Motorola Moto Z2 Play: modulares Smartphone im Test
Pro und Contra
  • hohe Verarbeitungsqualität
  • modulares und einfaches System
  • gute Akkulaufzeit
  • geringe Display-Helligkeit
  • 4.0

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Zusammen mit dem Moto Z2 Play bringt der chinesische Technologiekonzern Lenovo die Traditionsmarke Motorola wieder auf den Markt. Die zweite Neuauflage des Moto Z ist dünner, leichter und verspricht eine leistungsstarke Fotokamera. Darüber hinaus lässt sich das Können des Telefons über Module erweitern. Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist es nicht nur teurer geworden, sondern hat auch einen kleineren Akku. In den vergangenen Tagen haben wir das Moto Z2 Play und einige seiner neuen Moto Mods getestet. Alles Wissenswerte gibt es in diesem ausführlichen Testbericht von TechStage!

Das Moto Z2 Play kommt in einer kleinen und kompakten Verpackung. Mit dabei ist ein Schnellladegerät namens Moto TurboPower. Das Netzteil gibt seine Leistung in drei Stromstärken ab: 1,2, 1,6 sowie 3 Ampere. Dadurch wird das Telefon phasenweise und akkuschonend aufgeladen. Im Test hat das Laden durchschnittlich 103 Minuten gedauert. Der Strom wird über ein 1 Meter langes Kabel mit dem Anschluss USB Type C übertragen. Übrigens, das Smartphone besitzt nicht nur den neuen Anschluss, in den der Stecker beidseitigpasst, sondern auch die flotte Spezifikation von USB 3.1.

Kopfhörer sind im Lieferumfang nicht enthalten, dafür aber ein fetter Moto-Mod-Lautsprecher im Wert von 99 Euro zum Dranheften. Lenovo legt den 135 Gramm schweren SoundBoost 2 von JBL bei. Obwohl unser Testgerät ein blaues Gehäuse hat, wird der Kunde am Ende mit einer schwarzen Ausführung beliefert. Neben dem Lautsprecher besitzt der SoundBoost 2 auch einen integrierten Akku mit 1000 mAh, aufgeladen wird dieser ebenfalls über USB Type C. Die Leistung gleicht mit 6 Watt dem Vorgänger, der Klang ist besser geworden. Das liegt vermutlich an Verarbeitung: Die Membran wird nicht mehr von einem starren Metallgitter geschützt, sondern ist mit einem flexiblen Textil überzogen.

Was haben die drei Geräte Moto Z Play, Moto Z2 Play sowie Moto Z oder Moto Z2 Force gemeinsam? Genau: Das Design ist mehr oder weniger identisch. Die Nachhaltigkeit und Interoperabilität des Moto-Mods-Systems geht zu Lasten des Aussehens. Alle Smartphones müssen einen nahezu identischen Fußabdruck haben, damit sowohl ältere als auch neuere Module auf den Rücken der Smartphones passen. Nur so kann Lenovo die Modularität seiner Telefone gewährleisten. Aber ganz so schlimm ist es dann auch nicht: Glücklicherweise spielen Farben und Materialien eine relevante Rolle bei der Wahrnehmung.

Der Korpus des Moto Z2 Play ist komplett aus Metall gefertigt. Dem Nutzer soll ein wohl solides Gefühl vermittelt werden. Dazu passen die Farben, in denen das Smartphone erhältlich ist: Gold und Silber. Durch das fest verschlossene Gehäuse aus einem einzigen Aluminiumblock gibt es keinerlei Spaltmaße oder Öffnungen. Deshalb gibt es nichts zum Knirschen oder Knarzen.

Die vordere Seite des Moto Z2 Play ist mit widerstandsfähigem Glas bedeckt, wie’s üblich ist. Unter der Scheibe sitzt ein weißer Kunststoffrahmen mit dem Display in der Mitte. Bei der dunklen Farbausführung ist die Front in Schwarz gehalten, das finden wir persönlich stimmiger und eleganter. Auch die Akzente, zum Beispiel die Abdeckung für die Antennen auf der Rückseite, ziehen beim silbergrauen Modell weniger Aufmerksamkeit auf sich.

Lenovos Moto Z2 Play ist IPX3 zertifiziert; Regen- und Spritzwasser macht dem Telefon nichts aus. Tauchen im Schwimmbad oder im Salzwasser sollte man jedoch nicht.

