Motorola Edge 30 Fusion im Test: Flach, schnell, gut

Motorola Edge 30 Fusion
Pro und Contra
  • tolles Display
  • flach und schick
  • gute Akkulaufzeit
  • viel Power
  • keine Speichererweiterung bei maximal 8/128 GByte
  • nur IP52
  • kein kabelloses Laden
  • 4.5

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Günstige Alternativen zu Apples Macbook-Netzteilen

Günstige Alternativen zu Apples Macbook-Netzteilen

Überwachungskameras ohne Cloud: Keine monatlichen Kosten & mehr Datenschutz 

Überwachungskameras ohne Cloud: Keine monatlichen Kosten & mehr Datenschutz 

Samsung Galaxy S23, S23+ und S23 Ultra: Jetzt schon bestellen

Samsung Galaxy S23, S23+ oder S23 Ultra: Wo man sie jetzt schon bestellen kann

Adapter und Lautsprecher mit Bluetooth, WLAN, Funk: So geht kabelloser Sound

Adapter und Lautsprecher mit Bluetooth, WLAN, Funk: So geht kabelloser Sound

Das Edge 30 Fusion ist Motorolas fünftes Smartphone der Edge-30-Serie und wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. Beim Fusion ist das anders – warum, klären wir im Test.

Viele tolle Smartphones der Edge-30-Reihe hat Motorola im Jahr 2022 auf den Markt gebracht, mit dem Edge 30 Fusion macht der Hersteller sein erfolgreiches Comback-Quintett komplett. Comeback, weil es Motorola schon lange nicht mehr gelungen ist, so viele gute Smartphones auf den Markt und sich bei Fans und Fachpresse gleichermaßen wieder ins Gedächtnis zu bringen. Quintett, weil das Edge 30 Fusion nach Edge 30 (Testbericht), Edge 30 Pro (Testbericht) und später dann Edge 30 Ultra (Testbericht) und Edge 30 Neo (Testbericht) das fünfte Modell der Reihe ist. Ob das Fusion damit auch gleich quasi das fünfte Rad am Wagen ist oder sich eine eigene Daseinsberechtigung erkämpfen kann, verraten wir im Test.

Das Motorola Edge 30 Fusion orientiert sich beim Design eher an den hochpreisigen Modellen der Edge-Reihe und kommt mit um die Kanten gebogenem Display auf der Front, schmalem Metallrahmen und Glas auf der Rückseite. Dazu ist das Gerät flach und schmal, denn der Hersteller setzt auf ein 20:9-Display. Insgesamt wirkt das Smartphone damit beinahe filigran und schön handlich. Die Rückseite ist mattiert und fühlt sich samtig an. Fingerabdrücke haben auf dem Gorilla Glas 5 keine Chance.

Die Kamera im oberen linken Eck steht sichtbar aus dem Gehäuse hervor und sorgt dafür, dass das Gerät auf dem Tisch liegend bei der Bedienung wackelt. Schick ist sie trotzdem mit ihrem Mix aus mattiertem Metall und glänzenden Glas. Die beiliegende Schutzhülle minimiert das Wackeln, verhindert es aber nicht ganz. Die Verarbeitung ist nahezu makellos, das Edge 30 Fusion wirkt enorm hochwertig. Schutz gegen Wasser und Staub gibt es gemäß IP52.

Beim Display setzt Motorola den guten Ersteindruck des Edge 30 Fusion fort. Der Hersteller baut auf ein 6,55 Zoll großes OLED-Display im 20:9-Format mit 2400 x 1080 Pixel. Die Bildwiederholungsrate liegt bei hohen 144 Hz, außerdem kann das Panel HDR10+ darstellen und gibt somit 1,07 Mrd. Farben wieder. Das klingt nicht nur beeindruckend, sondern ist es im Alltag auch. Blickwinkelstabiliät, Kontraste, Schwarzwert – alles OLED-typisch hervorragend, zudem überzeugt die gemessene Helligkeit im Automatikmodus mit sehr guten 800 cd/m² im Automatikmodus. Im manuellen Modus sind es immer noch maximal 450 Candela. Im Freien sollte damit niemand Probleme bei der Ablesbarkeit haben.

