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Nokia G10
Pro und Contra
  • Lange Akkulaufzeit
  • Update-Garantie durch Android One
  • Ansprechendes Design und gute Verarbeitung
  • Langsame CPU-Performance
  • Display nur mit HD+  
  • Nur Wifi-4, kein NFC



  • 3.5

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Mit einem Preis von gerade einmal 130 Euro ist das Nokia G10 das neue Einsteiger-Smartphone von HMD Global. Wie viel Smartphone man dennoch für das Geld bekommt, zeigt unser Test.

Das Nokia G10 ist das aktuelle Einsteigermodell der 2021er-Modellreihe von HMD Global, das unterhalb des Nokia G20 einzuordnen ist. Die G-Klasse steht damit für besonders preiswerte Modelle, darüber folgt die X-Reihe mit Mittelklasse-Smartphones wie dem Nokia X10 und Nokia X20 (Testbericht).

Der Preis von 130 Euro für das Nokia G10 ist ziemlich günstig. Allerdings hat es das Smartphone der Finnen in diesem Segment mit einigen Konkurrenten zu tun. Allzu große technische Features sollte man für den Preis nicht erwarten. Wir haben uns das Nokia G10 ausführlich angesehen und zeigen im Test, wie viel Handy man für das wenige Geld bekommt.

Das Nokia G10 macht optisch einiges her – kaum zu glauben, dass es sich hier um ein Smartphone für nur 130 Euro handelt. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Rückseite lediglich aus Kunststoff ist. Das dunkelblaue Gehäuse hat einen leichten Metallic-Effekt, was dem Smartphone einen eleganten Eindruck verleiht. Nokia nennt die Farbe schlicht „Dark“. Das Smartphone liegt mit einem Gewicht von knapp 200 Gramm und einer griffigen Rückseite gut in der Hand. Mit einer Größe von 16,5 x 7,6 x 0,9 Zentimeter fällt das Nokia G10 ziemlich wuchtig aus und entspricht in etwa einem Xiaomi Poco M3 Pro (Testbericht) oder Realme 7i (Testbericht).

Im Ein/Ausschalter integriert ist ein Fingerabdrucksensor. Darüber befindet sich wie gewohnt eine Lautstärkewippe. Auf der gegenüberliegenden Seite verfügt das Nokia G10 über einen speziellen Button zur Aktivierung des persönlichen Google-Assistenten – ein Feature, das nicht alle Smartphones bieten. Die Formgebung des Gehäuses wirkt sehr harmonisch und organisch. Das Kamerasystem auf der Rückseite mit LED-Blitz ragt nur minimal hervor und befindet sich in einem kreisförmigen Element – passend zur Formgebung des Nokia G10. Dadurch wackelt das Smartphone nicht, wenn es auf dem Tisch liegt.

Nicht ganz gelungen ist die Waterdrop-Notch mit der Frontkamera am oberen Rand der Anzeige. Vermutlich ein Zugeständnis für den Preis des Handys. Hier wäre eine Punch-Hole-Notch schöner gewesen. HMD Global liefert das Nokia G10 bereits mit einer Sicherheitsfolie für das Displayglas aus – diese stört ein wenig durch den rauen Übergang an den Rändern, schützt aber den Bildschirm.

Der Bildschirm des Nokia G10 bietet eine Diagonale von 6,5 Zoll und eine Auflösung von 1600 x 720 Pixeln. Was die Auflösung angeht, merkt man, dass man ein preiswertes Smartphone vor sich hat. Das Xiaomi Poco M3 zum Beispiel bietet sogar FHD+ für einen ähnlichen Preis. Dennoch macht der Bildschirm mit ordentlichen Kontrasten einen soliden Eindruck. Die Farben wirken allerdings zuweilen etwas blass. Die niedrige Auflösung macht sich auf den ersten Blick nicht bemerkbar, erst bei der Wiedergabe von Videoclips fällt auf, dass es hier kein Full-HD gibt.

