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Mario Golf Super Rush DB
Pro und Contra
  • schöner RPG-Ansatz inklusive Level-System, Attributen und anpassbarer Ausrüstung der Miis
  • trotz ruckeligen Anfang spornt die stetige Leistungsverbesserung an
  • Design der Kurse unterhält mit ausgefallenen Designs und Hindernissen
  • Mehrspielermodus schreckt durch merkwürdige Restriktionen ab
  • 4.5

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Mario Golf: Super Rush ist ein spaßiges, kurzweiliges Golf-Spiel, das mit cleveren zusätzlichen Funktionen lockt. TechStage testet das Switch-Spiel.

Mit New Pokémon Snap (Testbericht) belebte Nintendo bereits im vergangenen April eine Spielreihe wieder, die seine Ursprünge auf der Nintendo 64 trägt. Seit der erstmaligen Veröffentlichung 1999 bemüht sich Nintendo, für jede ihrer Videospielkonsolen einen neuen Mario Golf-Ableger auf den Markt zu bringen. So erhielten wir kürzlich Mario Golf: Super Rush, was uns auf der Nintendo Switch in das Pilz-Königreich einlädt, um mit allerlei bekannten Gesichtern den Golfschläger zu schwingen.

Golf – Vermutlich haben nicht allzu viele Spieler einen direkten Draht zu der Sportart, sodass sich die Kenntnisse auf einige Partien Minigolf beschränken. Doch wer mit Nintendo und der Design-Philosophie des Unternehmens vertraut ist, der weiß, dass es sich bei dem Spiel keineswegs um eine simple Golf-Simulation handelt. Stattdessen ist wie gehabt viel Humor und überdramatisierte Action dabei, die auch unerfahrenen Golfspielern Anreize gibt. Dazu zählt auch, all die bekannten Gesichter des Königreiches auf dem Golfplatz höchstpersönlich wiederzutreffen. Übrigens, noch mehr Switch-Spiele zeigen wir in der Themenwelt zur Nintendo Switch.

Neben Charakteren wie Mario, Peach und Yoshi gesellen sich auch Bowser, König Bob-Omb und Donkey Kong dazu. Insgesamt besteht die Qual der Wahl aus 16 verschiedenen Charakteren, sowie dem eigenen Mii. Dabei präsentiert sich jeder von ihnen mit einem Spezial-Schlag, Sprint und individuellen Attributen, die sich zum Beispiel in einer erhöhten Schlagkraft, oder einer starken Ballkontrolle widerspiegeln.

Einzelmatches werden in einer der drei Golf-Modi gespielt, bei denen zusätzlich Elemente wie die Anzahl der Löcher, das Spielformat oder auch die Bewegungssteuerung mit den Joy-Cons eingestellt werden kann. Standard-Golf gestaltet sich dem Namen entsprechend wie eine klassische Partie, in der der niedrigste Spieler-Score einen Sieg entscheidet. Speed-Golf lehnt sich an die klassische Formel an, lässt die Spieler jedoch nach jedem Schlag selbstständig zum nächsten Loch laufen und hängt dabei ein Zeitlimit pro Schlag heran, der jeden Golfspieler ordentlich einheizt. Zu guter Letzt stellt das Battle-Golf den abgedrehtesten Modus dar, bei dem Spieler auf neun Löchern parallel darum antreten, wer am schnellsten dreimal einlocht. Exponentiell erschwert wird das Ganze durch Hindernisse wie eine eingefrorene Bahn, die sowohl Spieler als auch den Ball rutschen lässt, oder auch Bomben, die für eine gewisse Zeit auf die Spielwelt niederprasseln.

Mario Golf: Super Rush bietet eine gute Balance zwischen klassischem Golf und experimentellen Ansätzen, die verschiedene Spielertypen ansprechen soll. Grundsätzlich kann jeder der Modi sowohl im Einzel- als Mehrspieler gespielt werden, wobei besonders im Mehrspielermodi schnell einige Restriktionen auffallen. In Mario Kart 8 Deluxe (Testbericht) läuft die Suche nach weiteren Online-Spielern blitzschnell ab, so werden Spieler mit anderen Rennfahrern verteilt auf der ganzen Welt in eine Lobby geworfen und schon geht es los. Bei Mario Golf: Super Rush scheint Nintendo jedoch neben der klassischen lokalen Suche, auch im Online-Modus lediglich nach Deutschland-internen Spielern zu suchen. Dazu kommt die Einteilung in Online-Räume, die von Spielern selbst erstellt werden müssen, sodass auch bei einer uneingeschränkten Suche gerade einmal vier aktive Räume als Suchergebnis verfügbar sind. Verglichen mit der Mario Kart-Community, die auch viele Jahre nach Veröffentlichung noch immer massig Spieler verzeichnet, fühlt es sich in Mario Golf: Super Rush fast so an, als würde Nintendo die Spielerschaft aktiv mit ihren Einschränkungen erdrücken.

Während die drei verschiedenen Modi sich also spaßig gestalten und eine schöne Abwechslung bieten, geht ohne guten Mehrspielermodus nach einer gewissen Zeit die Puste aus. Zum Glück lässt sich dafür das Golf-Abenteuer, sozusagen der Kampagnen-Modus des Spiels, im Alleingang bestreiten und steckt Spieler in die Schuhe eines unerfahrenen Golfspielers. Zudem liefert Nintendo über Updates neue Funktionen, etwa kam im Update 2.0 ein neuer Golfkurs, Toadette als Spielfigur und ein neues Ranglistenspiel hinzu.

