Motorola Edge 20
Pro und Contra
  • tolles OLED-Display
  • starke Performance 
  • dünnes und leichtes Gehäuse 
  • niedrige Akkukapazität
  • kein kabelloses Laden
  • kein Slot für Micro-SD-Karte 
  • 4.5

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Für knapp 450 Euro schickt Motorola das Edge 20 auf den Markt mit tollem OLED-Display und starker Performance gepaart mit einem leichten und dünnen Gehäuse.

Mit der neuen Edge-20-Reihe präsentiert Motorola gleich drei neue Smartphones für den Kampf um die Mittel- und Oberklasse. Das Edge 20 nimmt oberhalb des Motorola Edge 20 Lite (Testbericht) den Platz in der Mitte nach dem Motorola Edge 20 Pro ein. Während das Lite-Modell die untere Mittelklasse bedient, nimmt das Edge auch Top-Smartphones ins Visier. Unser Test zeigt, ob es das neue Mittelklasse-Smartphone von Motorola mit den Flaggschiffen der Konkurrenz aufnehmen kann.

Das Motorola Edge 20 ist für das große Display erstaunlich schlank und leicht. Die Abmessungen betragen 163 x 76 x 7 Millimeter bei einem Gewicht von nur 163 Gramm. Das ist nochmals dünner und leichter als beim preiswerteren Motorola Edge 20 Lite (Testbericht). Ein dünneres und leichteres Gerät mit 6,7 Zoll ist uns bisher nicht bekannt. Andere Smartphones in diesem Formfaktor wiegen gut 40 Gramm mehr und sind mindestens 8 Millimeter dick, etwa das Xiaomi Redmi Note 10 Pro (Testbericht) oder das OnePlus 9 Pro (Testbericht). Dünner und leichter ist nur das Xiaomi Mi 11 Lite 5G (Testbericht) mit 6,55-Zoll-Display.

Die Verbreitung des Smartphones ist tadellos und macht einen soliden Eindruck. Die flache Rückseite ist zwar nur aus Kunststoff, wirkt aber durch die effektvolle Metallic-Lackierung in Dunkelgrau dennoch hochwertig und sorgt fürs leichte Gewicht. Der Rahmen selbst ist aus Metall. Auf der rechten Seite befindet sich die Power-Taste mit integriertem Fingerabdrucksensor sowie die Lautstärketasten. Wie schon beim Lite-Modell platziert Motorola links einen physischen Button für Google Assistant.

Die längliche Kameraerhebung auf der Rückseite weicht deutlich vom Edge 20 Lite ab und beinhaltet drei Linsen. Für unseren Geschmack ragt sie einen Ticken zu weit hervor – stört aber nicht weiter, da das Smartphone sehr dünn ist. Eine transparente Schutzhülle liegt dem Handy bei. Selbst damit wirkt das Edge 20 schlank. Die Frontkamera ist in einer mittigen Punch-Hole-Notch oben am Display eingefasst. Der Schutz vor Staub und Wasser beschränkt sich auf eine IP52-Zertifizierung. Das bedeutet Schutz vor Regentropfen oder leichtem Spritzwasser – mehr aber nicht.

Das OLED-Display mit einer Diagonale von 6,7 Zoll punktet mit einer hohen Aktualisierungsrate von 144 Hertz. Diese schafft eine sehr flüssige Bildwiedergabe bei Videos oder Spielen. Zudem sind die Farben lebendig und die Kontraste ausgeprägt. Die Auflösung von 2340 x 1080 Pixel sorgt für eine mehr als ausreichende Pixeldichte von 385 ppi (Pixel pro Zoll), bei der einzelne Pixel nicht mehr wahrzunehmen sind. Die Blickwinkelstabilität ist aus allen Blickrichtungen sehr ordentlich.

Verglichen mit dem Motorola Edge 20 Lite (Testbericht) ist das Display des Edge 20 deutlich heller. Die maximale Helligkeit beträgt manuell 480 cd/m². Bei direkter Sonneneinstrahlung schnellt die Helligkeit automatisch nochmals fast um ein Drittel nach oben. Das ist kein Spitzenwert für OLED-Displays, sorgt aber für ausreichende Ablesbarkeit des Bildschirms bei gutem Wetter im Freien.

Das Motorola Edge 20 setzt auf drei Kameras: eine Hauptlinse mit f/1.9, 108 Megapixel und optischem Bildstabilisator, ein Weitwinkelobjektiv mit f/2.2, 16 Megapixel sowie ein Teleobjektiv mit f/2.4 und 8 Megapixel. Speziell der optische Zoom ist ein erfreuliches Feature, das wir beim Lite-Modell vermisst haben. Für Selfies und Videocalls kommt eine Linse mit 32 Megapixel zum Einsatz.

