Nothing Phone 1 im Test: Trotz Mega-Hype kein Pixel-Killer

Nothing Phone 1
Pro und Contra
  • tolles Design mit transparenter Rückseite und LED-Beleuchtung
  • hervorragende Verarbeitung
  • gutes Display
  • kabelloses Laden
  • schwacher Akku
  • wird übertriebenen Marketing-Versprechungen nicht gerecht
  • 4.5

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Besser als alle anderen Smartphones soll das Nothing Phone 1 von Oneplus-Mitbegründer Carl Pei sein, besser ist allerdings vor allem das Marketing. Das macht das Smartphone aber nicht zu einem schlechten Gerät.

Als Carl Pei als Mitbegründer der damals neuen Marke Oneplus im Jahr 2014 das Oneplus One auf den Markt brachte, machte das Gerät mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis von sich reden – und mit umfangreichen und aggressiven Marketing-Methoden. Infos zum Smartphone wurde regelmäßig in zahlreichen Häppchen an die Öffentlichkeit weitergegeben, sodass das Gerät schnell in aller Munde war – schließlich wollte jeder wissen, wie das komplette Smartphone denn tatsächlich ist. Hinzu kam die kongeniale „Erfindung“ des Begriffs „Flagship-Killer“, der die ersten Jahre und Modelle des Herstellers prägte. Dass das genaugenommen nicht stimmte, da die echten Flagship-Smartphones immer noch mehr konnten, störte da kaum, der Begriff verteilte sich in der Welt wie ein Lauffeuer. So richtig falsch war er auch nicht, denn die Oneplus-Smartphones kamen technisch nahe genug an Flagships heran, waren dabei aber wesentlich günstiger.

Warum der Ausflug in die Geschichte und die Nennung von Carl Pei, der als Co-Founder ja eigentlich eher die zweite Geige spielen müsste? Ganz einfach: Pei startete zusammen mit namhaften Geldgebern Anfang 2021 seine eigene, neue Firma Nothing und das erste Smartphone, schlicht Nothing Phone 1 benannt, ist jetzt im Handel erhältlich. Nothing wie „nichts“? Eher wie „like nothing else“, also wie nichts anderes. Zumindest beim Marketing stimmt das schon mal. Denn auch hier kam wieder die typische Pei-Informations-Bombe zum Einsatz, sodass die komplette Mobilfunkbranche gefühlt nur noch ein Thema hatte: das Nothing Phone. Dass Marketing auch zu viel versprechen kann und die Käufergunst dann ins Gegenteil umschlägt, also in Reizüberflutung oder gar Enttäuschung beim echten Produkt, ist dabei natürlich immer auch eine Gefahr – und wie ist das beim Nothing Phone 1?

Ein Pluspunkt des Nothing Phone 1 ist definitiv das Design. Nicht wegen der Ähnlichkeit zum iPhone 13 – das wäre vor wenigen Jahren als dreiste iPhone-Kopie abgeurteilt worden, heute sieht man das lockerer. Klar: Der kantige Metallrahmen um das Gerät mit der komplett geraden Vorder- und Rückseite kann Ähnlichkeiten zum Apple-Produkt beim reinen Formfaktor nicht verbergen. Das sorgt für ein hohes Maß an Wertigkeit, da auch die Verarbeitung des Nothing Phone 1 erstaunlich gut ist, aber eben auch für den Vorwurf der dreisten Kopie. Der verstummt aber schnell bei einem Blick auf die Rückseite und im eingeschalteten Zustand auch bei Sichtung der Vorderseite.