Im Story-Modus geht es als Mitglied eines Country Clubs um ein simples Ziel: Mit dem Können auf dem Platz zu punkten, sich gegen die Hürden der Kurse zu bewähren und letztendlich das Platin-Abzeichen nach Hause zu bringen. Als Avatar dient hierbei der Mii-Charakter des jeweiligen Nintendo Switch-Besitzers.

Das Golf-Abenteuer eignet sich besonders gut für Anfänger, denn verschiedene Trainer sowie ein stets verfügbarer Ratgeber bemühen sich die Grundlagen der Sportart zu erklären. Eine steile Lernkurve sind all die verschiedenen Begriffe, Techniken und Arten von Golfschlägern nichtsdestotrotz, sodass eine kleine Frustschwelle innerhalb der ersten Stunden überwunden werden muss. Das Golf-Abenteuer verläuft dabei stets gleich: Ein neuer Kurs wird vorgestellt, es gibt eine Übungspartie, eine Qualifikationsrunde und letztendlich das Finale. Wer das Finale innerhalb der vorgegebenen Richtlinien gewinnt, schaltet das nächste Gebiet und somit auch den nächsten Kurs frei. Die insgesamt sechs Kurse variieren, von Schroffstein mit seinen starken Windböen und steilen Gebirgen, bis hin zum gnadenlosen Treibsand und den riesigen Sanddinos von Dünenwell. Schade ist hierbei der geringe Umfang der zur Verfügung stehenden Kurse, denn die Designs überzeugen und erinnern an die Super Mario-Welten, die uns in den anderen Franchise schon so oft begegnet sind. Jeder Kurs birgt also neue Hindernisse, so muss neben dem allgemeinen Können der Spieler auch der Mii höchstpersönlich verbessert werden.

Die Entwicklung des Miis und der Fertigkeiten orientieren sich dabei an einem Rollenspiel-artigen Ansatz: Jede Partie Golf bringt je nach spielerischer Leistung eine gewisse Anzahl Erfahrungspunkte, die zum Level-Fortschritt gezählt werden. Beim Erreichen des nächsten Levels lassen sich Punkte auf die verschiedenen Statuswerte des Charakters verteilen. Diese erstrecken sich über Kraft, Ausdauer und Lauftempo, bis hin zu Kontrolle und Spin. Als zusätzliche, und vielleicht auch wirkungsvollste Individualisierungsmöglichkeit, zählt die Ausrüstung. Hierbei lässt sich ein Set von Schlägern, sowie ein Paar Schuhe und Kleidung zusammenstellen.

Auf jedem Kursgebiet steht ein Shop mit neuen Schlägern und Kleidung zur Verfügung, die sich mit ihren Charakteristiken an die Umstände des Kurses halten. So werden etwa Bälle, die mit dem im Schroffstein-Shop erworbenen Lakitu-Holz-5 geschlagen wurden, enorm vom Wind beeinflusst. Trekkingschuhe hingegen verhindern eine Verlangsamung des Charakters beim Laufen auf Steigerungen. Bei der Zusammenstellung der Schläger und Kleidung gibt es also jede Menge Tüfteleien, mit denen die Kunst des Golfs je nach Vorliebe ausgelebt werden kann.

Mit Mario Golf: Super Rush versucht sich Nintendo an einer gewissen Zweiteilung. Während der Einzel- und Mehrspielermodus versucht, als Partyspiel in die Fußstapfen des Mario Kart-Franchise zu treten, gestaltet sich das Golf-Abenteuer wie eine ausgefallene Golf-Simulation. Doch wer hier das Golf-Pendant des Rennspiels sucht, der wird aufgrund eingeschränkter Online-Räume und der mangels ausreichend Kursen recht schnell eintönig werdenden Einzelmatches enttäuscht.

Wer wenig Wert auf Online-Inhalte oder massig Kurse legt und stattdessen einfach mal eine gute Runde Golf spielen möchte, wird trotzdem gut bedient. Als persönliches Highlight gilt das Golf-Abenteuer, das mit einigen RPG-Elementen und Nintendos abgedrehten Spielmechaniken auch für Golf-Unwissende viele Stunden Spaß birgt. Die Kritik an den wenigen Kursen könnte bald entfallen, denn Nintendo arbeitet bereits an einigen Updates, die das Spielerlebnis noch einmal mit zusätzlichen Charakteren und Kursen erweitern. Mit dem Update 2.0 kam der Neuzugang New Donk City, ein Kurs bekannt aus dem Super Mario Odyssey-Universum. Sollte Nintendo das Angebot mit einigen Kursen aufpeppen, so wird das Spiel besonders für Einzelspieler-Fans noch einmal attraktiver, wohingegen Mehrspieler-Fans sich mit den bereits erwähnten Einschränkungen zufriedengeben müssen.

Mehr Switch-Spiele gefällig? Dann empfehlen wir einen Blick in unsere Themenwelt zur Nintendo Switch und Spieletests wie Monster Hunter Rise (Testbericht), Zelda: Breath of the Wild (Testbericht) oder Ring Fit Adventure (Testbericht).

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