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MonsterHunterRise-db
Pro und Contra
  • Lebendige Welt mit tollen Monster-Designs
  • Hoher Grad an Individualisierungsmöglichkeiten
  • Neue Ausrüstungen und Waffen bieten immer wieder spielerischen Anreiz
  • Benutzeroberfläche und Inhalte besonders für Neulinge überfordernd
  • Matschige Farben und Texturen mindern anderweitig starkes Design
  • 4.5

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Kann man riesige Monster auf einer tragbaren Konsole jagen? Ja, wie Monster Hunter Rise für die Nintendo Switch im TechStage-Test beweist. Neben den fordernden Kämpfen hat das Spiel zudem zahlreiche spaßige Aufgaben an Bord.

Mit Monster Hunter Rise macht Capcom einen neuen Abstecher in das Monster Hunter Franchise, welches uns bereits seit vielen Jahren in die Rolle des Monsterjägers schlüpfen lässt. Dieses Mal zieht es die Spieler in das kleine Dorf Kamura, das aufgrund eines katastrophalen Ereignisses, der Randale, in großer Gefahr schwebt. Als frisch gebackener Jäger liegt es nun an den Spieler, das Dorf und seine Einwohner vor den Gefahren der Randale und den patrouillierenden Monstern zu beschützen. In der vom feudalen Japan inspirierten Spielwelt warten neben den gewaltigen Kreaturen reichlich coole Ausrüstungen, Waffen und tierische Begleiter.

Im Herzen dreht sich im Monster Hunter Universum alles um die namensgebenden Monster. So richtet sich nicht nur narrativ, sondern auch spielerisch alles nach der Jagd, die Spieler mit einem kontinuierlichen Fluss von neuen oder verbesserbaren Ausrüstungen als Belohnung aus der Reserve lockt.

Für erfahrene Monster Hunter-Spieler sollte der Ablauf einer Jagd bereits vertraut sein. Wir wählen eine Quest, reisen in das entsprechende Gebiet, die Jagdgründe und spüren dort das Monster auf. Nach einer erfolgreichen Jagd werden die gewonnenen Materialien für Ausrüstung, Waffen oder zur Herstellung von Items verwendet, woraufhin wir in der nächsten Quest gegen ein noch stärkeres Monster antreten. Jedes gefangene oder erlegte Monster winkt mit seinem ganz eigenen Ausrüstungsset und schaltet neue Optionen frei. Ein ewiger Kreislauf, der vom Drang nach besserer Rüstung und einem schick aussehenden Jäger lebt.

Die Aufträge für die Monsterjagd erhalten Spieler über verschiedene Auftragsgeber, die unterschiedliche Quests ausgeben. Die Dorf- und Stätte-Quests gleichen sich inhaltlich, wobei Stätte-Quests eine größere Herausforderung darstellen, die besonders für den lokalen oder online Mehrspielermodus mit bis zu drei weiteren Spielern vorgesehen sind. Wer sich bereits auf einen der fünf Jagdgründe befindet, kann zudem Nebenquests annehmen, die mit Materialien und anderen Belohnungen locken. Die Jagdgründe gestalten sich visuell sehr divers, mit feurigen Lavahöhlen, den schneebedeckten Frostinseln oder auch der Sandebene. Jeder der Jagdgründe ist nicht nur die Heimat mehrerer Monster, sondern bietet auch ganz eigene Ressourcen. Letztendlich verfolgen Spieler also stets das simple Ziel, das nächste Monster zu erlegen. Dank abwechslungsreicher Kulissen und verschiedenen Quest-Typen, bietet Capcom jedoch einige Nuancen und verhindert so, dass das Gameplay eintönig erscheint.

Für noch mehr Abwechslung sorgen die Randale-Quests, die sich den bereits erwähnten Geschehnissen der Randale widmen. Bei den neuartigen Quests gilt es, Kamuras Festung vor mehreren Monsterwellen zu beschützen und diese daran zu hindern, die Tore zu durchbrechen. Die Monsterwellen setzen sich jeweils aus den bereits bekannten Monstern und einem Anführer, der großen Bedrohung, zusammen. Dabei handelt es sich um Monster, die sich in ihrer Größe und Stärke von den restlichen Monstern unterscheiden.

