Mission LX Connect
Pro und Contra
  • Kräftiger, guter Klang
  • Cleveres, kabelloses System
  • Preis



  • 4.5

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Top 10: Die besten Actioncams 2021 ab 136 Euro

Top 10: Die besten Actioncams 2021 ab 136 Euro

Laufen im Winter: Klappbare Laufbänder und Sport-Zubehör für die kalte Jahreszeit

Laufen im Winter: Klappbare Laufbänder und Sport-Zubehör für die kalte Jahreszeit

Weihnachtsbeleuchtung für innen und außen: smart steuern ab 10 Euro

Weihnachtsbeleuchtung für innen und außen: smart steuern ab 10 Euro

Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro

Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro

Keine Lust auf schlechten Sound? Das Mission LX Connect-System verspricht großartigen Klang, ganz ohne Kabel. TechStage testet die Mini-Anlage.

Multiroom und Wireless ist längst nichts mehr, was nur als „Brüllwürfel“ (bzw. -zylinder) in Erscheinung tritt – die klassische HiFi-Branche vermasselt den Anbietern sündteurer sauerstofffreier vergoldeter High End-Audio-Kabel nun auch das Geschäft mittels Funklösungen. Der LX Connect von Mission ist eine interessante Lösung für eine Mini-Anlage ohne Lautsprecherkabel.

Der Test erscheint in unserer Themenwelt Multiroom. Dort haben wir Tests zu Einzelgeräten veröffentlicht, etwa dem Teufel Holist S (Testbericht), dem Sonos Five (Testbericht) oder dem Harman-Kardon Citation 200 (Testbericht). Zudem zeigen wir dort, wie man bestehende Anlagen mit Multiroom-Features oder WLAN-Streaming ausrüsten kann.

Schnurlos-High-End-Lösungen nutzen bislang oft eine Box als „Schaltzentrale“, an der alle Signalquellen auflaufen, von Analog über Digital bis Bluetooth. Für Lautsprecher, die auf dem Schreibtisch stehen, eine brauchbare Lösung. Kniffliger wird es, wenn die Lautsprecher weiter entfernt von den Signalquellen stehen und nicht nur ein über Bluetooth ankoppelbares Smartphone als Schaltzentrale dienen soll.

Der englische HiFi-Hersteller Mission hat deshalb bei der LX-Connect-Mini-Anlage den Hub, ein separates schwarzes Kästchen (225 x 231 x 55 mm, 1,75 kg) vorgesehen, an dem die Quellen angeschlossen werden und das unauffällig beispielsweise auf einem Bluray-Player stehen kann. Die Holz-Regalboxen (wahlweise Walnuss, schwarz oder weiß, 30,5 x 20 x 25 cm, 6,55 kg), können dann über Funk mit bis zu 20 m Reichweite im 5-GHz-ISM-Band angebunden und dort aufgestellt werden, wo dies sinnvoll ist. Sie benötigen nur einen Stromanschluss.

Eine Besonderheit bei Mission ist, was der Hersteller als “inverted drive” bezeichnet: Der Hochtöner ist nicht, wie bei den meisten Boxen, über dem Tieftöner angeordnet, sondern darunter. Diese Geometrie soll den unterschiedlichen Laufzeiten der Signale von den Lautsprechern zum Ohr besser angepasst sein als der übliche Standard.

Ein Multiroom-Funksystem ist das Mission LX Connect zunächst gar nicht, da über Funk nur zwei Lautsprecher angekoppelt werden. Diese kann man allerdings auch statt in Stereo-Konfiguration im Mono-Betrieb in zwei Räumen aufstellen – und natürlich an den Vorverstärker-Ausgängen des Hubs zusätzliche kabelgebundene Aktivboxen oder einen Verstärker mit Passiv-Boxen anschließen. Dann können diese den Raum bedienen, in dem der Hub aufgestellt ist, und die LX Connect-Boxen weitere Räume versorgen. Die Lautsprecher laufen direkt mit Netzspannung (100 bis 240 V), der Hub benötigt dagegen ein separates Steckernetzteil.

Das LX Connect-System ist aus den LX-2 MKII-Regalboxen von Mission entwickelt worden, die zweitkleinsten Lautsprecher der LX-Boxen-Reihe, die um Aktiv-Verstärker mit je 60 W Nennleistung (100 W Spitzenleistung) und das Funksystem erweitert wurden. Zudem ist der Hub auch ein vollwertiger Kopfhörerverstärker. Er bietet jede Menge Eingänge: Analog, digital 24 Bit / 192 kHz SPDIF Coax und optisch, digital 32 Bit / 384 kHz PCM via USB, HDMI, Bluetooth mit apt-X HD und LL (für Video mit geringer Latenzzeit) sowie DSD mit bis zu 11,2 Mbit/s über USB. Dieses Format kann auch über die Funkstrecke zu den Lautsprechern unkomprimiert übertragen werden und das System ist auch an einen Computer mit Musikarchiv oder in Roon einbindbar.

