Nextbase 222 im Test: Dashcam-Schnäppchen ab 70 Euro

Nextbase 222
Pro und Contra
  • günstig
  • einfache Montage
  • Akku für Notfallbetrieb (15 Minuten)
  • mäßige Bildschärfe
  • keine Verbindung mit Smartphone möglich
  • keine Micro-SD-Karte im Lieferumfang 
  • 3.5

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Als günstiges Einsteigermodell bietet die Dashcam Nextbase 222 eine Full-HD-Auflösung, Loop-Funktion und einen Bewegungssensor inklusive Parküberwachung.

Die Nextbase 222 gehört zu den günstigsten Dashcams auf dem Markt. Oberhalb der Nextbase 122 angesiedelt kommt bei der kompakten Dashcam eine 2-Megapixel-Linse zum Einsatz, die Videoaufnahmen bis 1920 x 1080 bei 30 fps (Frames pro Sekunde) erlaubt. Anders als bei den Top-Modellen Nextbase GW622 (Testbericht) sowie Nextbase GW422 (Testbericht) finden sich hier keine Sonderfunktionen, Assistenzsysteme oder GPS. Eine Anbindung ans Smartphone ist nicht möglich.

Der Einsatz einer Dashcam ist in Deutschland nicht unumstritten. Der Erwerb ist erlaubt, bei der Nutzung sollten Autofahrer aber einige Dinge brachten. So darf mit einer Dashcam im öffentlichen Verkehr nicht ohne Anlass und permanent gefilmt werden. Worauf Nutzer hierzulande achten sollten, erklären wir im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro.

Hierzu nutzten viele Autokameras eine sogenannte Loop-Funktion, die fortlaufend Videoaufnahmen überschreibt. Dank Bewegungssensor erkennt die Dashcam ein abruptes Abbremsmanöver, um dann den Video-Clip in einem geschützten Bereich zu sichern, damit dieser nicht überschrieben wird. Über dieses Feature verfügt auch die Nextbase 222. Wie gut sich die preiswerte Autokamera in der Praxis schlägt, verrät unser Test.

Das Design der Dashcam lehnt sich stark an den übrigen Dashcams des Unternehmens an. Das Objektiv sitzt auf der linken Seite und ragt knapp 3 cm heraus. Vorn neben der Linse sitzt unter einer Schutzklappe die magnetische Befestigungsmöglichkeit der Halterung. Auf der Rückseite befindet sich das LC-Display – flankiert von insgesamt sieben Tasten.

Zur Montage des Haltearm an der Windschutzscheibe dient ein 3M-Klebestreifen. Eine Halterung mit Saugnapf gibt es nur als optionales Zubehör. Die Autokamera selbst ist magnetisch mit der Halterung verbunden und lässt sich einfach abnehmen. Vor der erstmaligen Montage sollte man die Scheibe von Schmutz und Fett reinigen und wieder ordentlich abtrocknen. Der Vorteil: Dashcam und Haltearm sitzen dann sehr fest und zuverlässig. Der Nachteil: Die angeklebte Halterung selbst kann man nur mit einigem Aufwand entfernen. Das Kabel für die Stromzufuhr verbleibt am Haltearm.

Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff und wirkt einwandfrei verarbeitet, so fallen keine Spaltmaße auf. Die quaderförmige Dashcam ist etwa 8,6 cm breit, das Gehäuse samt Linse hat eine Tiefe von 4,6 cm. Die Höhe liegt ebenfalls bei 4,6 cm. Das Gewicht beträgt 80 Gramm. Damit ist die Nextbase 222 zwar kleiner als das High-End-Modell Nextbase GW622 (Testbericht), aber deutlich größer als die Garmin Dash Cam 67W (Testbericht).

Ein passendes kurzes Kabel für den Datenaustausch mit einem PC via USB-A sowie ein längeres Kabel mit einem 12-Volt-Anschluss fürs Auto gehören zum Lieferumfang. Dasselbe gilt für die Halterung zum Ankleben an der Frontscheibe sowie einer Ersatzklebefläche. Idealerweise verlegt man das Kabel an der Abdeckung entlang der Windschutzscheibe, um den Fahrer nicht zu stören. Hängt das Kabel einfach herunter, könnte es sich zum Beispiel in der Gangschaltung verheddern.

Das LC-Display mit IPS-Panel misst 2,5 Zoll in der Diagonale. Der CMOS-Bildsensor bietet 2,12 Megapixel. GPS, WLAN und Bluetooth findet man hier nicht. Ein Lithium-Polymer-Akku mit 3,7 V und 280 mAh kommt für den Notfallbetrieb zum Einsatz, falls sich das Netzkabel bei einem Unfall lösen sollte. Der kleine Stromspeicher erlaubt den Weiterbetrieb für etwa 15 Minuten.

Ein Bewegungssensor gehört zur Ausstattung. Dieser ist wichtig, um im Zusammenspiel mit der Loop-Funktion zu erkennen, wenn der Fahrer ein starkes Bremsmanöver einleitet. In diesem Fall sichert die Dashcam die Aufnahme dann in einem gesicherten Speicherbereich, damit sie von der automatischen Loop-Funktion nicht überschrieben wird. Standardmäßig nimmt die Autokamera Videos mit einer Länge von einer Minute auf. Möglich sind zudem Intervalle mit zwei oder drei Minuten. Ist die Speicherkarte voll, überschreibt die Kamera den jeweils ältesten Clip.

