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Lenovo Tab P11 Pro
Pro und Contra
  • helles und kontrastreiches OLED-Display
  • solide Verarbeitung
  • hervorragender Sound 
  • nur Android 10
  • nicht so schnell wie die Konkurrenz
  • 4.0

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Mit dem Pro-Modell bietet Lenovo ein Upgrade des Tab P11 mit mehr CPU-Power und OLED-Display. Wie gut die Top-Version wirklich ist, zeigt unser Test.

Das Lenovo Tab P11 Pro ist die Premium-Variante des Lenovo Tab P11 (Testbericht) und damit das stärkste Tablet im Sortiment des chinesischen Anbieters. Verglichen mit dem Tab P11 bietet die Pro-Variante einen größeren Bildschirm, einen schnelleren Prozessor, einen Fingerabdrucksensor sowie ein dünneres Gehäuse. In Verbund mit Tastatur und Stift als Zubehör richtet es sich auch an professionelle Anwender, die damit arbeiten wollen. Lenovo bewirbt das Gerät deshalb als Premium-Business-Tablet.

Das Lenovo Tab P11 Pro tritt in Konkurrenz mit dem Huawei Matepad 11 (Testbericht), Samsung Galaxy Tab S6 (Testbericht) und Samsung Galaxy Tab S7 und stellt eine preiswertere Alternative zum Samsung Galaxy Tab S7+ (Testbericht) und Apple iPad Pro (Testbericht) dar. Wir haben uns das Premium-Tablet von Lenovo angesehen und zeigen, was es im Alltag draufhat. Weitere Tablets aus allen Preisklassen stellen wir zusätzlich in der Kaufberatung: Was darf ein gutes Tablet kosten vor.

Optisch ähnelt das Pro-Modell stark dem Lenovo Tab P11 (Testbericht). Das kantige, in Dunkelgrau lackierte Aluminium-Gehäuse vermittelt einen hochwertigen und sehr seriösen Eindruck. Anders als das günstigere Modell verfügt das Lenovo Tab P11 Pro über eine Hauptkamera mit zwei Linsen. Diese ragt auf der Rückseite in einer ovalen Erhebung etwa 2 Millimeter hervor. Die Frontkamera besteht ebenfalls aus zwei Linsen, die unauffällig im Display-Rand auf der Vorderseite untergebracht sind.

Verglichen mit dem Lenovo Tab P11 ist das Pro-Modell gewachsen. Das liegt am um 0,5 Zoll (1,27 Zentimeter) größeren Bildschirm. Die Abmessungen des Gehäuses betragen jetzt 264 x 171 x 58 Millimeter. Damit fällt das Lenovo Tab P11 Pro etwas dünner aus als das Tab P11, ist aber mehr als einen halben Zentimeter breiter und fast einen Zentimeter höher. Das Tablet ist dünner als das iPad Air 4 (Testbericht) und fast so schlank wie das Samsung Galaxy Tab S6 (Testbericht). Durch die insgesamt größeren Abmessungen wiegt das Tab P11 Pro 485 Gramm, das liegt 25 Gramm über dem iPad Air und 65 Gramm über dem Galaxy Tab S6.

Die Verarbeitung des Lenovo Tab P11 Pro ist hervorragend. Der edle Eindruck durch Formgebung und Material wird mit dem soliden Druckpunkt der Tasten und faktisch nicht vorahnden Spaltmaßen abgerundet. Auf der kurzen linken Seite befindet sich der Power-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor. An der oberen langen Seite liegen zwei Knöpfe für die Einstellung der Lautstärke. An der Unterseite sitzen vier Pogo-Pins für die optionale Tastatur. Die vier Lautsprecher befinden sich jeweils außen auf den beiden kurzen Seiten. Der Schacht für die SIM-Karte bei der LTE-Version sitzt links zwischen den Lautsprechern.

