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Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga
Pro und Contra
  • helles und scharfes Display
  • Top-Verarbeitung
  • gelungener Convertible-Modus
  • sehr teuer
  • wenig Anschlussmöglichkeiten  
  • ungewöhnliches Display-Format
  • 4.0

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Das Thinkpad X1 Titanium Yoga ist die Convertible-Version der Business-Reihe von Lenovo. Wir testen das sehr dünne Thinkpad und zeigen, wie es sich im Einsatz schlägt.

Die Thinkpad-Reihe von Lenovo hat sich bereits zu Zeiten von IBM einen Namen gemacht für robuste High-End-Laptops für den Business-Einsatz. Das Label „Yoga“ wiederum steht für besonders vielseitige und mobile Rechner – also Convertibles, Laptops mit Touchscreen und Tablets. Mit dem Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga bringt das chinesische Unternehmen das Beste aus zwei Welten zusammen: Einen kompakte Convertible-Version des Lenovo Thinkpad X1 Carbon.

Wir haben uns das Gerät näher angesehen, um herauszufinden, wie gut es sich als mobile Arbeitsmaschine für das Homeoffice und für unterwegs eignet. Der Test gehört in unsere Themenwelt Convertible. Einen Überblick über verschiedene PCs mit Touchscreen bieten wir zudem in dem Ratgeber Ultrabook vs. Convertible: Das darf ein Touch-Laptop kosten.

Schon auf den ersten Blick erkennt man, dass man hier ein Gerät der Thinkpad-Reihe vor sich hat. Eines der Markenzeichen ist der Trackpoint in der Tastatur – ein roter Knubbel aus Gummi – der neben dem Touchpad zur Steuerung des Cursors dient. Dieses kommt seit dem ersten Thinkpad 700T von 1992 zum Einsatz. Etwas ungewöhnlich ist die Farbe des Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga. Er ist silbergrau und nicht mattschwarz, wie es für Thinkpad-Geräte eigentlich üblich ist. Damit fällt der Convertible ein wenig aus der Reihe der Modellfamilie.

Wie schon das Thinkpad X1 Carbon zeichnet sich das Thinkpad X1 Titanium Yoga durch kompakte Maße und ein leichtes Gewicht aus. Mit einer Dicke von 1,2 Zentimetern ist es das bisher dünnste Mitglied der Thinkpad-Familie. Das Gewicht fällt mit 1,2 Kilogramm ähnlich aus wie beim Carbon-Modell von Lenovo. Damit ist es etwas schwerer als das Ultrabook Acer Swift 5 (Testbericht) und in etwa so leicht wie das Microsoft Surface Pro 7+ (Testbericht) in Verbindung mit dem Touchcover oder das Macbook Air von Apple. Die Maße von 30 x 23 Zentimetern ähneln stark dem Macbook Air – allerdings ist es deutlich höher und überragt dieses um etwa 2 Zentimeter. Damit es etwas breiter als ein Blatt Papier in DIN A4. Das ist dem Bildschirm im ungewöhnlichen 3:2-Format geschuldet.

So wie man es von einem Gerät aus der Thinkpad-Familie gewohnt ist, macht die Verbreitung einen tadellosen und stabilen Eindruck. Nichts wackelt am Gehäuse, alles sitzt fest. Die Tastatur bietet einen hervorragenden Druckpunkt, das Scharnier der Anzeige ist schwergängig genug, um in jeder Position stabil in der gewünschten Position zu verharren. Der Bildschirm lässt sich komplett auf die andere Seite des Geräts klappen. Das Gerät stellt man dann auf der Tastatur ab. Damit wandeln Nutzer das Thinkpad X1 Titanium Yoga von einem flachen Ultrabook zu einem vollwertigen Convertible mit Touchscreen.

Unterhalb der Tastatur befindet sich das Touchpad mit 3 Tasten – das parallel zum Trackpoint für die Bedingung zuständig ist. Jeweils auf der Rückseite des Bildschirmes wie auch auf dem Gehäuse recht unterhalb der Tastatur befindet sich das Logo mit dem Schriftzug Thinkpad X1. Der i-Punkt leuchtet auf der Display-Rückseite dabei in Rot.

