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Lumos Street im Test: Smarter Helm mit Blinker und App
Pro und Contra
  • Gute Passform
  • Gute Lichtleistung
  • Clevere App & Fernsteuerung
  • Proprietäres Ladekabel
  • Teuer
  • 4.0

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Der Lumos Street ist ein Helm für Radfahrer oder E-Scooter-Fahrer, der neben einem integrierten Licht über eine Blinker-Funktion verfügt. Techstage testet den Helm.

Ein Helm sollte jeder tragen, der mit Rad und Co im Straßenverkehr unterwegs ist. Auch wenn es keine Helmpflicht für Fahrradfahrer oder Nutzer von E-Scootern (Vergleichstest) gibt, bei einem Unfall ist man dankbar für Kopfschutz. Der Lumos Street ist ein normaler Helm, der zudem ein paar clevere Zusatz-Features hat: An der Front sitzt eine LED-Leiste, die zusätzlich weißes Licht liefert. Hinten sind rote LEDs eingebaut, zudem kann man links und rechts blinken. Was zunächst wie ein überflüssiges Feature wirkt, ergibt spätestens dann Sinn, wenn man mit einem E-Scooter unterwegs ist. Hier sollte man idealerweise nicht die Hand vom Lenker nehmen – dank des Helms kann man aber dennoch anzeigen, wenn man abbiegen möchte.

Der Lumos Street passt mit seiner Topfform eher zu Skatern oder BMX-Fahrern als zum klassischen Radfahrhelm. Auf dem Kopf des Testers sitzt er stabil. Im Paket liegen alternativ noch andere Einlagen zum Anpassen des Helms. Clever: Wer einen Zopf hat, der kann diesen durch eine Öffnung nach außen führen. Auf der linken Seite sitzt der Schalter, mit dem sich die LEDs an Front und Rückseite einschalten lassen. Standardmäßig leuchtet das vordere Licht dauerhaft, die LEDs auf der Rückseite blinken hektisch. Das ist in diesem Fall auch erlaubt, blinkende Lichter sind nur direkt am Fahrrad verboten. Dazu auch wichtig zu wissen: Das Licht am Helm ist ein Zusatz, es ersetzt nicht die notwendige Beleuchtung, damit das Fahrrad straßentauglich ist. Der Helm erfüllt die für Europa wichtige Norm EN1078, mit der alle Schutzhelme ausgestattet sein müssen, die in der EU auf den Markt kommen.

Die vordere LED-Leiste liefert ordentlich viel Licht. Im Praxistest hatten wir keine Probleme, einen komplett verdunkelten Raum aufzuhellen. Der stärkste Lichtkegel reicht ca. 3 bis 4 Meter nach vorne, reflektierende Objekte sieht man noch deutlich weiter. Der Nachteil: Die grellen LEDs können durchaus blenden, entsprechend sollte man aufpassen, wenn man andere Fahrer direkt anleuchtet. Sind alle Leuchten auf Dauerlicht geschaltet, hält der Helm bis zu vier Stunden durch. Die Laufzeit erhöht sich deutlich, wenn man die Lichter, etwa an der Rückseite, dauerhaft blinkend stellt. Wie voll die Batterie noch ist, kann man jederzeit in der App abfragen (mehr dazu im Abschnitt App).

Weniger gut gefällt uns die Ladetechnik. Lumos setzt auf einen magnetischen Adapter, der festgeklippt wird. Auf der anderen Seite ist ein USB-A-Stecker, entsprechend kann man den Helmakku mit einem klassischen Smartphone-Ladeadapter auffüllen. Grundsätzlich funktioniert die Ladetechnik gut, allerdings ist es nervig, dass man einen weiteren Adapter mitschleppen muss. Wir hätten es bevorzugt, wenn am Helm ein Micro-USB- oder USB-C-Anschluss eingebaut wäre, sodass man kein spezielles Kabel benötigt. Der mitgelieferte Adapter lädt nicht nur den Helm, sondern die Fernbedienung, die jedem Helm beiliegt. Helm und Fernbedienung lassen sich zeitgleich laden, dazu muss die Fernbedienung auf der Innenseite in einer speziellen, magnetischen Aussparung stecken.

Für die Grundfunktion des Helms benötigt man nur die Taste auf der linken Helmseite. Die schaltet das Licht ein, ein kurzer Druck wechselt durch die unterschiedlichen Leuchtmodi. Drückt man beim Einschalten länger, schaltet das Frontlicht auf Dauerlicht und auf der Rückseite blinken gelbe und rote LEDs. Das ist etwa bei einer Panne oder einem Unfall hilfreich und warnt andere Verkehrsteilnehmer. Tatsächlich ist das aber eher ein nützliches Zusatzfeature, denn eigentlich bedeutet dieses Blinken nur, dass der Helm im Pairing-Modus ist.

