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Microsoft Surface Book 3 13,5"
Pro und Contra
  • erstklassige Verarbeitung
  • gute Grafikleistung
  • lange Akkulaufzeit
  • hoher Preis
  • verhältnismäßig schwer
  • Gesamtperformance bleibt hinter Erwartungen
  • 4.0

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Das Microsoft Surface Book 3 vereint die Eigenschaften eines Top-Laptops und eines High-End-Tablets in einem Gerät. TechStage hat sich das neue Flaggschiff von Microsoft zur Brust genommen und es ausführlich getestet.

Bereits in der dritten Generation schlägt Microsoft mit dem Surface Book 3 eine Brücke zwischen klassischen Arbeits-Laptops und modernen Tablets mit Windows 10. Beim Surface Book 3 handelt es sich um ein astreines Detachable – bei dieser Spielart des Convertible-PCs entfernt man das Display von der restlichen Tastatur, um es dann als eigenständiges Tablet zu nutzen.

Die Ausstattung des Surface Book 3 geht allerdings weit über die übliche Hardware von Tablets oder Convertibles hinaus. Hier handelt es sich um einen kompakten und leistungsfähigen PC im Ultrabook-Format. Die Ausstattung kann sich sehen lassen: hochauflösendes Touchscreen, schneller Prozessor, ausreichend Arbeitsspeicher, Festplatte – sogar eine dedizierte Grafikkarte von Nvidia ist mit an Bord.

Microsoft hat es rasch verstanden, eine eigene und charakteristische Designsprache mit Wiedererkennungswert mit seinen Produkten der Surface-Familie zu prägen. Hat man das Surface Book 3 erstmalig vor sich, erkennt man schnell, dass es sich um ein äußerst hochwertiges Gerät handelt.

Das Design ist geprägt von einem minimalistischen Pragmatismus. Der Convertible-PC macht einen sehr soliden und funktionellen Eindruck, wie man es eher von der Thinkpad-Reihe von Lenovo erwartet. Tasten und Gehäuse sind in einem schlichten silbergrauen Ton gehalten – lediglich der Displayrand ist schwarz. Auffällig ist der Klappmechanismus des Bildschirmes. Hier kommen keine gewöhnlichen Scharniere zum Einsatz. Das Display verbindet ein flexibles durchgehendes Gelenk mit der unteren Sektion des Geräts. Das verleiht dem sonst so kantigen Gerät eine organische und weiche Note.

Auffällig ist das Gewicht des Surface Book 3. Für ein 13,5-Zoll-Gerät wirkt es ziemlich schwer. Mit einem Gesamtgewicht von knapp 1,7 Kilogramm ist es alles andere als ein Leichtgewicht. Damit wiegt es in etwa so viel wie das Huawei Matebook D16 (Testbericht) im 16-Zoll-Format. Das annähernd gleich große Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga (Testbericht) wiegt mit 1,2 Kilogramm deutlich weniger. Der Convertible-PC fühlt sich sehr kopflastig an – das liegt daran, dass im abnehmbaren Bildschirm der Großteil der Hardware steckt. Das ist auch nötig, damit dieses als autarkes Windows-10-Tablet. Dort befindet sich unter anderem der Akku und die CPU. Im unteren Gehäuse mit der Tastatur selbst befindet sich die dedizierte Grafikkarte, die im Tablet-Modus dementsprechend nicht zur Verfügung steht. Losgelöst wiegt der Bildschirm etwa 700 Gramm.

Wer das Laptop gerne auf dem Schoß nutzt, sollte den kopflastigen Charakter beachten, damit das Gerät nicht unerwartet nach hinten kippt. Hier bietet sich Alternativ der Tablet-Modus an. Man sollte auf keinen Fall einfach versuchen, den Bildschirm mit Gewalt vom restlichen Gerät abzuziehen. Zur Entkoppelung des Bildschirmes steht ein spezieller Knopf zur Verfügung, der den Bildschirm vom restlichen Gehäuse trennt. Wer die Grafikpower auch im Tablet-Modus nutzen will, kann den Bildschirm verkehrt herum am Gehäuse anbringen und die Tastatur dann nach unten klappen.

