Motorola Edge 30 im Test: Das dünnste 5G-Handy der Welt

Motrola Edge 30
Pro und Contra
  • Tolles OLED-Display mit 144 Hz
  • Starke Performance
  • Leicht und dünn
  • nur USB-C 2.0
  • schlechte Akkulaufzeit
  • Weiwinkellinse schwächelt
  • 4.0

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Beim Motorola Edge 30 handelt es sich um ein äußerst schlankes und leichtes Smartphone mit tollem OLED-Display und starker Leistung. Doch es hat einen Haken.

Der kleine Bruder des Motorola Edge 30 Pro (Testbericht) hat ordentlich abgespeckt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist nicht nur 2 mm schlanker, sondern auch fast 40 Gramm leichter als die Pro-Variante. Gemeinsam mit dem Xiaomi Mi 11 Lite 5G (Testbericht) gehört es zu den dünnsten 5G-Smartphones auf dem Markt. Die Kamera bleibt weitgehend gleich, das Display liefert ähnliche Qualitäten.

Statt des bärenstarken Snapdragon 8 Gen 1 kommt der im Vorgänger Motorola Edge 20 (Testbericht) bewährte Snapdragon 778G zum Einsatz. Wie gut die Mittelklasse-Referenz von Motorola ist und welche Auswirkungen die Schlankheitskur hat, zeigt unser Test.

Das kantige Motorola Edge 30 wirkt mit einer Dicke von knapp unter 6,8 mm hauchdünn und erfreulich leicht und handlich. Das Gewicht liegt gerade einmal bei 155 g. Damit wiegt es nur 15 g mehr als ein iPhone 13 Mini. Unter den 5G-Handys mit Android kann hier nur das fast gleich leichte und schlanke Xiaomi Mi 11 Lite 5G (Testbericht) mithalten. Die übrigen Abmessungen fallen mit 159,4 x 74,2 normal für ein 6,5-Zoll-Gerät aus.

Anders als beim Motorola Edge 30 Pro ragt das Kameraelement deutlich hervor beim „normalen“ 30er-Modell. Das ist auf das insgesamt dünnere Gehäuse zurückzuführen. Dadurch wackelt es stark, wenn es auf der Rückseite liegt. Das Edge 30 liegt hervorragend in der Hand – es fühlt sich dadurch fast schon zerbrechlich an. Das Gehäuse hinterlässt dennoch einen stabilen Eindruck. Zusätzliche Sicherheit bei potenziellen Stürzen bietet eine transparente Schutzhülle aus Silikon, die zum Lieferumfang gehört.

Die Verarbeitung des Gehäuses ist erstklassig. Spaltmaße gibt es keine, die Power-Taste wie auch die Lautstärkewippe auf der rechten Seite bieten einen soliden Druckpunkt. Die glatte Rückseite aus Kunststoff schimmert effektvoll im Licht. Allerdings ist sie auch empfänglich für Fingerabdrücke. Der Rahmen ist aus Metall. Für einen minimalen Schutz vor Tropfwasser sorgt die Zertifizierung nach IP52.

Das Display des Edge 30 sorgt für ein exzellentes Bild – inklusive HDR10+. Es fällt mit einer Diagonale von 6,5 Zoll etwas kleiner aus als beim Pro-Modell. Die Bildschärfe ist bei einer Auflösung von 2400 x 1080 Pixeln (Full-HD+) mit knapp 400 ppi (Pixel pro Zoll) gestochen scharf. Pixel sind so nicht zu erkennen. Die Farbenpracht überzeugt mit kräftigen Tönen. Die satten Kontraste und tiefen Schwarzwerte runden das ausgezeichnete optische Erlebnis ab.

Für ein besonders lebhaftes Erscheinungsbild sorgt die hohe Bildwiederholfrequenz von 144 Hertz. Diese macht sich besonders gut bei Videoclips, Spielen und beim Scrollen bemerkbar. Die starke Blickwinkelstabilität sorgt dafür, dass das Display aus jedem Winkel gut zu erkennen ist.