Im Motorola arbeitet der Snapdragon 626 von Qualcomm. Dabei handelt es sich um einen aktuellen Achtkerner der Mittelklasse mit einer Taktfrequenz von 2,2 GHz. Dem CPU stehen 4 GByte Arbeitsspeicher zur Seite. In der Generation zuvor waren es noch 3 GByte RAM. Im direkten Vergleich sind die zusätzlichen 1024 MByte kaum fühlbar, aber in Benchmark-Apps durchaus messbar. Unser Moto Z2 Play erreichte bei Antutu etwa 69.000 Punkte. Das ist über dem Durchschnitt in dieser Klasse.

Unabhängig von den Zahlen läuft das System des Moto Z2 Play exzellent: es ist blitzschnell und reagiert verzögerungsfrei. Das Wechseln zwischen mehreren Applikationen funktioniert problemlos. In einem 1:1-Vergleich mit dem Vorgänger starten Apps ein wenig schneller. Ob das am Prozessor liegt, der nun mit einer um 10 Prozent höheren Taktfrequenz arbeitet als der Snapdragon 625 im Moto Z Play des letzten Jahres?

Das Moto Z2 Play ist dünner und leichter als das vorherige Modell: 20 Gramm weniger und exakt 1,01 Millimeter schmaler. Möglich ist dieser „Erfolg“ durch die Verkleinerung des Akkus. Statt 3510 mAh speichert er nun glatte 3000. Machen sich die 14,53 Prozent bemerkbar? Ja, das tun sie:

Bereitschaftszeit Videowiedergabe
Lenovo Moto Z Play 9 Tage 18 Stunden
Motorola Moto Z2 Play 7 Tage 15 Stunden

Der integrierte Speicher des Moto Z2 Play hat eine Größe von 64 GByte. Nach Abzug der vorinstallierten Apps und dem Betriebssystem bleiben dem Nutzer um die 48 GByte übrig. Eine Speicherkarte im Format microSDXC mit bis 256 GByte kann optional eingesetzt werden. Welche die Richtige ist, erfahrt Ihr in unserer Kaufberatung zu Speicherkarten .

Das Moto Z2 Play unterstützt Dual-SIM. Der herausnehmbare Schlitten auf der Kopfseite des Telefons fasst zeitgleich zwei nanoSIM-Karten (4FF ) sowie eine Speicherkarte. Dass Lenovo hier nicht auf das gängige Hybrid-Konzept setzt, sondern die simultane Nutzung aller Karten erlaubt, finden wir lobenswert.

Ins Internet geht es über WLAN nach 802.11 a/b/g/n mit 2,4 und 5 GHz. Der neue ac-Standard fehlt auch in dieser Version. LTE ist mit bis 300 Mbit/s unterstützt. Während des Tests war unser Gerät mit einer SIM-Karte von Vodafone ausgestattet und wurde im Großraum Hamburg eingesetzt. Sowohl der Daten- als auch Telefonie-Empfang waren tadellos.

Was ist noch drin? Bluetooth 4.2, NFC sowie A-GPS und russisches Glonass. Die Sprachaufnahmen läuft über drei Mikrofone, wohingegen die Ausgabe über einen Lautsprecher aus der Hörmuschel läuft.

Der Fingerabdrucksensor des Moto Z2 Play wurde auf der vorderen Seite platziert. Klar: Hinten geht nicht, da die magnetisch ansteckbaren Moto Mods die gesamte Fläche des Rückens einnehmen. Der Sensor sperrt sowie entsperrt das Smartphone schnell, dient aber nicht als eine Art zusätzliche Taste oder Trackpad für die Bedienung. Dafür werden drei virtuelle Tasten auf dem Bildschirm eingeblendet.

Für das Motorola Moto Z2 Play verwendet Lenovo ein 5,5 Zoll großes Display. Das ist im Vergleich zum Vorgänger unverändert geblieben. Das Panel basiert auf die organische Aktivmatrix-Display-Technologie, wie sie beispielsweise auch im Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus von Samsung zum Einsatz kommt.

Der 16:9-Bildschirm hat eine Full-HD-Auflösung, also 1920 × 1080 Pixel. Aus einer Diagonalen von 139,7 mm und einer Gesamtdarstellung von knapp zwei Millionen Bildpunkten errechnet sich eine ausreichende Schärfe von 401 ppi.

