TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Motorola Moto G60s
Pro und Contra
  • schnelles Laden mit 50 Watt
  • gute Akkulaufzeit
  • LCD mit 120 Hertz 
  • kein 5G
  • mäßige Display-Helligkeit
  • schwaches Ultraweitwinkelobjektiv 
  • 4.5

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Nicht nur für Nerds: Schneiden und Gravieren mit dem Laser

Nicht nur für Nerds: Schneiden und Gravieren mit dem Laser

Ratgeber: die besten 3D-Drucker und Zubehör zu Weihnachten

Ratgeber: die besten 3D-Drucker und Zubehör zu Weihnachten

Smartphone-Schnäppchen zur Black Week 2021

Smartphone-Schnäppchen zum Black Friday 2021

Geschenkratgeber: Tablet fürs Surfen, Streaming oder als PC-Ersatz

Surfen, Streamen oder Arbeiten: Das passende Tablet zu Weihnachten

Für knapp 230 Euro bietet das Moto G60s ein LC-Display mit 120 Hertz, eine vollwertige Ausstattung und einen Akku, der lange hält und in weniger als einer Stunde auflädt.

Motorola bietet mit dem Moto G60s ein preiswertes Smartphone der Mittelklasse an. Der jüngste Vertreter der Moto-G-Reihe hat ein ziemlich großes LC-Display mit 6,8 Zoll und einer zeitgemäßen Bildwiederholrate. Das Handy soll laut Herstellerangaben sogar Spieler begeistern – verzichtet jedoch anders als das Moto G 5G (Testbericht) auf 5G. Wie viel Top-Smartphone in dem großen Mittelklasse-Modell schon steckt, zeigt unser Test.

Verglichen mit den eher schlanken, filigranen und leichten Handys Motorola Edge 20 (Testbericht) und Motorola Edge 20 Lite (Testbericht) ist das Moto G60s ein wuchtiger Brocken. Das Smartphone setzt auf einen großen Bildschirm von 6,8 Zoll (ca. 17 Zentimeter). Mit einer Länge von fast 17 Zentimeter und einer Dicke von knapp 1 Zentimeter spielt es eher in der Größenordnung eines Outdoor-Geräts wie dem Nokia XR20 (Testbericht). Mit 212 Gramm gehört es zu den schweren Smartphones, was bei der Größe des Geräts und des Akkus keine Überraschung sein sollte. Dafür bekommen Nutzer eine große Displayfläche mit einem angenehm schmalen Rand.

Als Material kommt ausschließlich Kunststoff zum Einsatz, was sich zwar weniger wertig anfühlt, aber durch die geriffelte Optik trotzdem noch ansprechend aussieht. Für diese Preisklasse geht die Materialwahl in Ordnung. Nutzt man die mitgelieferte transparente Schutzhülle, merkt man ohnehin nicht viel von der Beschaffung der Oberfläche. Auch wenn das Gerät nochmals einen Ticken klobiger wird, empfehlen wir die Hülle zu nutzen. Kleinere Stürze sollte das Smartphone damit überstehen.

Auf der rechten Seite des Smartphones befindet sich der Power-Button, die Lautstärkewippe sowie eine Taste für den Google Assistant. Leider ist der Knopf sehr nahe an den Lautstärketasten, sodass man ihn häufig versehentlich drückt, wenn man das Handy eigentlich lauter stellen will. An der Verarbeitung gibt es nichts zu beanstanden, was den Druckpunkt der Knöpfe oder Spaltmaße angeht.

Anders als bei vielen anderen Handys befindet sich der Fingerabdrucksensor nicht im Power-Buttons, sondern mittig im oberen Bereich auf der Rückseite im Motorola-Logo verbogen. Eine Lösung im On/Off-Schalter hätte uns besser gefallen, da diese schneller mit dem Finger zu erreichen wäre. Trotzdem erlaubt die Position auf der Rückseite das einhändige Aktivieren des großen Smartphones, sofern man den Zeigefinger dafür wählt.

Die Quad-Cam auf der Rückseite ist nahezu Plan in das Gehäuse integriert und fällt dadurch angenehm wenig auf. Die Frontkamera ist mittig in einer Punch-Hole-Notch eingelassen. Trotz der Abmessungen ist das Moto G60s kein Outdoor-Handy. Die Zertifizierung nach IP52 schützt nur geringfügig vor Staub und einzelnen Regentropfen oder leichtem Spritzwasser.

