Niu Kqi3 Sport im Test: Dieser E-Scooter macht (fast) alles richtig

Niu Kqi3 Sport
Pro und Contra
  • hervorragende Verarbeitung
  • gutes Fahrverhalten
  • Komponenten gut integriert
  • schwacher Motor
  • Akku nicht so groß
  • 4.0

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Der Niu Kqi3 Sport zeigt im Test viele Stärken wie eine sehr gute Verarbeitung und gutes Fahrverhalten zum fairen Preis. Doch er hat auch eine Schwäche.

Niu hat sich in den letzten Jahren vor allem durch seine E-Roller einen Namen gemacht. So gefällt uns etwa der Niu NGT (Testbericht) ausgesprochen gut. Er überzeugt durch seine tollen Fahreigenschaften, die gute Verarbeitung und Batterie. Seine Erfahrungen aus dem E-Roller-Bereich will Niu nun auch bei E-Scootern ausspielen. Ob das gelingt und wie sich der Niu Kqi3 Sport im Vergleich zu anderen guten E-Scootern (Bestenliste) schlägt, zeigt dieser Testbericht.

Wie bei E-Scootern üblich muss der Käufer nach dem Auspacken mit vier Schrauben den Lenker an der Lenkstange befestigen. Danach kann es direkt losgehen. Die Optik des Niu Kqi3 Sport gefällt uns richtig gut. Auffälligstes Merkmal ist sein geschwungener Rumpf, in dessen Mitte das mit 17 Zentimeter sehr breite, mit 47 Zentimeter aber nur durchschnittlich lange Trittbrett sitzt. Wir haben die blaue Variante vorliegen. Es gibt ihn aber auch mit weißen und roten Elementen und in einer komplett schwarzen Ausführung.

Insgesamt wirkt er massiv. Alles an ihm scheint gut und durchdacht integriert. So hat es Niu geschafft, die meisten Kabel clever zu verstecken. Die Kabel der Bremse und des Gashebels verschwinden nicht wie bei anderen E-Tretrollern erst in der Lenkstange, sondern bereits im Lenker selbst. Die Lenkstange ist ausgesprochen robust, das hintere Schutzblech ist fest und hält auch mal einen Tritt aus. Überhaupt wackelt nichts. Der Niu Kqi3 Sport ist einer der am besten verarbeiteten E-Scooter, den wir bisher testen durften.

Insgesamt eignet sich der Niu Kqi3 Sport besonders gut für größere Fahrer. Sein Lenker ist knapp 116 Zentimeter hoch und in seiner Höhe fixiert. Der E-Scooter ist 117 Zentimeter lang und der Lenker 54 Zentimeter breit. Der Klappmechanismus ist wie von aktuellen E-Scootern gewohnt sehr einfach: Sicherungshebel lösen, Lenkstange umklappen und einrasten, fertig. Eine kleine Besonderheit stellt der Einrastmechanismus dar, der beim Niu Kqi3 Sport über einen eignen mechanischen Knopf gelöst wird. An der Lenkstange kann der 18,5 Kilogramm schwere E-Scooter hochgehoben werden. Seine Faltmaße betragen 50 x 117 x 54 Zentimeter. Das maximale Zuladungsgewicht liegt bei 120 Kilogramm.

Am Lenker sitzt nur eine Bremse. Sie spricht sowohl die elektrische Motorbremse am Hinterrad als auch mechanische Scheibenbremse am Vorderrad an. Wer sie leicht betätigt, bremst ausschließlich elektrisch. Erst beim festeren Anziehen greift auch die Scheibenbremse. Das ist gut gelöst, so kann der Fahrer verlustfrei abbremsen und dabei gleich noch das Energierückgewinnungssystem nutzen. Der Bremsweg selbst ist bei einer Vollbremsung etwas länger, als wir es bei vielen anderen E-Scootern gesehen haben. Trotzdem geht er noch in Ordnung.

Auf der rechten Seite sitzt der Gashebel. Dieser ist für unser Empfinden etwas zu straff. Bei längeren Fahrten könnte er am Daumen Schmerzen verursachen. Auf der linken Seite sitzt die aufgesetzte Glocke. Die Griffe sind verhältnismäßig klein, aber gut gummiert. Vor dem Lenker sitzt als optischen Element eine Art Visier.

Das Display ist mittig am Lenker, recht groß und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Es zeigt neben der aktuellen Geschwindigkeit auch den gewählten Fahrmodus und die Restkapazität des Akkus in Balken an. Der einzige Knopf am Niu Kqi3 Sport befindet sich unterhalb des Displays.

