Nokia G21 im Test: Flottes Einsteiger-Handy mit 90 Hz

Nokia G21
Pro und Contra
  • Display mit 90 Hertz 
  • solide CPU-Leistung
  • Versprechen auf Updates für 2 Jahre 
  • kein Full HD
  • schwache Kamera 
  • mittelmäßiges Netzteil (18 Watt) 
  • 4.0

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Das Nokia G21 bietet als Einsteiger-Smartphone unter 200 Euro bereits ein Display mit 90 Hertz. Was der Nachfolger des G20 noch kann, verrät der Test.

Die G-Klasse von Nokia steht für solide Einsteiger-Smartphones an der Grenze zur Mittelklasse. Das jüngste Mitglied der Reihe ist das Nokia G21. Es ersetzt schon das erst im Frühjahr 2021 eingeführte Nokia G20 (Testbericht). Verglichen mit dem Vorgängermodell kommt ein stärkerer Prozessor zum Einsatz und – in dieser Preisklasse ungewöhnlich, ein IPS-Display mit einer Bildwiederholfrequenz von 90 Hertz. Allerdings beschränkt es sich dabei auf eine HD-Auflösung. HMD Global spendiert dem LTE-fähigen Nokia G21 zudem ein stärkeres Netzteil und Wi-Fi 5.

Optisch bleibt sich HMD Global weitgehend treu. Das Einsteiger-Smartphone fügt sich hinsichtlich der Designsprache nahtlos in die Vorgängermodelle von Nokia ein. Größter Unterschied dürfte die Kamera sein. Hier verzichtet HMD Global auf ein rundes Element und fasst die Triple-Cam stattdessen in einem rechteckigen Rahmen zusammen – wie es bei den meisten chinesischen Smartphones der Konkurrenz üblich ist. Die drei Linsen der Kamera stehen nur minimal hervor, was lästiges Wackeln verhindern, wenn das Handy auf der Rückseite liegt.

Als Material kommt zwar nur Kunststoff zum Einsatz, dennoch vermittelt das Nokia G21 einen hochwertigen Eindruck mit seinem kantigen Rahmen und der geriffelten, matten Rückseite. Diese ist erfreulich unempfindlich für Fingerabdrücke. Bei der Größe bleibt alles beim Alten: Mit Abmessungen von 165 x 76 x 8,5 Millimeter fällt es minimal dünner aus. Personen mit größeren Händen können es gerade noch mit einer Hand bedienen. Mit einem Gewicht von 190 Gramm ist es kein Leichtgewicht mehr, aber auch noch kein allzu schwerer Brocken.

Die Verarbeitung ist tadellos. Die Spaltmaße entsprechen dem in der Branche üblichen hohen Standard und die Tasten bieten einen festen Druckpunkt - wackelige Komponenten sucht man vergebens. Lediglich die Schutzfolie auf dem Display hat einen leicht scharfkantigen Rand. Typisch für Smartphones von Nokia ist die separate Taste zum Starten des Google Assistant. Nicht ganz so hübsch ist die Waterdrop-Notch oberhalb des Displays für die vordere Selfie-Kamera. Andere Hersteller setzen in dieser Preisklasse meistens schon auf eine Punch-Hole-Notch. Schutz vor Wasser bietet das Gehäuse nicht.

Auf den ersten Blick entspricht das Display des G21 dem Vorgängermodell: 6,5 Zoll in der Diagonale, IPS-Panel und eine magere HD-Auflösung von 1600 x 720 Pixel. Das sorgt nur für eine Pixeldichte von 270 ppi. Auf den ersten Blick mag das nicht gleich auffallen, aber wenn man genauer auf die Anzeige schaut, bleiben Inhalte leicht unscharf und lassen Pixel sichtbar zurück. Das ist nicht mehr zeitgemäß, speziell da andere Hersteller hier standardmäßig Full HD oder mehr bieten, wie unsere Top 10: Die besten Handys 2022 bis 200 Euro zeigt.

Lobenswert ist allerdings die maximale Bildwiederholrate von 90 Hertz. Das ist in dieser Preiskategorie noch nicht selbstverständlich. Aus unseren Top 10 bieten nur das Xiaomi Redmi 10 und das Oppo A54 5G (Testbericht) ein solches Feature. Die Bildwiederholrate wählt das G21 automatisch in einem dynamischen Modus. Optional kann man auch permanent auf 60 Hertz umstellen, was den Akku etwas schont. Eine höhere Bildwiederholrate sorgt allgemein für eine flüssigere Darstellung bei Videos, Spielen sowie beim Scrollen. Was noch vor nicht allzu langer Zeit eher der gehobenen Mittelklasse vorbehalten war, dürfte mittelfristig auch bei preiswerten Handys zum neuen Standard werden.

