Motorola Moto G22 im Test: 160-Euro-Handy mit 50-Megapixel-Cam und starkem Akku

Motorola Moto G22
Pro und Contra
  • Bildwiedergabe mit 90 Hertz
  • Fingerabdrucksensor
  • gute Akkulaufzeit 
  • dunkles Display mit HD-Auflösung
  • langsame Performance 
  • Schwächen bei Kamera 
  • 3.5

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Eine 50-Megapixel-Kamera und ein 90-Hertz-Display für knapp 160 Euro? Das Motorola Moto G22 bietet eine erstaunliche Ausstattung für ein günstiges Smartphone.

Das Moto G22 ist das Einsteigermodell aus der Moto-G-Serie von Motorola. Oberhalb der Moto-E-Reihe angesiedelt, bekommen Käufer ein preiswertes Handy mit Android 12, NFC, einem LC-Display mit 90 Hertz sowie einer Quad-Kamera mit einer 50-Megapixel-Hauptlinse. Das klingt auf den ersten Blick zu gut, um wahr zu sein. Wir haben das Smartphone ausführlich getestet und zeigen, wo der Haken ist.

Das Motorola Moto G22 macht mit seinem kantigen Design, das entfernt an das iPhone erinnert, einen schicken ersten Eindruck. Fast könnte man meinen, dass die glänzende Rückseite aus Glas ist – bis man das Moto G22 das erste Mal in der Hand hält und bemerkt, dass es sich hier ausschließlich um Kunststoff handelt. Das geht bei dem Preis in Ordnung. So schick die glatte Rückseite auch aussieht, Fingerabdrücke bleiben gut sichtbar. Das Gehäuse ist nicht sehr griffig und rutscht leicht aus der Hand. Zudem wirkt das Gerät etwas zu kantig am Gehäuserand.

Das Kameraelement ragt nur knapp 2 Millimeter hervor. Das sorgt dafür, dass das Handy kaum wackelt, wenn es auf der Rückseite liegt. Mit einer Größe von 164 x 75 x 8,5 Millimetern fällt es für ein Gerät mit 6,5-Zoll-Display recht groß aus. Mit 185 Gramm ist es aber noch relativ leicht, dem Kunststoff sei Dank. Gegen Staub und Tropfwasser ist das Gehäuse nach IP52 geschützt. Die Frontkamera ist mittig in einer dezenten Punch-Hole-Notch eingelassen, also einem runden Ausschnitt im Display. Auf der rechten Seite befinden sich der Power-Button mit integriertem Fingerabdruckscanner sowie die Lautstärkewippe. Beide Tasten haben einen soliden Druckpunkt. Der Rand um das Display erscheint recht groß, was bei Geräten dieser Preisklasse nicht ungewöhnlich ist.

Das LCD mit IPS-Panel beim Moto G22 erreicht eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hertz. Das erlaubt eine flüssige Bildwiedergabe beim Scrollen, bei Videoclips oder Spielen, was ein lebendigeres optisches Erlebnis nach sich zieht. Allerdings fällt die Auflösung mit 1600 x 720 Pixeln sehr niedrig aus. Das entspricht nicht einmal Full HD. Das führt zu einer eine Pixeldichte von 270 ppi. Dabei kann man Pixel beim genauen Betrachten noch leicht erkennen. Hier hätten wir uns stattdessen lieber eine Full-HD-Auflösung gewünscht, gerne auch mit 60 Hertz. Ein Blick auf die Top 10: Die besten Handys 2022 bis 200 Euro (Bestenliste) offenbart, dass Full HD in dieser Preisklasse mittlerweile zum Standard gehört.

Bereits auf den ersten Blick fällt beim Display eine eher mäßige Strahlkraft mit etwas ausgelutschten Farben auf. Das Bild wirkt dabei verwaschen mit schwach ausgeprägten Kontrasten. Die Blickwinkelstabilität geht so weit in Ordnung. Die Helligkeit fällt zudem mit maximal 280 cd/m² ebenfalls eher mittelprächtig aus. Das führt dazu, dass bei gutem Wetter das Display im Freien nur schwer abzulesen ist.

Eine Quad-Cam mit bis zu 50 Megapixel bei einem Handy um die 160 Euro? Das lässt aufhorchen. Ähnliches hatten wir in dieser Preisklasse schon beim Nokia G21 (Testbericht) gesehen. Die Hauptlinse bietet 50 Megapixel und fasst dabei vier Pixel zu einem zusammen. Das Vorgehen nennt sich Pixel Binning und reduziert Störungen und Bildrauschen, etwa in dunklen Umgebungen. Damit entsprechen die Fotos etwa 12,5 Megapixel. Dazu gesellt sich eine Ultraweitwinkellinse mit 8 Megapixel, ein Makroobjektiv sowie ein Sensor für Tiefenschärfe mit jeweils 2 Megapixel.

Die Hauptkamera selbst macht bei guten Lichtverhältnissen einen ordentlichen Job. Der Dynamikumfang geht in Ordnung, die Farben wirken aber zum Teil etwas kraftlos. Für eine 50-Megapixel-Linse fallen die Bilddetails wenig umfangreich aus. Fotos mit Tiefenschärfe gelingen aber relativ gut. Alles in allem eignet sich die Hauptlinse für mehr als nur gelegentliche Schnappschüsse, etwa Urlaubsfotos. Wer jedoch häufiger fotografiert, braucht eine bessere Linse. Weitere preisgünstige Alternativen zum Fotografieren zeigen wir im Ratgeber Perfekte Fotos mit dem Smartphone: Was gibt es fürs Geld?

