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Multimedia-Kraftwerk: Sony Xperia 1 im Test
Pro und Contra
  • hochauflösendes OLED-Display mit HDR
  • aktuelle und leistungsstarke Hardware
  • gute Triple-Kamera
  • kein drahtloses Laden
  • Akkulaufzeit ist deutlich unterm Durchschnitt
  • 5.0

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Das Xperia 1 von Sony kommt mit einem hochauflösenden OLED-Display im 21:9-Format und einer Triple-Kamera. Ob sich der Kauf lohnt, verrät der Test.

Das Gehäuse des Xperia 1 besteht hauptsächlich aus widerstandsfähigem Corning Gorilla Glass 6. Es ist solide gebaut und fühlt sich sehr stabil an. Das Telefon zeigte sich während der Testphase als robust gegenüber Stürzen und Stößen. Ein Metallrahmen in der Mitte verbindet Front und Rückseite. Er verleiht dem Gerät zusätzliche Stabilität. Die hohe Qualität ist an vielen Stellen des Gehäuses sichtbar: Übergänge fließen weich und nahtlos ineinander, nichts wackelt, alles sitzt fest und wirkt präzise aufeinander abgestimmt. Die Verarbeitung ist gut; es gibt nichts zu beanstanden.

Wie bereits erwähnt sind sowohl Vorder- als auch Rückseite aus Glas und außergewöhnlich glatt. Das ist einerseits ansprechend anzusehen, aber leider nicht sonderlich funktional: Auf ebenen Oberflächen bietet es keine Haft. Das Smartphone ist so rutschig, dass es sich des Öfteren unbemerkt und schleichend bewegt und plötzlich auf dem Boden knallt. Beim Festhalten mit der Hand verleiht der Metallrahmen jedoch einen guten und sicheren Halt.

Das Xperia 1 ist ein langes und relativ großes Smartphone. Dennoch liegt es mit seinen 178 g und der Tiefe von 8,2 mm nicht unbequem oder schwer in der Hand.

Die physischen Tasten und den Fingerabdrucksensor bringt Sony auf der rechten Seite unter. Von der Ergonomie ist die Platzierung für Rechts- als auch Linkshänder in Ordnung. Gegenüber dem Xperia 10 Plus (Testbericht) oder dem Xperia 10 (Testbericht) sind die Tasten deutlich besser zu ertasten, da sie stärker aus dem Gehäuse hervorstehen. Außerdem arbeitet der Fingerabdrucksensor deutlich schneller und akkurater als bei den kleinen Brüdern der Mittelklasse.

Im Xperia 1 verbaut der Hersteller den Snapdragon 855 mit 7-nm-Technologieknoten. Der SoC von Qualcomm verfügt über acht Kerne mit einer Taktfrequenz von bis zu 2,85 GHz. Dazu gibt es 6 GByte RAM sowie 128 GByte Speicher. Damit arbeitet es schnell, flüssig und ohne Verzögerungen; Software und Hardware wirken gut aufeinander abgestimmt. Mit alltäglichen Aufgaben wie dem Schreiben von Nachrichten über Whatsapp und Co, dem Streamen von Musik oder dem Surfen im Web kommt das Xperia 1 ebenso gut klar wie mit der Wiedergabe von hochauflösenden und detaillierten 3D-Spielen.

Die spitzenmäßige Leistung macht sich nicht nur bei der täglichen Benutzung, sondern auch bei synthetischen Bewertungssystemen bemerkbar. Im Antutu Benchmark kommt das Xperia 1 auf fast 355.000 Punkte. Damit ist es um die 4,5 Prozent schneller als das Galaxy S10+ (Testbericht) , aber 7,5 Prozent langsamer als das Oneplus 7 Pro (Testbericht) .

