TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

NubertnuProX-3000RC-db
Pro und Contra
  • Sehr guter Klang
  • Verzögerungsfreie Wiedergabe
  • Zahlreiche Schnittstellen für HD-Audio
  • Kein Spotify Connect / Airplay
  • Einmessmikrofon bei Android kostet extra
Rating:
  • 4.5
Beliebt auf TechStage
Kopfhörer für Kinder: Sichere, günstige und gute Headsets für Reisen und Schule ab 20 Euro
E-Scooter für Kinder ab 100 Euro im Test: großer Spaß mit harter Einschränkung
Die fünf beliebtesten smarten Fahrradhelme im Vergleichstest
3D-Drucker: Filament richtig aufbewahren, lagern und trocken

Nubert ist vor allem bei Audioliebhabern bekannt. Nach dem Test des Multiroom-Lautsprechers nuPro X-3000 RC finden wir, dass aber noch viel mehr diese Marke auf dem Schirm haben sollten. Denn mit einem hohen Preis kommt ein sehr gutes Audioerlebnis.

Die Firma des schwäbischen Ingenieurs Günter Nubert hat den Ruf, den Aufbau klassischer Hi-Fi-Stereo-Systeme mit modernen Surround-Mehrkanal-Systemen in High-End-Qualität verbinden zu können. Die Nubert-Lautsprecher sind schick und inzwischen zumindest teilweise kabellos. Sets aus einem unterm Sofa zu versteckenden Subwoofer und zu klein bemessenen Satellitenlautsprechern sucht man hier vergeblich.

Neben Standboxen fürs Wohnzimmer gibt es von Nubert seit einigen Jahren kompakte Modelle für den Einsatz auf dem Schreibtisch am Computer oder als Monitorboxen am Mischplatz für Musiker. Aktive Verstärker holen über DSPs auch aus den kleinen Boxen soliden Klang heraus: Mit 30 x 18,5 x 21,3 cm und 6,6 kg liegt man hier zwar über den Abmessungen typischer Smartspeaker wie Amazons Alexa (Ratgeber). Ein Schutzgitter kann magnetisch befestigt werden, um die Lautsprecher vor Beschädigungen zu schützen, der Klang soll ohne allerdings besser sein.

Statt einem reinen Zuspielkanal vom Vorverstärker verfügen die Nubert-Boxen über ein vollwertiges Array von Audio-Eingängen, von analog Cinch und auch symmetrisch XLR über digital elektrisch und optisch bis zu USB und Bluetooth mit bis zu 24 Bit Auflösung und 192 kHz Bitrate. Mit einem speziellen, mitgelieferten Adapter lässt sich sogar der Ton aus HDMI-Zuspielungen vom Fernseher einspeisen. Die Verkabelung wurde dabei insofern vereinfacht, dass die Quellen wie bei PC-Lautsprechern üblich nur an einem Lautsprecher eines Stereo-Systems angeschlossen werden müssen - der zweite Lautsprecher bekommt sein Signal vom ersten weitergeleitet. Dies allerdings nicht analog, sondern digital als SPDIF.

Diese digitale Übertragung ist beim nuPro X-3000 RC auch drahtlos möglich, über Frequenzen im 5-GHz-ISM-Band. Allerdings nicht per WLAN mit den dort üblichen Verzögerungen, die für Multiroom aufwendige Synchronisation erfordern, sondern in Echtzeit mit max. 20 ms Verzögerung. Die Lautsprecher verbinden sich dabei direkt, ohne App und auch ohne separate Repeater oder Router. Dabei können beliebig viele Lautsprecher verbunden werden, nur der Abstand zwischen ihnen darf nicht zu groß sein: Maximal 15 m sollen bei freier Sicht möglich sein. Durch eine normale Ziegelwand schafft es das 5-GHz-Signal ohne Probleme, vom 1. Stock bis in den Keller oder quer durch mehrere Wände ist dagegen nicht drin – das geht auch per WLAN nicht ohne Repeater. Wer will, kann mit zusätzlichen nuConnect-Transceivern noch weitere Programmquellen oder Lautsprecher in das X-Connect-Funksystem einbinden.

Sprachassistenten und Mikrofone enthalten die Nubert-Lautsprecher nicht. Einmessen kann man sie direkt mit einem iOS-Gerät oder mit einem separat erhältlichen Mikrofon für Android. Eine über Bluetooth koppelbare App führt dann den einminütigen Einmessvorgang durch. Die App fungiert auch als alternative Fernbedienung der Lautsprecher. Streamen kann die App allerdings nicht, da die Nubert-Boxen ja nicht über WLAN angeschlossen sind.

