Nextbase 322GW im Test: Dashcam mit Full-HD, GPS und SOS ab 113 Euro

Nextbase 322GW
Pro und Contra
  • Loop-Funktion
  • Smartphone-Anbindung
  • einfache Montage und Einrichtung 
  • Bildschärfe könnte besser ausfallen
  • keine Fahrassistenzsysteme
  • SOS-Funktion nach 1 Jahr kostenpflichtig 
  • 4.0

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Die Nextbase 322GW bietet zum Preis ab 113 Euro GPS, eine Smartphone-Anbindung und SOS-Funktion sowie einen Parkmodus. Was die Dashcam kann, zeigt der Test.

Die Nextbase 322GW nimmt im Portfolio des Herstellers oberhalb der Nextbase 222 (Testbericht) und unterhalb der Nextbase 422GW (Testbericht) eine Position im Mittelfeld ein. Es ist die günstigste Dashcam (Themenwelt) von Nextbase, die GPS und eine Anbindung an ein Smartphone via Bluetooth und WLAN anbietet. Die Kameralinse liefert Video-Clips in Full-HD mit 60 fps (Frames pro Sekunde). Umfangreiche Sonderfunktionen oder Fahrassistenzsysteme findet man hier abgesehen von einer Parküberwachung und einem SOS-Dienst nicht. Mit einem Preis ab 113 Euro ist die Autokamera dafür vergleichsweise günstig.

Eine Dashcam kann sehr hilfreich sein, um bei einem Autounfall die Schuldfrage aufzuklären. Der Einsatz ist aber aus Datenschutzgründen in Deutschland umstritten. Der Erwerb ist legal, bei der Nutzung sollten Autofahrer aber einiges berücksichtigen. So darf mit einer Dashcam im öffentlichen Straßenverkehr nicht permanent und ohne Anlass gefilmt werden. Mehr über die Grundlagen zur Thematik erklären wir im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro.

Optisch ähnelt die 322GW stark den übrigen Produkten von Nextbase. Die Dashcam sieht aus wie eine kleine Digitalkamera. Markant ist die Linse, die aus dem rechteckigen Gehäuse knapp 3 cm herausragt. Fast die gesamte Rückseite füllt das LCD mit Touch-Eingabe mit einer Diagonale von 2,5 Zoll. Dadurch kommt die Autokamera anders als die Nextbase 222 (Testbericht) weitgehend ohne Knöpfe aus.

Es befindet sich lediglich der rot markierte Notfallaufnahmeknopf mittig unten an der Kamera, sowie der Power-Button an der linken Seite neben dem Schacht für die Micro-SD-Karte. Auf der rechten Seite befindet sich eine Anschlussmöglichkeit für eine zusätzliche Linse, die auf den Fahrer und Innenraum ausgerichtet ist, diese gibt es als Zubehör zur Dashcam. Auf der Oberseite der Kamera befindet sich ein USB-Mini-B-Steckplatz.

Die Abmessungen betragen 82 x 46 x 47 mm. Das ist fast identisch mit der Nextbase 422GW (Testbericht) und geringfügig kleiner als bei der Nextbase 222 (Testbericht). Das Gewicht liegt bei 105 g. Das ist schon deutlich größer und schwerer als etwa bei der Garmin Dash Cam 67W (Testbericht). Dennoch beeinträchtigt sie das Sichtfeld des Fahrers kaum. Die Verarbeitung hinterlässt einen rundum überzeugenden Eindruck.

Für die Montage steht eine Halterung zum Ankleben an der Windschutzscheibe zur Verfügung. An ihr befindet sich ein zusätzlicher USB-Mini-B-Steckplatz zur Stromversorgung mit dem Netzkabel über den 12-Volt-Anschluss im Auto. Die Autokamera befestigt man magnetisch an der Halterung. Damit kann man die Dashcam schnell und einfach von der Halterung lösen und mitnehmen. Als Zubehör gibt es zudem eine optionale Befestigung mit Saugnapf.

Die Befestigung für die Scheibe selbst kann aber nur mit einem gewissen Aufwand mit wieder entfernt werden. Dafür ist die Halterung kompatibel zu den übrigen Dashcams von Nextbase und hält deutlich fester als ein Saugnapf. Neben dem längeren Stromkabel gehört noch ein kürzeres USB-Kabel zum Lieferumfang für die Verbindung der Autokamera mit einem PC.

Das LCD hat eine Diagonale von 2,5 Zoll und unterstützt Touch. Dadurch kommt die Kamera mit wenigen Knöpfen zurecht. Mit an Bord ist zudem ein GPS-Empfänger und ein Beschleunigungssensor für die technisch so relevante Loop-Funktion.