ProduktTestAntutu BenchmarkVRMarkEnergieDisplayDesignSpeicherPCMark (Storage)
HerstellerSmartphoneGeräteklasseTestdatumPreis in EuroOSSOCCPUGPUUXMEMScorePreis-Leistungs-Quotient in Punkte pro EuroEchtzeit-Temperatur in Grad CelsiusBildrate in FPSGesamtscoreAkkukapazität in Milliamperestunden30-Min-Quantil in ProzentLadedauer in StundenSOT in StundenHelligkeit in Candela pro QuadratmeterY in PixelX in PixelY × X in QuadratpixelDiagonale in ZollPunktdichte in Pixel-per-InchGewicht in GrammTiefe in MillimeternRAM in GByteFlash-EEPROM in GByteFrei in GByteFreier Speicher in ProzentLesegeschwindigkeit (ISR)Schreibgeschwindigkeit (ISW)Storage Score
HUAWEI DeviceP30 ProOberklasseMärz 20191.099 €Android 9 PieHisilicon Kirin 980102.771111.80962.0912.801289.47126326,6 °C60 fps5.0284.200 mAh73%00:56:0012:47:00920 cd/m22.340 px1.080 px2.527.200 px6,47 in398 ppi192 g8,41 mm8 GByte256 GByte224 GByte88 %
OnePlusOnePlus 6T McLaren EditionOberklasseJanuar 2019699 €Android 9 PieQualcomm Snapdragon 84592.893128.36863.42210.944295.62742326,7 °C57 fps4.7133.700 mAh62%1:00:0013:27:00550 cd/m22.340 px1.080 px2.527.200 px6,41 in402 ppi185 g8,20 mm10 GByte256 GByte222 GByte87 %678 MByte/s156 MByte/s10.079
OnePlusOnePlus 7 ProOberklasseMai 2019829 €Android 9 PieQualcomm Snapdragon 855127.511156.65278.34114.272377.13645526,7 °C59 fps4.9544.000 mAh61%1:15:0015:21:00589 cd/m23.120 px1.440 px4.492.800 px6,67 in515 ppi206 g8,80 mm12 GByte256 GByte212 GByte83 %1140 MByte/s215 MByte/s13.211
Samsung ElectronicsGalaxy S10 PlusOberklasseMärz 2019999 €Android 9 PieSamsung Exynos 9820106.276150.0871.53313.002340.89134124,4 °C60 fps4.9724.000 mAh49%1:42:0014:51:00996 cd/m23.040 px1.440 px4.377.600 px6,40 in526 ppi197 g7,80 mm8 GByte512 GByte461 GByte90 %738 MByte/s151 MByte/s8.724
SonyXperia 1OberklasseJuni 2019949 €Android 9 PieQualcomm Snapdragon 855119.718155.49468.84410.743354.79937426,5 °C59 fps4.9493.330 mAh51%1:33:008:49:00765 cd/m23.840 px1.644 px6.312.960 px6,50 in643 ppi178 g8,20 mm6 GByte128 GByte99 GByte77 %722 MByte/s143 MByte/s8.324
XiaomiMi Mix 3OberklasseFebruar 2019499 €Android 9 PieQualcomm Snapdragon 84591.618126.97663.32510.562292.4858624,2 °C56 fps4.6843.200 mAh47%1:44:0011:32:00573 cd/m22.340 px1.080 px2.527.200 px6,39 in403 ppi218 g8,46 mm6 GByte128 GByte106 GByte83 %603 MByte/s200 MByte/s9.24

Im Vrmark Professional Edition erreicht es 4949 Punkte und liegt etwas hinter dem Huawei P30 Pro (Testbericht) mit über 5000 Punkten. Hochauflösende VR-Inhalte konnte das Xperia 1 im Test durchgehend mit 59 Bildern pro Sekunde wiedergeben. Das schafften bisher die wenigsten Geräte.

Von den 128 GByte des internen Speichers bleiben nach Abzug des Betriebssystems und der Software rund 99 GByte übrig. Das entspricht einem Anteil von 77 Prozent. Beim vergleichbaren Xiaomi Mi Mix 3 (Testbericht) sind es 83 Prozent (106 von 128 GByte). Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit des internen Speichers haben wir mit 722 MByte/s respektive 143 MByte/s gemessen, das sind schnelle Werte.