Schade: Ein echtes Always on Display (AoD) bietet Motorola seinen Kunden nicht – das sieht zwar auf den ersten Blick so aus, allerdings schaltet sich diese Anzeige immer wieder nach kurzer Zeit ganz ab. Das ist leider selbst beim Topmodell Edge 30 Ultra (Testbericht) so. Apps aus dem Play Store, die ein AoD anbieten, sind nur im Notfall eine Lösung, da sie mangels optimaler Integration meist zu viel Strom verbrauchen.

Bei der Kamera setzt Motorola auf eine Kombination aus Haupt-, Weitwinkel- und Tiefenschärfelinse, entsprechend sind nur die ersten beiden im Alltag aktiv verwendbar. Die Hauptlinse überzeugt dabei mit 50 Megapixel, Blende von f/1.8 samt optischem Bildstabilisator (OIS), für die Weitwinkeloptik gibt es immerhin noch 13 Megapixel und f/2.2. Mit der Hauptkamera gelingen bei gutem Licht detailreiche Aufnahmen mit natürlicher Farbwiedergabe und nahezu keinem Bildrauschen, zudem ist die Bilddynamik gut.

Der Weitwinkel kann hier wie fast immer nicht ganz mithalten, neben weniger Bildschärfe und mehr Rauschen sowie schlechterem Dynamik-Verhalten fällt zudem der kühlere Gesamteindruck der Aufnahmen auf. Insgesamt geht die Qualität aber in Ordnung, wer will, kann theoretisch im Promodus die Farbtemperatur angleichen. Bei schwachem Licht sinkt vor allem die Qualität des Weitwinkel rapide, die Hauptkamera macht dann dem Preis angemessen gute Bilder. Hier ist aber mancher Konkurrent wie etwa ein Google Pixel 7 (Testbericht) besser. Die Frontkamera knipst Aufnahmen mit 32 Megapixel und schießt dank Pixel Binning scharfe Bilder. Videos gelingen mit der Hauptkamera mit bis zu 8K-Auflösung ordentlich, aber wenig stabilisiert, sinnvoller sind Filme in 4K/60. Hier sorgt eine Mischung aus optischer und elektronischer Bildstabilisierung für deutlich stabilere Aufnahmen.

Wer beim Chipsatz denkt, dass Motorola hier sparen wird, der hat recht - zumindets etwas. Allerdings setzt der Herstellernicht auf einen beliebigen Mittelklasse-Chip, sondern auf den Spitzen-Chipsatz aus dem Vorjahr, nämlich auf den Snapdragon 888 Plus. Kombiniert mit 8/128 GByte Speicher eignet sich das Smartphone daher durchaus für Gamer, denn der Chipsatz bietet auch die nächsten Jahre noch genug Power. Das Thema Temperatur sollte ebenfalls niemand abschrecken, außer beim Laden wird das Modell bestenfalls handwarm und Throtteling, also das Heruntertakten des Chips wegen zu hoher Temperatur, konnten wir im Test ebenfalls nicht verzeichnen.

In Benchmarks kommt das Edge 30 Fusion natürlich nicht an Modelle mit dem aktuellen Snapdragon 8 Gen 1 heran, es schlägt sich allerdings tapfer. In Work 3.0 von PCmark kommt das Gerät immerhin auf rund 12.100 Punkte, in Wildlife Extreme von 3Dmark sind es stramme 1500 Punkte. Diese Ergebnisse passen zum Eindruck, den das Gerät im Alltag hinterlässt: Ruckler gibt es so gut wie nie, Apps laden sehr schnell und die Bedienung wirkt nahezu immer souverän – das Zusammenspiel aus Software, 144-Hz-Display und Chipsatz funktioniert.