Dank IPS-Panel ist für eine gute Blickwinkelstabilität gesorgt. Die maximale Helligkeit fällt mit 450 cd/m² eher durchschnittlich aus und liegt auf dem Niveau eines Samsung Xcover 5 (Testbericht) oder Realme 7i (Testbericht). Im Freien kann man das Display noch ausreichend gut ablesen, wenn die Sonne direkt darauf scheint, wird es schwierig. Die Bildwiederholfrequenz mit 60 Hz entspricht dem Standard in dieser Preisklasse.

Rein von den technischen Daten sieht die Ausstattung des Kamerasystems für den Preis nicht schlecht aus. Das Kamerasystem auf der Rückseite verfügt über drei Linsen: Eine Kamera mit 13 Megapixel, ein Makroobjektiv mit 2 Megapixel und eine Linse mit 2 Megapixel für die Tiefenschärfe. Die Frontkamera verfügt über eine Linse mit 8 Megapixel.

Die Farbgebung der Aufnahmen wirkt natürlich, wenn auch gelegentlich etwas blass. Bei starker Beleuchtung fällt ein starker Grauschleier über den Aufnahmen auf. Bei schwacher Beleuchtung geht die Hauptkamera mit einer f/2.2-Blende schnell in die Knie, die Motive sind dann unscharf und bieten wenig Details. Da hilft der integrierte Nachtmodus nicht viel. Für gelegentliche Schnappschüsse reicht die Kamera des Nokia G10 aus – aber nicht für mehr.

Die Makrolinse ist eine lustige Spielerei für Nahaufnahmen im Garten – nicht immer stellt die Linse das Bild im Nahbereich richtig scharf. Hier hätten wir uns lieber eine Weitwinkellinse statt der Makrolinse gewünscht. Videoaufnahmen sind mit 1080p bei 30 fps möglich, mangels Bildstabilisator wirken die Videoclips stark verwackelt. Die Farben wirken dabei noch blasser als bei den Fotos, zudem stellt sich der Autofokus nicht immer gut ein. Selfies gelingen mit der Frontkamera einwandfrei. Im Porträtmodus übertreibt es das Bokeh allerdings, sodass es sich Bildfehler beispielsweise beim Brillengestell einschleichen.

Bei der Ausstattung erkennt man schnell, wo Nokia gespart hat. Als Prozessor kommt mit dem Mediatek Helio G25 ein einfaches Modell zum Einsatz, das sich sonst nur bei Budget-Smartphones unter 100 Euro wie dem Xiaomi Redmi 9A (Ratgeber) findet. Viel erwarten sollte man von dieser CPU nicht – was der PCmark Benchmark-Test mit 5300 Punkten bestätigt. Damit befindet sich das Nokia G10 noch hinter dem Samsung Xcover 5 (Testbericht) am unteren Ende der Fahnenstange.

In Verbindung mit den sehr mageren 3 GByte RAM reicht das gerade noch für einfache Alltagsaufgaben aus. Man sollte jedoch Geduld mitbringen, da mit längeren Ladezeiten und gelegentlichen Rucklern zu rechnen ist. Zum Beispiel scrollt Google Maps eher gemächlich, bei Casual Games wie Angry Birds 2 lädt der Übergang zwischen Levels recht lang. Spiele wie Asphalt 9 Legends laufen mit Standard-Details dennoch – auch hier machen sich aber lange Ladezeiten und gelegentliches Ruckeln bemerkbar.

Der Speicher fällt mit 32 GByte ebenfalls klein aus. Immerhin bietet das Handy einen Slot für Micro-SD-Karten bis 512 GByte und kann parallel dazu sogar zwei SIM-Karten nutzen. Leider verzichtet HMD Global aus Kostengründen auf NFC – was durchaus üblich ist in dieser Preisrange. Einen großen Schutz vor Wasser bietet das Smartphone nicht. Die IPX2-Zertifizierung schützt es aber zumindest gegen leichten Regen für kurze Zeit.