Die Blinker ließen sich im Test am einfachsten über die mitgelieferte Fernbedienung nutzen. Diese wird über eine Halterung und zwei Gummis am Lenker des Rads oder eines E-Scooters befestigt. Alternativ kann man sie in der Hand halten (etwa auf dem Longboard). Das Prinzip ist simpel: Ein Druck auf L lässt den Helm links blinken, R blinkt auf der rechten Seite. Der Effekt ist klar zu erkennen. Die Fernbedienung lässt sich zudem als „automatisches Bremslicht” nutzen. Diese Funktion ist noch im Test, aber ziemlich praktisch: Einmal aktiviert, erkennt der Helm, wenn die Fernbedienung ruckartig abbremst. Das interpretiert er als Bremsen und lässt die komplette Rückseite hellrot aufleuchten.

Die L- und R-Knöpfe befinden sich analog in der App. Wer sein Handy also am Rad befestigt hat, muss die Fernbedienung nicht zwingend verwenden (wir fanden sie im Test bequemer als die App). Sollte das Smartphone zur Blinkersteuerung eingesetzt werden, empfehlen wir eine gute Smartphone-Fahrradhalterung für das Fahrrad . Besitzer einer Apple-Watch können diese mit dem Helm koppeln. Sobald man die Hand zum Abbiegen ausstreckt, blinkt der Helm entsprechend. Das funktioniert in beide Richtungen, intuitiv ist es aber vor allem auf der Seite, auf der die Uhr sitzt.

Neben der Steuerung des Blinkers liefert die App weitere Funktionen. Sie verbindet sich per Bluetooth mit dem Helm, muss also entsprechend in der Nähe sein. Anschließend sieht man den Ladezustand und kann im Hilfe-Bereich etwa eine neue Firmware einspielen oder in eine (etwas holprig übersetzte) deutsche Version wechseln.

Das Highlight sind aber die drei Konfigurationsmöglichkeiten, in denen man bestimmte Leuchtmuster einstellen kann. Dabei hat man überraschend viele Möglichkeiten. So kann man etwa wilde Blinkmuster für Front- und Rückseite einstellen und zudem mit der Helligkeit spielen. Sobald ein gewünschtes Muster erstellt wurde, kann man es an den Helm schicken. Dort erreicht man es, indem man kurz auf den Power-Schalter drückt. Das ist praktisch gelöst und es macht tatsächlich Spaß, sich ein individuelles Muster zu überlegen.

Der Lumos Street kostet knapp 200 Euro, mit MIPS-Zertifizierung etwa 230 Euro UVP. Er ist in verschiedenen Farben erhältlich. Wer ein anderes Design sucht, der kann etwa zum Kickstart greifen, der im klassischen Fahradhelm-Design daherkommt. Wer auf den Blinker (und damit die Fernbedienung) verzichten kann, der sollte sich den Kickstart Lite genauer ansehen. Der Matrix erinnert im Design an den Lumos Street, besitzt aber ein ansteuerbares Dot-Matrix-Display mit 7 × 11 LEDs, die sich in der App ansteuern lassen.

Auf den ersten Blick ist ein blinkender Helm vielleicht eine nette Kuriosität, die man anfangs belächelt. Tatsächlich macht er unserer Meinung aber den Straßenverkehr deutlich sicherer. Das gilt nicht nur für alle, die einen E-Scooter (Themenseite) nutzen und den Arm nicht einfach zum Abbiegen heben können. Auch für alle, die mit Longboard, E-Skateboard (zum Pendeln?) , Inline-Skates, normalem Fahrrad oder einem Lastenrad in der Stadt unterwegs sind, verschafft der Helm eine zusätzliche Aufmerksamkeit. Da er höher getragen wird als die meisten anderen Rücklichter, sehen ihn auch hoch sitzende Fahrer von LKWs oder SUVs deutlich.

Der Preis ist dafür stattlich. Über 200 Euro für einen Helm, da sollte man die Funktionen auch regelmäßig nutzen. Wer viel unterwegs ist, den wird wahrscheinlich der spezielle Ladeadapter bald nerven. Hier hätte Lumos wirklich auf einen Standard-Stecker setzen sollen, eventuell mit Abdeckung.

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