Von Haus aus erstellt die Nextbase 322GW Video-Clips mit einer Länge von 1 Minute, zur Auswahl stehen noch 2 und 3 Minuten. Ist die Micro-SD-Karte voll, wird die älteste Aufnahme gelöscht. Der Beschleunigungssensor kommt ins Spiel bei starken Bremsmanövern, wie sie vor einem Unfall passieren können, oder beim Aufprall. In diesem Fall legt die Dashcam den aktuellen Clip in einem gesicherten Bereich ab, damit der Loop die Aufnahme nicht automatisch überschreibt.

Vor der Inbetriebnahme der Kamera empfehlen wir in den Einstellungen unter „Setup“ und „Videoaufzeichnung“ die Option „Minimum“ statt „Maximum“ zu wählen. Jetzt erstellt die Dashcam immer nur vier Video-Clips, die regelmäßig überschrieben werden. Das gewährleistet, dass nicht unnötige viele Aufnahmen mit anderen Personen und Fahrzeugen inklusive derer Kennzeichen auf der Micro-SD-Karte der Kamera landen. Eine Micro-SD-Karte gehört allerdings leider nicht zum Lieferumfang. Welche Speicherkarten dafür am ehesten infrage kommen, zeigen wir in der Top 5: Die besten Micro-SD-Speicherkarten im Vergleichstest.

Die Nextbase 322GW verfügt zudem über einen Akku. Dieser soll die Kamera für etwa 15 Minuten weiterbetreiben, falls sich das Stromkabel bei einem Unfall lösen sollte. Der CMOS-Sensor löst mit 2,12 Megapixel auf. Die Clips sichert die Kamera als MPEG-4-Datei mit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (Full-HD) bei 60 fps. Die vorhandene USB-Micro-B-Steckplatz unterstützt zur Datenübertragung maximal USB 2.0. Zusätzlich ist eine kabellose Verbindung mit dem Smartphone via WLAN und Bluetooth 4.2 möglich. Das erlaubt die Nutzung der Dashcam im Zusammenspiel mit der App MyNextbase Connect.

Wie schon die Nextbase 222 (Testbericht) verfügt auch die Nextbase 322GW über einen intelligenten Parkmodus. Dabei spürt der Bewegungssensor der Dashcam beim abgestellten Auto Erschütterungen und schaltet in dem Fall automatisch die Aufnahme ein. Das soll als Parkwächter helfen, mögliche Übeltäter bei einem Parkrempler oder Vandalismus aufzuklären. Standardmäßig ist die Funktion ausgeschaltet.

Damit der Parkmodus verlässlich funktioniert, ist eine permanente Stromversorgung im Auto empfehlenswert. Hierzu gibt es als Zubehör ein Kabel, um die Kamera direkt mit der Stromversorgung des Fahrzeugs zu verbinden. Andernfalls läuft der Parkmodus über den Akku, der dann möglicherweise leer wird, wenn die Funktion zu häufig anspringt. Laut Nextbase soll der Betrieb per Akku meistens aber ausreichend sein für eine Parkraumüberwachung. Diese ist aus Datenschutzgründen allerdings umstritten, da die Aufnahmen von Personen vor dem Auto die Persönlichkeitsrechte verletzen.

Zusätzlich bietet die Nextbase 322GW eine SOS-Funktion. Dazu ist eine Verbindung mit dem Smartphone per MyNextbase Connect nötig. Erfasst die Dashcam durch den Bewegungssensor einen möglichen Unfall, greift die App auf Sensoren wie Schrittzähler, GPS und Beschleunigungssensor im Smartphone zurück. Bemerkt diese, dass die Person sich nicht bewegt (etwa wegen Bewusstlosigkeit), sendet die App automatisch den GPS-Standort, die Handynummer, medizinische Details und Fahrzeuginformationen an die Notrufdienste.

Für den MyNextbase Emergency SOS-Service ist allerdings ein kostenpflichtiges Abonnement und eine Registrierung nötig. Das erste Jahr ist nach dem Kauf der Dashcam kostenlos, danach sind 3,99 Euro im Monat oder 39,99 Euro jährlich fällig.

Die Menüführung ist übersichtlich und intuitiv. Der Touchscreen reagiert dabei flott und präzise auf Eingaben. Bei der Ersteinrichtung wählt man die gewünschte Sprache und Region aus, stellt die Uhrzeit und das Datum ein sowie die Einheit für die Geschwindigkeitsmessung (km/h oder mp/h).