Um das Durchbrechen der Festung zu verhindern und die Monster abzuwehren, stehen verschiedene aufstellbare Jagdanlagen zur Verfügung. Je nach Art der Anlage können diese auch von Spielern bemannt werden. Mit seinen Tower-Defense-artigen Mechaniken bieten die Randale-Quests eine willkommene Abwechslung zur klassischen Jagd, und heizen Spieler mit den Horden von Monstern ordentlich ein.

Auch für erfahrene Jäger gibt es neben den eingeübten Abläufen der Jagd spannende Erneuerungen. Mit den neu eingeführten Seilkäfern können sich Spieler wie ein feudaler Spiderman durch die Luft schwingen und so nicht nur an abgelegene Orte kommen, sondern auch im Kampf flink dabei sein. Dank der Macht der Seilkäfer wird auch das Wyvern-Reiten eingeführt, bei dem sich Spieler auf den Rücken eines Monsters werfen können, um dieses zu steuern oder sogar für kurze Zeit gegen andere Monster kämpfen zu lassen.

Als Jäger in Kamura gibt es jede Menge zu tun. Die Entwickler wissen, woran sie bei dem Monster Hunter Franchise sind. Sie legen eher Wert darauf, das Spielgeschehen mit einigen kleinen Neuzugängen wie dem Seilkäfer zu unterstützen, anstatt das Monster-Rad neu zu erfinden. Die Formel funktioniert trotz, oder vielleicht sogar gerade wegen ihrer Einfachheit wunderbar und sorgt für gute Unterhaltung. Etwas komplizierter wird die Formel jedoch, wenn Spieler einen Blick auf die Ausbaumöglichkeiten ihrer Waffen und Rüstungen werfen.

Diese Waffen und Rüstungen sind für die Arbeit eines erfolgreichen Jägers enorm wichtig. Elf Nahkampfwaffen sowie drei Fernkampfwaffen bilden hierbei das Arsenal, was je nach Belieben ausgerüstet und verwendet werden kann. Neben gängigen Waffen wie Bogen, Doppelklingen oder einem Langschwert, gesellen sich interessante Alternativen, wie ein musikalisches Jagdhorn, eine Morph-Axt oder das Kanonen-artige schwere Bogengewehr dazu. Statt eines Fähigkeitenbaums finden sich die Fähigkeiten eines Jägers in Talismanen und Rüstungsteilen wieder. Der Verzicht auf voneinander abgegrenzte Charakterklassen sorgt für Experimentierfreudigkeit.

Doch bei der eigenen Ausstattung hört es nicht auf, denn an der Seite der Jäger stehen die sogenannten Buddies, bestehend aus den katzenartigen Palicos und dem Hunde-Gegenstück, den Palamutes. Während die Palicos spezifische Rollen wie Sammler, Kämpfer oder Bomber einnehmen können, dienen die Palamutes gleichzeitig als Reittier. Wer seine Gefährten gut ausrüstet, sie trainiert und ihnen geeignete Fähigkeiten zuweist, kann mit Katz und Hund an seiner Seite so einiges aus den Kämpfen gegen die Monster herausholen.

Die spielerischen Elemente in all ihren Details sind in der Tat so umfangreich, dass sie den Rahmen des Textes sprengen würden. Monster Hunter Rise leistet auch innerhalb des Spielgeschehens keine sonderlich gute Arbeit dabei, eine Überforderung neuer Spieler zu verhindern. Für einen Jäger-Frischling wirkt die Masse der verschiedenen Benutzeroberflächen, Tastenkombos und Ausrüstungsoptionen schnell erdrückend. Deswegen lautet die Devise: Einfach machen. Eine Waffe schnappen, die gefällt, die erste Dorf-Quest auswählen und die Jagdgründe zusammen mit den Buddies erkunden. Sobald sich die erste Verwirrung legt, wandelt sich die große Vielfalt an Optionen und Individualisierungsmöglichkeiten vom Fluch zum Segen, der immer wieder dafür sorgt, dass der Spaß am Jagen nicht vergeht.

Der anhaltende Enthusiasmus während der Jagd hat seinen Ursprung jedoch ebenso in den Monstern selbst. Auch in Monster Hunter Rise beeindrucken die Designs der Monster mit ihrer einzigartigen Gestaltung, die gleichzeitig etwas über ihren kämpferischen Stil und den Lebensraum, in dem sie sich aufhalten verraten.

