Netgear Nighthawk M5 im Test: Mobiler Router mit 5G, Akku und Wifi-6

Netgear M5 Dachbild
Pro und Contra
  • schnelles LTE/5G, wenn verfügbar
  • gute Reichweite
  • wechselbarer Akku, Antennenanschluss
  • Preis
  • 5.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Teufel, Klipsch, Canton, KEF: Den besten Subwoofer für Musik und Heimkino finden

Teufel, Klipsch, Canton, KEF: Den besten Subwoofer für Musik und Heimkino finden

Hüllen, Cases & Displayschutz: Der beste Schutz fürs Motorola Edge 30 Pro

Hüllen, Cases & Displayschutz: Der beste Schutz fürs Motorola Edge 30 Pro

Grundlagen Soundbars: Fetter Klang für flache TVs

Grundlagen Soundbars: Fetter Klang für flache TVs

Monatlich kündbar: Die besten Handytarife von 0 bis 30 Euro

Die besten monatlich kündbaren Tarife: Unlimited ab 20€, 18 GByte D2 für 15€

TechStage testet den Nighthawk M5, einen mobilen Router mit 5G-Funktion. Ist das teure Gerät eine Alternative für alle, die kein schnelles DSL oder Glasfaserinternet bekommen?

5G lockt, immer mehr Anbieter haben den neuen Standard mit im Programm oder schalten ihn für Kunden frei. Doch im Smartphone ist er fast verschwendet. Warum also nicht einen Router holen, der neben LTE auch 5G kann? Der Netgear Nighthawk M5 ist der Nachfolger des guten LTE-Routers Netgear Nighthawk M2 (Testbericht) und ist für die aktuellen Anforderungen mehr als gerüstet. Neben 5G-Support ist Wifi-6 mit an Bord, dazu läuft das Gerät per Akku und lässt sich mit externen Antennen verbinden. Wir testen den Router im Rahmen unserer Themenwelt LTE-Router.

Der Netgear Nighthawk M5 packt unglaublich viel Technik in eine vergleichsweise kleine Hülle. Mit 105 x 105 x 21,5 Millimeter ist er etwa halb so groß wie ein Taschenbuch, die 240 g Gewicht spürt man ebenfalls kaum. Auf der Vorderseite sitzt prominent ein LC-Display mit Touchscreen und zwei Softbuttons links, darunter ist der Ein/Ausschalter. Die Seiten des Nighthawk M5 sind gummiert, damit liegt er gut in der Hand.

An einer Seite befinden sich sämtliche Anschlüsse: USB-C, um die Batterie zu laden oder die Tethering-Funktion zu nutzen. Der Netzwerk-Port dient dazu, den Router an einem Switch zu betreiben oder um die Funktion „Datenauslagerung“ zu nutzen. Dabei verwendet der Router ein bestehendes Internet und aktiviert das 5G-Netz erst, wenn die normale Verbindung nicht verfügbar ist. Dieses Feature lässt sich auch übers WLAN nutzen. Die letzten beiden Anschlüsse sind für externe Antennen gedacht, sie stecken hinter kleinen Gummikappen. Wie schon beim Vorgänger kann man Antennen mit TS-9-Verbindung anschließen.

Beim WLAN fährt Netgear aktuelle Technik auf. Der Nighthawk M5 nutzt Wifi-6 AX1800 und schafft bei 5 GHz bis 1,2 GBit/s und bei 2,4 GHz bis zu 600 Mbit/s. Damit ist er für die meisten aktuellen Systeme gut gerüstet.

Neben dem Nighthawk M5 benötigt man nur eine aktivierte 5G-SIM des Anbieters seiner Wahl. Der Zusammenbau ist denkbar einfach: Die Nano-SIM kommt in den Einschub unterhalb des Akkus, diesen setzt man ein und schließt das Gehäuse. Eventuell muss man das Gerät vorher aufladen, anschließend kann man den großen Ein/Ausschalter an der Front betätigen. Der Router fährt hoch und verlangt die PIN für die SIM. Nach der Eingabe verband sich unser Testgerät automatisch mit dem O2-Netz und zeigte 5G-Verfügbarkeit an. Das Display an der Front zeigt direkt das WLAN-Netzwerk samt zugehörigem Key an, so kann man direkt loslegen. Interessant: Sobald der Router eine Internetverbindung hatte, zog er sich eine aktuelle Firmware, installierte sie und startete neu.

Weitere Einstellungen kann man am Display des Routers, über die Netgear Mobile App für Android und iOS oder per Browser bedienen. Das notwendige Admin-Passwort ist dabei hinter der Batterie aufgedruckt. Wir empfehlen, es vor dem ersten Start zu notieren, sonst muss man das Gerät erst neu booten.

Das spannendste Feature an dem Nighthawk M5 ist die 5G-Verbindung, entsprechend fokussieren wir uns darauf. Für unseren Test nutzen wir eine SIM von O2. Der Anbieter verspricht in unserem Testgebiet eine gute Abdeckung drinnen und draußen. Das bestätigt uns der Router im Display, an zwei Messstandorten hatten wir jeweils vollen 5G Empfang. Das darf aber nicht täuschen, denn die eigentliche Leistung ist offenbar völlig unabhängig von der Empfangsstärke.

