Lenovo Tab P12 Pro im Test: iPad-Pro-Alternative mit OLED und Stift

Lenovo Tab P12 Pro
Pro und Contra
  • tolles OLED-Display
  • starke Perfomance
  • ausgezeichnete Verarbeitung
  • nur Android 11 zum Testzeitpunkt
  • Akkulaufzeit könnte besser sein
  • teuer
  • 4.5

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Mit dem Tab P12 Pro wagt Lenovo den Angriff auf Top-Tablets wie Samsung Galaxy Tab S8 oder Apple iPad Pro. Wie gut Display und Ausstattung sind, zeigt der Test.

Das Lenovo Tab P12 Pro ist das bisher beste Tablet von Lenovo. Der Nachfolger des Lenovo Tab P11 Pro (Testbericht) ist gewachsen und bietet jetzt ein 12,6-Zoll-Display mit OLED-Technologie und einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz. Bei der Wahl des Prozessors hat Lenovo deutlich nachgebessert, ein Stift gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Wie gut das Tablet ist und wie es sich gegen das Apple iPad Pro 12.9 (Testbericht), das Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht), Samsung Galaxy Tab S8+ sowie Samsung Galaxy Tab S8 Ultra (Testbericht) schlägt, verrät unser Test.

Das Lenovo Tab P12 Pro macht mit seiner dunkelgrauen Metallic-Lackierung gleich auf den ersten Blick einen äußerst hochwertigen und seriösen Eindruck. Das Gehäuse ist komplett aus Aluminium und wirkt stabil und verwindungssteif. Die Verarbeitung ist tadellos, so stören weder Spaltmaße noch wackelige Komponenten. Der Power-Button sitzt links eben auf der kurzen Seite, darin integriert ist der Fingerabdrucksensor. Für die Lautstärke kommen zwei Tasten auf der langen Oberkante zum Einsatz mit festem Druckpunkt. Einen Schutz vor Flüssigkeiten nach IP bietet das Tab 12 Pro allerdings nicht, diesen besitzt aber nahezu kein Tablet abgesehen vom Samsung Galaxy Tab Active 3 (Testbericht).

Das Kameraelement mit zwei Linsen und LED-Blitz auf der Rückseite befindet sich in einer glänzend schwarzen ovalen Erhebung, die nur minimal hervorragt. Typisch für Lenovo-Tablets: Das obere Drittel der Rückseite ist optisch mit einer matten Lackierung hervorgehoben, während der Rest in seidenmatt erstrahlt. Fingerabdrücke sind so gut wie gar nicht sichtbar auf der Rückseite. Die Webcam vorn ist mittig oben im schmalen Rahmen rund ums Display untergebracht.

Das Seitenverhältnis des Tablets liegt bei 16:10. Das breite Format bietet Vorteile beim Ansehen von Filmen und Serien über Streaming-Anbieter (Ratgeber), da hier fast die volle Bildschirmbreite ohne störende schwarze Balken zur Verfügung steht. Der Nachteil: Hochkant ist das Tablet sehr lang gezogen, was die Nutzung in dieser Position weniger komfortabel macht.

Das Lenovo Tab P12 Pro ist mit einer Bautiefe von 5,6 mm äußerst dünn, fast so schlank wie das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra (Testbericht). Damit liegt es sehr angenehm in der Hand. Die übrigen Ausmaße betragen 285,6 x 184,5 mm, was in etwa dem Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) entspricht und normal ist bei 12,6-Zoll-Tablets mit 16:10. Dem Nutzer stehen so deutlich mehr Display-Fläche zur Verfügung als bei einem 10 oder 11-Zoll-Gerät. Allerdings wird es dann herausfordernd, das Tablet bei einem Gewicht von 565 g nur mit einer Hand zu halten. Verglichen mit anderen großen Tablets ist das aber noch vergleichsweise leicht. Das Galaxy Tab S7 FE wiegt zum Beispiel mehr als 600 g.

Das Display setzt auf OLED-Technologie und löst bei einer Diagonale von 12,6 Zoll mit 2560 x 1600 Pixel (WQHD) auf. Damit erreicht es eine Pixeldichte von 240 ppi, was verglichen mit einem Smartphone zunächst nach wenig klingt. Ein Tablet hält man allerdings in der Regel weiter weg vom Auge entfernt als ein Handy. Beim Test macht das Display des Tab P12 Pro einen scharfen Eindruck ohne sichtbare Pixel. Das Apple iPad Pro 12.9 (Testbericht) und Samsung Galaxy Tab S8+ erreichen mit 265 ppi etwas mehr.