Das Display ist zudem ausreichend hell. Bei manuell eingestellter maximaler Helligkeit konnten wir 480 cd/m² messen. Ist die adaptive Helligkeit aktiviert, schnellt die Anzeige bei direktem Sonnenlicht nochmals auf knapp 680 cd/m² hoch. Ähnlich gut waren hier das Pro-Modell und der Vorgänger. Dabei bleibt es im Freien noch halbwegs gut ablesbar, solange die Sonne nicht direkt aufs Display knallt. Mit einem Flagship wie dem Samsung Galaxy S22 (Testbericht) kann es in Sachen Displayhelligkeit aber nicht ganz mithalten.

Beim Motorola Edge 30 kommt eine Triple-Cam zum Einsatz mit jeweils zwei Objektiven mit 50 Megapixel als Hauptkamera (f/1.8) und für Ultraweitwinkelaufnahmen (f/2.2) sowie einem 2-Megapxiel-Sensor für Tiefenschärfe. Das gleiche Setting nutzt das Motorola Edge 30 Pro (Testbericht). Bei der primären Linse ist ein optischer Bildstabilisator an Bord (OIS), der verwackelten Videos und Bilder entgegenwirken soll.

Per Pixel Binning fassen die beiden 50-Megapxiel-Linsen jeweils 4 Pixel zu einem zusammen. Zusätzlich gibt es einen Hi-Res-Modus für volle 50 Megapixel. Mit der Hauptkamera gelingen bei Tageslicht hervorragende Aufnahmen. Die Kontraste sind ausgeprägt, die Farbgebung wirkt dynamisch und naturgetreu. Die Bilddetails sind ebenfalls zufriedenstellend, lassen aber bei Dunkelheit rasch nach. Videoaufnahmen sind mit bis zu 4K möglich, dann allerdings nur bei 30 fps. Dadurch wirken die hochauflösenden Clips nicht so wirklich flüssig. Bei der Full-HD-Auflösung sind auch 60 fps möglich, allerdings wirkt das Bild dann etwas körnig. Porträtaufnahmen mit Tiefenschärfe sehen gelungen aus.

Vom Blatt Papier her beeindruckt die Ultraweitwinkellinse mit der gleichen Auflösung wie die Hauptkamera. Das ist in dieser Preisklasse noch nicht Standard. Allerdings überzeugt das Ergebnis nicht so sehr. So wicht die Farbgebung von der primären Linsen. Es fehlt an Kontrasten und die Fotos wirken kühler, als wären sie von einem Grauschleier überzogen. Die Bilddetails lassen zudem spürbar nach. Statt einer dedizierten Makrolinse kommt das Weitwinkelobjektiv auch für Nahaufnahmen zum Einsatz. Das klappt ziemlich gut – sofern man dem Autofokus genügend Zeit lässt, sich richtig auszurichten. Verglichen mit einer Makrolinse mit niedriger Auflösung fallen Bilddetails und Schärfe deutlich besser aus.

Die Frontkamera bietet recht üppige 32 Megapixel – beim Pro-Modell waren es sogar 60. Diese macht ordentliche Selfies, die aber einen ticken mehr Schärfe vertagen könnten. Der Porträtmodus übertreibt es ein wenig mit dem Weichzeichner, das Bokeh offenbart ein paar kleine Ungereimtheiten am Brillengestell rund ums Profil. Videos sind mit Full-HD bei 30 fps möglich – mangels OIS sind diese etwas wackeliger als mit der Hauptkamera. Insgesamt ist das Kamerasystem gut, aber nicht auf dem gleichen Niveau wie beim Samsung Galaxy S22 (Testbericht).

Was die CPU angeht, gibt es im Vergleich zum Vorgänger Motorola Edge 20 (Testbericht) nichts Neues beim Edge 30. Das ist auch nicht nötig. Denn der Snapdragon 778G bleibt eine gute Wahl und weiß im Alltag mit einer flüssigen und flotten Performance zu überzeugen. Es muss nicht immer ein Top-Prozessor à la Snapdragon 888 oder Snapdragon 8 Gen 1 sein. Das bestätigt auch der Benchmark Work 3.0 von PCmark, bei dem das Edge 30 im Schnitt auf stolze 13400 Punkte kommt.

