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Luigi‘s Mansion 3 im Test: Geisterjagd auf der Switch
Pro und Contra
  • Fluigi bietet viel spielerische Tiefe und nette Koop-Möglichkeit
  • Spielmechaniken fühlen sich sehr stimmig an und sind leicht zu verstehen
  • Jedes Level ist einzigartig gestaltet und ordnet sich einem Thema unter
  • Die Währung des Spiels findet wenig Verwendung
  • Räumliche Orientierung mit den Joy-Con Analogsticks manchmal schwierig
  • 5.0

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Nintendo lädt zur Geisterjagd. Nach dem Gamecube und dem 3DS gibt es den dritten Ableger für die Switch. Wir testen, ob man auch diesmal spukig gut unterhalten wird.

Eine Einladung lockt Luigi sowie seine Freunde Mario, Peach und die drei Toads in ein schickes Luxushotel, das Hui-Hotel. Nach einer Begrüßung von Gastgeberin Sarah Schreck werden alle auf ihre Zimmer geführt, doch Luigi merkt schnell, dass etwas nicht stimmt. Ein Schrei von Peach weckt ihn auf, plötzlich wird das Hotel von Geistern heimgesucht. König Buuh taucht auf und verbannt Luigis Begleiter in Gemälden, die Einladung entpuppt sich als schreckliche Falle.

Trotz weicher Knie stellt sich Luigi mit seinem Geister-aufsaugendem Gerät an die Seite der Spieler und läuft jede Etage des seltsamen Hotels ab, um seine Freunde aus den Fängen von Sarah Schreck und König Buuh zu befreien. Der misslungene Urlaub präsentiert auf den Hotel-Etagen mittelalterliche Schlösser, Dinosaurier-Skelette und jede Menge Geister.

Wir testen Luigi’s Mansion 3 als Teil unserer Themenwelt zur Nintendo Switch . Neben Tests zur Switch (Testbericht) und Switch Lite (Testbericht) sind dort auch Artikel zu Animal Crossing: New Horizons (Testbericht) und Mario Kart Live (Testbericht) erschienen.

Auf insgesamt 15 Etagen bietet Luigi’s Mansion 3 eine Spielerfahrung, die je nach Spieltempo bis zu 15 Stunden andauern kann. Unterstützt wird Luigi dabei von Professor I. Gidd, den Nintendo-Fans vielleicht schon aus den vorherigen Luigi’s Mansion-Teilen kennen. Ihn haben wir den Schreckweg zu verdanken, ein Staubsauger-artiges Gerät, mit dem wir die Geister jagen. Außerdem haben Spieler im Laufe des Spiels die Möglichkeit, sich in seinem Labor drei Items zu kaufen: Der Goldknochen belebt Luigi während eines Bosskampfes einmalig wieder, der Buu Huu Finder zeichnet die Position der ebenfalls zu jagenden Buu Huus ein und mit dem Juwelenfinder wird die Position von einem der versteckten Juwelen ausfindig gemacht. Weder die Buu Huus noch die Juwelen müssen zwingend gefunden werden, sie fungieren als Sammelobjekte.

Die Items sind mit Gold bezahlbar. Da fast jede Interaktion mit Objekten im Hotel ein wenig Gold abwirft, mangelt es jedoch nie daran. Zusammen mit dem Fakt, dass wir mit dem besagten Gold nur drei unterschiedliche Items kaufen können, wirkt die Shop-Funktion etwas unterentwickelt. Auch der Goldknochen wird in den seltensten Fällen gebraucht.

Sämtliche Interaktionen mit der Spielwelt, egal ob Geister, Gegenstände oder Rätsel, basieren auf den Fähigkeiten unseres Schreckweg-Geräts. Ein Stroboblitz blendet Gegner und aktiviert Sensorschalter, Objekte können angesaugt und abgefeuert werden, die Düsterlampe offenbart unsichtbare Elemente und der Saugschuss ermöglicht es, Dinge mithilfe eines Seils anzusaugen und zu ziehen.