Der Bildschirm bietet eine ausgezeichnete Bildqualität und reagiert schnell und präzise auf Touch-Eingaben. Die Blickwinkelstabilität ist aus allen Perspektiven gegeben. Dieser unterstützt Dolby Vision und HDR10, für ausreichend Schutz sorgt das Corning Gorilla Glass 5. Das OLED-Panel zaubert satte Kontraste und Schwarzwerte so tief wie die Nacht auf das Tablet. Die Farben sind dabei stark ausgeprägt und kräftig, aber wirken dennoch natürlich. Die Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz sorgt für eine lebendige und geschmeidiges Bild, insbesondere bei Spielen oder beim Scrollen.

Absolut überzeugend ist zudem die Display-Helligkeit. Im manuellen Modus messen wir 425 cd/m², bei automatischer Helligkeitsanpassung schnellt das Panel auf über 615 cd/m² hoch – das ist für ein Tablet hervorragend. Das liegt auf Augenhöhe mit dem Apple iPad Pro 12.9 (Testbericht). Noch heller erstrahlt mit bis zu 850 cd/m² nur das Display beim Samsung Galaxy Tab S8 Ultra (Testbericht). Das Lenovo Tab P12 Pro bleibt im Freien mit dieser Helligkeit gut ablesbar. Scheint die Sonne aber direkt aufs Display wird es etwas schwierig mit der Ablesbarkeit – das ist jedoch auch bei der Konkurrenz kaum anders.

Muss ein Tablet eine gute Kamera haben? Für klassische Fotos sind die Geräte zu unhandlich. Allerdings bietet sich eine Kamera dazu an, um etwa Dokumente abzufotografieren als Ersatz für einen Scanner. Die Frontkamera wiederum ist wichtig, um mit dem Tablet Videogespräche über Zoom, Teams oder Skype zu führen.

Die Ausstattung bei der Kamera ist ordentlich. Als Hauptkamera kommen zwei Linsen zum Einsatz: 13 Megapixel sowie 5 Megapixel für Ultraweitwinkelaufnahmen. Dazu kommt ein LED-Blitz. Einen Bildstabilisator gibt es wenig überraschend nicht. Die vordere Kamera für Selfies löst mit 8 Megapixel auf. Damit entspricht die Kameraausstattung in etwa einem Smartphone bis 200 Euro (Bestenliste).

Mit der Hauptkamera gelingen bei guten Lichtverhältnissen ordentliche Aufnahmen mit ausreichenden Bilddetails und Schärfe sowie naturgetreuer Farbwiedergabe. Fotos mit Ultraweitwinkel weichen farblich stark von der Hauptlinse ab und bieten deutlich weniger Bildschärfe oder Details. Die vordere Kamera macht ordentliche Selfies, allerdings wirkt das Bokeh im Porträtmodus nicht so gelungen und sorgt für kleinere Fehler rund ums Profil. Videos sind mit der Hauptkamera mit bis zu 4k möglich, bei der Selfie-Kamera sind es Full-HD. Die Gesichtserkennung zum Entsperren des Tablets setzt lediglich 2D-Technologie ein, die weniger sicher ist als die Methode über Fingerabdruck oder PIN.

Als CPU kommt der Snapdragon 870 zum Einsatz. Dieser nutzt acht Kerne: Ein ARM Cortex-A77 mit 3,2 GHz sowie drei ARM Cortex-A77 mit 2,4 GHz übernehmen anspruchsvolle Aufgaben. Vier ARM Cortex-A55 mit 1,8 GHz erledigen Standardtätigkeiten.

Mit dem neuen Snapdragon 8 Gen 1 aus dem Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht) sowie dem M1-Chip aus dem Apple iPad Pro 12.9 (Testbericht) kann der Snapdragon 870 zwar nicht mithalten, dennoch handelt es sich um einen sehr starken Chipsatz. Das zeigt der Benchmark Work 3.0 von PCmark, bei dem wir über 13.000 Punkte erreichen konnten. Das liegt sogar auf dem Niveau des Snapdragon 8 Gen 1 für Standard-Task. Die Leistung zeigt sich im Alltag durch einen geschmeidigen und reibungslosen Betriebs des Android-Systems. Lästige, längere Ladezeiten spielen hier kaum eine Rolle.

Als GPU kommt beim Snapdragon 870 die Adreno 650 zum Einsatz. Diese sorgt für eine ansprechende Leistung, was der Benchmark „Wild Life“ von 3Dmark mit durchschnittlich 4250 Punkten belegt. Damit ist das Lenovo Tab P12 Pro tauglich für Spiele. Grafiken mit hoher Auflösungen wirken dank ordentlicher Frames flüssig. Verglichen mit den fast 10.000 Punkten der GPU aus dem Snapdragon 8 Gen 1 wie beim Samsung Galaxy Tab S8 kann der Snapdragon 870 aber nicht mithalten.