Im Alltag zeigt sich kaum ein Unterschied zu High-End-Prozessoren. Erst wenn es um Grafikdarstellung beim Gaming geht, kommt der Snapdragon 778G sowie insbesondere die GPU Adreno 642L eher ans eine Grenzen. Das zeigt die Erfahrung mit dem Benchmark „Wild Life“ von 3Dmark. Hier erreicht das Edge 30 etwa 2800 Punkte. Das ist ein solider Wert – Handys mit Snapdragon 888 kommen hier aber auf bis zu 6000 Punkte, beim Snapdragon 8 Gen 1 haben wir schon Werte um die 10000 Punkte gesehen. Das Edge 30 eignet sich fürs Gaming, nur bei detaillierten und hochauflösenden Grafiken ruckelt die Bilddarstellung ein wenig.

Der Arbeitsspeicher fällt mit 8 GByte mehr als angemessen aus, die Größe des Speichers geht mit 128 GByte in Ordnung. Eine Erweiterung per Micro-SD-Karte ist aber nicht möglich. Bei kabellosen Netzwerkverbindungen ist alles auf dem neusten Stand: Wifi-6E, 5G sowie Bluetooth 5.2. Nicht ganz aktuell ist der USB-C-Anschluss. Dieser nutzt den alten und langsameren Übertragungsstandard USB 2.0, was aber bei Smartphones in dieser Preisklasse nicht selten ist.

Ab Werk läuft auf dem Edge 30 bereits Android 12. Motorola hält sich mit Anpassungen sowie Bloatware spürbar zurück. Der Sicherheitspatch stammt aus Februar und ist so nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand. Bei den Updates verspricht Motorola zwei große Android-Upgrades bis einschließlich Version 14 und für drei Jahre regelmäßige Sicherheitspatches.

So angenehm ein dünnes Handy auch ist – bei uns klingeln dann immer die Alarmglocken, was den Akku angeht. Ein schlankes Gehäuse bietet in der Regel nur Platz für weniger Akkukapazität. Diese fällt mit 4020 mAh nicht übermäßig groß aus – wie schon beim Vorgänger.

In der Praxis bestätigen sich unsere Befürchtungen. Beim Battery Test von PCmark erreicht das Edge 30 bei einer mittleren Helligkeit von 200 cd/m² nur eine simulierte Laufzeit von knapp unter 7 Stunden. Das fällt sogar noch etwas kürzer aus als beim Vorgänger. Wer die Laufzeit verlängern will, kann zudem die Bildwiederholrate fix auf 60 Hertz reduzieren. Bei nicht übermäßiger Nutzung dürfte das Smartphone einen Arbeitstag überstehen – mehr aber nicht. Unter einem ähnlichen Problem leidet wegen eines zu knapp bemessenen Akkus auch das teure Samsung Galaxy S22 (Testbericht).

Das Netzteil leistet 33 Watt und erlaubt relativ schnelles Laden. Wir sagen bewusst „relativ“, da uns Hersteller wie Realme oder Honor verdorben haben mit so starken 65-Watt-Netzteilen. Das Edge 30 ist in etwa 45 Minuten von 20 auf 100 Prozent aufgeladen – ein vollständiger Ladevorgang liegt bei etwa 1 Stunde. Kabelloses Laden mittels Induktion beherrscht das Edge 30 ebenfalls mit bis zu 15 Watt.

Das Motorola Edge 30 ist ganz frisch auf dem Markt. Die UVP liegt bei 450 Euro. Die besten Angebote von Drittanbietern liegen nur unwesentlich darunter. Als Farben gibt es Dunkelgrau („Meteor Grey“), Türkis („Aurora Green“) und Silber mit einem Übergang zu Rosa („Supermoon Silver“).

Das Motorola Edge 30 ist eines der dünnsten Smartphones auf dem Markt. Es überzeugt durch eine schnelle und flüssige Performance und ein brillantes und ausgezeichnetes OLED-Display mit bis zu 144 Hertz. Das Kamerasystem entspricht weitgehend dem Motorola Edge 30 Pro (Testbericht). Leider fällt die Akkulaufzeit ziemlich kurz aus. Zudem kann die Ultraweitwinkellinse trotz gleicher Auflösung nicht mit der Hauptkamera nicht mithalten.

Fast ebenso dünn und leicht, ähnlich flott, aber deutlich günstiger ist das Xiaomi Mi 11 Lite 5G (Testbericht), das aber eine etwas schwächere Kamera bietet. Ebenfalls schlank und mit tollem OLED sowie Snapdragon 778G ausgestattet ist das Honor 50 (Testbericht). Unser Preis-Tipp ist das Realme GT (Testbericht) mit ähnlicher Ausstattung ab 250 Euro.

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