Die Einstellmöglichkeiten, von Anzeige, Pegel über Klang, Übergangsfrequenzen bis zu Betriebsarten, Stereo oder Mono und einem Mini-Equalizer sind so zahlreich, dass auf eine Auflistung verzichtet werden soll – sie können sich mit Updates ohnehin noch erweitern. Positiv fällt auf, dass Nubert ausreichend Verkabelung mitliefert, um sofort etwas anschließen zu können: Ob analog, digital, USB oder optisch, die passenden Strippen sind bereits dabei und auch das beiliegende Netzkabel ist lang genug, um die Boxen ohne Verlängerungen vernünftig aufstellen zu können.

Wie bekommt man den Ton vom Smartphone oder Tablet ohne Verluste in die Box? Das geht per USB oder elegant drahtlos per Bluetooth. Denn im Gegensatz zu den meisten Bluetooth- und Multiroom-Lautsprechern, denen für Android der aptX-HiRes-Codec fehlt, bieten die Nubert-Boxen sogar aptX HD mit 24 Bit Auflösung, also besser als CD. Da klingt schon Radio Caroline über Tune-in luftig und frisch, obwohl hier sicher nicht die höchste Bitrate genutzt wird. Bei Al Stewarts On the border wird auf dem nuPro X-3000 RC als erstem getesteten Lautsprecher der Unterschied zwischen Spotify und Qobuz hörbar: Bei Letzterem ist das Intro eindeutig klarer und frei von Artefakten, obwohl beide Dienste diese Aufnahme nur in CD-Qualität mit 16 Bit liefern können, Qobuz aber unkomprimiert.

Der USB-Eingang verarbeitet gegenüber älteren Nubert-Boxen 24 bit, SPDIF optisch und elektrisch sowieso. Beim Probehören waren wir begeistert. Kein effektvolles, die Nachbarn ärgerndes Bassreflex-Dröhnen wie bei vielen einfacheren vernetzten Lautsprechern, klare Mitten und Höhen und ein luftiger, nicht anstrengender Sound. Dazu sind 148-Millimeter-Tief-/Mitteltöner und 25-Millimeter-Hochtonkalotten installiert. Mit 2 x 150 W Nennleistung (2 x 220 W Spitzen/Musikleistung) ist genug Leistung vorhanden, um auch solch kompakte Boxen für Bässe hinab bis 40 Hz sauber auszusteuern.

Ein einzelner Nubert nuPro X-3000 RC kostet 675 Euro, es gibt sie in Weiß oder Schwarz. Alternativ gibt es die Lautsprecher als Paar für 1350 Euro, man spart also nicht. Das Nubert XRC Einmessmikrofon mit USB-C für Android liegt bei 36 Euro. Der Nubert nuConnect trX Transmitter kostet 135 Euro.

Knapp 675 Euro pro Box ist ein stolzer Preis. Dafür überzeugt der Klang im Test, die Kritikpunkte an vielen anderen Lautsprechern entfallen. Für Audiophile stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis unserer Meinung nach.

Für den Nachttisch sind die Boxen zugegeben eher eine Nummer zu groß und für Terrasse und Garten auch nicht das Richtige. Sie passen aber hervorragend ins Arbeits- oder Wohnzimmer oder den Partyraum. Nicht nur iOS, auch Android-Nutzer können den Lautsprecher aus hochwertigen Musikquellen bespielen, auch wenn das Einmessmikro bei Android extra kostet. Am Klang des nuPro X-3000 RC dürfen sich alle zukünftigen Multiroom-Lautsprecher messen.

Wer trotzdem Siri, Alexa oder Google herumkommandieren will, kann dies über sein Smartphone tun und wer in Wohnzimmer oder Partyraum noch mehr Sound will, kann zu kompatiblen, größeren Standboxen mit bis zu 1000 W aus vier Verstärkern greifen und diese ebenfalls drahtlos vernetzen.

Wir testen für die Themenwelt Multiroom-Lautsprecher die Nubert nuPro X-3000 RC. Die vernetzten Lautsprecher kann man wahrscheinlich am ehesten mit den Teufel Stereo Lautsprechern (Testbericht) vergleichen. Weitere Tests haben wir in unserer Themenwelt Multiroom-Lautsprecher veröffentlicht, etwa zum Sonos Roam (Testbericht), dem Denon Home 150 (Testbericht), dem Ikea Symfonisk (Testbericht) oder dem Citation One MK II (Testbericht).

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.