Der Arbeitsspeicher beträgt 6 GByte bei der Version mit 128 GByte internem Speicher und 8 GByte RAM bei 256 GByte Speicher. Beim Speicher kommt bereits der schnelle Standard UFS 3.1 zum Einsatz. Eine Erweiterung über eine Micro-SD-Karte ist zudem bis 1 TByte möglich. Durchs heimische WLAN surft das Tab 12 Pro recht flott mit bis zu Wifi-6. Eine Variante mit 5G und GPS gibt es auch, diese ist aber derzeit nicht erhältlich. Die Ausstattung bietet sonst noch Bluetooth 5.2 und NFC. Der USB-C-Anschluss unterstützt sowohl USB 3.1 als auch Displayport 1.4.

Ein zuverlässiger Fingerabdrucksensor sowie ein Stift sind ebenfalls mit an Bord. Der Stylus haftet magnetisch an der Rückseite, wo er auch kabellos geladen wird. Die Lautsprecher hinterlassen einen ausgezeichneten Eindruck und sorgen für einen satten und klaren Klang. Sie unterstützen sogar Dolby Atmos. Das objektbasierte System führt bei der Wiedergabe von Filmen zu einem ausgeprägten räumlichen Klang, sofern diese den Standard auch unterstützen.

Kommen wir zu ersten eher weniger schönen Überraschung: Als Betriebssystem kommt noch Android 11 zum Einsatz. Der Sicherheitspatch stammt zudem aus Februar, was nicht mehr aktuell ist. Immerhin verzichtet Lenovo auf große Anpassungen der Benutzeroberfläche und hält sich abgesehen von Tools für den Stylus sowie einem Tablet-Manager weitgehend mit Bloatware zurück. Ein Update auf die für Tablets optimierte Variante Android 12L soll im dritten Quartal 2022 folgen.

Der Akku hat eine üppige Kapazität von 10.000 mAh. Lenovo verspricht damit eine Laufzeit von bis zu 15 Stunden. Beim Battery Test von PCmark kamen wir auf eine Laufzeit von etwa 9 Stunden. Der Test misst die Akkuleistung mit einem simulierten Dauerbetrieb unterschiedlicher Aufgaben zwischen 80 und 20 Prozent Akkukapazität bei einer Helligkeit von 200 cd/m². Erwartet hätten wir eher über 10 Stunden – das Display ist ein Energiefresser. Die Laufzeit geht aber in Ordnung, zumal ein Tablet nicht so oft genutzt wird im Alltag wie ein Smartphone.

Erfreulich ist das Netzteil, das Lenovo beilegt. Dieses leistet bis zu 30 Watt. Damit ist das Tablet in knapp über 2 Stunden von 20 auf 100 Prozent geladen, denn das Tablet unterstützt Power Delivery (PD), kabelloses Laden ist allerdings nicht möglich.

Die UVP für das Lenovo Tab P12 Pro mit 6/128 GByte in der reinen WLAN-Version liegt bei 799 Euro – der aktuelle Webpreis bei Lenovo beträgt derzeit 720 Euro. Mit etwas Glück bekommt man bei anderen Händlern zu diesem Preis auch schon die Variante mit 8/256 GByte. Die 5G-Version ist derzeit nicht erhältlich. Als Farbe steht ausschließlich Dunkelgrau zur Verfügung.

Das Lenovo Tab P12 Pro ist ein ausgezeichnetes Tablet im großen 12,6-Zoll-Format. Die Verbreitung ist tadellos. Besonders gefallen hat uns das helle OLED-Display mit 120 Hertz, das sich nicht vor der Konkurrenz aus Samsung oder Apple zu verstecken braucht.

Die Leistungsfähigkeit ist ebenfalls stark, kann aber nicht ganz mit dem hohem Level des Galaxy Tab S8 oder iPad Pro mithalten. Wen das nicht stört, der bekommt dennoch eine gute Alternative mit Stift. Nachbessern sollte Lenovo allerdings mit einem baldigen Update auf Android 12. Der Preis erscheint uns etwas zu hoch, auch wenn er unter dem Preis für das vergleichbare Galaxy Tab S8+ oder iPad Pro liegt.

Etwas kompakter, schneller bei Spielen und zudem günstiger ist das Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht). Wem 12,6 Zoll zu wenig sind, der kann einen Blick auf das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra (Testbericht) werfen mit stolzen 14,6 Zoll. Anhänger des Apfels greifen ohnehin in diesem Segment zum Apple iPad Pro 12.9 (Testbericht). Weitere Alternativen zeigen wir in unserer Bestenliste iPad Pro oder Galaxy Tab S8? Top 10 der besten Tablets am Markt.

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