Jedes Monster besitzt seine eigenen Verhaltensmuster und Angriffe. Die gilt es zu lernen, um effektiv gegen sie vorzugehen. Der Bishaten beispielsweise zeichnet sich durch seinen Arm-artigen Schwanz aus, auf den er nicht nur blitzschnell navigieren kann, sondern Spieler auch mit Früchten abwirft. Der Vogel-artige Aknosom hingegen wirft Feuerbälle ab und schwingt gerne Mal mit seinen riesigen Flügeln umher, um die Spieler auf den Boden zu werfen. Je nach Quest können die Monster erjagt oder auch gefangen werden, wobei beide Varianten mit ihren jeweils eigenen Materialien als Belohnung winken.

Das Fangen von Monstern gestaltet sich komplexer als das ledigliche Erlegen, denn hier ist Fingerspitzengefühl und ein wenig Taktik gefragt. Zuallererst muss das Monster erschöpft sein, sichtbar durch starkes Keuchen oder ein sabberndes Maul. Ist es so weit, müssen Jäger eine Fallgrube auslegen und das Monster hineinlocken, woraufhin es durch verschiedenste Hilfsmittel beruhigt oder müde gemacht werden kann. Es sind Elemente wie das Fangen, die das Franchise von einem regulären Videospiel mit Bosskämpfen unterscheidet. Die Gegner, im Einklang mit den abwechslungsreich gestalteten Jagdgründen und dem starken Soundtrack des Spiels, verleihen dem Spiel eine starke Atmosphäre, die trotz Grinding-intensives Gameplay nicht den Reiz verliert und während des Kampfes für Spannung sorgt.

Monster Hunter Rise kostet einzeln knapp 42 Euro als Modul oder 60 Euro als Download. Zudem gibt es ein Bundle mit einer schwarz-grauen Switch sowie eine teurere Collectors Edition. Für echte Fans gibt es einen speziell designten Pro-Controller sowie farblich passendes Split-Pad von Hori.

Capcom hat alles gegeben, um Spieler mit Monster Hunter Rise für viele Monate, wenn nicht sogar Jahre zu vergnügen. Erst kürzlich veröffentlichten die Entwickler das kostenlose Update Version 2.0, mit dem neue Monster, Quests für Apex-Monster, sowie das Herstellen von Dekorrüstungen eingeführt wurde. Ende Mai folgt das Versionsupdate 3.0, mit dem sich noch mehr neue Monster auf die Reise nach Kamura begeben und ein neues Ende der Geschichte von Monster Hunter Rise präsentiert.

Wer nach einem harten Arbeitstag auf den Jagdgründen nach Kamura zurückkehrt, wird mit viel Charme begrüßt. Tanzende Palicos servieren den Spielern Gerichte, unsere Buddies trainieren auf dem Buddy-Plaza gegen eine gigantische hölzerne Kröte oder man trifft Hinoa, unser Dorf-Quest-Kontakt, die einfach nicht genug von japanischen Dangos kriegen kann. Monster Hunter Rise nimmt sich und seine Inhalte nicht allzu ernst und bietet eine entspannte Atmosphäre fernab der Kämpfe. Diese gestalten sich dank des Designs und den unzähligen Individualisierungsmöglichkeiten stets unterhaltsam.

Das anderweitig starke Design der Kulissen und Monster wird an einigen Stellen jedoch aufgrund matschiger Farben und pixeliger Texturen heruntergezogen. Wer sich zum ersten Mal als Jäger versucht, der muss zudem ein wenig Geduld mit sich bringen, denn die Masse an Inhalten kann schnell für Überforderung sorgen und die Jagdlust betrüben.

Monster Hunter Rise möchte Spielern gefallen, die sich in ihren Videospielen konstant verbessern und verzieren möchten, den Blick stets auf den nächsten Rang gerichtet. Wer sich nicht an unzähligen Anpassungsmöglichkeiten und einem guten, jedoch repetitiven Spielzyklus erfreuen kann, für den ist die Monsterjagd wohl nichts. Spieler, die sich in dem Ausbau ihres Charakters verlieren wollen, an starken Kämpfen interessiert sind und über anfängliche Stolpersteine sowie einige unschöne Grafiken hinwegsehen können, sollten Monster Hunter Rise nicht an sich vorbeiziehen lassen.

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