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Die Rückseite ist halbtransparent und kommt mit mehreren LED-Bändern daher. So richtig viel sehen kann man durch das transparente Gorilla-Glas-5 auf der Rückseite eigentlich gar nicht, wer Chips oder Leiterbahnen erwartet, wird enttäuscht. Aber man sieht die einzelnen, eingekapselten Komponenten wie etwa die zentral angeordnete Qi-Spule für kabelloses Laden und einige Schrauben – das ist durchaus spannend und einfach interessant. Hinzu kommen mehrere Bänder aus Micro-LEDs, der Hersteller verspricht insgesamt von 900 der winzigen Lichtspender. Sie sind – im Hochformat gesehen - in mehrere Symbole aufgeteilt: Unten befindet sich ein Ausrufezeichen, oben rechts eine Art Schrägstrich und die Dualkamera oben links ist von dem Buchstaben C eingefasst. Mittig und als größte Lichtinstallation wird die Ladespule von einem formatfüllenden C (oder G?) eingekreist. Alle Lichtbänder sind weiß gehalten, Farben können sie nicht darstellen. Über die Sinnhaftigkeit des ganzen lässt sich vorzüglich streiten, denn viele Nutzungsmöglichkeiten gibt es derzeit nicht. Darunter fällt die Anzeige von eingehenden Nachrichten und Anrufen inklusive der Zuordnung bestimmter Kontakte zu unterschiedlichen Lichtsignal-Kombinationen und die Nutzung als Beleuchtung für Nachtaufnahmen. Aber das ist ja auch schon was und außerdem ist das vor allem eines: anders. Und je nach Geschmack sogar noch recht schick. Nur wer an Epilepsie leidet, sollte auf die teils stroboskopartig flackernden Lichtstreifen verzichten. Ausschalten lassen sie sich dafür aber natürlich auch, allerdings verliert das Gerät dann ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal.

Vorn gibt es ebenfalls Unterschiede zu den teureren iPhones. Denn dort zeigt sich – zumindest bei hellem Bildschirmhintergrund – ein überraschend breiter Display-Rand, der aber überall exakt gleich breit ist. Zusammen mit dem aus scheinbar einzelnen Pixeln zusammengesetzten Schrift-Design von Nothing stört das daher gar nicht, obwohl es auch in der Preisklasse um 450 längst Smartphones mit feineren Rändern gibt. Stattdessen ergibt das ein stimmiges Retro-Feeling und setzt das Nothing Phone 1 weiter vom iPhone ab. Der Rest ist wie gewohnt. Die (nur) zwei Kameralinsen stehen einzeln eingefasst aus der Glas-Oberfläche der Rückseite hervor, die Tasten – Power rechts und Lautstärkewippe links – sind passend zur hervorragenden Verarbeitung wackelfrei in den Rahmen eingelassen und brillieren mit optimalem Tastenhub und Druckpunkt. Als kleines i-Tüpfelchen gibt es noch eine IP53-Zertifizierung, die dem Gerät wasser- und staubabweisende Fähigkeiten bescheinigt.

Die Spezifikationen des Displays sind gut: Auf 6,55 Zoll erstrecken sich 2400 x 1080 Pixel, es stellt 1,07 Milliarden statt schnöder 16 Millionen Farben dar und als Technik kommt OLED mit bis zu 120 Hz zum Einsatz. Das sind gute Grunddaten, die auch zu einem etwas teureren Modell passen würden. Mindestens ebenso wichtig ist aber natürlich, wie das alles im Alltag funktioniert – und hier können wir Entwarnung geben. Denn auch wenn Nothing als Hersteller noch sehr jung und nicht übermäßig groß ist, so macht er seine Arbeit ordentlich. Kontraste sind gut ausgeprägt, die Bildschärfe ist dank 469 ppi (Pixel pro Zoll) hoch und Farben werden je nach Einstellung intensiv oder eher natürlich dargestellt. Auch auf den Weißabgleich darf der Nutzer Einfluss nehmen – allerdings nur in Form eines ungenauen Schiebereglers und eine Reset-Möglichkeit auf die Werkseinstellung fehlt leider.

Die Helligkeit kommt im manuellen Modus nicht über 450 cd/m² hinaus, im Automatikmodus nicht über 620 Candela. Das ist weder besonders dunkel noch übermäßig hell, sondern eher Mittelmaß und passt mehr oder weniger zum Preis des Gerätes. Die Smartphone-Elite schafft teils doppelte Strahlkraft und bereitet dann selbst bei der Ablesbarkeit in praller Sonne keine Probleme – das klappt beim Nothing Phone 1 nur bedingt, hier sollte eine Schatten-spendende Hand helfen. Übrigens: Zusätzlich zu den Lichtspielen auf der Rückseite lässt sich auch ein Always-on-Display einstellen.

