Motorola Edge 30 Neo im Test: Tolles Display und Qi für 350 Euro

Motorola Edge 30 Neo
Pro und Contra
  • tolles, sehr helles OLED-Display mit 120 Hz
  • schickes Design
  • schlapper Akku
  • Schönwetter-Kamera
  • nicht übermäßig viel Power
  • 4

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Das Motorola Edge 30 Neo ist das günstigste der drei neuen Edge-30-Modelle. Es kommt mit besonderem Farbdesign von Pantone und bietet auch sonst einige Highlights.

Motorola ist fleißig in den letzten Monaten und haut dabei nicht nur Masse, sondern auch Klasse raus. So bietet das vor einem halben Jahr veröffentlichte Motorola Edge 30 (Testbericht) etwa ein 144-Hz-Display, das teurere Edge 30 Pro (Testbericht) buhlt mit dem schnellen Snapdragon 8 Gen 1 um Käufergunst. Nun bringt der zu Lenovo gehörende Hersteller drei weitere Modelle der Edge-30-Familie auf den Markt: Neo, Fusion und Ultra. Wir haben uns das günstigste Modell angeschaut, das man inzwischen für kaum mehr als 350 Euro bekommt: das Motorola Edge 30 Neo.

Während die anderen beiden Modelle mit mehr Technik punkten, setzt Motorola beim Edge 30 Neo auf Design. So stammen die verfügbaren Farben „Very Peri“, „Aqua Foam“, „Black Onyx“ und „Ice Palace“ vom Farbspezialisten Pantone, ein etwa SIM-Karten-großes Logo auf der Rückseite weist darauf gesondert hin. Ebenfalls unter den Oberbegriff Design könnte das schmale LED-Band zählen, das sich um den vorstehenden schmalen Rand der Kamera windet. Damit lassen sich etwa eingehende Nachrichten signalisieren. Da das LED-Band erstaunlich dunkel ausfällt, dürfte das von den meisten Nutzern vermutlich eher übersehen werden. Der Rest ist eher Standard. Der Rahmen besteht aus Kunststoff, der dunkel eloxiert wirkt, die Rückseite verwendet ebenfalls das grundsätzlich eher wenig wertige Material.

Insgesamt kann man dem Edge 30 Neo mangelnde Qualität aber trotzdem nicht nachsagen. Im Gegenteil. Zusammen mit der hervorragenden Verarbeitung wirkt vor allem die samtige und griffige Rückseite sehr angenehm und die Kamera ist farblich abgesetzt schick ins Gesamtdesign integriert. Hinzu kommt ein (abgesehen von der deutlich hervorstehenden Kamera) insgesamt recht dünnes Gehäuse mit dezenten Rundungen an den Rändern, wodurch das Smartphone gut in der Hand liegt. Schutz vor Feuchtigkeit gibt es obendrein, wenn auch nur nach IP52, also Spritzwasser.

Beim Display lässt sich Motorola nicht lumpen und baut ein HDR-fähiges OLED-Display mit 6,3 Zoll Diagonale und 2400 x 1080 Pixel im Format 20:9 ein. Die Bildschärfe ist mit knapp 420 ppi (Pixel pro Zoll) hoch, dank 120-Hz-Wiedergabe werden auch bewegte Inhalte scharf und flüssig wiedergegeben. Besonderes Augenmerk hat der Hersteller offenbar auf die Display-Helligkeit gelegt. Sie ist mit knapp über 950 cd/m² im Automatikmodus und 460 Candela im manuellen Modus für die Mittelklasse sehr hoch und sorgt für gute Ablesbarkeit auch bei heller Umgebung. Farbwiedergabe und Kontraste gefallen uns ebenfalls gut, der Schwarzwert wie bei OLED gewohnt ohnehin. Das Display ist zweifelsfrei eines der angesprochenen Highlights.

Motorola baut in das Edge 30 Neo eine grundehrliche Kamera mit 64 Megapixel Haupt- und 13-Megapixel Weitwinkelkamera ein. Auf Schnickschnack wie Makro oder Tiefenschärfesensor verzichtet der Hersteller dankenswerterweise. Für Selfies gibt es eine Kamera mit stolzen 32 Megapixel, die mittig am oberen Bildschirmrand durch ein Punchhole lugt.

Bei Tageslicht knipst die Hauptkamera ansprechende Bilder, die nicht zuletzt dank des eingebauten optischen Bildstabilisators (OIS) keine übermäßig ruhige Hand benötigen. Die Bildschärfe passt dabei zur Mittelklasse, gleiches gilt für Bilddynamik, Farbwiedergabe und Weißabgleich. Bildrauschen ist bei gutem Licht kaum zu sehen. Der Weitwinkel kann wie so häufig nicht ganz mithalten und zeigt insgesamt, aber vor allem an den äußersten Rändern, deutlich weniger Schärfe. Bei Tageslicht sind die Aufnahmen aber zu gebrauchen.

Anders sieht das bei schlechtem Licht aus. Hier verlieren beide Kameras deutlich an Bildschärfe und Details gehen immer mehr verloren. Das machen viele Konkurrenten besser. Enttäuschend ist das Schwachlicht-Verhalten vor allem bei der Hauptkamera, die über einen OIS verfügt. Die Selfiecam macht ordentliche Bilder, ohne sich allerdings von der Konkurrenz absetzen zu können.

