Nokia G20
Pro und Contra
  • schickes Design
  • hochwertige Verarbeitung
  • gute Akkulaufzeit 
  • schwache Performance
  • dunkles Display mit 720p-Auflösung
  • nur Wi-Fi 4
  • 3.5

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Mit einem Preis ab 155 Euro gehört das Nokia G20 zu den preiswerteren Smartphones mit Android. Wie viel Handy man für das Geld bekommt, zeigt unser Test.

Das Nokia G20 Smartphone bildet gemeinsam mit dem Nokia G10 (Testbericht) das Einsteigersegment im Line-up von HMD Global. Die G-Reihe liegt preislich unter den Mittelklasse-Modellen Nokia X10 (Testbericht) und Nokia X20 (Testbericht). Wir haben uns das Handy näher angesehen und zeigen im Test, wie gut die Hardware beim zweitgünstigsten Nokia-Smartphone ist und für wen sich das Gerät eignet.

Optisch macht das Handy bereits auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Das Design des Nokia G20 ähnelt stark dem Nokia G10 sowie den Mittelklasse-Modellen Nokia X10 und X20. Das Handy liegt gut in der Hand und hinterlässt einen soliden Eindruck. Die Rückseite ist aus Kunststoff, was für den Preis in Ordnung geht. Die ansprechende Lackierung in der Farbe „Night“ (Dunkelblau) sorgt dafür, dass das Gerät trotzdem wertig erscheint.

Das Design ist zeitlos und hinterlässt durch die rundliche Formgebung einen harmonischen Eindruck. Sehr gelungen ist die Gestaltung des Kameraelements auf der Rückseite. Dieses bettet vier Linsen in einem runden Element ein. Dieses steht nur minimal hervor und stört dadurch die Haptik so gut wie gar nicht. Liegt das Handy auf der Rückseite, wackelt es zum Beispiel nicht. Die Verarbeitung ist mehr als solide. Spaltmaße fallen kaum auf. Lediglich die aufgeklebte Displayschutzfolie macht sich durch einen rauen Rand bemerkbar. Sämtliche Tasten bieten einen festen Druckpunkt. Etwas unschön ist die deutlich ausgeprägte Waterdrop-Notch mit Frontkamera am oberen Bildschirmrand.

Mit einem Gewicht von 200 Gramm und Abmessungen von 165 x 77 x 9 Millimetern ist das Nokia G20 für ein Smartphone mit 6,5-Zoll-Display recht schwer und wuchtig geraten. Das erhöht zwar den Eindruck der Wertigkeit, erschwert aber die einhändige Bedienung. Immerhin bringt es einen geringfügigen Schutz vor Wasser mit. Das Nokia G20 ist nach IPx2 zertifiziert, das bedeutet Schutz gegen schräg fallendes Tropfwasser im Winkel von 15 Grad. Leichte Regentropfen übersteht das Handy, viel mehr aber nicht. Für diese Preisklasse geht das in Ordnung.

Der Bildschirm mit IPS-Panel und einer Bildwiederholfrequenz von 60 Hertz misst 6,5 Zoll in der Diagonale. Die Display-Auflösung liegt mit 1600 x 720 Pixeln nur auf HD-Niveau. Das führt zu einer für Smartphones geringen Pixeldichte von 270 ppi (Pixel pro Zoll). Das bedeutet, dass beim genauen Hinsehen Pixel noch mit dem Auge zu erkennen sind, die Wiedergabe von Videos in Full HD ist nicht möglich. Zum besseren Verständnis: Als wirklich scharf gilt ein Smartphone erst ab Werten jenseits der 300 ppi. Näheres zum Thema schildern wir im Ratgeber Smartphone-Displays: Panels, Auflösungen und Bildraten erklärt. Für die Preisklasse der Smartphones bis 150 Euro (Bestenliste) ist die niedrige Auflösung des G20 aber nicht ungewöhnlich. Für etwa 30 Euro mehr bekommt man mit dem Realme 8 (Testbericht) bereits ein Smartphone mit 1080p-Auflösung.

