Lenovo Yoga Tab 11 im Test: Tablet für Filme mit Dolby Atmos

Lenovo Yoga Tab 11
Pro und Contra
  • praktischer Standfuß
  • toller Sound mit Dolby Atmos
  • ordentliche Performance 
  • Schwächen beim Display
  • hohes Gewicht
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Die besten Powerbanks: Fünf mobile Akkus für unter 10 Euro im Test

Die besten Powerbanks: Fünf mobile Akkus für unter 10 Euro im Test

Ferngesteuerte Crawler: Robuste RC-Geländeautos ab 30 Euro

Ferngesteuerte Crawler ab 30 Euro: Jetzt herrscht Ende Gelände

Blackout-Gefahr Heizlüfter: Split-Klimaanlagen, Infrarotheizungen & Co. als Alternativen

Blackout-Gefahr Heizlüfter: Split-Klimaanlagen, Infrarotheizungen & Co. als Alternativen

Ratgeber perfektes Homeoffice: Maus, Tastatur, Hubs & Co

Perfektes Homeoffice für jedes Budget: Tastaturen, Screenbars, höhenverstellbare Tische & Co.

Mit Dolby Atmos und einem integrierten Aufsteller bietet das Lenovo Yoga Tab 11 ab 350 Euro tolle Features für die Unterhaltung auf der Couch. Was das Media-Tablet kann, zeigt unser Test.

Das Lenovo Yoga Tab 11 ist der Nachfolger des Lenovo Yoga Smart Tab (Testbericht). Es setzt auf eine ähnliche Bauform mit einem gewölbten Knubbelgriff am unteren Ende samt integriertem Standfuß und großen Lautsprechern. Das Mittelklasse-Tablet ist in erster Linie zum Medienkonsum gedacht. Dazu bietet es unter anderem Dolby Atmos. Wir haben das Lenovo Yoga Tab 11 getestet und zeigen, wie gut es sich beim Binge-Watching sowie im Alltag schlägt.

Weitere Tablets dieser Art finden sich in unserer Bestenliste Streaming: Die besten Tablets für Netflix und Co. ab 100 Euro.

Lenovo setzt beim Yoga Tab 11 auf hochwertige Materialien aus Metall und Textilien sowie eine ausgezeichnete Verarbeitung, die dem Gerät eine äußerst edle Optik verleiht. Der obere Teil der Rückseite ist mit einem angenehm weichen, grau melierten Stoff bespannt. Die Tasten für Lautstärke und der Powerknopf bieten einen festen Druckpunkt. Spaltmaße sind praktisch keine zu erkennen.

Design und Bauform folgen dem von anderen Yoga-Tablets her bekannten Prinzip mit einem runden, knubbelförmigen Griff am unteren Ende. Dort befindet sich auf der Vorderseite ein Lautsprecher, auf der Rückseite ist ein Bügel aus Metall als Aufsteller integriert. Diesen bewegen Nutzer um bis zu 180 Grad, bis das Tablet sich in gewünschter Position befindet. Dieses Feature ist sehr praktisch, wenn man das Yoga Tab 11 zum Videokonsum nutzen möchte. Damit können Besitzer auf einen separaten Aufsteller für Tablets (Ratgeber) verzichten. Der Ständer bewegt sich schwergängig genug und sorgt so für einen soliden Stand des Tablets auf einer ebenen Fläche wie einem Couchtisch. Die USB-C-Buchse für das Netzteil befindet sich auf der rechten Seite im Knubbelgriff.

Das 11-Zoll-Tablet hat Abmessungen von 257 x 169 x 8,3 Millimeter, was in etwa dem Lenovo Tab P11 (Testbericht) entspricht. Der Knubbel selbst ist wesentlich dicker mit einer Breite von etwa 22 Millimetern. Aufgrund dieser Bauweise bringt das Mittelklasse-Tablet ordentlich Gewicht auf die Waage: stolze 650 Gramm. Damit wiegt es etwa 150 Gramm mehr als das Tab P11 oder iPad der 9. Generation. Die Zertifizierung nach IP52 sorgt zumindest für einen Minimalschutz vor leichtem Spritzwasser.