Auch bei der Kamera klingt das Gebotene erst einmal gut. Nothing verzichtet beim Phone 1 auf überflüssige Linsen für Tiefenschärfe und Makroaufnahmen, das finden wir gut. Die beiden eingebauten Linsen bringen zudem recht überzeugende Werte mit: Die Hauptkamera knipst Aufnahmen mit 50 Megapixel, f/1.88 und optischem Bildstabilisator (OIS), der Weitwinkel setzt ebenfalls auf 50 Megapixel, verzichtet aber auf den OIS und kommt mit weniger lichtempfindlicher Blende von f/2.2. Für Selfies kommt eine Frontkamera mit 16 Megapixel zum Einsatz.

Der Hauptsensor von Sony (IMX766) steckt bisweilen auch schon in deutlich günstigeren Modellen wie dem Oneplus Nord 2T (Testbericht), kann aber auch in teureren Modellen angetroffen werden – die Hardware-Basis ist also so weit ordentlich. Leider wird bei der Kamera die Befürchtung, die wir bereits beim Display angedeutet hatten, nämlich dass ein so neuer und kleiner Hersteller zumindest bei der Software nicht mit Konkurrenten mithalten kann, zumindest teilweise bestätigt. Zwar sind die Aufnahmen mit der Hauptkamera alles andere als schlecht, dennoch kommen sie nicht ganz an die in Relation zum Preis des Oneplus-Gerätes erstaunlich hohe Qualität heran. Der Unterschied ist nicht groß, aber er ist da. Auch wenn Fotos vor allem bei Tag und gutem Licht grundsätzlich ausreichende Bilddynamik, Schärfe und Farbtreue bieten, ist hier in der Detailbetrachtung ein Unterschied auszumachen. Bei abnehmendem Licht wird der Unterschied noch etwas größer, trotz OIS wird hier der Unterschied zum Nord 2T gerade bei der Bildschärfe noch deutlicher. Das reicht aus und ist weit von „schlecht“ entfernt, zudem besteht die Hoffnung, dass mittels Firmware-Updates der Vorsprung der Konkurrenz aufgeholt werden kann. Zum Testzeitpunkt bestand der aber noch.

Eine nette Spielerei bei wenig Licht ist das im Gegensatz zum Blitz dunklere und damit weichere Licht der Glyphen genannten LED-Bänder auf der Rückseite des Smartphones. Weit reicht der Lichtschein zwar nicht, im Nahbereich kann das aber durchaus hilfreich sein.

Die Hauptkamera ist in Ordnung, der Weitwinkel kommt da nicht mit. Der eingebaute Samsung JN1 hat in den Punkten Bildschärfe und Detailreichtum, Bilddynamik und Bildrauschen klar das Nachsehen. Das trifft vor allem auf Nachtaufnahmen zu – wegen der lichtschwächeren Blende und fehlendem OIS war das auch nicht anders zu erwarten. Bei Tageslicht bleibt ein Abstand zur Hauptlinse bestehen, immerhin fällt er dann aber geringer aus. Verstecken muss sich Nothing mit seinen beiden Linsen nicht, auch wenn es – wie gesagt – noch Verbesserungspotenzial gibt.

Videos sehen zwar von der reinen Bildqualität gar nicht schlecht aus und auch der Ton und Stabilisierung sind ordentlich, allerdings sind sie auf 4K/30 beschränkt. Gerade bei Schwenks schleicht sich dadurch immer eine unschöne Unschärfe ein – schade. Videos mit der Frontkamera sind auf 1080p/30 beschränkt, für Videocalls ist das aber ausreichend. Insgesamt ist deren Bildqualität auch bei Fotos ansprechend, auch wenn Farben bisweilen etwas zu stark betont werden.

Als Chipsatz hat sich Nothing beim Phone 1 für einen Snapdragon 778G Plus entschieden, dessen Prime-Core bis zu 2,5 GHz taktet. Ein Spitzenprozessor ist das nicht, was auch einer der Gründe sein dürfte, warum das Gerät nicht als Flagship-Killer durchgeht (und auch nicht so beworben wird). Tatsächlich handelt es sich laut Carl Pei dabei um einen guten Kompromiss zwischen Leistung und Kosten und wir stimmen dem zu. Denn im Alltag rennt das Nothing Phone 1, dank des 120-Hz-Display hakt und ruckelt hier nichts. Auch Spiele sind kein Problem, eventuell muss man aber bei besonders anspruchsvollen Titeln die Grafik leicht zurückschrauben. Wer wegen des Licht-Feuerwerks auf der Rückseite dachte, das Phone 1 sei ein vollwertiges Gaming-Smartphone, der irrt.