Bei Bedarf lässt sich eine Speicherkarte oder eine zweite Nano-SIM-Karte für Dual-SIM einsetzen. Die Dual-SIM-Funktion klappte im Test ohne Probleme. Der Empfang und der Klang beim Telefonieren waren ohne Auffälligkeiten. Die Gesprächsqualität ist hervorragend. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, hat TechStage ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche Micro-SD-Karte für Android?

Der fest verbaute Akku des Sony-Smartphones hat eine Kapazität von 3330 mAh. Gegenüber dem Durchschnitt aller 2019 veröffentlichen Top-Smartphones mit einem Mittelwert von 3820 mAh ist das rund 12 Prozent weniger. Der nicht zu den Proportionen passende Akku hält bei moderater Nutzung rund einen Tag. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Video bei maximaler Display-Helligkeit hat das Xperia 1 acht Stunden und 49 Minuten mit einer Akkuladung geschafft. Andere Geräte liegen in dieser Disziplin weit drüber mit 13 bis 15 Stunden Laufzeit. Das kabelgebundene Aufladen mit dem 18-W-Schnellladegerät nimmt eine Stunde und 33 Minuten in Anspruch. Nach 30 Minuten steht der Akku auf 51 Prozent. Drahtloses Laden ist nicht vorhanden, wäre jedoch angesichts des Preises wünschenswert gewesen.

Zur Kommunikation mit dem Netz steht schnelles WLAN nach dem ac-Standard über 5 GHz sowie über LTE zur Verfügung. Das Sony hat Bluetooth 5, NFC und ein UKW-Radio an Bord. Die mitgelieferten und gut klingenden Kopfhörer verbinden sich über USB-C mit dem Xperia 1. Einen Klinkenanschluss mit 3,5 mm hat das Smartphone nicht, allerdings liegt im Lieferumfang ein Adapter bei.

Für die Audiowiedergabe stehen außerdem Lautsprecher mit Stereoklang zur Verfügung. Im letzteren Fall begleitet ein haptisches Feedback die Wiedergabe. Sony nennt dieses Feature dynamische Vibration. Dabei vibriert die Rückseite im Einklang mit der Musik. Legt man den runden Rücken auf eine glatte Oberfläche, dreht sich das Smartphone schleichend um die eigene Achse.

Eines der Besonderheiten des Sony Xperia 1 ist das 6,5 Zoll (ca. 17 cm) große Display. Bei der Wiedergabe von Videos schraubt das System die Auflösung auf 3840 × 1644 Pixel hoch, also mehr als 6,3 Millionen Bildpunkte. Im normalen Betrieb beträgt die Auflösung 2560 × 1096 Pixel (2,8 Millionen Pixel). Den Rekord für die höchste Smartphone-Display-Auflösung hält Sony nach wie vor mit dem Xperia XZ2 Premium (Testbericht) mit 8,29 Millionen Pixeln. Wie dem auch sei, die Pixeldichte im Normalbetrieb beträgt superscharfe 428 ppi – beim Betrachten von Filmen schießt sie auf 643 ppi hoch. Für die Wiedergabe von 4K-UHD-Filmen ist das Display mit HDR hervorragend, Netflix und Youtube sind ein purer Genuss. Die Helligkeit mit 765 cd/m2 ist zufriedenstellend, könnte jedoch angesichts des OLED-Panels höher sein – der Normalbereich der Konkurrenz liegt bei 910 cd/m2.

Das Smartphone kommt im 21:9-Format statt 16:9 oder, wie akutell verbreitet, 18:9. Alle ab Werk installierten Applikationen sind zu diesem Seitenverhältnis kompatibel. Schwierig wird es mit Videos von Youtube, Netflix, Prime Video oder ähnliches: Beim quer Halten und Betrachten von 16:9-Videos bauen sich links und rechts schwarze Flächen. Zudem sind einige Apps von Drittanbietern nicht ganz kompatibel und zeigen ebenfalls einen leeren schwarzen Raum an.