Mit der Zeit sammeln sich so allerdings viele kurze Clips auf der SD-Karte, die nicht gebraucht werden, aber das Persönlichkeitsrecht von anderen Fahrern oder Passanten verletzen könnten. Wir empfehlen deshalb im Einstellungsmenü unter dem Punkt „Aufnahme Geschichte“ von „Maximum“ auf „Minimum“ zu ändern. Jetzt erstellt die Dashcam immer nur maximal vier Video-Clips gleichzeitig in der jeweils gewählten Länge zwischen 1 und 3 Minuten. Diese Beschränkung trifft auf Videos im „geschützten Bereich“ nicht zu.

Der Anschluss für den USB-Mini-B-Stecker unterstützt maximal USB 2.0. Eine Micro-SD-Karte gehört nicht zum Lieferumfang. Nextbase empfiehlt hier eine Karte, die den Standard U3 unterstützt. Passende Alternativen und worauf man bei der Nutzung einer Micro-SD-Karte für Videoaufnahmen achten sollte, zeigen wir in der Top 5: Die besten Micro-SD-Speicherkarten im Vergleichstest.

Die einzige Zusatzfunktion der Nextbase 222 ist der intelligente Parkmodus. Weiter Assistenzsysteme gibt es nicht. Im Parkmodus erkennt der Bewegungssensor der Kamera, wenn das Fahrzeug möglicherweise angerempelt wird. In diesem Fall startet die Dashcam die Aufnahme und speichert die Clips im geschützten Bereich automatisch ab.

Standardmäßig ist diese Funktion deaktiviert. Ist der Parkmodus aktiv, tritt die Dashcam in den Stand-by-Modus, sobald der Zündschlüssel gezogen wird. Optional gibt es als Zubehör ein Kabel, mit der man die Dashcam auch permanent mit der Elektrik des Autos verbinden kann. Eine Parküberwachung ist allerdings nicht unumstritten, da Aufnahmen von Personen entstehen können, die sich vor dem Fahrzeug befinden.

Die Bedienung erfolgt ausschließlich über die Dashcam, eine Ankopplung ans Smartphone ist nicht möglich. Dafür stehen insgesamt sieben Knöpfe zur Verfügung. Links und rechts sitzen jeweils drei Taster, mittig unten befindet sich zudem eine rot markierte „Schutztaste“. Diese speichert die aktuelle Videoaufnahme per Knopfdruck direkt im geschützten Bereich. Das bietet sich für eine Notfallsituation an.

Links oben befindet sich der Power-Button, darunter folgen die beiden Tasten für Menü und Modus. Rechts liegt jeweils die Pfeiltaste für oben und unten sowie in der Mitte der Ok-Button, der auch eine Aufnahme startet oder stoppt.

Der CMOS-Sensor der Linse der Nextbase 222 löst mit 2,12 Megapixel auf. Die maximale Auflösung der Aufnahmen beträgt 1920 x 1080 Pixel (Full-HD) bei 30 fps. 60 fps sind nur bei einer HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixel möglich. Eine höhere Bildrate hat Vorteile, da sie eine flüssigere Bildwiedergabe bietet und bei der detaillierten Rekonstruktion eines möglichen Unfallhergangs etwa durch eine Zeitlupe mehr einzelne Bilder liefert. Bei einer HD-Auflösung bieten die Aufnahmen dann aber zu wenig Bilddetails, weniger als Full-HD sind in unseren Augen nicht zu empfehlen.

Der Blickwinkel deckt 140 Grad ab. Das sorgt dafür, dass ein weitläufiger Bereich vor dem Auto sichtbar bleibt, ohne eine zu ausgeprägte Fischoptik zu erzeugen. Die Bildqualität geht in Ordnung, zeigt aber Schwächen bei der Bildschärfe. Das erschwert das Ablesen eines Kennzeichens bei den Video-Clips. Was den Datenschützer jetzt freuen könnte, kann bei der Aufklärung eines möglichen Übeltäters hinderlich sein. Zudem erscheinen die Aufnahmen recht dunkel. Eine bessere Bildqualität mit QHD bietet etwa die preiswerte Viofo A119 V3 (Testbericht).

Die Nextbase 222 hat eine UVP von knapp 100 Euro. Die besten Angebote für die Dashcam starten bereits ab 70 Euro.

Die Nextbase 222 bietet zum kleinen Preis mit einer Loop-Funktion und einem Bewegungssensor die nötigsten Funktionen, die eine Dashcam erfüllen sollte. Für einen Einsatz empfehlen wir die Einstellung in „Aufnahme Geschichte“ auf „Minimum“ zu stellen, damit nur maximal vier Clips erstellt werden. Fahrassistenzhilfen, GPS oder eine Anbindung ans Smartphone via WLAN oder Bluetooth gibt es nicht.

Eine ebenfalls preiswerte Alternative, die den Datenschutzbestimmungen in Deutschland besonders gerecht werden möchte, ist die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy (Testbericht). Hierzu erstellt die Autokamera maximal zwei Aufnahmen à 1 Minute und verzichtet auf eine Parküberwachung. Eine deutlich bessere Bildqualität ab 120 Euro bietet etwa die Viofo A119 V3 (Testbericht), die aber keinen Akku hat. Deutlich kompakter ist die Garmin Dash Cam 67W (Testbericht), die GPS sowie eine Smartphone-Anbindung beherrscht. Mehr zum Thema erklären wir zudem im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro.

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