In Benchmarks werden entsprechend keine Highscores, sondern solide Ergebnisse eingefahren. Work 3.0 von PCmark spuckt etwa 10.800 Punkte aus, 3Dmark Wild Life 2850 Zähler. Topgeräte mit Snapdragon 8 Gen 1 sprengen sogar die Skala für den normalen Wildlife-Test, dort muss Wildlife Extrem herangezogen werden. Das stützt die vorherige Aussage: Für den Alltag reicht es problemlos, Benchmark-Fetischisten sollten sich in teureren Gefilden umschauen. Die restliche Ausstattung bietet wenig Raum für Kritik. Zwar bieten Konkurrenten wie etwa das Google Pixel 6a (Testbericht) Wifi-6e statt „nur“ Wifi-6 und auch bei der USB-Geschwindigkeit haben die Android-Macher mit 3.1 statt USB 2.0 die Nase vorn. Auch wenn zumindest die höhere USB-Geschwindigkeit langsam auch in der Mittelklasse als Standard zu begrüßen wäre – normal ist das leider noch nicht und deren Fehlen kann dem Nothing Phone 1 daher auch nur begrenzt angelastet werden. Schade finden wir, dass der interne Speicher nicht per Speicherkarte erweitert werden darf. Immerhin ist zusätzlicher Speicher von 128 auf 256 GByte mit 30 Euro Aufpreis erstaunlich günstig. Beide Versionen haben dann auf Wunsch 8 GByte RAM, zusammen mit 256 GByte können sich Interessenten auch für 12 GByte RAM entscheiden. Das ist viel in der Mittelklasse, kostet aber mit weiteren 50 Euro in unseren Augen unverhältnismäßig viel. Weitere Informationen lassen sich aus unserer Feature-Tabelle ablesen.

Stattdessen lieber noch ein paar Worte zum Fingerabdrucksensor und den Stereo-Lautsprechern. Der Sensor ist etwas weit am unteren Display-Rand positioniert. Insgesamt gehört er nicht zu den schnellsten Vertretern seiner Zunft, arbeitet aber ausreichend zufriedenstellend. Die Stereo-Lautsprecher (oben hybrid, unten dediziert) erreichen einen hohen Pegel und schaffen sogar einen Anflug von Tiefton – nicht übel.

Bei der Software gibt es weniger Highlights, denn das schlichte NothingOS ist wie bei der Konkurrenz ein Launcher und keine Komplettüberarbeitung. Darunter werkelt Android 12 mit einem topaktuellen Sicherheits-Patch von Juli 2022, weitere drei Jahre soll es Major-Updates, weitere vier Jahre Sicherheits-Patches geben. Das ist nicht spitze, aber überdurchschnittlich. An der Oberfläche gibt es ein paar Anpassungen, der Rest ist deutlich an Vanilla-Android angelehnt. Zu den Anpassungen gehört natürlich ein eigenes Bedien-Panel für die Glyphen auf der Rückseite, die sich im Wesentlichen zum Signalisieren von Anrufen und Nachrichten oder als „Ringlicht“ für Aufnahmen bei wenig Licht eigenen. Auch eine Ladeanzeige während des Befüllvorgangs kann so zusätzlichen Überblick verschaffen und der Google Assistant kann per visuellem Ausschlag mitteilen, wie viel seine Mikrofone gerade mitbekommen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das allemal, allerdings bleibt der praktische Nutzen damit eher begrenzt – es sieht eben interessant aus. Zu den weiteren Anpassungen gehört eine Verbindungsmöglichkeit mit einem Tesla-Fahrzeug, die wir gern getestet hätten – leider wollten uns weder Autobauer noch Smartphone-Hersteller dafür einen Wagen zur Verfügung stellen. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, seine NFTs (Non Fungible Token) in einer gezielten Galerie anzeigen lassen zu können.