Die Farben sind stark ausgeprägt, allerdings macht sich ein starker Blaustich bemerkbar. Kontraste, Sättigung und Schwarzwerte könnten ebenfalls etwas besser sein. Die Blickwinkelstabilität lässt bei starker Neigung spürbar nach. Das Display erscheint dann zu dunkel, sodass die Anzeige nur mäßig gut zu erkennen ist. Sonderlich hell ist das Display nicht. Wir messen eine maximale Helligkeit von knapp unter 400 cd/m². Das ist für ein Handy mit LC-Display kein Spitzenwert und schränkt die Ablesbarkeit im Freien bei Sonnenschein ein. Bei bewölktem Wetter und in Innenräumen gibt es weniger Probleme. Die Bildqualität des Displays geht für den Preis in Ordnung, kann aber verglichen mit den besten Handys bis 200 Euro (Bestenliste) nicht mithalten.

Das Nokia G20 bietet vier Linsen in der Kamera, was nicht selbstverständlich ist für ein Gerät dieser Preisklasse. Die vierte Linse dient allerdings lediglich zur Erzeugung der Tiefenschärfe. Die Hauptkamera löst mit 48 Megapixel auf und fasst per Pixelbinning vier Bildpunkte zu einem zusammen. Die Fotos entsprechen dadurch 12 Megapixel. Das zusätzliche Weitwinkelobjektiv bietet 5 Megapixel, die Makrolinse 2 Megapixel.

Für gelegentliche Schnappschüsse bei guten Lichtverhältnissen reicht das aus. Verglichen mit Smartphones jenseits der 200 Euro gelingen damit aber nur mittelmäßige Fotos. So fällt die Bildschärfe nicht immer optimal aus, es mangelt zudem an Details. Bei Aufnahmen mit der Ultraweitwinkellinse lassen die Bilddetails noch mal deutlich nach. Zudem weicht die Farbgebung zu stark von der Hauptlinse ab. Die Makrolinse ist eine nette Spielerei, die in dieser Preisklasse nicht immer zum Standard gehört. Mit nur 2 Megapixel liefert sie Aufnahmen mit mäßigen Details. Ein spezieller Nachtmodus hellt Aufnahmen bei Dunkelheit auf – das klappt jedoch nicht verlässlich und sorgt fast immer für ausgeprägtes Bildrauschen. Die vordere Kamera bietet 8 Megapixel und macht ordentliche Selfies.

Videos nimmt das Nokia G20 bis maximal 1080p bei 30 fps (Frames pro Sekunde) auf. Mangels Bildstabilisierung sind diese häufig verwackelt, die Farbechtheit lässt ebenfalls zu wünschen übrig.

Als Antrieb nutzt HMD Global beim Nokia G20 den Octa-Core-Prozessor Mediatek Helio G35 mit Cortex-A53 und integrierter GPU PowerVR GE8320. Der Helio G35 sorgt nur für eine mäßige Performance. Beim Benchmark-Test von PCmark erreichten wir damit durchschnittlich 5600 Punkte. Damit findet sich das Smartphone im unteren Leistungsbereich. Im Alltag macht sich das durch gelegentliches Ruckeln und längere Ladezeiten bei Apps bemerkbar.

Die Ausstattung beim internen Speicher mit 64 GByte und 4 GByte RAM geht für den Preis absolut in Ordnung. Das G20 bietet darüber hinaus noch zwei Nano-SIM-Slots für den Dual-SIM-Betrieb. Beide SIM-Karten können zeitgleich zu einer Micro-SD-Speicherkarte belegt werden. NFC, A-GPS, ein Type-C-Steckplatz mit USB 2.0 sowie ein UKW-Radio ergänzen die Ausstattung. Der Fingerabdrucksensor ist seitlich im Powerbutton integriert und macht einen zuverlässigen Job. Wie bei allen Nokia-Handys, gibt es zudem eine physische Taste auf der gegenüberliegenden Seite, um den Google Assistant zu aktivieren.

