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Nokia 8.3 5G
Pro und Contra
  • Großes Display mit kräftigen Farben
  • Android One
  • Gute CPU-Leistung
  • Kein OLED-Display
  • Kein Schutz gegen Wasser
  • Kamera nicht überzeugend
  • 3.5
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Das Nokia 8.3 5G ist das neueste Top-Modell der Finnen und im Film das Smartphone der Wahl von James Bond höchstpersönlich. TechStage testet das 5G-Smartphone mit Riesen-Display für 430 Euro.

Eigentlich sollte das Nokia 8.3 5G im neuen James Bond-Film seine Premiere feiern. Wegen der Corona-Pandemie wurde aber bisher nichts aus dem Kinostart des Films. Anders ist das beim Nokia 8.3 5G, das seit Ende letzten Jahres im Handel ist und das Nokia 8.1 ersetzt. Es handelt sich dabei nicht um den Nachfolger des Nokia 9 Pureview, dieser soll in Form des Nokia 9.3 erst später im Jahr 2021 folgen. Das Handy gehört zu den ersten Geräten der Marke Nokia, die 5G-Netzwerke unterstützen.

Design

Das Nokia 8.3 5G macht auf Anhieb einen sehr hochwertigen und schicken Eindruck. Mit einem Gewicht von 220 Gramm und einem Bildschirm von 6,81 Zoll gehört das Nokia 8.3 5G zu den „großen und schweren Jungs“ unter den Smartphones. Dennoch liegt es gut in der Hand. Personen mit kleineren Händen dürften mit dem Nokia 8.3 5G allerdings Schwierigkeiten bekommen, einhändig kann man das Smartphone kaum bedienen.

Ästhetisch ist die dunkelblaue Farbe des Nokia 8.3 5G – diese hört sehr passend auf den Namen „Polarnacht“. Die Nordlichter inspirierten Nokia dabei zur Namensgebung. Der Rahmen des Mobiltelefons ist aus Metall, was den hochwertigen Eindruck unterstreicht. Die Rückseite ist allerdings aus Kunststoff, das ist in dieser Preisklasse gewagt. Durch die Farbgebung wirkt das Nokia 8.3 5G dennoch hochwertig. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Fingerabdrücke sieht man auf der glänzenden Oberfläche rasch.

Die Einschalttaste mit integriertem Fingerabdrucksensor findet man neben den Tasten für Lautstärke auf der rechten Seite. Links befindet sich die Taste für den Google Assistant. Auffällig ist die Ausbuchtung auf der Rückseite. Darin verbirgt sich das Vierfach-Kamera-System mit Carl Zeiss-Optik.

Display

Das Display macht auf den ersten Blick einen ausgezeichneten Eindruck. Das Bild ist klar, Schriften wirken sehr scharf und die Farbgebung äußerst natürlich. Der IPS-Bildschirm weist dank der Größe des Handys eine Diagonale von über 17 cm bei einer Auflösung von 1080 x 2400 Pixel auf. Das entspricht einer Pixeldichte von 336 ppi, womit das Handy etwa im Mittelfeld liegt.

Die Bildwiederholrate liegt bei gängigen 60 Hertz. Das ist für den Alltagsbetrieb auch völlig ausreichend. In dieser Preisklasse finden sich aber bereits Smartphones mit Bildwiederholfrequenzen von 90 Hz und sogar 120 Hz, wie beispielsweise das Xiaomi Mi 10 T Lite (Testbericht). Je höher die Bildwiederholfrequenz, desto flüssiger erscheinen Bildläufe.

Hinzu kommt, dass Hersteller HMD Global kein OLED-Display nutzt, sondern auf LCD-Technologie setzt. Dadurch kann das Nokia 8.3 5G beim Kontrast nicht ganz mit OLED-Geräten von Samsung oder Xiaomi mithalten. Das Display bietet eine durchschnittliche Helligkeit, spiegelt aber stark. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann man den Bildschirm nicht gut genug ablesen.

Kamera

Bei den Kameras ist das Nokia 8.3 5G nominell hervorragend ausgestattet. Zum Einsatz kommen Linsen von Carl Zeiss mit Pureview-Technologie. Die Optik hat Zeiss aber nicht selbst beigesteuert, sondern unterstützt den Produzenten HMD Global als Entwicklungspartner.

Auf der Rückseite finden sich gleich vier Linsen in der auffälligen Wölbung. Eine 64-Megapixel-Kamera unterstützt von einer 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und einer Makrokamera sowie einer Hilfslinse für Tiefeninformationen mit jeweils 2 Megapixel. Bildstabilisatoren oder optischen Zoom hat das Gerät aber nicht. Die Frontkamera bietet 24 Megapixel. Bei Videos liefert das Smartphone Auflösungen bis 4k (3.840 x 2.160 Pixeln) bei 30 Bildern pro Sekunde. Auch eine Zeitlupenfunktion ist in Full HD bei 240 fps möglich.

Trotz dieser Ausstattung ist das Ergebnis bei den Fotos enttäuschend. Die Bilder sind zwar ordentlich, gerade auch bei dunkleren Lichtverhältnissen, es gibt aber Abstriche bei der Detailgenauigkeit und Farbtreue. Für Nahaufnahmen bietet die Makrokamera unter anderem zu wenig Auflösung, was zu eher ernüchternden Ergebnissen führt. Das Nokia 8.3 5G eignet sich deshalb nur bedingt als Kamera-Smartphone für Fotografen.