Wir führten an zwei Standorten Testmessungen durch, dazu nutzen wir den gleichen Rechner und die Geschwindigkeitstests von Speedtest.net und Fast.com. Um einzelne Ausschläge zu vermeiden, führten wir jede Messung dreimal durch und nutzen den Mittelwert.

Messpunkt 1 befindet sich in der Innenstadt von München, in der Nähe des Hauptbahnhofes. Dort schaffte Fast.com im Mittel einen Download von 550 MBit/s und ein Upload von 76 MBit/s. Speedtest.net lag im Mittel bei 416 MBit/Download und 88 MBit/s Upload. Sehr respektable Werte, die selbst schnellen Glasfaseranschlüssen Konkurrenz machen.

Deutlich schlechter sieht es im knapp 12 km entfernten Messpunkt 2 in Haar aus, dem Sitz der TechStage-Redaktion. Bei erneut vollem 5G Empfang im Innenraum schaffte Fast.com im Mittel gerade einmal 2,4 MBit/s im Download und 1,4 MBit/s im Upload. Speedtest.net lieferte noch schlechtere Daten, das Mittel lag hier bei 1,49 MBit/s im Download und 0,67 MBit/s im Upload. Selbst ein Verschieben des Access Points nach Draußen brachte keine besseren Werte.

Eine Möglichkeit, warum unser Durchsatz so brachial einbricht, kann die Abdeckung des Standortes sein. Die 5G Map von Oookla zeigt, dass in München alle drei Provider aktiv sind, in Haar allerdings nur die Telekom einen Funkmast betreibt. O2 und die Telekom kooperieren zwar bei der Mitnutzung der 4G-Masten, das scheint sich aber nicht auf 5G zu erstrecken. Ein Umstellen des Routers auf 4G bringt aber keine nennenswerten Änderungen bei der Geschwindigkeit.

Wichtig bei diesen Messungen ist, dass Netgear tatsächlich wenig dafür kann. Es zeigt aber deutlich, wie wichtig es ist, vorab zu prüfen, wie nah der nächste 5G Mast vom Einsatzort des Routers entfernt ist.

Wer die Abdeckung zunächst ohne Risiko ausprobieren will, dem empfehlen wir eine Test-SIM von O2 (die wir für den Test auch verwendet haben). Damit kann man einen Monat lang kostenlos surfen und die Abdeckung testen. Alle weiteren Informationen gibt es hier bei O2.

Der Nighthawk M5 besitzt eine wechselbare Batterie mit einer Kapazität von 5040 mAh. Die soll, laut Netgear bis zu 13 Stunden Laufzeit am Stück liefern. In der Praxis schwankt das stark, Wifi-6 und 5G/LTE sind einfach Stromfresser. Realistisch sind zwischen 6 und 9 Stunden, immer noch ein guter Wert.

Über die USB-C-Schnittstelle lässt sich der Nighthawk M2 komplett ohne eingelegte Batterie betreiben. Das ist sinnvoll, wenn man den Akku schonen möchte und das Gerät etwa dauerhaft als Fallback-Modem betreibt. Alternativ kann man weitere Akkus anschaffen, die offiziellen Akkus mit der Bezeichnung W-20 kosten jeweils etwa 50 Euro. Wem diese Akkulaufzeit nicht ausreicht, der kann das Gerät per USB-Tethering an einem Notebook nutzen und so von dessen Batterie betreiben.

Der Netgear Nighthawk M5 besitzt eine UVP von 800 Euro, etwa so viel wie ein High-End-Smartphone. Die Straßenpreise liegen bei 720 Euro, der bislang erreichte Tiefstpreis war 670 Euro.

Wie sein Vorgänger Nighthawk M2 ist auch der Netgear Nighthawk M5 ein teurer Spaß. Er lohnt sich vorwiegend dann, wenn man ihn entweder als 5G-Fallbackoption oder im mobilen Einsatz nutzt. Denn man bekommt damit eine ganze Menge an ausgezeichneter Technik in der aktuellen Ausführung. Die Einrichtung ist kinderleicht, etwa fünf Minuten dauert es vom Auspacken, bis man über das Gerät surft.

Den größten Einfluss auf die Leistung hat aber das Netz – und darum hat wiederum Netgear überhaupt keinen Einfluss. Denn die Messungen zeigen, wie krass das 5G Netzwerk gerade in Deutschland noch schwankt. Entsprechend wichtig ist es derzeit, einen Provider mit guter Netzabdeckung zu wählen. Wir sehen aber sehr großes Potenzial, primär für alle, die in der EU unterwegs sind. Denn mit einem lokalen Anbieter oder dem Roaming-Paket des eigenen Netzbetreibers wird man mit dem Gerät unabhängig vom WLAN des Hotels oder des Camping-Platzes. Aktuell erfüllt der Netgear Nighthawk M5 eine Nischenfunktion, diese allerdings einwandfrei.

Mehr Artikel zum Thema Router mit Akku zeigt unsere Themenwelt LTE-Router. Dort haben wir etwa den Netgear Nighthawk M2 (Testbericht), den D-Link DWR-933 (Testbericht) oder den Huawei E5788 (Testbericht) ausprobiert. Außerdem zeigen wir, wie man auf Campingplatz und Co mobil bleibt und stellen Tarife für geringe, mittlere und hohe LTE-Nutzung vor.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.