Das Display setzt auf ein 3:2-Format und nicht 16:9 – dieser Formfaktor scheint bei Geräten dieser Größe immer beliebter zu werden. Selbiges macht Lenovo beim Thinkpad X1 Titanium Yoga. Die Qualität des Surface Book 3 macht einen herausragenden Eindruck. Der Druckpunkt aller Knöpfe und Tasten des Keyboards ist fest, nichts wackelt. Als Material kommt eine Magnesiumlegierung zum Einsatz – diese verspricht hohe Stabilität bei geringerem Gewicht und fühlt sich zudem sehr hochwertig an.

Ein erster Blick auf die Hardware des Microsoft Surface Book 3 zeigt, dass Microsoft großen Wert auf Leistung legt. Als CPU kommt der Intel Core i7-1065G7 der 10. Generation mit vier Kernen und einer Taktfrequenz von bis zu 3,90 GHz zum Einsatz. Anders als bei vielen Geräten dieser Klasse nutzt das Surface Book 3 eine dedizierte Grafikkarte. Unser Testgerät nutzt eine Nvidia Geforce GTX 1650 Max-Q. Sehr üppig ist zudem der Arbeitsspeicher mit 32 GByte RAM.

Im Benchmark-Test offenbart sich jedoch, dass Microsoft das Surface Book 3 vor allem auf Ausdauer denn auf Spitzenleistung getrimmt hat. Unter Auslastung bremst sich die CPU schnell aus. Beim Leistungstest von PCmark 10 erreichten wir einen Wert von knapp über 4100 Punkten. Das liegt beispielsweise gut 200 Punkte hinter dem Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga (Testbericht) mit ähnlicher CPU-Ausstattung. Das ist schon ein wenig enttäuschend, wenn man bedenkt, dass das Acer Swift 5 (Testbericht) trotz eines Core i5 sogar schnellere Werte erreichte – allerdings läuft das Ultrabook nur mit Full-HD-Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln. Das Surface Book 3 hingegen stemmt standardmäßig eine Auflösung von 3000 x 2000 Pixeln. Die Leistung des Surface Book 3 ist dennoch gut und sorgt dafür, dass das Gerät im Alltag für die meisten Aufgaben gewappnet ist. Für den Preis hätten wir trotzdem mehr erwartet.

Eines der Top-Features des Microsoft Surface Book 3 ist die Geforce-Grafikkarte – die meisten Geräte dieser Art nutzen integrierte Grafikchips von Intel oder AMD. Beim Benchmark-Test „Time Spy“ von 3Dmark erreichten wir etwa 3000 Punkte bei maximaler Auflösung. Damit ist das Surface in Sachen Grafikleistung das stärkste bisher von uns getestete Convertible. Diese liegt deutlich vor Geräten, die eine integrierte GPU von Intel nutzen. Zu einem Gaming-Laptop macht die Geforce das Surface Book 3 aber noch lange nicht. Es handelt sich aber um das am besten für Spiele geeignete Convertible, das wir bisher getestet haben. Ältere Spieltitel wie Counter Strike stellen kein Problem dar, bei ganz neuen High-End-Spielen könnte das Gerät schnell an seine Grenzen kommen. Für Spiele empfehlen wir eine niedrige Auflösung und eher geringere Grafikdetails zu wählen.

Das Surface Book 3 ist absolut bürotauglich und eignet sich als vollwertiger Laptop. Dazu tragen auch die gute Tastatur und das Touchpad bei. Die Tasten bieten einen klaren Druckpunkt und angenehmen Hub. Zudem arbeitet die Tastatur erfreulich leise. Das Touchpad bietet eine griffige Oberfläche und reagiert flott auf Multi-Touch-Gesten.

Als Festplatte dient dem Surface Book 3 eine flotte SSD mit 512 GByte und M.2 PCIe. Die Kapazität dürfte für die meisten Szenarien vollkommen ausreichend sein. Etwas weniger üppig aber dennoch ausreichend ist die Ausstattung bei den Anschlussmöglichkeiten. Immerhin finden sich noch zwei USB-A-Anschlüsse – diese sucht man beim Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga (Testbericht) vergeblich. Dazu gesellt sich ein USB-C-Slot – alle drei Anschlüsse unterstützen USB 3.2 Gen 1. Einen SD-Kartenleser findet man ebenfalls. Am Bildschirm befindet sich zudem auch eine klassische 3,5-Millimeter-Buchse für Klinkenstecker. Thunderbolt 3 oder HDMI sind allerdings nicht mit an Bord.