Die Auswahl der Materialien unterstreicht den edlen Charakter des Convertibles und sorgt gleichzeitig für das leichte Gewicht. Die Displayabdeckung besteht aus einer Titan-Kohlefaser-Kombination und das untere Gehäuse aus einem Magnesium-Aluminium-Verbund. Das Gehäuse hinterlässt einen stabilen Eindruck, zudem ist die Tastatur spritzwassergeschützt, eine IP-Zertifizierung gibt Lenovo hier nicht an.

Als Antrieb dient dem Thinkpad X1 Titanium Yoga ein Intel Core i7-1160G7 der Tiger-Lake-Reihe mit vier Kernen, die bis zu 4,4 GHz leisten. Eine dedizierte Grafikkarte gibt es nicht, dafür eine integrierte GPU mit der Iris Xe Graphics G7. Die Ausstattung verspricht auf den ersten Blick eine gute Performance für Arbeit – für Gaming ist das Gerät nicht ausgelegt. Der Lüfter arbeitet angenehm leise, springt aber schnell an, wenn die CPU gefordert wird.

Die Leistung des Thinkpad X1 Titanium Yoga haben wir wie gewohnt mit dem Benchmark-Test PCmark 10 gemessen. Das Ergebnis ist ein wenig ernüchternd. Zwar kommt das Gerät mit über 4450 Punkten auf einen starken Wert. Von dem Core i7 hätten wir aber mehr erwartet. So schneidet der Acer Swift 5 (Testbericht) sogar ein wenig besser ab in dem Test – trotz des nominell schwächerem Intel Core i5. Allerdings bietet das Swift 5 nur eine Full-HD-Auflösung, während das X1 Titanium Yoga standardmäßig mit WQHD arbeitet. Alles in allem sorgt Gerät für eine mehr als ausreichende Leistung für Business-Anwendungen – im Bereich „Produktivität“ schnitt das Gerät bei PCmark 10 stark ab. Für aufwendige Videobearbeitung und 3D-Grafiken ist das Gerät weniger geeignet.

Beim Benchmark-Test „Time Spy“ von 3D Mark erreichten wir einen Wert von knapp 1360 Punkten. Zum Vergleich: Ein Desktop-PC mit einer Geforce GTX 1660 erreicht bei dem Test gut 6000 Punkte. Für aufwendige Spieltitel ist das zu wenig, an etwas ältere Games kann man sich mit dem Convertible aber heranwagen. Die Wiedergabe von hochauflösenden Videoclips klappt dank der iGPU von Intel tadellos, ohne dass der Lüfter gleich anspringt.

Für genügend Speicher sorgt eine 512 GB große PCIe-SSD. Der Arbeitsspeicher beträgt 16 GByte LPDDR4x-RAM. Was die Anschlüsse angeht, sieht es leider sehr mau aus beim Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga. Es gibt lediglich zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse im USB-Type-C-Format. Einer davon wird bereits vom Netzteil belegt, das bedeutet es bleibt nur ein freier USB-C-Slot frei. Auch wenn das Gehäuse so dünn ist, mehr Anschlüsse hätten es schon sein können. Immerhin gibt es noch eine 3,5-Millimeter-Klinke für Kopfhörer und Mikrofon – das war es schon. Ohne einen Hub mit weiteren Adaptern kommt man mit dem Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga nicht gut aus.

Besser sieht es bei der kabellosen Konnektivität aus. Das Gerät bietet Unterstützung für Wifi-6 sowie Bluetooth 5.2. Für eine mobile Internetverbindung ist zudem LTE über eine Nano-Sim möglich. Eine Frontkamera für Videochats mit integrierter IR-Gesichtserkennung ist ebenfalls vorhanden, bietet aber nur eine HD-Auflösung von 720p. Daneben gibt es einen Fingerabdrucksensor, der flott und genau arbeitet und sich in einer separaten Fläche rechts oberhalb der Tastatur befindet.

Die Stereolautsprecher des Thinkpad X1 Titanium Yoga bieten einen guten Sound und unterstützen Dolby Atmos. Für die Musikwiedergabe ist das aufgrund fehlender Tiefen nur bedingt geeignet, aber eine gute Option, um einen Film anzusehen. Dank der kompakten Ausmaße macht das Gerät im Tablet-Modus zur Medienwiedergabe im Bett oder auf der Couch Spaß. Lediglich das Bildformat von 3:2 ist nicht ideal für den Serien- und Filmkonsum, da die Inhalte meistens für 16:9 oder teilweise 21:9 optimiert sind. Dadurch bleiben oben und unten kleine schwarze Ränder auf dem Bildschirm.

