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Microsoft Surface Pro 7+
Pro und Contra
  • Top-Display mit hoher Auflösung
  • verbesserte Akkulaufzeit
  • sehr mobil
  • hoher Preis
  • Type Cover nur als Zubehör
  • 4.0

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Microsoft hat seine Edel-Tablet-Reihe mit dem Surface Pro 7+ erneuert. Was die aktuelle Version jetzt alles besser kann, zeigen wir im Test.

Das Microsoft Surface Pro 7+ bekommt eine Frischzellenkur, die mehr Leistung bei längerer Akkulaufzeit verspricht. Beim starken Tablet mit Windows 10 handelt es sich in Verbindung mit der aufsteckbaren Tastatur um ein Detachable, das sich zu einem vollwertigen PC wandelt. Damit richtet sich das Gerät an alle, die möglichst mobil arbeiten wollen, ohne auf die Leistung eines Laptops zu verzichten.

Das neue Surface Pro 7+ gibt es vorerst nur als Business-Modell. Das bedeutet, dass es nur bei ausgewählten Händlern oder direkt bei Microsoft erhältlich ist. Die Tastatur müssen Nutzer als Type Cover separat dazu kaufen. Entsprechende Bundle-Angebote wie beim Surface Pro 7 gibt es derzeit noch nicht. Die gute Nachricht: Wer bereits ein Surface Pro Type Cover oder einen Surface Pen besitzt, kann diesen auch beim neuen Modell nutzen.

Äußerlich unterscheidet sich das neue Gerät nicht vom Vorgängermodell. Die Änderungen liegen innerhalb des Gehäuses verborgen: Die neue CPU der Tiger-Lake-Reihe verspricht mehr Leistung, zudem soll der Akku länger durchhalten. Erstmalig kann man die SSD obendrein austauschen. Wir haben das Gerät im Test unter die Fittiche genommen, um zu sehen, ob es als vollwertiger PC-Ersatz durchgeht.

Das Surface Pro 7+ bietet die gewohnte Optik seiner Vorgänger. Das ist auch gut so, denn daran hatten wir bisher nichts zu bemängeln. Statt auf ein Seitenverhältnis von 3:2 setzt das Surface auf 4:3. Auf der Rückseite findet sich wieder der ausklappbare Standfuß mit auffälligem Microsoft-Logo.

Die Verarbeitung ist gewohnt herausragend, unregelmäßige Spaltmaße sind nicht vorhanden. Die Lautstärkewippen und der Ein/Ausschalter bieten einen soliden Druckpunkt. Lediglich der recht breite Rahmen um das Display wirkt nicht mehr ganz zeitgemäß. Darin eingefasst ist die Frontkamera, auf der exakt gegenüberliegenden Seite befindet sich die Hauptkamera. Bei den Materialien kommt auf der Rückseite ein Gehäuse aus Magnesium zum Einsatz. Der Werkstoff zeichnet sich durch niedriges Gewicht und hohe Stabilität aus. Dennoch bringt das Tablet 800 Gramm auf die Waage. Das ist für ein Tablet relativ viel – allerdings ist das Surface Pro 7+ mit Abmessungen von 292 x 201 x 8,5 Millimetern ein auch größer als gewöhnliche Tablets, es entspricht bei der Größe eher einem iPad Pro.

Zum vollwertigen Convertible-PC mutiert das Surface Pro 7+ erst im Verbund mit dem separat erhältlichen Type Cover – einer ultradünnen Tastatur zum Anstecken, die gleichzeitig als Display-Schutz dient. So wird aus einem Windows-Tablet ein potenzieller PC-Ersatz. Das Type Cover zeichnet sich aus durch einen guten Tastendruck, das integrierte Touchpad arbeitet ohne Verzögerungen – nahezu, als würde man mit einem Laptop arbeiten. Einen kleinen Nachteil hat die Tastatur: Man kann sie nur auf ebener Fläche wie einem Tisch nutzen, auf dem Schoß gestaltet sich das ganze zu unstabil. Zusammen mit der Anstecktastatur wiegt das Surface fast 1,1 Kilogramm – das ist sogar etwas mehr als beim Ultrabook Acer Swift 5 (Testbericht).

Als Prozessor kommen die neuen Tiger-Lake-CPUs der elften Generation von Intel zum Einsatz. In unserem Testgerät verrichtet ein Intel Core i5-1135G7 seinen Dienst. Das Surface Pro 7+ ist darüber hinaus mit einem Core i7 erhältlich. Damit setzt das neue Surface-Tablet auf moderne Prozessoren, wie man sie auch in Ultrabooks findet.