Das Display des Yoga Tab 11 nutzt LCD-Technologie mit einem IPS-Panel und 60 Hertz Bildwiederholfrequenz. Mit einer Diagonale von 11 Zoll bietet das Gerät eine größere Displayfläche als das iPad oder viele Android-Tablets mit 10-Zoll-Bildschirm, was sich positiv auf den Medienkonsum auswirkt. Die Auflösung beläuft sich auf 2000 x 1200 Pixel. Das entspricht eine Pixeldichte von etwa 212 ppi (Pixel pro Zoll). Damit kann es bei der Bildschärfe nicht ganz mit dem Apple iPad oder iPad Air 4 (Testbericht) mit 264 ppi mithalten. Im Alltag fallen beim Yoga Tab 11 dennoch keine störenden Pixel auf, da man ein Tablet in der Regel nicht so nah vor das Gesicht hält wie ein Smartphone.

Das Display bietet gute Bildqualität, allerdings könnten die Kontraste und Sättigung höher ausfallen. In Verbindung mit den unterkühlten Farben ergibt das häufig einen auffälligen Weißstich bei Videoclips. Deutlich besser ist hier zum Vergleich das OLED-Display des Lenovo Tab P11 Pro (Testbericht). Die Blickwinkelstabilität ist aber auch beim Tab 11 aus allen Perspektiven gegeben. Man erkennt das Bild gut, egal von welchem Winkel aus man auf das Tablet blickt.

Die maximale Helligkeit des Displays liegt bei knapp über 400 cd/m². Damit lässt sich das Display im Freien noch halbwegs vernünftig nutzen, solange nicht die Sonne direkt darauf scheint. Starkes Spiegeln sorgt dann dafür, dass das Tablet nur schwer abzulesen ist. Das Lenovo Yoga Tab 11 verfügt über ein Zertifikat für Widevine Level 1. Ein wichtiges Feature, um Inhalte aus Netflix, Amazon Prime Video oder Disney Plus in 1080p wiederzugeben.

Die wenigsten dürften mit einem Mittelklasse-Tablet auf eine Foto-Tour gehen. Die Hauptkamera verfügt über einen Time of Flight Sensor (ToF) und bietet eine Auflösung von 8 Megapixel. Bei Tageslicht gelingen damit akzeptable Schnappschüsse mit ausreichend Bilddetails, die etwa auf dem Niveau eines Smartphones bis 150 Euro (Ratgeber) liegen. Bei Dunkelheit sind die Aufnahmen aber so gut wie gar nicht zu gebrauchen.

Die Frontkamera dürfte bei Videochats mit der Familie, Freunden oder Kollegen häufiger zum Einsatz kommen. Diese bietet ebenfalls 8 Megapixel und liefert brauchbare Ergebnisse. Der Bokeh-Effekt bei Selfies klappt etwa ohne Bildfehler um das Profil.

Als Antrieb dient beim Lenovo Yoga Tab 11 der Mittelklasse-Prozessor Mediatek Helio G90T mit zwei A76- und sechs Cortex-A55-Kernen. Beim Benchmark-Test von PCmark erreichten wir damit etwa 8100 Punkte. Das ist ein ordentlicher Wert und liegt in etwa auf dem Niveau des Lenovo Tab P11 Pro (Testbericht). Dabei entspricht es in etwa der Leistungsfähigkeit eines Mittelklasse-Handys wie dem Sony Xperia 10 III (Testbericht). Die integrierte GPU Mali-G76 MC4 sorgt beim Benchmark-Test „Wild Life“ von 3Dmark für rund 1200 Punkte. Deutlich leistungsstärker in dieser Preisklasse ist das Huawei MatePad 11 (Testbericht), das aber dafür auf Google-Dienste verzichten muss.

Für Aufgaben des Alltags reicht die Leistung aus und sorgt für eins stabiles System. Spiele wie Asphalt 9 sind bei mittleren Details ebenfalls flüssig zu nutzen. Unser Testgerät verfügt über 8 GByte RAM, es gibt zudem eine günstigere Variante mit 4 GByte RAM. Als internen Speicher gibt es 128 GByte und 256 GByte. Eine Erweiterung über eine Micro-SD-Karte ist bis 1 TByte möglich.

In Sachen drahtlose Netzwerke unterstützt das Lenovo Yoga Tab 11 nur maximal Wifi-5, hier wäre der Support von Wifi-6 schön gewesen, zumal viele das Gerät zum Streaming von Serien nutzen dürften. LTE bietet nur das teurere Spitzenmodell. Die Unterstützung von Bluetooth ist auf dem Stand von Version 5.0, darin sind zudem aptX-Codecs integriert, die eine verzögerungsfreie Wiedergabe über kabellose Kopfhörer ermöglichen. Das ist für Media-Tablets äußerst nützlich. Einen Klinkenstecker für Kopfhörer gibt es leider nicht. Der USB-C-Anschluss ist nur auf dem langsameren Standard USB 2.0. Das macht sich bemerkbar, wenn man größere Datenmengen vom oder auf das Tablet kopieren will.