Eine der größten Verbesserungen des Pro-Modells gegenüber der Standard-Variante ist der Bildschirm. Dieser ist mit 11,5 Zoll (29,2 Zentimeter) nicht nur größer, sondern setzt zudem auf OLED-Technologie. Das sorgt für hervorragende Schwarzwerte und sehr ausgeprägte Kontraste sowie lebendige und naturgetreue Farben. Im direkten Vergleich mit dem iPad Air erkennt man sofort die Vorzüge des OLED-Bildschirms gegenüber der LC-Displays. Das Erlebnis beim Ansehen einen hochauflösenden Videoclips mit dem Tab P11 Pro ist grandios. Die Blickwinkelstabilität des Tab P11 Pro weiß ebenfalls zu überzeugen. OLED bei Tablets bieten derzeit sonst nur das preiswertere Samsung Galaxy Tab S5e (Testbericht) sowie die Modelle Galaxy Tab S6 (Testbericht), Galaxy Tab S7 und Galaxy Tab S7+ (Testbericht).

Die Auflösung des Bildschirmes liegt bei 2560 x 1600 Pixeln und sorgt für eine Pixeldichte von 263 ppi. Das liegt in etwa auf dem Niveau eines iPad Air 4 (Testbericht) und liefert ein scharfes Bild, bei dem Pixel nur aus sehr geringer Nähe sichtbar sind. Mit einer Bildwiederholfrequenz von nur 60 Hz wirkt das Bild beim Scrollen allerdings nicht immer geschmeidig.

Die von uns gemessene maximale Helligkeit im manuellen Modus von 375 cd/m² ist ziemlich gut für ein OLED-Display. Bei automatischer Helligkeitseinstellung schraubt der Bildschirm die Leuchtkraft nochmals hoch. Das erlaubt auch die zufriedenstellende Nutzung des Tablets im Freien. Allerdings spiegelt die Oberfläche sehr stark. Scheint die Sonne direkt auf die Anzeige, mindert das den Spaß beim Lesen oder Filmschauen.

Das Lenovo Tab P11 Pro verfügt zudem über ein Zertifikat für Widevine Level 1. Damit ist die Wiedergabe von Inhalten aus Netflix, Prime Video oder Disney+ problemlos in Full HD möglich. Das Seitenverhältnis von 16:10 ist zudem ideal fürs Streaming. Mehr zu dem Thema erklären wir im Detail in der Topliste Streaming: Die besten Tablets für Netflix und Co. ab 100 Euro.

Das Lenovo Tab P11 Pro hat jeweils eine Dual-Kamera auf der Rück- und Vorderseite. Die Hauptkamera hinten am Gerät nutzt eine Linse mit 13 Megapixel für herkömmliche Aufnahmen sowie 5 Megapixel für Ultraweitwinkel. Beide Kameras vorne nutzen jeweils 8 Megapixel, eine davon nutzt Infrarot für die Gesichtserkennung.

Die Bildqualität der Aufnahmen ist ok – mehr aber auch nicht. Dazu wirken die Bilder doch sehr blass und farbarm. Ultraweitwinkelaufnahmen verlieren sehr stark an Details und neigen zu starkem Bildrauschen. Videos überzeugen ebenfalls nicht. Dazu sind die Aufnahmen zu wackelig und pixelig.

Für Selfies und kurze Videocalls reicht die Frontkamera aus, setzt aber keine besonderen Maßstäbe. Im Porträtmodus erzeugt das Bokeh kleinere Fehler rund um das Profil, das haben wir schon besser gesehen. Positiv: Der IR-Sensor erlaubt eine 3D-Gesichtserkennung – das bietet mehr Sicherheit gegen Betrugsversuche mit Fotos als bei einer 2D-Gesichtserkennung. Am sichersten ist aber die Kombination aus Fingerabdruck und PIN.

Als Antrieb dient beim Lenovo Tab P11 Pro der Qualcomm Snapdragon 730G. Der ARM-basierte SoC mit acht Kernen gehört zur gehobenen Mittelklasse. Für Leistung sorgen zwei Cortex-A76-Kerne mit bis zu 2,2 GHz. Bei sparsamerer Tätigkeit kommen sechs Cortex-A55 mit 1,8 GHz zum Einsatz. Das „G“ steht für Gaming – dafür setzt Qualcomm als iGPU die Adreno 618 ein.