Der Akku mit seinen 4500 mAh stellte sich bei uns im Test als größte Enttäuschung heraus. Gerade einmal 7,5 Stunden hielt er im 120-Hz-Betrieb im Battery Test von PC-Mark durch, weitere Durchgänge verweigerte das Smartphone. Das ist arg wenig. Im Testbetrieb zeigte sich das Smartphone daher zwar als Ein-Tages-Modell, das wenigstens jede Nacht geladen werden sollte, bei intensiver Nutzung kann es aber selbst damit knapp werden. Das macht so mancher Konkurrent, etwa das Google Pixel 6a (Testbericht) zum gleichen Preis, deutlich besser und auch günstigere Modelle wie das Oneplus Nord 2T (Testbericht) mit 90 Hz haben trotz ähnlicher Hardware klar die Nase vorn. Rund 1 bis 2 Stunden dürften bei Nutzung der 60-Hz-Frequenz hinzukommen, viel besser wird es beim Akku aber auch dann nicht. Vielleicht kann Nothing auch hier noch mehr per Software herausholen. Die Glyphen auf der Rückseite sind an der schwachen Laufzeit des Smartphones übrigens schuldlos. Hochgerechnet würden die bei maximaler Helligkeit nach Herstellerangaben rund 3 Prozent Akku pro Stunden verbrauchen – tatsächlich kommen sie im Alltag aber eher für Sekunden statt Minuten über den Tag verteilt zum Einsatz.

Die Ladegeschwindigkeit ist ebenfalls kein Highlight des Nothing Phone 1, wohl aber die Lademöglichkeiten. 33 Watt sind heute eher unterer Standard, damit braucht das Gerät rund 45 Minuten für eine volle Ladung. Das Problem: Ein Ladegerät gibt es im Lieferumfang nicht, immerhin aber ein USB-C-auf-USB-C-Kabel. Wer lieber kabellos lädt, kann das in beide Richtungen tun: ins Smartphone und von dort aus ebenfalls ohne Kabel zu anderen kompatiblen Geräten – Reverse Wireless Charging. Das ist in der Mittelklasse eher selten.

An Speichervarianten besteht die Wahl zwischen 8/128 GByte für 469 Euro, 8/256 GByte für 499 Euro und 12/256 GByte für 549 Euro. Das Nothing Phone 1 gibt es in Schwarz und Weiß.

Nein, das Nothing Phone 1 ist kein Über-Smartphone, es ist nicht besser als alles bislang Dagewesene. Aber es ist insgesamt gut und vor allem anders. Fangen wir vorn an: Das Display passt gut in die Mittelklasse, mit ordentlicher Darstellung und nur leichten Abzügen bei der Helligkeit. Die technische Ausstattung reicht im Alltag allemal, man darf nun mal keinen Flagship-Killer erwarten, nur weil der Firmenchef des neuen Unternehmens das früher in anderer Position schon mal so gemacht hat.

Bei der Kamera gibt es noch Potenzial, zum Testzeitpunkt ist die guter Durchschnitt. Das gilt leider nicht für den Akku, denn der ist einfach zu schwach. An der Hardware liegt das vermutlich nicht, sodass auch hier noch Hoffnung auf Besserung begründet ist. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Durchhaltevermögen des Phone 1 allerdings noch unterdurchschnittlich. Toll ist hingegen die Möglichkeit, kabellos zu laden.

Kommen wir zum offensichtlichen Highlight: Das Modell sieht zwar auf den ersten Blick wie ein iPhone aus, offenbart aber vor allem mit der transparenten Rückseite und den installierten LED-Streifen mehr Alleinstellungsmerkmale als die meisten anderen Geräte auf dem Markt. Zudem ist es hervorragend verarbeitet. Das extrovertierte Design muss man mögen, wer nicht auf blinkendes Licht am Smartphone steht, sollte sich nach Alternativen umschauen.

Zusammengefasst ist das Nothing Phone 1 ein solides Mittelklasse-Smartphone, das in erster Linie ein Erwartungshaltungs-Problem hat. Denn durch die extrovertierte Marketing-Masche von Nothing wurde das Gerät schlicht overhyped. Da reicht irgendwann auch „gut“ nicht mehr aus.

Alternativen sind das neue Google Pixel 6a (Testbericht) mit besserer Kamera, mehr Leistung und deutlich mehr Akkulaufzeit, oder das Xiaomi 11T Pro (Testbericht) mit ebenfalls mehr Leistung, besserer Kamera und stärkerem, ultraschnell geladenem Akku. Günstiger und dabei kaum schlechter ist etwa ein Oneplus Nord 2T (Testbericht). Weitere Alternativen finden sich in unserer Top 10 der besten Smartphones bis 500 Euro.

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