Einen Fingerabdrucksensor bietet das Surface Book 3 ebenfalls nicht – das überrascht uns etwas für diese Preisklasse. Immerhin erlaubt die Frontkamera die Gesichtserkennung. Das WLAN ist auf dem neuesten Stand und unterstützt Wifi-6. Abgerundet wird die Ausstattung mit einer Front- und einer Rückkamera. Die Frontkamera verfügt über 5 Megapixel und dient in erster Linie für Video-Chats. Die Rückkamera mit 8 Megapixeln ist für gelegentliche Schnappschüsse gedacht – wer auch immer das 700 Gramm schwere Tablet dazu nutzen möchte. Das Surface Book 3 bietet zudem einen überraschend starken Surround Sound für Spiele oder Filme.

Ein Hingucker im wahrsten Sinne des Wortes ist das Display im 3:2-Format. Es bietet eine messerscharfe Auflösung von 3000 x 2000 Pixeln. Die Farben sind sehr kräftig und die Kontraste gut ausgeprägt. Dank IPS-Panel ist die Blickwinkelstabilität von nahezu allen Seiten gegeben. Der Bildschirm reagiert schnell sowie präzise auf Touch-Eingaben und bietet eine maximale Helligkeit von knapp 370 cd/m². Das ist für einen Convertible-PC ein ordentlicher Wert, auch wenn andere Spitzenlaptops mehr schaffen. Damit kann man das Surface Book 3 gerade noch im Freien nutzen. Wenn aber die Sonne direkt auf den Bildschirm knallt, wird es schwierig, zumal die Anzeige stark spiegelt.

Positiv überrascht hat uns das Microsoft Surface Book 3 bei der Akkulaufzeit. Im simulierten Battery Test von PCmark erreichten wir bei einem simulierten Arbeitsbetrieb eine Laufzeit von über 12 Stunden. Damit überflügelt das Surface Book 3 beispielsweise das Thinkpad X1 Titanium Yoga oder das Surface Pro 7+ (Testbericht). Unter Hochleistung hält es ebenfalls gut durch. Im Gaming-Modus des Battery Test hielt das Gerät über zwei Stunden durch. Das Aufladen des Akkus dauert im Test knapp zweieinhalb Stunden.

Die von uns getestete Version kostet knapp 2000 Euro. Am günstigsten ist die Version mit 8 GByte RAM, 256 SSD und dem etwas schwächeren Intel Core i5 für knapp 1300 Euro.

Neben der Ausführung von 13,5 Zoll gibt es noch größere Ableger mit 15 Zoll. Diese gibt es ab 1800 Euro mit Intel Core i7, 16 GByte RAM und 512 GByte SSD. Für das Topmodell sind bis zu 3500 Euro fällig.

Ein empfehlenswertes Zubehör für das Surface Book 3 ist der Surface Pen für 70 Euro – ein Stylus für die Stiftbedienung am Touchscreen.

Das Microsoft Surface Book 3 ist ein leistungsstarker Alleskönner, der als Convertible den Spagat zwischen Laptop und Tablet wagt – und das in vielen Bereichen sehr erfolgreich. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben, die Akkulaufzeit ist hervorragend und dank Core i7 und Geforce-GPU kann man das eine oder andere Spiel damit zocken.

Allerdings wirkt das Surface Book in der dritten Generation nicht mehr so innovativ wie die erste Version. Es ist zudem schwer und die Transformation von Laptop zu Tablet geht nicht so schnell und leicht von der Hand wie beispielsweise bei der Konkurrenz von Lenovo. Die Performance des Geräts überzeugt zudem nicht ganz, wenn man den hohen Preis bedenkt. So könnte man für das gleiche Geld auch einen schnellen Laptop und ein hochwertiges Tablet kaufen.

Weitere Alternativen rund um Convertibles zeigen wir in unserem Ratgeber Ultrabook vs. Convertible: Das darf ein Touch-Laptop kosten.

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