Beim Benchmark-Test von PCmark erreichten wir ganze 8200 Punkte. Das ist im Vergleich zum Tab P11 und anderen Mittelklasse-Tablets eine ordentliche Steigerung. Mit dem Samsung Galaxy Tab S6 (Testbericht) und Huawei Matepad 11 (Testbericht) mit Snapdragon 865 sowie dem iPad Air 4 (Testbericht) kann das Tab P11 Pro aber bei Weitem nicht mithalten. Bei der Grafik-Performance zeigt sich das Tablet ebenfalls verhalten. Im Benchmark-Test „Wildlife“ von 3Dmark schafften wir mit dem Gerät nur 720 Punkte, was kein besonders herausragender Wert für diese Preiskategorie ist. Zum Vergleich: Das iPad Air erreicht fast 9000 Punkte, auch wenn der Wert wegen der unterschiedlichen Betriebssysteme nicht direkt vergleichbar ist.

Im Alltag läuft das Tablet dennoch geschmeidig, was an der guten RAM-Ausstattung mit 6 GByte liegt. Spiele wie Asphalt 9 laufen auch bei hohen Grafikdetails noch ausreichend flüssig. Für Zocker ist das Tablet in erster Linie aber nicht gedacht. Der interne Speicher fällt mit 128 GByte groß genug aus, über eine microSD-Karte ist eine Erweiterung auf bis zu 1 TByte (mit exFAT) möglich.

Als einziger Anschluss kommt USB-C zum Einsatz mit USB 3.1 Gen 1. Einen Klinkenanschluss für Kopfhörer bietet das Tab P11 leider nicht. Bei der kabellosen Konnektivität unterstützt das Gerät Bluetooth bis Version 5.0 und Wi-Fi 5, jedoch noch kein Wi-Fi 6. NFC gibt es nicht, die Ortung ist über A-GPS, Glonass und Beidou möglich. Ein zuverlässiger Fingerabdrucksensor, den wir beim Tab P11 noch vermisst haben, rundet die solide Ausstattung ab.

Positiv aufgefallen sind die vier Lautsprecher von JBL. Diese sorgen für einen schönen und räumlichen Klang mit ausgewogenen Tonlagen. Zum Musikhören fehlt es bedingt durch die Bauart an Tiefen und Volumen. Etwas störend ist die Position an den beiden kurzen Seiten. Hält man das Tablet in der Hand, deckt man möglicherweise zwei der vier Lautsprecher zu.

Bei der Software macht das Lenovo Tab P11 Pro leider nicht den aller frischesten Eindruck. Zum Einsatz kommt nur Android 10. Das Sicherheitspatch stammt vom Juni und ist damit ebenfalls nicht mehr ganz aktuell, hoffentlich kommen da bald Updates. Immerhin verzichtet Lenovo auf umfangreiche Anpassungen der Benutzeroberfläche oder Bloatware.

Seine Qualitäten als Produktivitätsgerät entfaltet das Lenovo Tab P11 Pro erst in Verbindung mit einer Tastatur und einem Stylus. Beides steht als optionales Zubehör oder als Bundle mit dem Tablet zur Verfügung. Die Tastatur verbindet sich mit dem Tab P11 Pro über vier Pogo-Pins. Diese dient dann gleichzeitig als Display-Schutz. Ein rauer grauer Stoffüberzug verleiht der Schutzhülle dabei einen edlen Charakter. Sobald man die Tastatur angedockt hat, passt sich die Benutzeroberfläche automatisch an. Apps öffnen sich jetzt in Form kleiner Fenster, was entfernt an Windows erinnert. Auf der unteren Seite des Bildschirmes erscheinen neben den drei Android-Icons der App-Drawer sowie jeweils kleine Symbole für die zuletzt geöffneten Apps.

Die kleinen Tasten sind anfangs durch ihre engen Abstände etwas gewöhnungsbedürftig. Wer viel schreibt, wird die Tastatur aber schnell zu schätzen wissen. Der Tastenhub ist bedingt durch den kompakten Formfaktor gering, sie liefern aber ausreichenden Widerstand. Das Touchpad ist allerdings enttäuschend und sehr unpräzise. Die dazugehörige Schutzhülle für die Rückseite des Tablets haftet magnetisch und bietet einen integrierten Aufsteller.