Die Bildqualität des Displays ist ansonsten überzeugend. Kontraste sind ausgeprägt und Farben ausgewogen. Lediglich ein leichter Blaustich macht sich bemerkbar, der für eine etwas unterkühlte Farbwiedergabe sorgt. Die Blickwinkelstabilität ist IPS-typisch aus allen Perspektiven nahezu gegeben. Die maximale Helligkeit beträgt im manuellen Modus 400 cd/m². Bei hoher Helligkeit oder direkter Sonneneinstrahlung schnellt die Anzeige bei automatischer Helligkeit auf 470 cd/m² hoch. Das ist jetzt kein herausragender Wert für ein LCD, aber für die Preisklasse geht das vollkommen in Ordnung. Bei Tageslicht bleibt der Bildschirm meistens gut ablesbar, außer die Sonne scheint direkt aufs Handy.

Verglichen mit dem Vorgänger hat HMD Global eine Linse eingespart – allerdings hat es unser Ansicht nach das falsche Objektiv getroffen. So fehlt dem Nokia G21 jetzt ein Weitwinkelobjektiv, dafür kommen jeweils zwei Linsen für Makroaufnahmen und Tiefenschärfe mit 2 Megapixel zum Einsatz. Diese hätte man sich eigentlich sparen können. Das Motorola Edge 20 Lite (Testbericht) beweist, dass bei Nahaufnahmen auch die Weitwinkellinse dank Softwareanpassungen gute Ergebnisse liefert.

Die Hauptlinse ist nominell etwas stärker und bietet jetzt 50 statt 48 Megapixel. Dabei fasst sie üblicherweise vier Pixel zu einem zusammen (Pixel Binning), sodass die Bilder in etwa 12,5 Megapixel entsprechen. Bei guten Lichtverhältnissen gelingen damit passable Aufnahmen mit natürlicher Farbwiedergabe. Die Bilddetails und Schärfe lassen allerdings zu wünschen übrig. Die Aufnahmen mit dem digitalen Zweifach-Zoom sind daher weniger zu gebrauchen. Zudem werden Aufnahmen bei Sonnenschein zu stark belichtet, was zu einem Weißschleier über den Bildern führt. Bei Dunkelheit ist das Bildrauschens stark ausgeprägt, da hilft auch der Nachtmodus wenig.

Videoaufnahmen sind bis maximal 1080p mit 30 fps möglich. Mangels Bildstabilisator neigen die Clips zum Verwackeln. Selfies mit der vorderen Kamera sind zufriedenstellend. Im Porträtmodus sorgt das Bokeh aber für Bildfehler rund ums Profil. Die Aufnahmen mit der Makrolinse bieten mit 2 Megapixel nur eine geringe Detailtiefe. In dieser Preisklasse sollte man von einer Kamera keine Wunderdinge erwarten. Die Bildqualität beim Xiaomi Redmi Note 11 (Testbericht) sowie Motorola Moto G31 (Testbericht) konnten uns allerdings etwas mehr überzeugen. Wer häufiger Bilder schießt, sollte generell zu einem Smartphone bis 300 Euro (Bestenliste) oder höher greifen.

Als Prozessor kommt der eher weniger bekannte Unisoc Tiger T606 zum Einsatz. Die Octacore-CPU arbeitet mit zwei Performance-Cores vom Typ ARM Cortex A75 sowie sechs Cortex A55 für den ökonomischen Betrieb. Die Taktrate liegt bei 1,6 GHz. Bei der integrierten GPU handelt es sich um die ARM Mali G57 MC3.

Verglichen mit dem Vorgängermodell legt das Nokia G21 damit bei der Leistung ordentlich zu. Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark erreicht es durchschnittlich 7900 Punkte. Das kann sich für den Preis sehen lassen und entspricht einem gehobenen Mittelklasse-Gerät von vor zwei Jahren. Beim Vorgänger Nokia G20 (Testbericht) waren es nur 5600 Punkte. Das Xiaomi Redmi Note 11 (Testbericht) kommt auf knapp 7300 Punkte. Für Spiele mit anspruchsvoller Grafik ist das G21 aber nicht gemacht, so erreichte die GPU nur knapp unter 400 Punkte beim Benchmark „Wildlife“ von 3Dmark. Gute Mittelklasse Smartphones schaffen hier ein Vielfaches mehr. Für Casual Games in der Art von Angry Birds reicht das aber allemal. Im Alltag läuft das Nokia G21 ausreichend flüssig und stabil, mit nur leichtem gelegentlichen Ruckeln, was auch den 4 GByte RAM zu verdanken ist.