Weniger schön ist die Ausstattung beim WLAN: Das Nokia G20 unterstützt maximal Wi-Fi 4. Das sorgt nur für eine mäßige schnelle Verbindung mit dem Heimnetzwerk, was sich bei Updates oder dem Download von Apps spürbar zeigt. Hier sollte eigentlich Wi-Fi 5 für den Preis möglich sein. Bluetooth unterstützt das Gerät bis Version 5.0.

Als Teilnehmer am Programm Android One bietet das Nokia G20 ein nahezu unverändertes Android-Erlebnis mit nur wenigen zusätzlichen Apps. Als Betriebssystem läuft Android 11, der Sicherheitspatch stammt noch aus Oktober 2021 und ist somit nicht mehr ganz aktuell. HMD Global verspricht für die Handys der G-Reihe Software-Updates für 2 Jahre und Sicherheitspatches für 3 Jahre. Damit ist das G20 ein sicherer Kandidat für Android 12 (Ratgeber).

Die Kapazität des Akkus ist mit 5050 mAh ordentlich groß. Das sorgt für eine gute Akkulaufzeit. Beim Battery Test von PCmark hielt das Nokia G20 im simulierten Betrieb bei einer Bildschirmhelligkeit von 200 cd/m² etwa 12 Stunden durch, bevor der Akkustand auf einen Wert unter 20 Prozent gesunken ist. Damit liegt es im oberen Mittelfeld bei der Akkulaufzeit.

Das beigelegte Netzteil zeigt sich mit 10 Watt etwas schwachbrüstig, was in dieser Preisklasse aber nicht ungewöhnlich ist. Ein Ladevorgang von 20 auf 100 Prozent über den USB-C-Anschluss dauert so mehr als 2 Stunden.

Die UVP des Nokia G20 liegt bei 169 Euro. Mittlerweile bieten Händler das Handy zu Straßenpreisen ab 155 Euro in den Farben Weiß („Glacier“) oder Dunkelblau („Night“) an.

Das Nokia G20 ist ein preiswertes Dual-SIM-Smartphone, dem man zumindest optisch nicht gleich die Zugehörigkeit zur Einsteiger-Klasse ansieht. Es folgt der Designsprache der übrigen Nokia-Modelle und bietet eine gute Verarbeitung. Im Detail zeigen sich jedoch Schwächen bei der Leistung des Prozessors oder dem 720p-Display. Die Kamera überzeugt trotz vier Linsen nicht wirklich. Schwächen zeigt es zudem im Heimnetzwerk durch das langsame Wi-Fi 4.

Wer keine hohen Ansprüche hat und einfach nur ein Smartphone braucht für einige Apps, findet im Nokia G20 eine preiswerte Möglichkeit. Das Gerät eignet sich zudem für Einsteiger, die erstmalig ein Smartphone ausprobieren möchten, um etwa Anwendungen wie die Corona-Warn-App zu nutzen. Das Handy bietet sich auch als Geschenk für Eltern oder Großeltern an, die mehr Vertrauen in die Marke Nokia haben als zu chinesischen Herstellern wie Xiaomi. Weitere Geräte aus Europa stellen im Ratgeber Alternative zu Huawei und Xiaomi: Beliebte Smartphones aus Europa vor.

Eine günstigere Alternative ist das Nokia G10 (Testbericht) ab 125 Euro. Dieses bietet eine ähnliche Ausstattung, kommt aber ohne Weitwinkellinse aus. Für knapp 180 Euro bekommen Käufer mit dem Realme 8 (Testbericht) deutlich mehr Leistung und ein Full-HD-Display. Wer ein Handy „made in Germany“ sucht, findet beim Gigaset GS4 (Testbericht) eine Alternative für unter 200 Euro mit scharfem Bildschirm und ordentlicher Ausstattung.

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