Mittig oben auf der Rückseite des Sony Xperia 1 sitzt eine leicht aus dem Gehäuse herausragende Triple-Kamera in vertikaler Anordnung. Alle drei Kameras haben einen Bildsensor mit 12 Megapixeln, signifikante Unterschiede gibt es bei der Linse: Die Hauptkamera hat 26 mm mit f/1,6. Die Tele mit 52 mm und f/2,4 vergrößert das Motiv um den zweifachen Faktor. Die Weitwinkelkamera mit 16 mm und f/2,4 ist zwar ideal für opulente Aufnahmen, besitzt jedoch keinen Autofokus. Bis auf die Hauptkamera sind die restlichen Kameras nicht für Szenen mit wenig Licht ausgelegt, dafür sind die Blenden nicht lichtstark genug.

Das Sony Xperia 1 schießt auch Bilder mit einem Bokeh-Effekt. Das macht das Gerät mittels Triple-Kamera und Software; die Tiefenschärfe-Informationen werden mit einer künstlichen Weichzeichnung umgesetzt. Der verschwommene Effekt ist gut, aber nicht immer sauber und so akkurat, wie es bei anderen Herstellern der Fall ist. Manchmal braucht das Xperia 1 einen zweiten Anlauf, damit auch feine Elemente wie Blätter, Äste oder Menschenhaare klar vom Hintergrund abgetrennt sind. Hier sollte Sony die Software nachjustieren.

Hervorzuheben ist auch der sehr schnelle Autofokus der Hauptkamera. Motive stellt dieser nahtlos und ohne ein Pumpen scharf dar.

Auf dem Xperia 1 läuft Android 9 Pie. Der eingespielte Sicherheits-Patch mit Datum vom 1. Juni 2019 ist hochaktuell, wie man’s von Sony gewohnt ist.

Im Gegensatz zur Mittelklasse hält sich Sony bei seinem Top-Smartphone mit Bloatware zurück. Das System ist sauber, übersichtlich und hat nur wenige vorinstallierte Apps sowie einige Spiele. Darüber hinaus bietet die Software mit der Sony-eigenen Oberfläche nützliche Funktionen an, wie etwa ein schnell aufrufbares Menü per Tipp-Geste am Gehäuserand. Gamer, die das Xperia 1 zum Spielen nutzen wollen, werden voll auf ihre Kosten kommen: Ein Systemdienst namens Spieleoptimierer bietet einen Bildschirmrekorder, schaltet Benachrichtigungen stumm und gibt die volle Leistung fürs Zocken frei. Für die mit der Sony-Kamerasparte entwickelten Triple-Kamera installiert der Hersteller eine exklusive App, mit der sich Videos im Format 21:9 mit Cinealta -Filter und manueller Steuerung aufnehmen lassen. Wie gut das Produkt aus der Sony-Kamera und der Sony-App ist, zeigen viele Macher auf Youtube .

Mit dem Xperia 1 setzt Sony die Zahl der Iteration zurück und hört endlich auf mit kuriosen Namensgebungen. Darüber hinaus beendet das japanische Traditionshaus das Rennen um die Megapixel und bringt dafür eine leistungsstarke Kamera mit 12 Megapixeln auf den Markt.

Das Xperia 1 ist ein Multimedia-Kraftwerk: hochauflösendes OLED-Display mit HDR im 21:9-Format, Stereolautsprecher und reichlich Performance. Käme jetzt noch das drahtlose Laden hinzu sowie eine längere Akkulaufzeit, wäre es ein perfektes Smartphone.

Wer viel Wert auf schönes und einzigartiges Design legt, viel fotografiert und ein unglaublich gutes Display möchte, sollte das Xperia 1 kaufen. Die unverbindliche Preisempfehlung von 949 Euro ist allerdings kein Schnäppchen.

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