Das Frontlicht sitzt mittig unterhalb des Lenkers. Es ist für einen E-Scooter ausgesprochen groß und wirft einen breiten und hellen Kegel nach vorn, der in seiner Höhe angepasst werden kann. Das Rücklicht leuchtet etwas weniger stark, ist aber dennoch im Dunklen ausreichend gut zu erkennen. Es leuchtet beim Bremsen hell auf.

Die Niu-App erfordert zunächst eine Registrierung mit einer E-Mail-Adresse. Nach dem ersten Verbinden führt ein kurzes Tutorial in die Nutzung des E-Scooters ein. Die App selbst hat nur einen begrenzten Mehrwert. Über sie kann man etwa die Firmware aktualisieren, die Stärke der Energierückgewinnung bestimmen und die maximale Geschwindigkeit begrenzen. Außerdem erlaubt sie die Aufzeichnung der Fahrten inklusive Kilometerstand, Fahrzeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und mehr. Die App integriert Kartenmaterial aus Google Maps.

Der Niu Kqi3 Sport fährt sich fantastisch. Das liegt vor allem an der hervorragenden Verarbeitung und seines trotz der massiven Verarbeitung agilen Fahrverhaltens. Die 9,5 Zoll großen Luftreifen fangen einen Großteil leichter Unebenheiten ab. Die Lenkstange sitzt ausgesprochen fest und wackelt nicht.

Niu gibt die Nennleistung des Motors mit 300 Watt und die Spitzenleistung mit 600 Watt an. Das ist weniger, als es viele andere E-Scooter bieten. Zum Vergleich: Der Motor des ausgesprochen starken E-Scooter Vmax VX2 (Testbericht) bringt eine Nennleistung von 500 Watt und 1300 Watt in der Spitze. Entsprechend gemächlich beschleunigt der Niu. Bei der Endgeschwindigkeit nimmt es der Roller sehr genau und begrenzt sie auf 20 Kilometer pro Stunde. Andere E-Scooter nutzen die 10-Prozent-Toleranz aus und beschleunige legal bis 22 Kilometer pro Stunde.

Die Kapazität des Akkus beträgt 365 Wattstunden. Wer sich für die Pro-Variante entscheidet, bekommt nicht nur einen etwas stärkeren Motor, sondern auch einen mit 486 Wattstunden größeren Akku. Niu behauptet, dass man bereits bei der kleinen Sport-Variante bis zu 40 Kilometer weit kommt.

Wie eigentlich immer, ist dieser Wert übertrieben, da unter Idealbedingungen gemessen. Faktoren wie das Gewicht des Fahrers, die gefahrene Geschwindigkeit, die Außentemperatur, die zurückgelegten Höhenmeter und vieles mehr beeinflussen die reale Reichweite maßgeblich. Wir gehen davon aus, dass ein etwa 90 Kilogramm schwerer Fahrer in der Stadt mit viel Stopp & Go etwa 20 Kilometer weit kommt, bevor der E-Scooter wieder als mitgelieferte Netzteil muss. Für eine volle Ladung benötigt man etwa sechs Stunden.

Der Niu Kqi3 Sport kommt zu einer UVP von 700 Euro. Viele Händler verkaufen ihn aber bereits für 600 Euro. Für die Pro-Variante zahlt man etwa 100 mehr.

Beim Niu Kqi3 Sport handelt es sich um einen rundum gelungenen E-Scooter. Besonders seine hohe Verarbeitungsqualität, die durchdachte Optik und das sehr gute Fahrverhalten stechen positiv hervor. Auch das Licht ist richtig gut, das Display gut ablesbar und der Klappmechanismus durchdacht. Die Bremsen sind eher durchschnittlich, aber dennoch brauchbar. Die Akkukapazität hätte für unser Empfinden gerne etwas höher ausfallen dürfen. Auch der Motor könnte für einige, etwas schwerere Fahrer zu schwachbrüstig sein. Wer etwa 100 Euro mehr investiert und zur Pro-Variante des Niu Kqi3 greift, erhält einen etwas stärkeren Motor und einen deutlich größeren Akku. Unserer Meinung nach lohnt sich der Aufpreis.

Wer nach Alternativen sucht, sollte sich den Segway Ninebot G30D II Max (Testbericht) genauer anschauen. Auch der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) ist richtig gut. Für einen Überblick über die besten E-Tretroller am Markt empfehlen wir unsere ausführliche Bestenlisten Top 10: Die besten E-Scooter ab 300 Euro im Test.

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