Techstage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Nokia 5.4

Bild:Techstage

Pro und Contra
  • Akkulaufzeit
  • Performance
  • Android One
  • Display-Helligkeit 
  • Kamera bei Dunkelheit
  • Veralteter WLAN-Standard
Rating:
  • 4.0
Teile diesen Beitrag
Beliebt auf TechStage
Ratgeber: Fritzbox als Smart-Home-Zentrale
PC-Upgrade: Welche Komponenten man jetzt kaufen sollte
Neigungsmesser, Laser-Wasserwaage, Spezialbits und Konturenlehre: Diese Tools gehören in jede Werkstatt
Amazon Echo als Smart-Home-Zentrale: Philips Hue und Co. ohne Hub über Zigbee verbinden

Für knapp 200 Euro ist das Nokia 5.4 ein solides und handliches Smartphone der unteren Mittelklasse mit Android One und Update-Garantie. TechStage zeigt, was alles drinsteckt.

Das Vorgängermodell Nokia 5.3 überzeugte bereits als Mittelklasse-Handy mit einer guten Verarbeitung und Ausstattung für knapp 200 Euro. Damit schaffte es das Nokia 5.3 sogar zeitweise in unsere Top 5: Die besten Smartphones 2020 mit Android One. In diese Fußstapfen tritt nun das Nokia 5.4.

Das neue Modell fällt mit einem Display von knapp 6,4 Zoll ein wenig schmaler und kürzer aus als der Vorgänger mit 6,6 Zoll. Das Nokia 5.4 integriert die vordere Linse in einem Punch-Hole-Notch auf der linken oberen Seite. HMD Global hat dem Gerät aber noch weitere Verbesserungen spendiert.

Das Nokia 5.4 ist hochwertig verarbeitet, was sich am soliden Tastendruck und kaum nennenswerten Spaltmaßen verdeutlicht. Es liegt gut in der Hand und macht auch optisch einiges her. Es reiht sich damit nahtlos in die Design-Sprache des Nokia 8.3 5G (Testbericht) ein: Schlichte Form, Metallrand, Punch-Hole-Notch für die Frontkamera auf der oberen linken Seite sowie eine Kunststoffrückseite mit auffälligen Mustern in Dunkelblau („Polar Night“) und einer Ausbuchtung für vier Kameralinsen. Der Power-Button und die Tasten für Lautstärke finden sich auf der rechten Seite, links ist ein Knopf zum Auslösen des Google Assistant angebracht. Dieser kann deaktiviert aber leider nicht mit einer anderen Funktion belegt werden.

Die Rückseite aus glänzendem Kunststoff sieht sehr schick aus und verbirgt zumindest auf den ersten Blick geschickt, dass es sich nur um eine Plastikabdeckung handelt. Allerdings sieht man schnell Fingerabdrücke darauf, sodass man das Handy häufig putzen muss. Leider ist die Rückseite sehr rutschig. Hier empfiehlt sich eine Schutzhülle, um ein unnötiges Aus-der-Hand-rutschen des Smartphones zu verhindern. Bei Größe und Gewicht von 180 Gramm entspricht es nahezu dem Nokia 3.4 (Testbericht). Man kann es dadurch gerade noch mit einer Hand bedienen.

Das IPS-Panel des Nokia 5.4 bietet eine Auflösung von 1560 x 720 Pixeln bei 60 Hertz. Das sorgt für eine Pixeldichte von 269 ppi. Mehr als 300 ppi wären wünschenswert gewesen, dennoch gibt das Display des Nokia 5.4 alle Inhalte im Alltag ausreichend scharf wieder. Einen Unterschied zu höher auflösenden Screens sieht man im direkten Vergleich aber sofort. Das Xiaomi Poco X3 NFC (Test) bietet für ebenfalls 200 Euro bereits 395 ppi bei 120 Hertz.

Die Farbgebung des LCD-Displays geht absolut in Ordnung, bei hoher Umgebungshelligkeit wirken die Farben verwaschen. Der Kontrast könnte höher ausfallen, ist für ein Gerät dieser Preisklasse aber ausreichend. Die maximale Helligkeit des Bildschirms beträgt knapp 470 cd/m². In Räumen reicht diese zwar aus, bei direktem Sonnenlicht kann man das Display nur schwer ablesen. Die Blickwinkelstabilität ist aber rundum überzeugend.