Daher ist es umso mehr schade, dass das schicke Smartphone zwar eine zweite SIM-, nicht aber eine Speichererweiterungs-Karte schluckt. Da es zudem keine weitere Speicheroption gibt, fällt das doppelt negativ auf. Dafür überzeugen die Stereo-Lautsprecher mit Dolby-Atmos-Zertifizierung und hoher Lautstärke sowie relativ vollem Klang. Der optische Fingerabdrucksensor im Display arbeitet gut und schnell, auch wenn es Smartphones mit noch schnellerem Sensor auf dem Markt gibt.

Bei der Software setzt Motorola beim Edge 30 Fusion auf Android 12 mit der eigenen Oberfläche My UX. Sie orientiert sich weitestgehend an Vanilla-Android, bietet aber einige sinnvolle Erweiterungen. Paradebeispiel ist etwa die Chopchop genannte Geste, bei der durch eine doppelte Hack-Bewegung mit dem Phone die Taschenlampenfunktion aktiviert wird – einfach praktisch! Die Ready-for-Funktion könnte ebenfalls für einige Nutzer interessant sein. Sie erlaubt die Verbindung mit Monitor oder Fernseher per USB oder WLAN, das Smartphone wird dann zum PC-Ersatz. Für Alltagsaufgaben wie Mails checken, im Netz browsen oder Streaming reicht die Power des Snapdragon-Chips dabei allemal. Etwas schade ist es, dass Motorola im Gegensatz zu anderen Anbietern wie Google oder Samsung seinen Kunden vergleichsweise kurze Zeiträume für zukünftige Updates bietet: zwei Jahre für Android-Updates, drei Jahre für Sicherheits-Patches. Die wenige Bloatware wie Tiktok oder Solitaire (!) sollte sich Motorola lieber gleich ganz sparen.

Ein Blick aufs Datenblatt wirft beim Thema Akkulaufzeit Sorgenfalten auf die Denkerstirn – nur 4400 mAh sind nicht übermäßig viel. Die Befürchtungen sind aber unberechtigt, denn selbst mit aktivieren 144-Hz (Automatikmodus, daher tatsächlich nur 120 Hz) kommt das Gerät im Battery Test von PCmark auf gute 10,5 Stunden – das ist ein ordentlicher Wert. Im Alltag sollten moderate Nutzer damit auf gute zwei Tage Durchschnittsnutzung kommen. Wer oft zum Smartphone greift, sollte trotzdem gut über den Tag kommen.

Klasse ist zudem die Ladezeit mit dem 68-Watt-Netzteil im Lieferumfang. Nicht einmal 40 Minuten braucht das Edge 30 Fusion für eine volle Dröhnung. Kabelloses Laden fehlt dem Gerät.

Die UVP des Motorola Edge 30 Fusion liegt bei knapp 600 Euro, inzwischen ist das Modell ab 525 Euro im freien Handel zu haben. Als Farben stehen Grau, Weiß und „Vegan Leather“ zur Verfügung. Andere Speicherkonfigurationen als 8/128 GByte stehen nicht zur Wahl.

Wer glaubt, dass das Motorola Edge 30 Fusion wegen der späten Veröffentlichung nur das fünfte Rad am Wagen sein könnte, irrt. Denn das Gerät überzeugt mit schickem, flachem Design, toller Verarbeitung und einem exzellenten Display. Bei der Leistung muss sich das Gerät nicht verstecken, solange man nicht die absolute Highend-Performance erwartet. Der Vorjahres-Flagship-Chip von Qualcomm sollte selbst Gamer noch die nächsten Jahre zufriedenstellen.

Schade ist die mangelnde Möglichkeit, den Speicher zu erweitern – zumal es keine größere Speicherversion als 8/128 gibt. Kamera und restliche Ausstattung wie IP52-Zertifizierung sind ordentlich, die Akkulaufzeit stark. Wer weitere Extras wie etwa kabelloses Laden oder eine Telelinse will, muss zum Edge 30 Ultra (Testbericht) greifen. Weitere Alternativen zeigen wir in unserer Top 10 der besten Smartphones bis 500 Euro.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.