Die Fähigkeiten sind schnell erlernt und fühlen sich sehr intuitiv an. So ziemlich alles innerhalb des Hotels kann eingesaugt, umhergeschleudert oder zerstört werden. Selbst ohne Ziel vor Augen sorgt der Schreckweg aufgrund seines Designs damit für jede Menge spielerischen Spaß.

Im Grunde genommen ist der Ablauf für jede Etage gleich: Der Spieler erhält Zugang zu einer neuen Etage, überwindet durch Hindernisse in Form von Rätsel-Einlagen und stellt sich letztendlich in einem Bosskampf einem der vielen Boss-Geister. Diese werden in Arenen bekämpft und erfordern weitaus mehr Strategie, als man es auf den ersten Blick vermuten mag. Das Design und die Fähigkeiten der Geister passen sich den Thematiken der Etage an und sorgen so stets für interessante Szenarien.

In der zweiten Etage erwartet Luigi beispielsweise ein Chefkoch-Geist, der mit seiner Pfanne den Stroboblitz abwehren kann und Spieler gerne mit Fischen abwirft. Um ihn erfolgreich zu blenden und im Anschluss mit dem Schreckweg einsaugen zu können, müssen die Fische im richtigen Moment auf den Chefkoch geworfen werden. Etage für Etage fordert Nintendo die Spieler heraus, alle erlernten Fähigkeiten einzusetzen und sich den individuellen Stärken und Schwächen der Gegner anzupassen. Dabei sind die Kämpfe jedoch niemals übermäßig schwer oder kompliziert und passen sich dem eher ungezwungenen Stil des restlichen Spiels an. Es geht niemals um eine harte Herausforderung, sondern darum, dass die Spieler Spaß haben. Mit einem Set von Restriktionen und interessanten Fähigkeiten, bietet Nintendo Gameplay-Elemente, die vielseitig eingesetzt werden können und vor allem sehr unterhaltsam sind. Mit den Fähigkeiten des Schreckwegs trifft Nintendo genau die richtige Balance aus Komplexität und leicht verständlichem Design.

I. Gidd hat mit seinem Schreckweg also ganze Arbeit geleistet. Doch für Luigi’s dritten Ausflug der Spielereihe, hat sich der Professor auch etwas völlig Neues einfallen lassen. Dabei handelt es sich um Fluigi, einen glibberigen Klon von Luigi, der bei Bedarf aktiviert werden kann. Sobald Fluigi aktiviert wurde, können Spieler beim Drücken des rechten Analogsticks zwischen den beiden Charakteren wechseln. Der Clou: Da Fluigi aus Schleim besteht, kann er sich durch Gitterstäbe, gefährliche Fallen sowie kleine Rohre quetschen. Beim Kontakt mit Wasser löst sich der allerdings Klon auf.

Fluigui steht vor allem für die Rätsel-Komponenten des Spiels, die neben der Geisterjagd ebenfalls einen großen Teil des Spiels ausmachen. Denn auch wenn wir zum Geisterjagen dort sind, müssen wir zum Erreichen dieser oftmals knifflige Rätsel lösen.

So muss sich Fluigi durch ein Gitter durchquetschen und mit seinem Schreckweg ein Seil ansaugen, damit sich ein Tor öffnet und Luigi den Bereich betreten kann. In einer anderen Situation muss der Spieler mit Fluigi ein Objekt ansaugen, schnell zu Luigi wechseln und das Objekt ebenfalls ansaugen, damit die kombinierte Kraft der beiden das gewünschte Resultat auslöst. Der Wechsel gestaltet sich blitzschnell, mit Fluigi als Neuzugang im Luigi’s Mansion-Universum, wird das Gameplay sinnvoll erweitert und lässt Spieler beim Geister jagen nicht nur ihren Schreckweg, sondern auch den Kopf einsetzen.

