okai Neon dank IPX5-Zertifizierung Fahrten im Nassen nichts ausmachen.

Sehr gut gefallen uns die Aluminiumelemente an der oberen Lenkstange und am Sicherungshebel des Klappmechanismus. Die Räder, Felgen und die Schutzbleche sind schwarz. Das unterbricht zwar den hellen Grundton des Elektro-Scooters, ergibt aber Sinn. Schließlich sind diese Bauteile ständig dem Schmutz der Straße ausgesetzt und würden bei heller Farbgebung schnell unsauber wirken. Die schwarzen Kabel dagegen hätten für unser Empfinden gerne Grau sein dürfen.

Beim Lenker setzt sich der Design-Fokus fort. Er ist überwiegend zylindrisch, sogar die großen und bequemen Handgriffe sehen einfach fantastisch aus. Unschön: In unseren Fall zeigt der Lack am Lenker von Haus aus einen dicken Kratzer.

Auf der rechten Seite des Lenkers sitzt der Daumengriff, der auch bei längeren Fahrten den Daumen kaum ermüdet. Wer will, kann in der App einen Tempomat aktivieren. Auf der linken Seite sitzt der einzige Taster, der den E-Scooter ein- und ausschaltet und das Frontlicht aktiviert. Dieses ist ausreichend hell und außergewöhnlich kompakt. Es sitzt mittig, direkt unter dem Lenker. Das Rücklicht leuchtet dauerhaft. Beim Bremsen fängt es an zu blinken.

Okai baut in den Neon drei etwa 40 Zentimeter lange LED-Streifen ein. Einer sitzt nach vorne gerichtet in der Lenkstange, die anderen beiden leuchten links und rechts des Trittbretts nach unten, sind also eine Art Unterbodenbeleuchtung. Von Haus aus läuft im eingeschalteten Zustand ein Lichtpunkt in der Farbe Türkis den LED-Streifen entlang. In der App kann der Käufer sowohl Farbe als auch Leuchtart anpassen. Einen Blinker hat der Okai Neon nicht.

Der einzige Bremsgriff sitzt auf der linken Seite des Lenkers und integriert die Glocke. Der Bremsgriff kombiniert die elektrische Motorbremse im Vorderrad mit der mechanischen Scheibenbremse des Hinterrads. Das ist gut gelungen. Denn die elektrische Vorderbremse lässt sich fein dosieren, ein sanftes Abbremsen ist also genauso möglich wie eine Vollbremsung bis zum kompletten Stopp. Das ist bei Weitem keine Selbstverständlichkeit. Motorbremsen einiger günstiger E-Scooter wie etwa dem 350 Euro teuren Doc Green Explorer ESA 1919 (Testbericht) kennen nur die Zustände Ein und Aus. Uns ist es lieber, wenn der E-Scooter die beiden vom Gesetzgeber vorgeschriebenen unabhängig voneinander funktionierenden Bremsen einzeln bedienen lässt. Trotzdem geht die Kombination in dem Fall in Ordnung.

Das kreisrunde OLED-Display sitzt mittig unter dem Lenker, quasi als Abschluss der Lenkstange. Es ist eines der besten Displays, welches wir bisher an einem E-Scooter gesehen haben. Wir vermuten, dass dieses Panel sonst für Smartwatches genutzt wird. Es ist ausreichend hell und auch bei Sonneneinstrahlung noch gerade so ablesbar. Es zeigt etwa die aktuelle Geschwindigkeit und den Akkuladestand an.

Der Faltmechanismus ist perfekt. Außer vielleicht bei den viel teureren Egret Ten V4 (Testbericht) und Egret Pro (Testbericht) haben wir noch keinen anderen E-Scooter gesehen, bei dem die Mechanik besser funktioniert. Damit die Lenkstange nach unten klappt, schiebt der Fahrer den Sicherungshebel aus Aluminium etwas nach unten und zieht ihn heraus. Die Lenkstange klappt daraufhin nach unten und rastet unsichtbar ein. Nun kann der 16 Kilogramm schwere Elektro-Scooter an der Lenkstange getragen werden. Die Griffe am Lenker sind fix und kommen ohne Scharnier zum Umlegen. Die Maße verringern sich im gefalteten Zustand von 115 x 113 x 45 Zentimeter auf 115 x 40 x 45 Zentimeter.

Der Okai Neon verbindet sich über Bluetooth mit der App Okai Global. Zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis besteht in unserem Fall die Bluetooth-Verbindung nur für 5 bis 15 Sekunden und trennt sich anschließend. Um sie wieder für ein paar Sekunden zu aktivieren, muss der Nutzer in der App das Bluetooth-Symbol antippen.

