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Nokia 2.4 im Test: Einsteiger-Smartphone zum Budget-Preis

Pro und Contra

  • Lange Laufzeit
  • Guter Verarbeitung
  • Kameraqualität
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Mit dem Nokia 2.4 präsentiert der finnische Hersteller den Nachfolger zum Nokia 1.3. Starker Akku, Dual-Cam und eine gute Verarbeitung klingen gut, aber weiß das Nokia 2.4 tatsächlich zu überzeugen?

Vorgänger Nokia 1.3. (Testbericht) überraschte mit guten Verarbeitung und einem ordentlichen Display. Das Nokia 2.4 besitzt nun zusätzlich eine Dual-Cam und einen größeren Akku. Wie schlägt es sich im Test?

Das Nokia 2.4 liegt mit seinen 195 Gramm bei einer Größe von 165 x 76 x 8 Millimeter gut in der Hand, allerdings ist es damit nicht gerade ein Leichtgewicht. Die Verarbeitung macht einen sehr guten Eindruck, ungleiche Spaltmaße und Kanten sind nicht zu erkennen. An der rechten Seite befinden sich der Power-Schalter und der Volume-Regler, auf der linken Seite ist der dedizierte Google-Assistant-Knopf, der sich optional deaktivieren lässt. Die Regler und Knöpfe überzeugen durch guten Hub und tadellose Führung. Fingerabdrücke sind aufgrund des matten Polycarbonat-Gehäuses auf der Rückseite kaum sichtbar. Rückseitig ist zudem das vertikale Kamera-Modul eingebaut, das mit einem Millimeter Höhe kaum hervorsteht und gut eingepasst ist.

Die Frontkamera bringt Hersteller HMD Global in einer Waterdrop-Notch mittig am oberen Rand des Displays unter, die kaum auffällt. Die Ränder des Screens sind ausreichend schmal, um als modern durchzugehen. Lediglich der neun Millimeter dicke Rand mit Nokia-Schriftzug an der Unterseite verrät den niedrigen Preis des Gerätes.

Das LC-Display des Nokia 2.4 besitzt eine HD+-Auflösung von 1.600 x 720 Pixel, wodurch sich eine Pixeldichte von 270 ppi (Pixel pro Zoll) ergibt. Dies ist der Preisklasse entsprechend niedrig, die Anzeige könnte schärfer sein. Das gilt auch für Kontraste, auch Farben wirken nicht sonderlich lebendig und etwas kraftlos. Die Helligkeit von 350 cd/m² ist für den aufgerufenen Preis durchaus in Ordnung, allerdings fällt es gerade bei direkter Sonneneinstrahlung schwer, Inhalte vom Display abzulesen. Beim Blickwinkel offenbart das Nokia 2.4 erneut Schwächen – so verdunkelt sich das Display unmittelbar, selbst wenn der Blick nur leicht von der frontalen Ansicht abweicht. Lichthöfe sind nicht zu erkennen, was keine Selbstverständlichkeit ist und auch bei Smartphones im oberen Preissegment gelegentlich vorkommt. Alles in allem passt die Qualität des Displays zum aufgerufenen Preis, mehr erwarten sollten Nutzer aber nicht.

Installiert ist eine vertikal angeordnete Dual-Kamera, bestehend aus einem Objektiv mit f/2.0-Blende und 13-Megapixel-Auflösung sowie einem Tiefensensor mit zwei Megapixel. Die Frontkamera hat 5 Megapixel. Der Tiefensensor ist mit seiner Auflösung von zwei Megapixel zu vernachlässigen, im direkten Vergleich mit dem Porträtmodus der Frontkamera, die allein auf sich gestellt ist, fallen keine nennenswerten Unterschiede auf. Generell liegt die Stärke des Nokia 2.4 nicht in der Kamera. Die Farben der Motive werden nicht natürlich wiedergegeben, sie wirken blass und leblos. Die aufgenommenen Bilder wirken insgesamt unscharf.

Wenn das schon tagsüber nicht funktioniert, wundert es auch nicht, dass der Nachtmodus auch nicht überzeugt. Hier verschwimmen Konturen noch mehr und das gesamte Foto wirkt wie unter einem grauen Schleier. Videos lassen sich mit 30 fps und 1080p aufnehmen, der Software-Bildstabilisator stößt allerdings zügig an seine Grenzen. Aufnahmen wirkt aufgrund der niedrigen Bildanzahl pro Sekunde bei Schwenks noch unschärfer und sind zudem unruhig - das erinnert an alte Familienvideos aus den 2000ern. Die Front-Kamera macht bei guten Lichtverhältnissen akzeptable Fotos, eine allzu große Erwartungshaltung sollte man trotzdem nicht daran haben. Wird das Licht schwächer, hat sie mit denselben Problemen wie die Hauptkamera zu kämpfen.

Insgesamt wird die Kamera wohl bei den meisten Käufern mangels Foto- und Videoqualität nur selten zum Einsatz kommen. Allerdings handelt es sich beim Nokia 2.4 um ein Einsteiger-Smartphone und in den unteren Preisregionen ist das leider auch im Jahr 2021 bei den meisten günstigen Modellen so – hier sollte man unterdurchschnittliche Kameraqualität also nicht zu hoch bewerten.