Beim Core i5-1135G7 handelt es sich um einen Quad-Core-SoC, der besonders stromsparend arbeiten soll. Die vier Kerne des Prozessors bietet einen Basistakt von 2,4 GHz und einen Turbo-Takt von bis zu 4,2 GHz. Modelle mit dem Core i7 bieten einen Basistakt von 3 GHz. Für die Grafik ist der integrierte Grafikprozessor Intel Iris Xe Graphics zuständig. Dieser läuft mit 1,3 GHz. Für einfache Spiele reicht das noch aus, nicht aber für grafisch aufwendigere Titel. Dafür ist das Tablet aber ohnehin nicht gedacht. Eine Lösung für Gamer bietet Cloud-Gaming (Ratgeber).

Die Ausstattung beim Arbeitsspeicher ist bei dem Testgerät mit 16 GByte sehr ordentlich. Eine Erweiterung ist nicht möglich. Das Surface Pro 7+ gibt es zwar in der Top-Version auch mit 32 GByte RAM, Core i7 und 1 TByte SSD, diese ist aber mit einem Preis von fast 2700 Euro sehr kostspielig.

Im Benchmark-Test von PCmark erreichten wir mit dem Surface Pro 7+ bei einer Auflösung von 2.736x1.824 Pixel 3700 Punkte. Das ist kein überragender Wert – wer zum Beispiel viel mit Grafikprogrammen bei hoher Auflösung arbeitet, sollte die Version mit Core i7 in Erwägung ziehen. Mit reduzierter Auflösung auf Full-HD-Niveau schafft das Surface Pro 7+ immerhin 4100 Punkten. Zum Vergleich: Das Acer Swift 5 schafft beispielsweise bei Full-HD-Auflösung einen Wert von über 4700 Punkten – und das mit der gleiche CPU und iGPU. Das lässt den Schluss zu, dass das Surface Pro 7+ standardmäßig auf einen sparsamen Betrieb getrimmt ist. Im Alltag ist die Performance de Surface Pro7+ mehr als ausreichend, Anwendungen laufen stabil und flott.

Das Testgerät nutzt eine SSD mit 256 GByte und NVMe-Protokoll, von der 238 GByte für den Anwender zur Verfügung stehen. Die Besonderheit beim Surface Pro 7+: Die SSD kann man austauschen. Das Format der SSD ist allerdings ungewöhnlich. Mit einer Größe von 22 x 30 Millimetern ist sie deutlich kleiner als bei herkömmlichen Ultrabooks, wo Größen von 22 x 80 Millimeter zum Standard gehören. Das erleichtert ein nachträgliches Aufrüsten der Speicherkapazität.

Für Funkverbindungen setzt das Surface Pro 7+ auf aktuelle Standards: WLAN mit 802.11ax und Bluetooth in Version 5. Für den mobilen Einsatz steht ein LTE-Modul zum Einsatz. Wie schon beim Vorgängermodell sind die Anschlussmöglichkeiten überschaubar. Zur Verfügung stehen zwei USB-Anschlüsse, jeweils als Typ-A- und Typ-C-Buchse. Beide unterstützen USB 3.1. Ein Protokoll für Thunderbolt gibt es nicht, ein HDMI-Anschluss oder Mini-Display-Port fehlt ebenfalls. Für das Netzteil steht der spezielle Surface-Connect-Anschluss parat. Immerhin ist auch ein 3,5-Millimeter-Klinkenstecker für Kopfhörer mit an Bord.

Neben einer Frontkamera für Videochats und Selfies verfügt das Surface Pro 7+ zusätzlich über eine Hauptkamera auf der Rückseite. Was das soll, verstehen wir nicht ganz. Zum Fotografieren ist das Tablet deutlich zu groß und zu schwer. Die Hauptkamera liefert zudem keine besonders erwähnenswerten Fotos, was bei der einfachen Linse mit 8 Megapixel nicht überrascht. Die Frontkamera mit 5 Megapixel macht bei Videokonferenzen einen ausreichend guten Job. Zudem ermöglicht sie über Infrarot-Technik die Gesichtserkennung zum Entsperren des Geräts – was in Ermangelung eines Fingerabdrucksensors sehr nützlich ist.

Eines der stärksten Merkmale des Surface Pro 7+ ist das tolle Touch-Display mit einer Diagonale von 12,3 Zoll im 3:2-Format. Es bietet eine sehr hohe Farbtreue, gute Kontraste und eine messerscharfe Bildschärfe dank der hohen Auflösung von 2.736x1.824 Pixel. Das sorgt für eine mehr als ausreichende Pixeldichte von fast 270 ppi – Pixel sind bei normaler Arbeitsentfernung von Auge zum Screen so gut wie nicht sichtbar.