Die Einführung von Fluigi sorgt außerdem dafür, dass Luigi’s Mansion 3 im lokalen Koop gespielt werden kann. Dabei erhalten beide Spieler jeweils einen der Joy-Con-Controller und übernehmen die Rolle von Luigi und Fluigi als Team. In Sachen Mehrspieler-Erfahrung bieten der Wirrwarturm, sowie der Polterpark für ein wenig Abwechslung. Der Wirrwarrturm kann mit bis zu sieben Spielern gleichzeitig lokal oder über das Internet im Koop gespielt werden. Dabei müssen Spieler zusammenarbeiten, um die Etagen des Hotels so schnell wie möglich abzuarbeiten.

Der Polterpark erinnert in seiner Funktion an Mario-Party-Spiele, denn hierbei können ebenfalls bis zu sieben Spieler (in Zweierteams) auf nur einer Switch-Konsole in drei kleinen Minispielen gegeneinander antreten. Bei der Geisterjagd müssen so viele Geister wie möglich innerhalb des Zeitlimits aufgesagt werden, bei der Kanonade gewinnt das Team mit den meisten zerstörten Zielen und die Pool-Münzjagd lässt Spieler nach Münzen fischen.

Das Schreckweg-Gerät sowie die Einführung von Fluigi wären nur halb so erfolgreich ohne das fabelhafte Level-Design der einzelnen Etagen, die ein jeweils in sich geschlossenes Level präsentieren. Das verhindert, dass sich der gleichbleibende Spielverlauf auf Dauer repetitiv anfühlt. Dank der einzigartigen Designs gibt es visuell viel zu bestaunen und man erlebt vielseitige Gameplay-Abläufe.

Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben, jede Etage mit einer eigenständigen Thematiken individuell zu gestalten. Die sechste Etage hält beispielsweise ein mittelalterliches Spukschloss mit klappernden Rüstungen bereit, die zehnte Etage präsentiert eine Pyramide samt Mumien und das Ökohaus auf der siebten Etage präsentiert ein Dschungel-ähnliches Design. Jedes Mal beim Öffnen des Fahrstuhls gibt es etwas Neues zu entdecken, kein Anblick gleicht der Etage zuvor. Auch spielerisch werden die Konzepte unterschiedlich umgesetzt. Das Spukschloss präsentiert zum Beispiel viele Rätsel-Einlagen, während sich andere Etagen eher auf den Bosskampf oder andere Elemente konzentrieren.

Es ist offensichtlich, dass in Luigi’s Mansion 3 viel Herzblut steckt. Die Liebe zum Detail sind in jeder Etage des Hotels spürbar und sorgen durchgängig für viel Unterhaltung. Nintendo weiß, wo die Stärken der Spielereihe liegen und sorgt mit dem Schreckweg sowie Fluigi als Neuzugang für viel Spaß und schicke Rätsel. Tatsächlich gibt es kaum negative Aspekte während der Testzeit zu erwähnen. Neben dem Mangel an Items ist lediglich die räumliche Orientierung mit den Joy-Cons manchmal ein Grund für Frustration. Das Anvisieren und Treffen von Objekten und Gegnern wird durch die schwammige Steuerung besonders in actionreichen Momenten unnötig kompliziert. Das Problem ist jedoch überschaubar und man gewöhnt sich daran.

Mit einem Baukasten von Fähigkeiten stellen sich Spieler den Geistern, lösen Rätsel und sammeln zusätzliche Sammelobjekte wie Juwelen ein. Wenn ein Spiel es schafft, die Gameplay-Elemente auch fernab der Ziele spaßig zu gestalten, dann haben die Entwickler etwas richtig gemacht. Wer knallharte Rätsel und Bosskämpfe à la Dark Souls sucht, der ist mit Luigi’s Mansion 3 ganz offensichtlich nicht gut bedient. Spieler, die nach einem unterhaltsamen Spiel mit viel Liebe zum Detail und ausgeklügeltem Gameplay suchen, den ist ein Kauf von Luigi’s Mansion 3 sehr zu empfehlen.

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