Der interne Speicher ist mit 64 GByte ausreichend groß für ein Einsteigergerät, auch wenn es in dieser Preisklasse schon Modelle mit 128 GByte gibt, etwa das Realme 8 (Testbericht) oder Xiaomi Poco M3 Pro (Testbericht). Eine Erweiterung per Micro-SD-Karte ist auf bis zu 512 GByte möglich. Das Nokia G21 bietet sowohl einen Klinkensteckplatz für Kopfhörer als auch einen USB-C-Ausgang, der aber nur maximal USB 2.0 unterstützt. Fairerweise muss man sagen, dass der schnellere Standard USB 3.0 selbst bei Smartphones der Mittelklasse selten ist. Der Fingerabdrucksensor sitzt günstig platziert im An/Ausschalter integriert und arbeitetet zuverlässig. NFC sowie Bluetooth 5.0 beherrscht das Nokia ebenfalls. Für die Navigation stehen A-GPS, Glonass und Beidou zur Verfügung. Der Einsatz einer Dual-SIM ist möglich, mobiles Internet funktioniert aber nur maximal bis LTE. Eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger bietet der Support von Wifi-5.

Ab Werk kommt das Nokia G21 mit Android 11 zum Käufer. Als Teilnehmer am Programm Android One belässt es HMD Global bei einer nahezu unveränderten Benutzeroberfläche von Android. In Sachen Bloatware hält sich der Hersteller zurück und installiert lediglich Amazon, LinkedIn, Spotify und Netflix. HMD Global verspricht für die Nokia-Modelle der G-Serie Systemupdates für 2 Jahre und monatliche Sicherheitspatches für 3 Jahre. Das bedeutet, dass zumindest theoretisch die Käufer des Nokia G21 noch mit Android 13 rechnen können. Ob das in der Praxis klappt, ist eine andere Frage. Wann Android 12 für das G21 wirklich kommt, ist noch unklar. Der Sicherheitspatch etwa stammt noch von Januar und ist somit nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand.

Der festverbaute Akku bietet wie beim Vorgänger eine Kapazität von 5050 mAh. Beim Battery Test von PCmark erreichte das Nokia G21 bei einer Display-Helligkeit von 200 cd/m² eine Laufzeit von 11,5 Stunden. Das ist genauso lang wie beim Vorgänger, trotz stärkerem Prozessor und einer dynamischen Bildwiederholfrequenz von bis zu 90 Hertz. Damit liegt das Gerät im Vergleich zu unseren übrigen Tests im oberen Mittelfeld. Das nur geringfügig teurere Xiaomi Redmi Note 11 (Testbericht) mit OLED-Display schafft bei dem Test allerdings über 14 Stunden. Welche Geräte noch besonders lange durchhalten, zeigt die Bestenliste Starke Akkus: Top 10 der Smartphones mit der besten Akkulaufzeit.

Beim Netzteil hat HMD Global etwas nachgebessert und legt ein Gerät mit 18 Watt statt mit 10 Watt bei. Damit dauert der Ladevorgang aber trotzdem mehr als zwei Stunden – echtes Schnellladen geht anders. Kabelloses Laden beherrscht das Handy nicht.

Die UVP für das Nokia G21 liegt bei 189 Euro. Das Smartphone ist in den Farben „Dusk“ (Dunkelgrau) und „Nordic Blue“ (Dunkelblau) erhältlich. Das günstigste Modell mit 64 GByte Speicher in Dunkelblau kostet derzeit 169 Euro.

Das Nokia G21 bietet die von HMD Global gewohnte gute Verarbeitung für ein günstiges Smartphone. Die CPU ist deutlich schneller als beim Vorgängermodell und lässt auch einige Mitbewerber hinter sich. 90 Hertz beim Display haben Seltenheitswert in dieser Preisklasse. Umso mehr verwundert es uns, dass HMD Global hier auf Full HD verzichtet. Der Hersteller verspricht zudem Android-Updates für 2 Jahre und Sicherheitspatches für 3 Jahre.

Die Konkurrenz ist sehr groß in diesem Preisbereich. Abgesehen von den 90 Hertz bietet das Nokia G21 wenig, um aus der Masse hervorzustechen. Im Gegenteil: Für etwas weniger Geld bietet das Oppo A54 5G (Testbericht) deutlich mehr, ein Full-HD-Display mit 90 Hertz und sogar 5G. Wer ein OLED-Display bevorzugt, sollte sich das Xiaomi Redmi Note 11 (Testbericht) näher ansehen. Ein tolles Gesamtpaket liefert zudem das Xiaomi Poco M3 Pro (Testbericht). Weitere bezahlbare Handys zeigen wir im Ratgeber Nokia, Gigaset & Co.: Europäische Alternativen zu Xiaomi sowie in der Top 10: Die besten Handys 2022 bis 200 Euro.

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