Der sechskantige Precision Pen 2 kann anders als bei der Konkurrenz nicht induktiv über das Tablet aufgeladen werden. Über einen im Stift integrierten USB-C-Anschluss lädt man vor Gebrauch den Akku auf. Der Stift funktioniert, sobald er direkt über das Display gehalten wird. Der Einsatz als Fernbedienung ist nicht möglich. Im Gegenzug bedarf es keiner separaten Bluetooth-Verbindung wie bei Samsung. Insgesamt reagiert der Stift sehr präzise auf Eingaben, je nach App unterstützt er auch unterschiedliche Druckstärken. Über zwei Köpfe auf dem Stylus ruft man bei Bedarf zusätzliche Funktionen auf.

Die Akkukapazität fällt mit 8400 mAh großzügig aus, zudem gibt Lenovo eine Laufzeit von 15 Stunden an. Das weckt Erwartungen. Im Battery Test von PCmark hält das Tablet dann etwa 10 Stunden durch. Das ist an sich ein ordentlicher Wert, der aber keinen besonderen Maßstab setzt. Das günstigere Lenovo Tab P11, sowie Samsung Galaxy Tab S6 (Testbericht) und Huawei Matepad 11 (Testbericht) kommen auf über 11 Stunden. Für einen vollständigen Ladevorgang vergehen mehr als 3 Stunden mit dem mitgelieferten Netzteil mit 20 Watt Leistung.

Die UVP für das Lenovo Tab P11 Pro liegt ohne LTE bei knapp 600 Euro, mit LTE sind es 700 Euro. Das ist teuer im Vergleich zur stärkeren Konkurrenz von Samsung. Hier lohnt sich dennoch regelmäßig der Blick auf Angebote. Das Tablet gibt es derzeit zu Straßenpreisen von unter 500 Euro.

Die UVP für den Lenovo Precision Pen 2 liegt bei 60 Euro. Für die Tastatur will Lenovo knapp 100 Euro, die Schutzhülle mit integriertem Aufsteller kostet 20 Euro. Hier empfehlen sich Bundle-Angebote, so bietet Comstern das Lenovo Tab P11 Pro in der reinen WLAN-Version mit Schutzhülle, Tastatur und Stift für insgesamt 620 Euro an.

Das Lenovo Tab P11 Pro bietet die hochwertige Verarbeitung und edle Optik des kleineren Modells. Es überzeugt insbesondere durch das große OLED-Display. Das macht aus dem Gerät ein vollwertiges Media-Tablet. Seine wahren Stärken im Produktivitätseinsatz offenbart das Gerät erst in Verbindung mit der als Zubehör erhältlichen Tastatur und dem Stylus.

Verglichen mit dem Lenovo Tab P11 bietet die Pro-Variante einen ordentlichen Leistungsschub. Damit eignet es sich auch für gelegentliches Spielen. Im Vergleich zur Konkurrenz von Samsung, Huawei und Apple kann das Tablet aber in Sachen Performance letzten Endes nicht mithalten. Der Namenszusatz „Pro“ täuscht hier ein wenig, handelt es sich doch eher um ein solides Tablet der oberen Mittelklasse. Enttäuschend ist für den Preis zudem die nicht mehr aktuelle Android-Version.

Etwas kleiner, aber dafür leistungsstärker ist das Samsung Galaxy Tab S6 (Testbericht). Samsung spendiert dem Tablet sogar einen Stylus. Wer eine potenzielle Alternative für einen Laptop sucht, sollte zudem einen Blick auf das teure, aber starke Samsung Galaxy Tab S7+ (Testbericht) werfen. Wer auf Google-Dienste verzichten kann, bekommt mit dem Huawei Matepad 11 (Testbericht) starke Hardware zum deutlich niedrigeren Preis. Weitere Alternativen zeigen wir in der Kaufberatung: Was darf ein gutes Tablet kosten vor.

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