Ausstattung

Unter der Haube des Nokia 8.3 5G arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 765G mit acht Kernen und einer Taktrate von 2,4 Gigahertz. Diese sorgt für eine sehr ordentliche Leistung. Im Benchmark-Test PC Mark Work 2.0 landet das Smartphone mit über 7.800 Punkten im oberen Drittel. Die Leistungsfähigkeit des Nokia 8.3 5G spürt man im Alltag. Die meisten Apps laufen flott, das Handy regiert schnell und direkt. Nur für einige wenige Top-Games könnte die CPU nicht ausreichen. Für genügend Arbeitsspeicher ist mit 8 GB ebenfalls gesorgt. Das Nokia 8.3 5G gibt es auch in einer leicht abgespeckten Variante mit 6 GB RAM. Als Speicherplatz sind 64 GB und 128 GB im Angebot.

Der Fingerabdrucksensor ist im seitlich angebrachten Ein/Aus-Schalter integriert. Für die Ersteinrichtung muss man etwas Geduld aufbringen, denn häufig gelangt man mit der gleichen Stelle des Fingers an den Sensor, das Gerät braucht aber jedes Mal eine andere Stelle der Fingerkuppe für die Messung. Im Alltag entsperrt man das Handy dann aber sehr flott mit dem Finger. Auch die Entsperrung des Handys mittels Gesichtserkennung ist möglich. Über den großen Button auf der linken Seite des Smartphones aktiviert man den Google Assistant.

Bei den Konnektivitätsoptionen bietet das Nokia 8.3 5G LTE-Downstreams bis 1,2 Gbit/s. Im heimischen Netzwerk surfen Nutzer mit dem WiFi-5-Standard, WiFi 6 wird noch nicht unterstützt. NFC und Bluetooth 5 sind auch mit an Bord. Der USB-C-Port des Nokia 8.3 5G unterstützt maximal USB 2.0. Für den alltäglichen Gebrauch reicht diese Ausstattung aus, entspricht aber nicht mehr ganz der Mittelklasse. Das Nokia 8.3 5G erlaubt auch den Dual-SIM-Betrieb über den hybriden Slot zur Speichererweiterung. Dieser unterstützt Micro-SD-Karten bis 512 GB Speicher. Vorsicht: Gegen Wasser ist das Nokia 8.3 5G kaum geschützt, eine IP-Zertifizierung gibt es nicht.

Sehr erfreulich ist die Software, denn beim Nokia 8.3 5G handelt es sich um ein Android-One-Smartphone. Das garantiert ein vom Hersteller unverfälschtes Android-Erlebnis mit regelmäßigen Android-Updates für mindestens zwei Jahre und Sicherheitspatches für drei Jahre. Unser Testgerät wurde mit Android 10 ausgeliefert, ein Update auf Android 11 soll bald folgen.

Akku

Der Akku des Nokia 8.3 5G hat eine ordentliche Kapazität von 4.500 mAh. Laut dem Batterie-Test von PC Mark schafft das Handy bei dauerhafter Belastung etwa neun bis zehn Stunden. Im Alltagsbetrieb hält das Nokia 8.3 5G gut zwei Tage durch. Das ist ein guter Wert, viele Handys in dieser Preisklasse schaffen aber eine längere Laufzeit.

Zwar unterstützt das Gerät Schnellladen mit 18 Watt, sonderlich viel ist das heute aber auch nicht mehr. Der Akku braucht damit entsprechend für eine vollständige Ladung etwa zwei Stunden. Andere Top-Geräte bieten hier eine deutlich bessere Leistung und damit kürzere Ladezeit des Akkus. Kabelloses Laden wird nicht unterstützt.

Preis und Varianten

Das Nokia 8.3 5G ist in der einfachen Konfiguration mit 64 GB Speicher und 6 GB RAM ab 375 Euro erhältlich. Die Top-Variante mit 8 GB RAM und 128 GB Speicherkapazität kostet rund 430 Euro. Eine andere Farbe als „Polarnacht“ gibt es derzeit nicht.

Wer zum Smartphone einen passenden Mobilfunktarif sucht, findet im Tarifrechner von heise vielleicht einen passenden Vertrag. Neben Netzanbieter und Datenvolumen kann man hier auch beispielsweise nach Vertragslaufzeit oder 5G filtern.

Fazit

Das Nokia 8.3 5G ist ein solides Mittelklasse-Smartphone. Optisch überzeugt es auf ganzer Linie, trotz seiner immensen Größe liegt es gut in der Hand. Die Ausstattung bietet alles, was im Alltag bei einem Smartphone gebraucht wird. Top-Features sind aber wenige zu finden. Das Display ist ausreichend scharf bei hervorragender Farbwiedergabe. Mit einem OLED-Bildschirm andere Hersteller hält das Gerät aber nicht mit.

Das Kamera-System ist enttäuschend, dafür, dass der Name Carl Zeiss aufgedruckt ist. Die Akkulaufzeit ist gut, wenn auch nicht überragend. Die Leistung des Geräts ist ordentlich. Dank Android One muss man sich nicht mit viel zu späten Updates und Bloatware herumschlagen.

Beim Nokia 8.3 5G handelt es sich um ein ordentliches Handy der oberen Mittelklasse. Das größte Problem ist der Preis des Modells - für das gleiche Geld bekommt man bei der Konkurrenz teilweise spürbar mehr. James Bond würde ohne kräftige Werbeverträge wahrscheinlich ein anderes Handy wählen.

Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten das Xiaomi Poco X3 (Testbericht), Xiaomi Mi 10 T Lite (Testbericht) und das Samsung Galaxy A71 (Testbericht).

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