Das Display gehört mit einer Diagonale von 6,8 Zoll zu den größeren Bildschirmen unter den aktuellen Smartphones. Ähnlich große Displays bieten sonst das Xiaomi Mi11 (Testbericht) sowie Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) oder Nokia G50. Die Anzeige leistet eine Auflösung von 2460 x 1080 Pixel. Das sorgt für ein scharfes Bild bei einer hohen Pixeldichte von 395 ppi (Pixel pro Zoll), bei der einzelne Pixel für die meisten Nutzer nicht mehr mit dem bloßen Auge zu erkennen sind. Das Verhältnis von Bildschirm zu Gehäuse liegt dank dünner Ränder bei einem hohen Wert von 86 Prozent.

Als Technologie kommt ein LC-Display mit IPS-Panel zum Einsatz. Dieses kann mit der guten Bildqualität eines OLED-Bildschirms wie beim Motorola Edge 20 Lite (Testbericht) nicht mithalten. Dennoch liefert das LCD des Moto G60s eine hervorragende Bildqualität mit fast schon knalligen Farben. Allerdings sind die Kontraste zu wenig ausgeprägt, was für einen unnatürlichen Eindruck sorgt. Dank des IPS-Panels ist die Blickwinkelstabilität aus allen Perspektiven weitgehend gegeben. Die maximale Aktualisierungsrate von 120 Hertz sorgt für eine flüssigere Bilddarstellung beim Scrollen, Spielen oder Videos. In dieser Preisklasse ist das noch nicht selbstverständlich.

Nicht ganz so stark ist die maximale Helligkeit des Displays von 480 cd/m². Diese bewegt sich verglichen mit anderen Handys mit LC-Display nur im unteren Mittelfeld. Selbst die automatische Helligkeit regelt bei direkter Sonneneinstrahlung nur unwesentlich hoch. Erstaunlicherweise kann man das Display trotzdem noch ausreichend gut im Freien ablesen. Bei Texten klappt das gut, bei Videos weniger. Scheint die Sonne direkt auf den Bildschirm, beeinträchtigt das Spiegeln die Ablesbarkeit stark.

Dank Verifizierung für Widevine Level 1 ist die Wiedergabe von Inhalten aus Netflix und anderen Streaming-Anbietern in Full HD möglich – bei der Größe des Bildschirms eine sinnvolle Möglichkeit. Mehr zu dem Thema erklären wir im Ratgeber Streaming: Die besten Tablets für Netflix und Co. ab 100 Euro.

Das Motorola Moto G60s nutzt vier Kameraobjektive. Die Hauptkamera arbeitet mit einer 64-Megapixel-Linse, die ein Weitwinkelobjektiv mit 8 Megapixel, eine Makrolinse mit 5 Megapixel sowie ein Objektiv für Tiefenschärfe mit 2 Megapixel abrunden. Auf der Vorderseite befindet sich die Knipse für Selfies mit 16 Megapixel.

Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht ordentliche Aufnahmen mit ausreichenden, wenn auch nicht übermäßig hohen Bilddetails. Farbgebung und Kontraste sind weitgehend natürlich. Bei einfallendem Sonnenschein passt die Belichtung nicht immer zu hundert Prozent. Auch bei weniger sorgt die Linse für ausreichend Ausleuchtung und damit einer akzeptablen Bildschärfe bei Dunkelheit.

Das Ultraweitwinkelobjektiv enttäuscht jedoch. Die Bilddetails lassen nochmals deutlich nach, zudem stimmt die ganze Farbgebung nicht mehr – diese wirkt übersteuert und unnatürlich, die Perspektive erscheint zudem an den Rändern stark verzerrt. Ein nettes Gimmick ist die Makrolinse für Nahaufnahmen, die brauchbare und scharfe Ergebnisse liefert. Hier hätte Motorola allerdings die Ultraweitwinkellinse dafür einspannen können, wie beim Motorola Edge 20 Lite (Testbericht). Die vierte Linse ist für Tiefenschärfe bei Porträts gedacht.

