Neatsvor X600
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Ergonomische Maus gegen den Mausarm ab 15 Euro

Homeoffice: Ergonomische Mäuse gegen den Mausarm ab 15 Euro

HDMI per Funk & Co.: Bild und Ton kabellos übertragen ab 30€

HDMI per Funk & Co.: Bild und Ton kabellos übertragen ab 30€

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Kabellose Kopfhörer für Fernseher: Bluetooth, Funk oder Adapter

Kabellose Kopfhörer für Fernseher: Bluetooth, Funk oder Adapter

Der Neatsvor X600 saugt gut, navigiert dank Laser ausgezeichnet und ist erstaunlich günstig. Perfekt ist er allerdings nicht.

Saugroboter sind zweifelsfrei ein Luxus-Gut, denn die Arbeit, die die kleinen Helferlein übernehmen, kann man problemlos selbst machen. Nur wer das partout nicht möchte, kauft eines der meist runden Modelle. Die Entscheidung für einen Kauf wird dabei tatsächlich immer leichter, denn Saugroboter werden zunehmend besser und zugleich im Schnitt günstiger. Der Neatsvor X600 ist so ein Modell: Es überzeugt im Test mit toller Navigation per Laser, guter Saugleistung und enorm niedrigem Preis von kaum mehr als 200 Euro. Da sollte doch jeder zugreifen – oder?

Beim Design macht der hierzulande wenig bekannte Hersteller beim Neatsvor X600 alles richtig. Unser Testgerät ist rund und schwarz, verfügt über zwei Seitenbürsten links und rechts und einen Laserturm, der nicht mittig, sondern leicht nach vorn versetzt oben auf dem Sauger hockt. Dort platziert der Hersteller auch die beiden einzigen Tasten für Start und Rückkehr zur Ladestation.

Der schwarze Kunststoff, aus dem der Saugroboter überwiegend besteht, wirkt ausreichend hochwertig, insgesamt geht der Roboter als „schick“ durch. Dieser Eindruck wird von der schwarzen Glasplatte verstärkt, der die Oberseite des Saugers bedeckt. Dadurch lässt er sich nicht wie viele andere Modelle oben aufklappen, sondern der Staubbehälter wird hinten in den Roboter eingesteckt. Im Gegensatz zu den meisten aktuellen Geräten verfügt der X600 an der Seite nicht nur trotz Ladestation über eine zusätzliche Ladebuchse, sondern auch über einen Power-Kippschalter.

Vor der ersten Nutzung sollten Käufer den Neatsvor X600 mit der Smartphone-App verbinden. Ein kostenloser Account ist schnell erstellt, der Bestätigungscode, der auf die angegebene Mail-Adresse geschickt wird, kommt im Gegensatz zu manchem Konkurrenten in Sekundenschnelle und schon kann es losgehen. Die gesuchte App heißt übrigens WeBack – ein Umstand, den es erst herauszufinden gilt, da die meisten Nutzer eher irgendwas mit „Neatsvor“ im Namen erwarten dürften. Das beiliegende Handbuch gibt darüber immerhin Aufschluss, zumindest findet man hier den QR-Code, durch dessen Scan man direkt zur App im jeweiligen App-Store für Android oder iOS geschickt wird. Im Handbuch findet man auch am einfachsten den QR-Code, den man zum Einbinden des Roboters verwenden muss. Anschließend nur noch schnell manuell ins WLAN des Roboters wechseln und fertig ist die Einrichtung.

Danach landet man auf einer eher spärlichen App-Oberfläche. Eine Karte ist natürlich anfangs nicht vorhanden, das ändert sich auch nicht während des ersten Durchgangs – eine Live-View gibt es da im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten mit Lasernavigation noch nicht. Später ist das anders. Auch sonst sind die Einstellungsmöglichkeiten eher minimal. Am Rand der (noch) gähnend leeren Übersichtsseite finden Nutzer je ein kleines Icon, mit dem später virtuelle Grenzen gesetzt, Verbotszonen eingerichtet und Bereichsreinigungen durchgeführt werden können. Mit dem anderen Button wählt man eine von drei Saugstufen, die schwächste („Leisemodus“) ist vorausgewählt. Darunter gibt es Angaben zu Reinigungszeit, Größe des gereinigten Bereichs und Akkustand. Am untersten Bildrand gibt es virtuelle Buttons zum Starten/Stoppen und für die Rückkehr zur Ladestation.

Oben rechts in der App platziert der Hersteller zudem ein weiteres Untermenü hinter einem mit drei Punkten versehenen Button. Hier darf die Sprachlautstärke eingestellt werden, nicht aber die Sprache selbst – der Roboter spricht immer Englisch. Außerdem gibt es hier die Möglichkeit, den Roboter umzubenennen, Zeitpläne einzurichten und nach Updates zu suchen. Zudem lassen sich hier Sprachassistenten und Smart-Home-Systeme wie Amazon Alexa, Google Assistant/Home und die hierzulande unbekannten Tmall Genie, DuerOS, und XiaoAi einrichten. Das ist alles sehr übersichtlich, bietet aber die wichtigsten Funktionen und die App reagiert normalerweise schnell und direkt.

Nicht ganz perfekt ist an manchen Stellen die Übersetzung der App ins Deutsche. So nennt der Hersteller den Button für virtuelle Begrenzungen „Kundenspezifisch…“, die Einstellungen für die Lautstärke der Sprachwiedergabe des Roboters „Robotereinstellung“ oder den Punkt für die Umbenennung des Roboters „Anmerkungen setzen…“. Für echte Verwirrung sollte das aber letztendlich bei niemandem dauerhaft sorgen. Schade ist da schon eher, dass der Neatsvor X600 über keine automatische Teppicherkennung verfügt und dort entsprechend auch die Saugkraft nicht automatisch erhöht. Zudem gibt es keine Raumerkennung und die ständigen Gedenksekunden – unterstützt von entsprechender englischer Sprachansage – zum erneuten Lokalisieren vor jedem Reinigungsvorgang nerven etwas.