Der USB-C-Anschluss bietet nur das deutlich langsamere USB 2.0. Allerdings findet man diesen Standard noch immer bei teureren Top-Smartphones aus China. Für Konnektivität sorgt Bluetooth 5.0 – beim WLAN kommt Enttäuschung auf: Das Nokia G10 unterstützt tatsächlich nur maximal Wifi-4. Hier hätten es trotz des Preises schon gerne Wifi-5 sein dürfen. Der Sound der Monolautsprecher klingt etwas blechern und übersteuert schnell bei größerer Lautstärke. Erfreulich ist, dass das Nokia G10 für den Preis einen Fingerabdrucksensor bietet. Der macht seinen Job zuverlässig und ausreichend schnell.

Deutlich besser sieht es bei Nokia mit der Software aus. Das Nokia G10 nutzt bereits Android 11. Der Sicherheitspatch stammt vom April und hinkt damit einen Monat hinter Googles Update-Zyklus hinterher. Hier dürfte bald ein neuer Patch folgen. Als Teilnehmer am Android-One-Programm garantiert HDM Global regelmäßige Sicherheitsupdates für die nächsten 3 Jahre und zwei große Upgrades auf neue Android-Versionen. Damit können Käufer des Nokia G10 fest mit Android 12 rechnen. Welche Smartphones noch Kandidaten auf ein baldiges Upgrade sind, zeigen wir im Ratgeber Android 12: Diese Smartphones bekommen das Update.

Der Akku des Nokia G10 bietet eine üppige Kapazität von 5050 mAh – das ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Das sorgt in Verbindung mit der eher niedrigen Auflösung und dem gemächlichen Prozessor dafür, dass das Smartphone ziemlich lange durchhält. Beim Battery Test von PCmark kamen wir auf einen Wert von 12 Stunden. Je nach Nutzung dürfte das Handy im Alltag gut 2 bis 3 Tage durchhalten, bevor es wieder an den Stecker muss. Das ist gut so, denn dem Smartphone liegt nur ein Netzteil mit 10 Watt bei. Der Ladevorgang dauert bei der Akkukapazität mehr als 3 Stunden.

Das Nokia G10 gibt es in zwei Farben zu kaufen: Das dunkelblaue „Dark“ und das lavendelfarbene „Dusk“. In Deutschland gibt es das Smartphone derzeit nur mit 32 GByte Speicher für 130 Euro zu kaufen. Die Variante mit 64 GByte Speicher ist hierzulande derzeit nicht erhältlich.

Das Nokia G10 ist sehr preiswert und macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Die Verarbeitung und das Design sind ansprechend. Blickt man näher auf die Ausstattung und Leistung, offenbart es aber einige Schwächen und nur wenige herausragende Stärken. Die Akkulaufzeit ist ziemlich gut, setzt aber keine besondere Duftmarke. Günstige China-Smartphones wie das Realme 7i (Testbericht) können hier mithalten.

Die Leistung des Smartphones ist tatsächlich sehr schwach. Das Display geht in Ordnung, bietet aber nur HD+. Die Kamera reicht für Schnappschüsse – aber überzeugt nicht wirklich. Das können andere Hersteller teilweise für unwesentlich mehr Geld besser. Die größte Stärke des Nokia G10 stellt das Update-Versprechen von HMD Global dar. Als Teilnehmer am Android-One-Programm können Käufer auf regelmäßige Updates und zwei große System-Upgrades für Android hoffen.

Bei Alternativen lohnt es sich, ein paar Euro zusätzlich in die Hand zu nehmen. Das Xiaomi Poco X3 NFC (Testbericht) etwa bietet ein tolles Display mit FHD+, eine wesentlich schnellere Performance und dreifachen Speicherplatz. Das Gerät gibt es derzeit schon zu Straßenpreisen von 170 Euro zu kaufen. Das Xiaomi Poco M3 5G (Testbericht) bietet eine schnelle Leistungsfähigkeit und sogar ein 90-Hz-Display zu Preisen von derzeit 160 und 180 Euro. Schick und wirklich schnell ist zudem das Realme 8 (Testbericht) für 180 Euro. Weitere Alternativen zeigen wir unserer Top 10: Die zehn besten Smartphones 2021 bis 200 Euro.

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