Mit der Fotokamera gelingen gute Selfies bei Tageslicht mit einem etwas starken Hang zum Weichzeichnen. Der Bokeh-Effekt im Porträtmodus erzeugt kleinere Fehler bei Brillengestellen, geht aber sonst in Ordnung. Videos sind maximal in Full HD möglich, was für kurze Videocalls ausreichend sollte. Etwas ungewöhnlich für ein Smartphone: Das Moto G60s erlaubt mit der Dual-Funktion Bilder oder Videos, bei der gleichzeitig die Front- und Hauptkamera auslösen. Die Aufnahmen zeigen dann entweder das Bild der Selfie-Cam, bei dem eine Aufnahme der Hauptkamera als kleiner Kasten eingeblendet ist oder beide Aufnahmen nebeneinander.

Mit der Hauptkamera sind Videos in maximal 4K-Auflösung – mehr wie 30 fps sind auch bei Full HD nicht drin. Mangels optischem Bildstabilisator wirken die Aufnahmen bei Bewegtbildern stark verwackelt. Die Farbgebung der Videoclips hinterlässt einen naturgetreuen Eindruck wie bei den Fotoaufnahmen.

Für Rechenleistung im Moto G60s ist ein Mediatek Helio G95 zuständig. Der Mittelklasse-SoC nutzt zwei Cortex A76- und sechs Cortex-A55-Kerne. Dieser sorgt jetzt nicht für eine übermäßig starke Performance und ist eher im unteren Drittel der aktuellen Smartphones anzusiedeln. Beim Benchmark-Test Work 3.0 von PCmark erreichten wir damit im Schnitt knapp 7300 Punkte. Das liegt auf dem Niveau eines Oppo A74 (Testbericht) und deutlich vor dem Nokia X10 (Testbericht).

Gar nicht einmal so schlecht ist die Leistung der integrierten GPU: Bei 3Dmark erreichten wir Werte um die 1350 – das liegt sogar vor dem Motorola Edge 20 Lite (Testbericht). Das zeigt, dass die Macher bei Mediatek das Thema Gaming berücksichtigen. Ein richtiges Gaming-Smartphone ist das Moto G60s damit aber nicht. Für alltägliche Aufgaben und Casual Games wie Angry Birds reicht das aus und sorgt meistens für ein stabiles Betriebssystem. Spiele wie Asphalt 9 laufen bei mittleren Details nahezu ruckelfrei.

Mehr wie LTE in mobilen Netzen ist nicht möglich, denn 5G bietet der Helio G95 nicht. Für kabellose Verbindungen unterstützt das Handy maximal Wifi-5 sowie Bluetooth 5.0 und bietet NFC. Der USB-C-Anschluss leistet maximal USB 2.0, was nicht mehr dem neusten Stand bei schneller Datenübertragung entspricht. Erfreulicherweise gibt es noch eine 3,5-Millimeter-Klinke für Kopfhörer und Headsets – das ist bei Smartphones immer seltener. Standardmäßig bietet das Moto G60s 128 GByte (UFS 2.1) internen Speicher und 4 GByte RAM. Es gibt zudem eine Variante mit 6 GByte Arbeitsspeicher. Der interne Speicher kann über eine Micro-SD-Karte auf bis zu 1 TByte erweitert werden – damit opfert man aber einen möglichen zweiten Slot für den Dual-SIM-Betrieb.

Eine Status-LED hat das Moto G60s leider nicht. Hebt man das Smartphone an, zeigt aber das Display, ob neue Nachrichten eingegangen sind oder Anrufe verpasst wurden. Der eingebaute Monolautsprecher ist für die Wiedergabe von Videos oder bei Spielen ausreichend gut und laut. Zum Musikhören fehlt es bedingt durch die Bauart an nötigen Tiefen – insgesamt klingt der Lautsprecher etwas schrill. An der Sprachqualität bei der Telefonie gibt es beim Moto G60s nichts auszusetzen.

Als Betriebssystem läuft Android 11 mit einem aktuellem Sicherheitspatch von September. Motorola verzichtete wie gewohnt auf Anpassungen der Benutzeroberfläche und zusätzliche Bloatware – abgesehen der Moto-App, Facebook und den bekannten Google-Anwendungen. Damit bekommen Nutzer ein unverfälschtes Androiderlebnis wie bei einem Pixel- oder Nokia-Smartphone. Zusätzlich bietet Motorola Sicherheitsfunktionen für das Smartphone gegen Malware, Phishing und Netzwerkangriffe unter dem Namen ThinkShield for Mobile von Lenovo für das Smartphone bereit.