Die Inbetriebnahme ist unkompliziert. Lautsprecher und Hub sind mit Strom zu versorgen und anzuschalten, dann muss im Menü des Hubs am Gerät oder über Fernbedienung „Pairing“ gewählt und die entsprechende Taste auf der Lautsprecherrückseite gedrückt werden. Allerdings ist dies zu wiederholen, falls man versehentlich wieder das „Pairing“ im Hub-Menü aufruft. Die Lithium-Zelle CR2025 für die Fernbedienung wird aus Sicherheitsgründen nicht mitgeliefert und ist getrennt zu beschaffen.

Der Klang des Systems ist dank des erheblichen Entwicklungsaufwands und -erfahrung sowohl bei den Lautsprechern als auch der Elektronik erstklassig. Er jagt keiner aktuellen Mode nach, nutzt keine starke Bass- oder Höhenbetonung, nervt aber auch nicht mit unangenehmen intensiven Mitten wie so manches System, das betont neutral sein will und dann einfach nur langweilig bis quäkig klingt.

Verblüffend war das auch ohne die mögliche Bassanhebung (+ 6 dB) bei analoger Einspeisung auf einmal hörbar werdende Plattenspieler-Rumpeln der am Smartphone gespeicherten Version von Al Stewarts „On the Border“. Diese Version wurde schon vor Jahren mit hoher Bitrate vom Vinylalbum aufgenommen. Die vom Hersteller angegebene untere Grenzfrequenz von 52 Hz bei -6 dB ist für so eine kleine Box bemerkenswert und entspricht offensichtlich auch den Tatsachen.

Der Verstärker und die Lautsprecher arbeiten sehr verzerrungsarm und mit eher sanften Höhen. Die Zweiweg-Boxen mit einem 130 mm-System für die Bässe und einer 25 mm-Kalotte für die Höhen klingen trotzdem frisch und nicht muffig. Alle drei getesteten Zuspielvarianten – lokal gespeichert, via Spotify und via Qobuz gestreamt – waren angenehm anzuhören. Qobuz lieferte die besten Höhen bei dieser Aufnahme, doch die Einschränkungen der anderen beiden Signalquellen fielen nicht so unangenehm ins Gewicht wie bei manchen Systemen mit stärkerer Höhenbetonung.

Dank apt-X war bei der Zuspielung über Bluetooth dieselbe entspannte Klangqualität verfügbar; es kamen gegenüber dem analogen Anschluss keine Artefakte oder Einschränkungen bei den Höhen hinzu. Bei noch höher auflösenden Digital-Quellen – die Al Stewart-Aufnahme war ja zum Test nur mit 16 Bit verfügbar – dürften keine Unterschiede zu analogen Signalquellen mehr zu erkennen sein. Und auch Signalquellen mit geringeren Bitraten wie Radio Caroline über Tune-In klingen ausgewogen und angenehm. Das System ist also universell nutzbar, von Alltagsbetrieb bis gezieltem High End-Genuss. Es kann auch für High-End-Musikgenuss, Gaming oder als AV-Verstärker für Videogenuss variiert eingestellt werden.

Das Mission LX Connect ist mit 1300 Euro nicht günstig. Farblich gibt es das System in drei Ausführungen, weiß, schwarz und braun.

1300 Euro werden für Mission LX Connect aufgerufen. Dafür erhält man aber nicht nur zwei hochwertige Aktivboxen, sondern auch einen Kopfhörerverstärker mit 32-Bit DAC, der schon einzeln mit dieser Ausstattung je nach Anbieter leicht mehr kosten kann, sowie ein ebenso hochauflösendes Funksystem. Lediglich Sprachassistenten sind nicht integriert, was von einer solchen Anlage aber auch nicht erwartet wird. Über Smartphone oder Tablet sind sie bei Bedarf dennoch verfügbar.

Wer ein System sucht, das im Schlafzimmer ebenso nutzbar ist wie am Schreibtisch und sich auch mit weiteren Komponenten erweitern und aufbohren lässt, kann hier sicher sein, mit Signalquellen aller Art einen Klang geliefert zu bekommen, der ihm nicht nur die ersten Tage gefällt und später irgendwann auf den Wecker geht.

Weitere Tests zu Multiroom-Lautsprechern haben wir in der Themenwelt Multiroom-Lautsprecher veröffentlicht. Neben zahlreichen Einzeltests haben wir dort Ratgeber wie das Nachrüsten von Multiroom-Funktionen für bestehende Anlagen oder einen allgemeinen Ratgeber zum Thema Multiroom.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.