Die Foto-App von Motorola ist rundum gelungen. Alle wichtigen Einstellungen wie etwa Bildformat, automatischer Auslöser, Blitz und Zoom sind schnell griffbereit. Die Hauptlinse ist nahezu identisch mit dem Lite-Modell und macht einen ordentlichen Job. Bei Tageslicht gelingen damit scharfe Fotos mit ausgeprägten Farben. Bei schlechten Lichtverhältnissen kann es aber schnell zu Bildrauschen kommen.

Die Ultraweitwinkellinse macht ansprechende Bilder – anders als beim Edge 20 Lite lassen die Bilddetails im Vergleich zur Hauptlinse nicht so stark nach. Die Ecken auf den Fotos bleiben von Verzerrungen weitgehend verschont. Für Nahaufnahmen springt die Ultraweitwinkellinse ein – dann als Makroobjektiv. Das klappt bis zu einer Nähe von wenigen Zentimetern mit einem angemessenen Ergebnis. Eindrucksvoll zeigt sich zudem die Telelinse mit dreifachen Zoom. Diese überzeugt mit Detailreichtum.

Die Frontkamera sorgt bei Selfies für natürliche Aufnahmen. Das Bokeh im Porträtmodus ist weitgehend gelungen und weist kaum Bildfehler auf. Allerdings wirken Selfies im Hochformat zuweilen etwas unscharf – ein Problem, das wir bereits beim Edge 20 Lite festgestellt haben. Dank optischem Bildstabilisator wirken Videoaufnahmen nicht so wackelig wie beim Lite-Modell. Die Farbwiedergabe wirkt zudem sehr natürlich. Aufzeichnungen sind bis maximal 4K mit 30 fps möglich, 60 fps filmt das Smartüphone maximal in Full-HD-Auflösung.

Für genügend Vortrieb sorgt beim Motorola Edge 20 der Qualcomm SM7325 Snapdragon 778G. Das „G“ steht für „Gaming-Performance“. Der Snapdragon 778G ist im Vergleich zum Spitzenmodell Snapdragon 888 eine preiswertere Alternative mit dennoch starker Performance. Das zeigt sich auch im Benchmark-Test von PCmark: Das Edge 20 erreicht bärenstarke 13600 Punkte. Dieses Leitungsniveau war bisher vorwiegend High-End-Geräten und Smartphones mit Snapdragon 888 vorbehalten wie dem Xiaomi Mi 11 (Testbericht).

Die acht Kerne der CPU ergänzt die GPU Adreno 642L. Bei 3Dmark erreichten wir damit 2500 Punkte – hier ist die Adreno 660 beim Snapdragon 888 jedoch mit Werten zwischen 5000 und 6000 Punkten deutlich schneller. In Kombination mit 8 GByte RAM läuft das Motorola Edge 20 absolut flüssig und schnell, Apps öffnen sich in wenigen Augenblicken. Eine Runde Asphalt 9 ist mit hohen Details ebenfalls möglich.

Der interne Speicher beträgt 128 GByte – davon sind 108 GByte verfügbar. Anders als beim Lite-Modell kann der Speicher leider nicht mit einer Micro-SD-Karte erweitert werden. Das ist ärgerlich, wenn man mit größeren Daten hantieren will. Die Ausführung mit 256 GByte ist derzeit nicht in Deutschland erhältlich. Die CPU ermöglicht die Nutzung von 5G-Netzen – auch im Dual-SIM-Betrieb mit zwei Nano-SIM-Karten. Für WLAN-Verbindungen unterstützt das Handy alle gängigen Standards, einschließlich Wi-Fi 6. Zur weiteren Ausstattung gehören Bluetooth 5.2 und NFC.

Der Fingerabdrucksensor im Power-Button reagiert flott und zuverlässig. Ein Steckplatz für 3,5-Millimeter-Klinken gibt es anders als beim Edge 20 Lite nicht mehr – diese hätte vermutlich nicht mehr in das dünne Gehäuse gepasst. Neben Bluetooth bleibt so nur der USB-C-Anschluss als Verbindungsmöglichkeit für externe Geräte. Dieser unterstützt allerdings zur Datenübertragung nur den langsameren Standard USB 2.0 – hier wäre USB 3.1 schon wünschenswert gewesen. Weniger schön klingt der Monolautsprecher, für Spiele und Videos geht er noch in Ordnung, für Musik eignet er sich nicht.