Die runde Erhebung auf der Rückseite des Nokia 5.4 ist mittlerweile ein Markenzeichen der Smartphones von HMD Global. Im Vergleich zur Kamera des Vorgängers hat das Smartphone bei der Auflösung ordentlich aufgerüstet. Die Hauptkammer bietet jetzt 48 statt 13 Megapixel. Allerdings fasst die Kamera durch Pixelbinding jeweils vier Pixel zu einem zusammen, sodass die Ausgabe eher einer 12 Megapixel-Kamera entspricht. Das Kamerasystem verfügt zudem über einen Autofokus.

Zusätzlich kommen eine Ultraweitwinkellinse mit 5 Megapixel sowie eine Makrolinse und ein unterstützender Tiefensensor mit jeweils 2 Megapixel zum Einsatz. Die Frontkamera schafft 16 Megapixel. Einen optischen Bildstabilisator gibt es nicht, das ist in dieser Preisklasse wenig überraschend. Auch eine Zeitlupenfunktion mit 120 fps ist mit an Bord. Videos in Full HD sind bei 60 Bildern pro Sekunde möglich.

Bei Tageslicht gelingen mit dem Nokia 5.4 recht passable Fotos mit guter Schärfe sowie Bilddynamik, auch wenn die Farben ein wenig blass wirken. Bei Dunkelheit nimmt die Qualität der Bilder aber rasch ab und führt zu Unschärfe und Rauschen. Die Kamera steuert mit zu viel Weichzeichnung dagegen, dadurch gehen Details verloren. Im Vergleich zur Hauptkamera erreicht die Ultraweitwinkel aber ein zufriedenstellendes Ergebnis mit nur wenig Unschärfe im Außenbereich. Die Makro-Kamera bietet mit 2 Megapixeln eine relativ geringe Auflösung, was für pixelige Nahaufnahmen sorgt. Auch die Selfie-Kamera überzeugt nicht gänzlich, denn Farben und Schärfe wirken verwaschen.

Das Nokia 5.4 treibt ein Snapdragon 662 von Qualcomm an. Der Prozessor ist mit fast zwei Jahren nicht mehr ganz neu, sorgt aber für ein flottes Verhalten des Smartphones. Im Benchmark-Test PCMark Work 2.0 erzielten wir mit dem Gerät knapp über 6100 Punkte. Apps auf dem Smartphone laufen damit geschmeidig, grafisch aufwendige Spiele wie Asphalt 9 laufen jedoch nicht flüssig. Der Arbeitsspeicher des Nokia 5.4 beträgt 4 GByte, was für genügend Stabilität des Systems sorgt und in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.

Sehr großzügig bemessen ist der interne Speicher mit 128 GByte. Über einen Slot kann man den Speicher mit Micro-SD-Karten mit bis zu 512 GByte erweitern. Auch die Nutzung einer zweiten SIM-Karte ist zusätzlich zur Speicherkarte möglich. Das ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich.

Die ordentliche Ausstattung runden NFC, ein Fingerabdrucksensor, ein UKW-Radio, eine Klinkenbuchse, Bluetooth 4.2 und USB-C ab. Der Fingerabdrucksensor ist auf der Rückseite unter der Kamera angebracht und reagiert sehr flott. Allerdings gelangt man dadurch gelegentlich mit dem Finger auf den Sensor, während man das Smartphone bedient. Das hat zur Folge, dass die Schnelleinstellungen eingeblendet werden, wenn man beispielsweise gerade eine Webseite oder App öffnet, was störend ist.

Die WLAN-Ausstattung ist nicht mehr auf dem neuesten Stand und unterstützt nur WLAN-n, das ausschließlich im stark genutzten 2,4-GHz-Bereich arbeitet. Über LTE schafft das Smartphone Downloads bis 150 Mbit/s. Eine kabellose Aufladung über Qi ist beim Nokia 5.4 nicht vorgesehen, was aber bei einem Preis von knapp 200 Euro auch keine Überraschung ist.