Eine kurze Recherche ergab, dass wir nicht die einzigen mit dem Problem sind. Die ständigen Verbindungsabbrüche sind ärgerlich. Vor allem, weil die E-Scooter-App im Gegensatz zu vielen Apps von Konkurrenz-E-Scootern tatsächlich sinnvolle Funktionen bietet. Wer die App nutzen will, muss sich also beeilen. Das geht, aber nervt enorm.

Zu den Funktionen der App zählen etwa das Anpassen der LED-Farben, das Aktivieren des Tempomats und einer Beschleunigung aus dem Stand, das Ermitteln der letzten Position, vielen Statistiken und einigem mehr. Ganz besonders praktisch ist das Aktivieren der mitgelieferten RFID-Karte. Hält man diese über das Display, schaltet sich der E-Scooter ein. Bei erneutem darüber halten schaltet er sich aus und ist gesperrt. Auf ein schnelles Beheben des App-Problems per Software-Update sollte man nicht hoffen. Denn die Verbindungsabbrüche bestehen schon seit Mitte 2021.

Der Okai Neon kommt mit einem 250-Watt-Motor im Vorderrad. In der Spitze soll er 500 Watt bieten. Im Test beschleunigt er okay. Er kann zwar bei Weitem nicht mit unerlaubt starken E-Scootern wie dem Eleglide D1 Master (Testbericht) mithalten. Aber er spielt in einer Liga mit dem sehr guten Xiaomi Mi Scooter 2 Pro (Testbericht). Es ist mit ihm kein Problem, moderate Steigungen zu bewältigen. Seine maximale Zuladung ist mit 100 Kilogramm jedoch recht beschränkt. Der Motor beschleunigt auf bis zu 22 Kilometer pro Stunden. Damit reizt der Neon die erlaubte Höchstgeschwindigkeit maximal aus.

Dank der 8,5 Zoll großen Luftreifen in Kombination mit einer Federung für das Hinterrad gestaltet sich die Fahrt auch auf holprigem Untergrund noch recht angenehm. An einen E-Scooter mit richtig guter Federung wie dem IO Hawk Legend (Testbericht) kommt der Neon jedoch nicht einmal annähernd heran. Unschön: Bei Schlaglöchern klappert etwas am Hinterrad. Die genaue Quelle konnten wir nicht orten.

Die Kapazität des Akkus beträgt 352,8 Wattstunden. Damit soll der Neon laut Okai 40 Kilometer durchhalten, bevor er wieder ans Netz muss. Realistisch ist das nicht. Denn solche Werte sind stets unter Idealbedingungen, also einer sehr geringen Zuladung, bestem Wetter, niedriger Geschwindigkeit auf steigungsfreiem Asphalt, gemessen. In Wahrheit sollte sich die tatsächliche Reichweite bei etwa 20 bis 25 Kilometern einpendelt. Aber auch dies ist nur ein Richtwert, da zu viele Faktoren die echte Reichweite beeinflussen. Wer Wert auf eine wirklich hohe Reichweite legt, der sollte sich unseren Ratgeber Akku-Bestenliste: Diese 5 E-Scooter fahren am weitesten durchlesen.

Der Okai Neon ES-20 kostet je nach Händler zwischen 650 und 750 Euro. Damit bewegt er sich in etwa auf dem preislichen Niveau eines Segway Ninebot Max G30D II (Testbericht).

Der Okai Neon ES 20 ist ein außergewöhnlich schicker E-Scooter, der bezüglich seiner Optik, aber auch seiner Verarbeitung schon fast an die Ästhetik von Apple-Produkten heranreicht. Das liegt auch an durchdachten und einfach schönen Details wie den drei anpassbaren LED-Streifen, des tollen, runden OLED-Displays, der RFID-Karte und des sehr guten Faltmechanismus‘. Zudem fährt er sich angenehm. Seine Beschleunigung ist moderat, aber ausreichend. Die Bremsen gehen gerade noch in Ordnung.

Der Akku ist jedoch relativ klein, sehr viel weiter als 20 bis 25 Kilometer wird man mit dem Okai Neon kaum kommen. Ein echter Minuspunkt sind die ständigen Verbindungsabbrüche mit der an sich tatsächlich guten App. Trotzdem können wir den Neon empfehlen. Es gibt kaum einen E-Scooter dieser Preisklasse, der schicker daher kommt und sich weniger Schwächen erlaubt.

Trotzdem gibt es auch für um die 700 Euro bessere E-Scooter. Welche das sind, zeigt unsere Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test. Wer E-Scooter fährt, sollte dringend einen Helm tragen. Hier gibt es mittlerweile einige nette, smarte Modelle. Dazu empfehlen wir unseren Ratgeber Sechs beliebte smarte Fahrradhelme im Vergleichstest. Auch wichtig: Must-Have-Zubehör für E-Scooter ab 10 Euro: Schloss, GPS-Tracker, Blinker & Co.

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