Die Navigation ist wie von Laser-navigierten Saugrobotern bekannt vorbildlich. Der Roboter fährt präzise los, bewegt sich entlang Rändern mit geringem Abstand, teilt sich bei der ersten Fahrt wie bei der Konkurrenz den Raum in einzelne Quadrate auf und weiß dann beim nächsten Mal, wie die Umgebung aussieht. Dann wird Raum für Raum gesaugt – obwohl eine einzelne Raumansteuerung per App nicht möglich ist. Die Navigation ist dabei sehr möbelschonend. Der Saugroboter verlangsamt vor einem möglichen Kontakt mit dem Mobiliar die Geschwindigkeit und rempelt daher normalerweise nirgends hart vor.

Probleme hat der Neatsvor X600 mit Teppichen. Unter kleine, flache Matten „greift“ der Roboter gern mit seinen beiden kräftigen Seitenbürsten und schiebt sie dann kurz vor sich her. Etwas dickere Teppiche bereiten dem Saugroboter doppelt Probleme: Einerseits kommt er manchmal kaum oder gar nicht darauf, weil der niedrig sitzende Frontbumper das verhindert. Andererseits hoppelt er bei härteren oder dichten Flors „gegen den Strich“ gern munter vor sich hin, da die Hauptbürste nicht schwingend, sondern fest gelagert ist. Ein kantiges Brett mit etwa 1,8 Zentimeter Höhe konnte der Roboter im Test nicht erklimmen, obwohl der Hersteller von 2 Zentimetern Steighöhe spricht. Das schafft bis auf wenige Ausnahmen sonst jeder Saugroboter.

Die reine Saugleistung ist in der maximalen Saugstufe gut. Hier fand das Gerät von 20 Gramm Vogelsand und 30 Gramm Vogelfutter 15 Gramm Sand und 24 Gramm Futter wieder – hier scheinen sich die starken 4000 Pascal der Herstellerangabe zu bestätigen. Allerdings finden wir den Sauger dabei etwas laut – wir haben rund 57 Dezibel in der untersten und fast 70 Dezibel in der stärksten Saugstufe in etwa 1 Meter Abstand gemessen. Das Ausleeren des Staubbehälters geht vorbildlich vonstatten: Einfach den Behälter hinten aus dem Roboter ziehen und über einem Mülleimer das gesamte Oberteil des Behälters aufklappen – fertig. Überstehende Kunststoffnasen oder sonstige Hindernisse, an denen Staub zurückbleiben könnte, gibt es nicht.

Der Staubbehälter darf übrigens auch gegen den im Lieferumfang befindlichen Wassertank mit Wischtuch-Aufnahme getauscht werden. Der Bereich mit dem Staubbehälter schrumpft dann, um Platz für den 350 ml großen Wasserbehälter zu schaffen. Wie immer testen wir diese sehr einfache Funktion nicht, da es sich dabei mangels beweglichem Tuch und automatischer Auswaschfunktion bestenfalls um Staubwischen oder -verteilen und nicht echtes Wischen handelt.

Etwas enttäuscht sind wir vom Akku. Der leistet nach Herstellerangabe 2500 mAh – das wäre schon für ein Smartphone wenig, das ohne energiehungrigen Gebläsemotor auskommt. Bei einem Saugroboter führt das im Fall des Neatsvor X600 dazu, dass er selbst auf unterster Saugstufe das Testareal von etwa 110 Quadratmetern abzüglich Mobiliar nicht in einem Durchgang schafft. In Relation zum Preis des Saugroboters ist das wohl verschmerzbar, zumal Laden vergleichsweise schnell abgewickelt ist und der Bot dann seine Arbeit automatisch wieder aufnimmt. Für größere Räumlichkeiten eignet sich der Sauger dadurch aber nur bedingt.

Den Neatsvor X600 gibt es in Schwarz und Weiß, er ist in Deutschland vergleichsweise schwer zu bekommen. Zum Testzeitpunkt bietet der Hersteller seine Modelle bis zu 40 Prozent günstiger an, sodass der X600 nur 209 Euro kostet. Diverse Ausführungen und Ersatzmaterial findet man außerdem bei Aliexpress.

Für kaum mehr als 200 Euro ist der Neatsvor X600 ein überzeugendes Angebot. Er navigiert sehr gut, hat ordentliche Saugleistung, sieht schick aus und lässt sich einfach entleeren. Wischen – zumindest Staub – kann er obendrein. Vermisst haben wir allerdings eine Raumerkennung und eine Teppicherkennung, beides ist bei Laser-navigierten Saugern eigentlich heute Standard. Weitere Einschränkungen sind die mäßige Kletterleistung, die das Gerät nur für flache Teppiche und Neubauten ohne Türschwellen geeignet erscheinen lässt. Außerdem ist es etwas laut und der Akku dürfte stärker sein – für kaum über 200 Euro ist das aber kein Beinbruch.

Alternativ empfehlen wir nach wie vor unseren kaum teureren All-Time-Favoriten, den Xiaomi Dreame D9 (Testbericht). Für fast 150 Euro mehr macht obendrein der Commodore CVR 300 (Testbericht) nahezu alles besser, Spitze ist derzeit immer noch der Roborock S7 (Testbericht) mit optionaler Absaugstation. Grundsätzliche Informationen zum Thema bietet unsere Kaufberatung: Saugroboter von 50 bis 1000 Euro.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.