Das zweite Objektiv mit 8 Megapixel und f/2.2-Blende dient für Aufnahmen mit Ultraweitwinkel. Hier lässt die Bildqualität im Vergleich zur Hauptlinse deutlich nach. Das macht sich einerseits an einer kühleren Farbwiedergabe bemerkbar, darüber hinaus mangelt es an Bildschärfe. Das führt zu Fotos, die verwaschen wirken. Die Bilddetails sind äußerst mager, die Bildränder wirken zudem verzerrt. Für Nahaufnahmen von Objekten kommt die dritte Linse zum Einsatz. Die Bildqualität und die Details dieser Aufnahmen sind aber angesichts der niedrigen Auflösung sehr bescheiden. Videoaufnahmen sind mit bis zu 1080p bei 30 fps möglich. Es fehlt allerdings an Schärfe. Mangels Bildstabilisator neigen die Clips ferner zu starkem Wackeln.

Für Selfies kommt auf der Vorderseite eine 16-Megapixel-Linse zum Einsatz. Das ist auf dem Blatt Papier ebenfalls recht viel für den Preis. Damit gelingen ordentliche Selfies, die leichte Schwächen bei der Bildschärfe offenbaren. Der Bokeh-Effekt im Porträt-Modus gelingt gut und ohne Bildfehler. Die Qualität bei Videos ist mit 1030p zufriedenstellend für Teams, Zoom oder Skype.

Als Prozessor kommt ein Mediatek Helio G37 zum Einsatz. Viel erwarten sollte man von der CPU nicht, für alltägliche Aufgaben wie Surfen, Nachrichten schreiben oder Youtube reicht das zwar aus, allerdings macht sich ein leichtes Ruckeln und behäbiges Zögern immer wieder bemerkbar. Die eher mäßige Leistung belegt der Benchmark Work 3.0 von PCmark: Das Moto G22 erreicht knapp 5500 Punkte. Damit findet sich das Handy im Vergleich zu anderen Modellen ganz unten wieder.

Der Arbeitsspeicher ist mit 4 GByte RAM für den Preis ausreichend bemessen, der interne Speicher beträgt 64 GByte. Eine Erweiterung mittels Micro-SD-Karte ist bis 1 TByte möglich. Als Anschluss kommen ein USB-C-2.0-Steckplatz sowie ein Klinkenstecker für 3,5 mm zum Einsatz. Letzterer ist bei vielen Handys selten geworden. Daneben beherrscht es Bluetooth 5.0 und NFC. Surfen in heimischen Netzwerken ist bis Wifi-5 möglich, mobil nutzt das Moto G22 maximal LTE – bei Bedarf mit Dual-SIM. Sehr erfreulich ist der Fingerabdrucksensor, das ist in dieser Preisspanne noch nicht selbstverständlich.

Ab Werk nutzt das Moto G22 Android 12. Motorola verzichtet hier auf größere Anpassungen der Benutzeroberfläche oder Bloatware. Zum Testzeitpunkt stammt der Sicherheitspatch noch von Januar, hier sollte Motorola bald mit einem Update nachbessern.

Der Akku hat eine umfangreiche Kapazität von 5000 mAh. Das beschert dem Handy eine gute Laufzeit. So erreichen wir im Battery Test von PCmark 11 Stunden. Das ist ein guter Wert, mit dem das Moto G22 einen Platz im oberen Mittelfeld belegt im Vergleich zu anderen Geräten aus unseren Tests. Als Netzteil liegt nur ein Ladegerät mit 10 Watt bei. Damit dauert ein Ladevorgang über 2 Stunden. Kabelloses Laden ist nicht möglich.

Die UVP für das Motorola Moto G22 liegt bei 169 Euro. Der günstigste Preis bei Online-Anbietern beträgt 159 Euro. Verfügbar ist es in den Farben Anthrazit („Cosmic Black“) und Blau („Iceberg Blue“).

Das Motorola Moto G22 ist ein erschwingliches Smartphone, das die nötigsten Funktionen mit sich bringt. Zu den größten Stärken gehören die gute Akkulaufzeit von etwa 11 Stunden sowie das Gehäuse mit IP52-Zertifizierung. Ungewöhnlich ist zudem die hohe Bildwiederholrate von 90 Hertz – allerdings ist das Display recht dunkel und schafft nur eine HD-Auflösung. Mit der Hautkamera von 50 Megapixel gelingen akzeptable Aufnahmen, die übrigen Linsen liefern aber nur mäßige Ergebnisse. Die Leistungsfähigkeit der CPU ist sehr bescheiden, immerhin gibt es einen Fingerabdrucksensor.

Eine gute Alternative ist das Nokia G21 (Testbericht). Es bietet eine ähnliche Konfiguration mit 50-Megapixel-Kamera und 90-Hertz-Display, das ebenfalls nur mit HD auflöst. Der Prozessor ist jedoch schneller. Wer bereits mit 5G unterwegs sein will, kann zum gleich teuren Oppo A54 5G (Testbericht) greifen. Für ein paar Euro mehr bekommt man das Xiaomi Redmi Note 11 (Testbericht). Dieses verfügt schon über ein OLED-Display mit Full HD, aber kein 5G. Weitere Alternativen zeigen wir in unserer Top 10: Die besten Handys 2022 bis 200 Euro (Bestenliste).

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