Sehr positiv aufgefallen sind die Lautsprecher des Yoga Tab 11, sie bieten Dolby Atmos. Bei Inhalten, die diesen Standard unterstützen, sorgt das für eine ausgeprägten und beeindruckenden Raumklang. Die Klangqualität der Lautsprecher ist ebenfalls ausgezeichnet, selbst bei höheren Lautstärken übersteuern diese nicht.

NFC bietet das Yoga Tab 11 nicht, GPS gibt es nur beim LTE-Modell des Tablets. Einen Fingerabdrucksensor findet man ebenfalls nicht. Die Frontkamera bietet zum Entsperren die Option der Gesichtserkennung. Leider funktioniert diese nur unzuverlässig und ist aufgrund der 2D-Technologie auch anfällig für Betrugsversuche. Hier empfiehlt sich eher die Nutzung einer PIN.

Als Betriebssystem kommt Android 11 zum Einsatz. Lenovo verzichtet hier auf übermäßige Anpassungen. Passend zu einem Media-Tablet ist der „Entertainment Space“ von Google integriert. Dort sind Unterhaltungs-Apps zentral zusammengefasst. Wischt man ganz nach rechts, wo sich sonst die Google-News-Übersicht findet, gelangt man zum Entertainment Space. Zusätzlich befindet sich links oben ein Button, um den Dienst aufzurufen. Der Sicherheitspatch stammt noch von April und ist somit leider veraltet.

Der Akku bietet eine Kapazität von 7500 mAh. Beim Batterie-Test von PCmark lief das Tablet damit über 10 Stunden, bis es einen Akkustand von unter 20 Prozent erreicht hat. Das ist ein ordentlicher Wert, auch wenn es nicht an die von Lenovo versprochenen 15 Stunden heranreicht. Ein iPad Air 4 (Testbericht) hält auch nicht länger durch. In dieser Disziplin erweist sich das Lenovo Tab P11 (Testbericht) mit über 11 Stunden als etwas standhafter.

Das beigelegte Netzteil leistet maximal 20 Watt und lädt das Lenovo Yoga Tab 11 in etwa 2 Stunde auf, was für ein Tablet mit einem Akku in dieser Größe flott ist. Kabelloses Laden bietet das Gerät nicht.

Die UVP für das Lenovo Yoga Tab 11 mit 256 GByte Speicher und 8 GByte RAM liegt bei 399 Euro. Die günstigsten Angebote für diese Ausführung betragen 370 Euro bei Saturn, Mediamarkt und Cool Blue. Für 350 Euro gibt es zudem eine abgespeckte Variante mit 4 GByte RAM und 128 GByte Speicher. Die LTE-Ausführung kostet etwa 480 Euro.

Das Lenovo Yoga Tab 11 ist ein sehr schickes, gut verarbeitetes und elegantes Tablet, das in erste Linie für den Medienkonsum gedacht ist. Sehr praktisch ist der integrierte Standfuß. Die Lautsprecher mit Dolby Atmos überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie. Akkulaufzeit und Performance sind ordentlich.

Leider konnte uns das Display bei den Kontrasten und der Sättigung nicht wirklich überzeugen – das ist schade bei einem Tablet, das für Streaming gedacht ist. Weiterer Kritikpunkt: Die Gesichtserkennung ist sehr unzuverlässig und damit ein echtes Ärgernis im Alltag.

Insgesamt erscheint uns der Preis für das Gebotene ein wenig hoch, mit der Zeit dürfte dieser aber sinken. Für das gleiche Geld bekommt man bereits ein Apple iPad 9 mit 64 GByte, das ein besseres Display hat. Deutlich günstiger und mit einem ähnlichen Display ausgestattet, dafür aber ohne Raumklang oder Ständer, ist das Lenovo Tab P11 (Testbericht). Einen besseren Bildschirm mit OLED-Technologie bietet zudem das Lenovo Tab P11 Pro (Testbericht).

Noch mehr Geräte zum Binge-Watching zeigen wir im Ratgeber Netflix & Co.: Tablets und Chromebooks fürs Streaming ab 120 Euro. Weitere Tablets zeigen wir in der Übersicht iPad, Galaxy Tab & Co.: Die besten Tablets von Mittelklasse bis High-End.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.