Der Bildschirm schafft eine maximale Helligkeit von 420 cd/m². Das ist vollkommen ausreichend, um auch im Freien mit dem Surface zu arbeiten. Bei direkter Sonneneinstrahlung könnte es hingegen knapp werden. Der Touchscreen reagiert sehr flott auf Touch-Eingaben – sowohl mit der Hand als auch mit dem Surface Pen.

Microsoft hat mit dem Update auf das Surface Pro 7+ besonderen Wert auf eine verbesserte Akkulaufzeit gelegt. Das zeigt sich beim Batterietest von PCmark 10: Im simulierten Arbeitsmodus braucht das Surface über 9 Stunden, bis sich der Akku auf 20 Prozent entleert. Das ist ein sehr ordentlicher Wert. Zum Vergleich: Das Acer Swift 5 Ultrabook hielt beim gleichen Test etwa 8 Stunden durch. Das bedeutet, dass man einen ganzen Arbeitstag mit dem Surface Pro 7+ ohne Netzteil überstehen kann, solange man die Leistung des Geräts nicht ständig abfragt. Im leistungsintensiven Gaming-Test von PCmark hält das Surface etwa 2 Stunden durch.

Die Angaben zur Akkulaufzeit von Microsoft halten wir mit 15 Stunden allerdings für zu optimistisch – das würde nur mit unrealistisch niedriger Helligkeit, reduzierter Auflösung und anderen alltagsuntauglichen Tricks klappen. Das Aufladen des Surface von einer Kapazität von 20 Prozent auf 100 Prozent dauert weniger als 90 Minuten.

Egal wie man es dreht, das Surface Pro 7+ ist wirklich teuer. Das von uns getestete Gerät mit 256 GByte SSD, 16 GByte RAM, Core i5-CPU und LTE kostet über 1600 Euro – ohne Zubehör. Am günstigsten ist die Variante mit 8 GByte RAM, 128 GByte SSD und Core i3, diese kostet etwa 930 Euro. Das Topmodell liegt – wie bereits erwähnt – bei 2700 Euro. Für das Type Cover müssen Interessierte nochmals 100 Euro berappen.

Das Type Cover ist allerdings eine sinnvolle Investition, denn sie macht aus dem Surface Pro 7+ einen echten Convertible-PC. Eine gute Ergänzung stellt darüber hinaus der Surface Pen für 65 Euro dar. Der Stift erleichtert die Bedienung von Windows 10. Über Apps wie OneNote können schnell und einfach handschriftliche Notizen erstellt werden. Ist keine Tastatur zur Hand, erkennt das Surface über den Stylus zudem handschriftliche Eingaben und wandelt sie in Druckschrift um. Durch einen im Pen integrierten Magneten bleibt der Stift auf der linken Seite am Surface Pro 7+ haften.

Weiteres nützliches Zubehör sind kleine Taschen oder Schutzhüllen für den Transport, diese kosten bei Drittanbietern 30 Euro und mehr. Wer mit den beiden USB-Anschlüssen nicht zurechtkommt, braucht möglicherweise einen Hub. Sinnvolle Möglichkeiten zum Anschließen zeigen wir in unserem Ratgeber: Der richtige Adapter für jede Aufgabe.

Das Microsoft Surface Pro 7+ überzeugt als mobiler PC mit niedrigem Gewicht, sehr hochwertiger Verarbeitung und guter Leistung. Das Display bietet eine tolle Auflösung und Helligkeit. In Verbindung mit der Anstecktastatur Type Cover bekommt man mit dem Surface Pro 7+ einen leistungsstarken und ausdauernden Convertible-PC – der sich bei Bedarf bequem zum Tablet für die Couch wandelt. Die Akkuleistung ist überzeugend und reicht für einen ganzen Arbeitstag.

Trotz der Tiger-Lake-Prozessoren der elften Generation kann das Surface Pro 7+ bei der Leistung nicht ganz mit Ultrabooks wie dem Acer Swift 5 mithalten. Das ist schade, denn die Hardware kann eigentlich mehr. Zwar hält der Akku etwas besser durch – aber nur in geringem Umfang.

Das Surface Pro7+ ist das Richtige für jeden, der ein möglichst mobiles Gerät zum Arbeiten braucht, dass unterwegs den Komfort eines Tablets mit einem Windows-PC verbindet. Verbreitung und Ausstattung sind hervorragend. Das hat allerdings seinen Preis.

Wer auf den Einsatz als Tablet verzichten kann, sollte den Kauf eines Ultrabooks erwägen – diese bieten ebenfalls ein geringes Gewicht und den von Laptops gewohnten Komfort. Weitere preiswerte Alternativen zu Convertible-PCs und Ultrabooks zeigen wir in unserem Ratgeber Ultrabook vs. Convertible: Das darf ein Touch-Laptop kosten.

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