An anderer Stelle ist die Kamera des Motorola Edge 30 Neo enttäuschend: bei Videoaufnahmen. Hier ist schon bei 1080p/60 Schluss, 4K gibt es nicht. Die Bildqualität ist dabei insgesamt für die Auflösung in Ordnung, allerdings ist das Fehlen von 4K-Aufnahmen und deren zusätzlicher Bildschärfe alles andere als zeitgemäß.

Als Chipsatz setzt Motorola auf einen Snapdragon 695. Der Mittelklasse-Chip bietet bis zu 2,2 GHz Taktung und kommt mit Adreno 619 als GPU. Zusammen mit den eingebauten 8 GByte RAM liefert er für den Alltag ausreichende Leistung und die meisten Nutzer werden nichts vermissen. Für anspruchsvolle 3D-Games reicht das aber nicht, hier sollten Interessenten zu Modellen mit Snapdragons der 8er-Serie greifen. Das Motorola Edge 30 Neo erreicht mit der eingebauten Technik in Work 3.0 von PCmark etwas über 10.000 Punkte, in 3Dmark Wild Life sind es 1200 Punkte. Das passt zu dem beschriebenen Leistungsbild. Im Alltag überwiegen insgesamt die Vorteile von Display und ausreichender Leistung. So werden bewegte Inhalte flüssig dargestellt, Apps laden ausreichend schnell und im Normalbetrieb gibt es beim Wechsel von Apps selten kurze Ruckler.

Der eingebaute Chipsatz gibt auch die restliche Ausstattung des Smartphones vor. So bietet es nur Wifi 5, USB 2.0 und 5G mit maximal 300 mBit/s, den meisten Nutzern dürfte das aber kaum negativ auffallen. Nicht überzeugt sind wir von den Lautsprechern, die für unseren Geschmack zu blechern klingen. Der Fingerabdrucksensor im Display reagiert der Mittelklasse angemessen schnell und verlässlich. Der interne Speicher mit 128 GByte ist nicht erweiterbar. Weitere Informationen sind in der Tabelle zusammengefasst.

Bei der Software gibt es kaum Auffälligkeiten. Motorola setzt auf Android 12 mit aktuellem Sicherheits-Patch, die Nutzeroberfläche gibt keine Rätsel auf. Highlight ist die „ready-for“-Funktion. Mit diesem Desktop-Modus wird das Smartphone im Zusammenspiel mit einem HDMI-fähigen Monitor oder Fernseher (und einem nicht beiliegenden USB-C-zu-HDMI-Kabel) zum PC-Ersatz wie bei Samsung Dex. Beim Edge 30 Neo ist hier aber die Leistung des Chipsatzes bisweilen ein limitierender Faktor.

Die Edge-Serie ist nicht für besonders große Akkus bekannt, das ist beim Motorola Edge 30 Neo nicht anders. Gerade einmal 4020 mAh leistet der Kraftspender im neuen Modell, das verspricht keine Bestwerte beim Durchhaltevermögen. Und wie beim Motorola Edge 30 (Testbericht) mit gleichem Akku sind wir auch beim Edge 30 Neo nicht zufrieden. Denn mit etwas über 7 Stunden bei 120-Hz-Nutzung ist das neuere Modell zwar knapp besser, aber alles andere als gut. Deutlich besser ist die Ladegeschwindigkeit. Das Neo lädt mit 68 Watt, kabellos geht es hingegen mit gemächlichen 5 Watt voran. Die Lademöglichkeit per Qi überrascht etwas, schließlich ist das in der Mittelklasse nach wie vor kein Standard, außerdem beherrscht das teurere Fusion des neuen Edge-30-Trios das nicht.

Zum Testzeitpunkt kostete das Motorola Edge 30 Neo etwas mehr als 350 Euro in der schwarzen Version. Die Farbversionen Very Peri (Lila), Ice Palace (Silber) und Aqua Foam (Grün) kosteten noch bis zu 390 Euro. Andere Speicherversionen gibt es nicht.

Das Motorola Edge 30 Neo macht es einem nicht einfach, ein klares Urteil zu fällen. Denn es ist einerseits ein ordentliches Smartphone mit Highlights bei Display und kabellosem Laden. Ausreichend schick ist es ebenfalls, wobei das weniger mit der Kooperation mit Pantone zu tun hat, sondern eher mit dem dünnen Design an sich und der samtigen Rückseite. Andererseits ist die Kamera eine ausgemachte Schönwetter-Knipse, die Akkulaufzeit lässt zu wünschen übrig und die Leistung reicht zwar gut im Alltag, ist aber insgesamt nicht besonders erwähnenswert.

Der Preis erscheint uns dafür insgesamt (noch) zu hoch, denn mit Xiaomi Poco X4 GT (Testbericht), Samsung Galaxy A52s (Testbericht zum fast identischen A52) und Oneplus Nord 2T 5G (Testbericht) gibt es für etwas weniger Geld gerade bei den Punkten Kamera und Akku einfach mehr.

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