Die Farben der Anzeige haben uns gefallen, sie sind kräftig, aber nicht übersättigt. Die Helligkeit ist für den Außeneinsatz in Ordnung, jedoch mit 400 Candela pro Quadratmeter nicht außergewöhnlich. Betrachtet man das Display aus der Schräge (über 137 Grad), so ist ein Farbstich in Blau und Grün sichtbar.

Moto-Smartphones aus dem hochpreisigen Segment haben seit einigen Generationen einen sogenannten Always-On-Screen. Dieser wird aktiviert, sobald sich eine Hand oberhalb von 10 Zentimeter über dem Display bewegt. Dann werden Informationen wie Uhrzeit, Datum, Termine und verpasste Anrufe sowie eingegangenen Nachrichten angezeigt. Praktisch!

Die Kamera des Moto Z2 Play liefert gute Bilder, sowohl bei viel, als auch bei wenig Licht. Der Grund hierfür ist die verbaute Hardware: Bildsensor mit 12 Megapixel, große Einzelpixel mit einer Kantenlänge von 1,4 Mikrometer sowie eine lichtstarken Blende von f/1.7. Für die schnelle Scharfstellung sorgen mehrere Systeme: Dual-Pixel-Autofokus, Phasendetektionsfokus sowie Laserautofokus. Was fehlt ist ein optischer Bildstabilisator (OIS), der gerade bei Videoaufnahmen im Format 4K Ultra-High-Definition zugutekommen würde.

Verglichen mit anderen Smartphones fehlt der Kamera der Dynamikumfang, sichtbar ist dies vor allem bei Aufnahmen, die vielseitig und bunt sind. Hier mangelt es an Sättigung.

Die Hauptkamera auf der Rückseite ragt mehrere Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Mit dem Einsatz von diversen Modulen versinkt sie jedoch wieder. Die Front-Kamera löst 5 Megapixel auf. Sowohl vorne als auch hinten befindet sich ein Dual-LED-Blitz mit zwei unterschiedlichen Farbtemperaturen.

Testbilder der Kamera

Auf dem Moto Z2 Play arbeitet ein unverändertes Android in der Version 7.1.1 Nougat. Die Oberfläche ist Vanilla UI von Google. Der Hersteller hält das Betriebssystem sauber und schlank: Bloatware ist nicht vorhanden, dafür 1 bis 2 Motorola-eigene Apps für die Migration von Daten oder zum Verwalten der Moto Mods.

Das Abspielen von Songs läuft über die Google-App Play Musik. Zusammen mit einem angeschlossenen Headset über 3,5-mm-Klinke empfängt das Moto Z2 Play auch die Ultrakurzwelle, eine Radio-App ist auf dem Telefon installiert.

Der Sicherheitspatch auf unserem Moto Z2 Play ist noch vom 1. Mai 2017 – während der Testphase folgten keine Updates oder Upgrades. Wobei Lenovo eine Aktualisierung auf Android OS 8.0 O für das Smartphone vorsieht.

Das Motorola Moto Z2 Play ist ein grundsolides Smartphone für 519 Euro. Für die verlangte unverbindliche Preisempfehlung ist es angemessen ausgestattet und glänzt vor allem durch die gelungene Metall-Verarbeitung. Ohne die Moto Mods bietet es allerdings kein Alleinstellungsmerkmal, wie die Generation zuvor mit dem großen Akku. In erster Linie hat uns die performante Leistung des Telefons gefallen.

Das bereits aus dem vergangenen Jahr bekannte modulare System Moto Mods ist das einzige auf den Markt, das in der Tat echte Modularität bietet. Es ist einfach und die Funktionalität ist sofort abrufbereit. Aber auch hier gibt es einige Herausforderungen: Die einzelnen Module erweitern oder verbessern das Smartphone. Der JBL-Lautsprecher ist lauter und klingt besser, als der kleine Lautsprecher im Moto Z2 Play. Gleichzeitig ist er schlechter, als ein vergleichbare Bluetooth-Lautsprecher für 100 Euro. Gleiches gilt auch für andere Module. Nichtsdestoweniger handelt es sich hierbei um eine Investition: wer sich einmal ein Moto Mod kauft, will es auch in der Zukunft mit neueren Smartphones von Motorola oder Lenovo nutzen.

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