Der Akku bietet eine üppige Kapazität von 5000 mAh. Beim Battery Test von PCmark benötigte der Akku bei einem simulierten Testbetrieb mit 120 Hertz Bildwiederholrate über 11 Stunden, bis er einen Akkustand von knapp unter 20 Prozent erreicht hat. Das ist ein ordentlicher Wert, bei dem im Alltag bei durchschnittlicher Nutzung das Gerät etwa alle zwei Tage an die Steckdose sollte. Damit bewegt sich das Moto G60s etwa im Mittelfeld unserer Testkandidaten.

Besonders hervorzuheben ist das starke Netzteil mit 50 Watt Leistung mit dem das Moto G60s zügig lädt. Bereits nach 30 Minuten ist der Akku auf einem Ladestand von 70 Prozent. Für eine vollständige Aufladung vergeht weniger als eine Stunde. Das kennen wir sonst nur von Xiaomi. Kabelloses Laden ist mit dem Moto G60s aber nicht möglich. Das Netzteil bietet sowohl einen USB-C als auch einen USB-A-Anschluss. Das ist praktisch, wenn mal das Originalladekabel mit zwei USB-C-Steckern nicht zur Hand ist.

Das Motorola Moto G60s gibt es in den Farben Ink Blue (Dunkelblau) und Iced Mint (Hellgrün). Die UVP der Variante mit 128 GByte internem Speicher und 4 GByte RAM liegt bei 249 Euro. Das Handy findet sich bereits bei Onlinehändlern zu Straßenpreisen ab 230 Euro. Die Variante in Iced Mint scheint derzeit im Handel weitgehend vergriffen. Nur bei Motorola direkt sind Bestellungen noch möglich. Es gibt zudem eine Variante mit 6 GByte RAM, die lediglich 20 Euro teurer ist – diese wäre unsere Empfehlung.

Wer für eine längere Zeit das Motorola Moto G60s angewiesen ist, kann über den Einsatz einer Powerbank nachdenken.

Wer einen passenden Tarif zum Smartphone sucht, hat die Qual der Wahl. Bereits bis 10 Euro gibt es 8 GByte, bis 30 Euro sogar unlimitiertes Datenvolumen. In der Themenwelt Tarife beschäftigen wir uns intensiv mit monatlich kündbaren Verträgen (Bestenliste), Smartphone-Bundles, Tarifen fürs Ausland oder speziellen Tarifen für Gamer. Entsprechende Angebote fassen wir in der Übersicht Tarif des Monats zusammen.

Das Motorola Moto G60s ist ein solides Mittelklasse-Smartphone mit tollem LC-Display mit 120 Hertz und einer umfassenden Ausstattung bestehend aus Fingerabdrucksensor, Quad-Cam und guter Akkulaufzeit. Eine der Besonderheiten ist das 50-Watt-Netzteil, dass den Akku mit 5000 mAh in knapp einer Stunde auflädt.

In Sachen Performance setzt das Moto G60s keine besonderen Duftmarken – reicht jedoch für den Alltag aus. Auch wenn Motorola mit Gaming-Eigenschaften wirbt, ist es höchstens ein Gerät für Gelegenheitsspieler. Die Kamera geht in Ordnung, offenbart aber Schwächen beim Ultraweitwinkelobjektiv. Die Bildqualität des Displays ist gut, hat aber Schwächen bei Kontrasten und Helligkeit. Alles in allem bietet Motorola mit dem Moto G60s ein solides Allround-Smartphone zum fairen Preis.

In dieser Preisklasse finden sich jedoch zahlreiche Konkurrenten, die gerade bei CPU-Leistung deutlich punkten können. Das Xiaomi Poco X3 Pro (Testbericht) etwa ist deutlich schneller, hat einen Stereo-Lautsprecher und kostet nur etwa 220 Euro. Mit dem Xiaomi Redmi Note 10 Pro (Testbericht) bekommt man für weniger als 300 Euro bereits ein Smartphone mit starkem OLED-Display. Wer mit dem Handy für 5G gewappnet sein will, sollte zudem einen Blick auf das ähnlich günstige Oppo A74 5G (Testbericht) werfen. Noch mehr sinnvolle Alternativen in dieser Preisklasse zeigen wir in unserer Top 10: Die besten Handys 2021 bis 300 Euro.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.