Angetrieben wird das Nokia 2.4 von einem Mediatek MT6762 (Helio P22), der eine Taktfrequenz von bis zu 2,0 GHz aufweist und auf 2 GByte RAM zugreifen kann. Im Benchmark PCMark Work 2.0 erreicht er einen Wert von rund 5300 Punkten – dies ist dem Preis angemessen und entspricht vergleichbaren Smartphones. Der neue 3DMark-Wildlife-Benchmark lässt sich nicht anwenden, da dem Nokia 2.4 schlichtweg die benötigte Leistung fehlt, um den Benchmark zum normierenden Vergleich mit aktuellen Smartphones zu betreiben. Als Alternative bietet 3DMark jedoch den älteren Slingshot-Benchmark an – hier erreicht das Nokia 2.4 einen mageren Wert von 800 Punkten. Die fehlende Rechenleistung in Kombination mit dem wenigen RAM macht sich im Alltag durchaus bemerkbar. Läuft eine anspruchsvolle App im Hintergrund, leidet bereits die Gesamtperformance. Das ohnehin nicht ganz flüssige Scrollen funktioniert dann nur noch stockend und die Animation beim Wechsel zwischen den Apps bleibt immer wieder kurzzeitig hängen. Für einfache tägliche Anwendungen wie Youtube oder Surfen im Internet reicht die Leistung unter dem Strich aus, von der Benutzung grafisch-anspruchsvoller Apps und vielen gleichzeitigen Prozessen ist allerdings abzuraten.

Der von Hersteller HMD Global installierte interne Speicher ist mit 32 GByte recht klein, allerdings lässt er sich per Micro-SD auf 512 GByte erweitern. Zusätzlich nimmt das Nokia 2.4 zwei SIM-Karten auf, es verfügt also über einen dedizierten Dual-SIM-Slot. Im Vergleich zum Vorgänger ist nun auch ein Fingerabdruck-Scanner auf der Rückseite installiert. Das Anlernen geht schnell von der Hand, anschließend wird der Fingerabdruck zuverlässig und ausreichend schnell erkannt. Bluetooth gibt es in Version 5.0, WLAN wie beim Vorgänger nur n-Standard. Der Lautsprecher an der Unterseite klingt etwas blechern, das integrierte Radio kann erst mit kabelgebundenen Kopfhörern verwendet werden, die nicht im Lieferumfang enthalten sind.

Als Software kommt Android One 10 zum Einsatz, entsprechend übersichtlich ist das Userinterface. Der Grund ist einfach: Android One wird nicht extra vom Hersteller angepasst, sondern von Google direkt übernommen. So befinden sich keine unnötigen Drittanbieter-Apps auf dem Nokia 2.4, allerdings auch keine Service-Apps wie etwa ein Ultra-Batteriesparmodus.

Nokia gibt dank Android One eine zweijährige Update-Garantie für das Betriebssystem sowie eine dreijährige Garantie für Sicherheitspatches. Dennoch war der Sicherheits-Patch bei unserem Testgerät auf Stand August 2020 und sollte umgehend aktualisiert werden.

Das Nokia 2.4 ist mit einem Akku mit 4500 mAh ausgestattet, was in der Preisklasse durchaus heraussticht und auf dem Papier das Highlight des Smartphones darstellt. Im PCMark Battery Test hielt das Smartphone knapp 11 Stunden durch. Bei der Akku-Leistung hätte allerdings ein bisschen mehr Laufzeit drin sein können, so schafft das Xiaomi Mi 10 T Lite (Testbericht) bei 4850 mAh stolze 16,5 Stunden. Das Modell kostet allerdings auch 100 Euro mehr und setzt auf modernere Technik. Als Wermutstropfen gestaltet sich die Ladezeit des Nokia 2.4. Das mitgelieferte 5-Watt-Netzteil braucht nahezu fünf Stunden bis der Akku vollständig geladen ist – das ist nicht mehr zeitgemäß. Bei kurzfristigem Laden von einer halben Stunde lag der Ladestand des Akkus bei dürftigen zehn Prozent. So gilt es im Alltag durchaus zu berücksichtigen, dass der Akku über Nacht komplett aufgeladen werden solle, da ein kurzfristiges Aufladen nur bedingt effektiv ist.

Das Nokia 2.4. ist in den Farben Dusk, Charcoal und Fjord erhältlich und hat eine UVP von 129 €. Unterschiedliche Speichervarianten gibt es nicht.

Das Nokia 2.4 macht als Einsteiger-Smartphone vieles richtig. Der recht leistungsstarke Akku weiß zu überzeugen und auch die Verarbeitung hinterlässt einen positiven Eindruck. Die Rechenleistung ist, auch wenn sie eher im unteren Bereich einzuordnen ist, der Preisklasse entsprechend, wobei durchaus auch etwas mehr drin gewesen wäre. Enttäuschend hingegen ist die Kamera, deren Bilder kraftlos erscheinen und die Farben nicht natürlich wiedergeben – auch wenn selbst das heute immer noch in der untersten Preisklasse normal ist.

Die lange Akku-Ladezeit erschwert den Alltag, das geht bei ähnlichen Modellen wie dem Motorola Moto G9 Play (Testbericht) durchaus schneller. Wer auf der Suche nach einem günstigen Handy ist und dabei keine großen Ansprüche stellt, bekommt mit dem Nokia 2.4 ein preiswertes Einsteigermodell, das keine gravierenden Mängel aufweist. Allerdings gibt es bessere Alternativen, darunter Motorola Moto G9 Play (Testbericht) , Samsung Galaxy M21 (Testbericht) und das Elephone U5 (Testbericht) .

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