Die Menüs sind in vier Hauptbereiche unterteilt: Video, Setup, Fahrerassistenz und Apps. In den Videoeinstellungen legt man etwa die Auflösung und die Bildrate fest, bestimmt die Belichtung sowie die gewählte Videolänge der Clips und die Tonaufnahme. Ferner kann man jeweils den Stempel für die Uhrzeit, das Tempo oder die GPS-Koordinaten deaktivieren. Standardmäßig sind alle Stempel automatisch aktiviert. Auf Wunsch erstellt die Dashcam zudem parallel ein zweites Video in niedriger Auflösung, welches man schneller in der Handy-App ansehen kann. Für die Wiedergabe über die Kamera gibt es zudem einen Zeitraffer.

Unter „Setup“ stehen weitere Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, etwa oben erwähnte Videoaufzeichnung mit höchstens vier Clips gleichzeitig sowie der Parkmodus und das Aktivieren von Tonaufnahmen durch die Kamera. Die rot markierte „Schutztaste“ an der Autokamera dient dazu, im Notfall manuell den aktuellen Clip im geschützten Ordner des Speichers abzusichern.

Zusätzlich ermöglicht die Nextbase 322GW eine Anbindung an das Smartphone über die App MyNextbase Connect. Hierzu verbindet man über den Menüpunkt „Apps verbinden“ das Smartphone zunächst über Bluetooth mit der Autokamera. Danach erzeugt die Dashcam einen lokalen WLAN-Hotspot, mit dem es sich mit dem Handy verbindet. Das klappte beim ersten Versuch nicht sofort, funktionierte aber beim zweiten Mal. Jetzt kann etwa die Firmware der Kamera aktualisiert werden. Zudem stehen die Videos über die Smartphone-App zur Verfügung, sodass man diese ansehen, herunterladen und löschen kann, ohne die Kamera an einen Laptop anschließen zu müssen.

Zusätzlich bietet der Hersteller kostenlos einen Cloud-Dienst namens MyNextbase Cloud an. Damit können Nutzer einen Link erzeugen, um die Videos zu teilen oder auf andere Geräte herunterzuladen. Nach 30 Tagen löscht der Cloud-Dienst die Videos automatisch. Um die Videos detailliert auf einem PC anzusehen, steht die kostenlose Software MyNextbase Player zur Verfügung.

Die Bildqualität geht in Ordnung, ist aber nicht überragend. Kontraste und Dynamikumfang wirken natürlich. Hier sorgt allerdings die Full-HD-Auflösung nicht immer für eine ausreichende Bildschärfe. Das Gesamtgeschehen erkennt man einwandfrei, aber Details wie etwas Kfz-Kennzeichen sind nicht immer gut abzulesen. Dank 60 fps wirken die Aufnahmen flüssig, was auch Vorteile bietet bei einer Wiedergabe am PC in Zeitlupe, da mehr Aufnahmen pro Sekunde entstehen als bei 30 fps. Die Bildqualität bei Nacht ist gut, sodass man Fahrzeuge und Details ausreichend erkennt. Allerdings reflektieren die Kfz-Kennzeichen recht stark, dadurch sind sie nicht mehr so einfach abzulesen. Hier bietet sich im Zweifelsfall eine Anpassung der Belichtung der Kamera an.

Der Blickwinkel der Kameralinse deckt 140 Grad ab. Das ist ausreichend, um das Geschehen vor dem Fahrzeug umfassend einzufangen, ohne dass die Perspektive zu stark verzerrt wird. Als Faustregel gilt: Eine Dashcam sollte einen Blickwinkel, auch Field of View (FOV) genannt, von mindestens 130 Grad haben.

Die UVP für die Nextbase 322GW liegt bei 130 Euro. Das derzeit günstigste Angebot für die Dashcam hat Amazon für 113 Euro.

Die Nextbase 322GW ist eine gute Dashcam zum fairen Preis. Sie bietet alle relevanten Features einer modernen Autokamera, wie eine Loop-Funktion für Videoaufnahmen, einen Beschleunigungssensor, GPS und Smartphone-Anbindung sowie eine SOS-Funktion. Die Bildqualität ist auch bei Dunkelheit ausreichend, um das Geschehen vor dem Auto festzuhalten. Allerdings ist bei der Bildschärfe noch Luft nach oben. Das erschwert unter Umständen das Ablesen eines Kfz-Kennzeichens.

Eine günstigere Alternative, die besonders Wert auf Datenschutz legt, ist die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy (Testbericht) ab 84 Euro. Wer eine deutlich kompaktere Autokamera sucht mit QHD-Auflösung, sollte sich die Garmin Dash Cam 67W (Testbericht) ansehen. Eine höhere Auflösung und sogar Alexa-Integration bietet die Nextbase 422GW (Testbericht). Wer mit der Autokamera ins Ausland möchte, empfehlen wir den Ratgeber Dashcam im Urlaub: Rechtlich absichern und hohe Strafen bis 10.000 Euro vermeiden.

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