Als Betriebssystem kommt Android 11 zum Einsatz. Der Sicherheitspatch ist aktuell und stammt von September. Als langjähriger Partner von Google beim Android-One-Programm verzichtet Motorola auf Bloatware oder Anpassungen an der Benutzeroberfläche. Man könnte fast meinen ein Google Pixel 5 (Testbericht) vor sich zu haben. Abgesehen von der vorinstallierten Moto-App finden sich primär Google-Apps. Motorola verspricht Sicherheitspatches für die nächsten 3 Jahre und Android-Updates für 2 Jahre – also Android 12 (Ratgeber) und Android 13.

Das dünne Gehäuse beim Motorola, Edge 20 hat seine Tücken: Es kommt dadurch ein schwächerer Akku zum Einsatz als beim Edge 20 Lite. Die Kapazität von 4000 mAh ist für ein Smartphone der gehobenen Mittelklasse nicht mehr zeitgemäß. Zusätzlich sorgen der schnelle Prozessor und das Display mit 144 Hertz für einen nicht zu unterschätzenden Energiebedarf.

Beim Battery Test von PCmark erreichten wir in einem simulierten Betrieb bei 200 cd/m² Helligkeit bei 144 Hertz eine Akkulaufzeit von knapp 8 Stunden. Im Verhältnis zur Akkukapazität und Leistungsfähigkeit des Edge 20 ist das an sich kein schlechter Wert. Reduziert man die Bildwiederholfrequenz auf 60 Hertz, schafft der Akku bis zu zwei Stunden mehr Laufzeit. Im Vergleich zu den anderen Smartphones aus unseren Tests findet sich das Edge 20 aber im unteren Drittel wieder.

Mehr Ausdauer hat definitiv das Motorola Edge 20 Lite (Testbericht). Unter den High-End-Smartphones halten Geräte wie das Asus ROG Phone 3 (Testbericht) oder das Xiaomi Mi 11 Ultra (Testbericht) dank größerer Akkukapazität fast 12 Stunden durch – wiegen dafür aber gut 80 Gramm mehr.

Das Netzteil mit USB-C-Buchse erlaubt schnelles Laden mit 30 Watt. Damit ist das Gerät in knapp unter 1 Stunde vollständig aufgeladen. Kabelloses Laden unterstützt das Edge 20 aber nicht.

Die UVP für das Motorola Edge 20 liegt bei 500 Euro. Erhältlich ist das Smartphone mit 128 GByte internem Speicher in Dunkelgrau und Weiß. Die graue Ausführung gibt es bei Onlinehändlern bereits ab 450 Euro zu haben. Es gibt zudem eine Variante mit 256 GByte Speicher, die aber in Deutschland derzeit nicht erhältlich ist. Allen Käufern raten wir zudem zu einer Powerbank, um das Manko des geringen Akkus auszugleichen.

Das Motorola Edge 20 überrascht mit einer schnellen Performance in einem schicken Gewand. Es gehört zu den dünnsten und leichtesten Smartphones mit 6,7 Zoll, die wir jemals getestet haben. Bei der Leistung braucht es sich nicht vor High-End-Smartphones zu verstecken. Das helle OLED-Display mit 144 Hertz überzeugt, die Kamera macht ordentliche Bilder bei Tageslicht und bietet weitere gelungene Features wie eine Telelinse.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. So überzeugt die Kamera nicht gänzlich. Der Einsatz von Kunststoff hinterlässt einen weniger wertigen Eindruck als bei den Top-Modellen anderer Hersteller. Einige Features entsprechen eher einem Einsteiger-Smartphone, wie der schwache Monolautsprecher oder der Support von maximal USB 2.0. Leider lässt sich der Speicher nicht erweitern. Ein Flagship-Killer ist das Edge 20 nicht – kommt aber den Topmodellen in vielen Bereich sehr nahe. Das Preis-Leistungs-Verhältnis halten wir deshalb für angemessen.

Eine mögliche Alternative ist das Samsung Galaxy A72 (Testbericht). Es bietet ebenfalls eine Telelinse und ist zudem wasserdicht. Die Kamera hinterlässt einen besseren Eindruck als beim Motorola Edge 20. Sehr viel Leistung für vergleichsweise wenig Geld bietet zudem das Realme GT (Testbericht). Ebenfalls schnell und kompakt ist das Samsung Galaxy S20 FE (Testbericht). Es überzeugt insbesondere bei der Kamera und dem Display – bietet aber noch kein 5G. Weitere Alternativen zeigen wir in der Top 10: Das sind die besten Smartphones 2021 bis 500 Euro.

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