Das Touch-Display des ThinkPad X1 Titanium Yoga löst mit 2256 x 1504 Pixeln (WQHD+) auf und misst in der Diagonale 13,5 Zoll. Das 3:2-Format ist recht ungewöhnlich, die meisten Laptops und Tablets setzen weiter auf 16:9. Ähnlich handhabt das Microsoft mit dem Surface Laptop. Das sorgt für einen besonders hohen Bildschirm. Klappt man den Bildschirm auf die andere Seite um, bekommt man ein leistungsstarkes Convertible mit Windows 10.

Die hohe Auflösung sorgt für eine ordentliche Bildschärfe. Farben wirken kräftig und Kontraste ausgewogen. Die Touch-Eingabe reagiert zudem sehr präzise auf Eingaben. Die Bildschirmhelligkeit ist ebenfalls erfreulich und liefert einen maximalen Wert von 450 Nits – das ist für einen Laptop/Convertible ein ziemlich guter Wert. Dadurch ist der Bildschirm auch im Freien bei Sonnenlicht noch gut lesbar.

Zur Stromversorgung nutzt das Thinkpad X1 Titanium Yoga einen festverbauten 44,5-Wh-Akku. Das ist vergleichsweise wenig – so befindet sich im Lenovo Thinkpad X1 Carbon sowie Acer Swift 5 ein Akku mit knapp 57 Wh. Lenovo gibt trotzdem eine sehr üppige Laufzeit mit über 16 Stunden an. Im Batterietest von PCmark 10 konnten wir den Wert jedoch nicht ansatzweise erreichen. Im simulierten Arbeitsbetrieb kamen wir auf knapp 8 Stunden. Das schaffen das Acer Swift 5 und das Microsoft Surface Pro 7+ auch. Unter starker Auslastung wie beim Gaming kommt das Thinkpad X1 Titanium Yoga auf knapp 3 Stunden – das ist ein guter Wert.

Einen eigenen Steckplatz für das Ladegerät gibt es nicht. Zum Laden dient einer der beiden USB-C-Anschlüsse und ein Netzteil mit 65 Watt. Vollständig aufgeladen ist das Thinkpad X1 Titanium Yoga in knapp 2 Stunden.

Das Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga ist nicht gerade preiswert. Die von uns getestete Variante mit Core i7 und LTE kostet stolze 2600 Euro. Für eine Variante mit 1TByte Festplatte sind fast 3000 Euro fällig. Die Version mit Core i5 liegt immer noch über 2500 Euro und ist derzeit nicht lieferbar.

Als Zubehör bieten sich für das Lenovo Thinkpad X1 Titanium zumindest ein Hub oder gleich eine Dockingstation an, wenn das Gerät stationär an einem Schreibtisch mit einem Bildschirm genutzt wird.

Das Lenovo Thinkpad X1 Titanium Yoga ist ein gelungener Convertible, das den Anforderungen eines Business-PCs gewachsen ist. Das Gerät ist zudem sehr dünn. Die Einsatzmöglichkeit als Convertible und die Unterstützung von LTE macht es zudem zu einem leistungsfähigen und sehr hochwertigen sowie robusten mobilen Begleiter. Allerdings offenbart das Gerät auch einige Schwächen. Es setzt weder bei der Leistung noch bei der Akkulaufzeit besondere Maßstäbe. Bei dem hohen Preis ist das einfach zu wenig.

Wer auf eine Convertible-Funktion verzichten kann, findet im Acer Swift 5 (Testbericht) einen ebenfalls kompakten und leichten Laptop mit Touchscreen zum halben Preis. Wer noch mehr Wert auf Mobilität legt, sollte einen Blick auf das Microsoft Surface Pro 7+ (Testbericht) werfen. Weitere Alternativen zeigen wir in unserem Ratgeber zu Ultrabook vs. Convertible: Das darf ein Touch-Laptop kosten.

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