Ausgeliefert wird das Nokia 5.4 mit Android 10, im Frühjahr soll dann bereits Android 11 folgen, auch mit einem Update auf Android 12 kann in Zukunft gerechnet werden. Dafür sorgt eines der größten Argumente für den Kauf eines Nokia 5.4: Android One. Bei Android One handelt es sich um einen Standard von Google, für den Hersteller Ihre Smartphones zertifizieren lassen können.

Bedingungen für die erfolgreiche Zertifizierung sind der Verzicht auf Veränderungen an Android sowie der Benutzeroberfläche und auf Bloatware. Vorhandene Apps und Dienste von Google bekommen den Vorrang vor der Software der Gerätehersteller. Das soll für eine gradlinige und einfach zu verstehende Benutzeroberfläche Android-One-Smartphones sorgen. Im Gegenzug bekommen alle Geräte, die bei Android One teilnehmen, eine Garantie auf Android-Updates für zwei Jahre und Sicherheits-Patches für bis zu drei Jahre. Mehr über Android One erklären wir in diesem Ratgeber-Artikel.

Erfreulich ist der Akku mit einer Kapazität von 4000 mAh. Im Batterietest von PCMark erreicht das Smartphone bei kontinuierlicher Nutzung eine Laufzeit von zwölf Stunden. Das ist sogar etwas länger als beim teureren und hochwertigeren Modell Nokia 8.3 5G (Testbericht). Bei unserem Test hält das Nokia 5.4 aber gut zwei Tage bei gewöhnlicher Nutzung durch. Für den Ladevorgang bietet das Netzteil nur 10 Watt, sodass es fast zwei Stunden braucht, bis das Gerät vollständig aufgeladen ist.

In Deutschland ist das Nokia 5.4 ausschließlich mit einer Speicherkapazität von 128 GByte für knapp unter 200 Euro erhältlich. Bei der Farbwahl kann man zwischen Dunkelblau („Polar Night“) und Violett („Dusk“) wählen. Über Importeure kann man auch eine Version mit 64 GByte beziehen, diese ist aber nur unwesentlich günstiger und somit nicht empfehlenswert.

Das Nokia 5.4 ist ein solides Smartphone der unteren Mittelklasse. Für knapp 200 Euro bekommt man ein flottes und schickes Gerät mit guter Akkulaufzeit und ordentlicher Ausstattung. Wer besonderen Wert auf eine aktuelle und unveränderte Android-Version mit schnellen Updates legt, ist dank Android One auf der sicheren Seite. Für gelegentliche Schnappschüsse bei schönem Wetter ist die Kamera des Nokia 5.4 ausreichend. Wer häufiger fotografiert, dürfte aber enttäuscht werden. Etwas störend ist auch der veraltete WLAN-Standard.

Wer nicht so viel Wert auf Android One legt, kann sich diese Alternativen ansehen: Nahezu in allen Bereichen der Hardware ist das Xiaomi Poco X3 NFC (Testbericht) überlegen – und das für einen ähnlichen Preis. Etwas teurer ist das Samsung Galaxy A51 (Testbericht), bietet aber dafür ebenfalls eine bessere Kamera und Ausstattung als das Nokia 5.4. Beim Motorola Moto G9 Play (Testbericht) finden Interessierte mehr Akkukapazität für weniger Geld bei ähnlicher Ausstattung. Weitere Alternativen in dieser Preisklasse mit guter Hardware sind das Honor 9X (Testbericht) und Huawei P30 Lite (Testbericht). Achtung: Aufgrund des US-Banns gegen Huawei und Honor müssen diese Geräte zumindest offiziell ganz ohne Google-Dienste auskommen.

Ähnliche Produkte im Test
Ganz, ganz billig: 20-Euro-Handy Nokia 105 (2019) im Test
4.0
Mehr zum Thema
DJI Mavic Air 2 im Test: Klasse Ausstattung, fairer Preis
5.0
Mehr zum Thema
Nokia 1.3 im Test: Günstiges Smartphone für Minimalisten
3.0
Mehr zum Thema
Mobiler Monitor mit Akku: Asus Zenscreen Go MB16AP im Test
4.0
Mehr zum Thema
Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.