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Lenovo Tab P11
Pro und Contra
  • Hervorragender Sound
  • Lange Akkulaufzeit
  • Gute Verarbeitung
  • Relativ schwer
  • Nur Android 10
  • Gesichtserkennung mit Schwächen
  • 4.0

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Das Lenovo Tab P11 verspricht als Alleskönner viel Leistung für wenig Geld. Wie gut das Media-Tablet mit großem Bildschirm wirklich ist, zeigt unser Test.

Bequem einen Film auf der Couch schauen oder eine Runde Angry Birds spielen: Beim Lenovo Tab P11 handelt es sich um ein Media-Tablet der unteren Mittelklasse im Sortiment von Lenovo. Es ist oberhalb des Lenovo Tab M10 Plus und Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht) sowie unterhalb des Lenovo Tab P11 Pro einzuordnen. Mit einem größeren Display und Surround-Sound eignet es sich besonders gut als Tablet für das Streaming von Filmen und Serien über Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video. Wir haben uns das große Tablet von Lenovo näher angesehen.

Die Verarbeitung des Tablets ist ausgezeichnet und hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse besteht aus Aluminium, das obere Viertel der Rückseite ist zusätzlich gummiert. Spaltmaße sind keine zu finden. Der Tastendruck des Ein/Ausschalters wie auch der Lautstärketasten ist fest und solide. Ungewöhnlich: Zur Einstellung der Lautstärke kommt keine Wippe zum Einsatz, sondern zwei separate Knöpfe für lauter und leiser. Der Power-Button befindet sich im Querformat auf der linken Seite, die Lautstärketasten liegen auf der langen Oberkante. Das hat den Vorteil, dass man nicht versehentlich auf den Einschaltknopf gelangt, wenn man nur die Lautstärke ändern möchte. Die Linse der Hauptkamera auf der Rückseite befindet sich in einer kleinen Ausbuchtung.

Besonders auffällig am Lenovo Tab P11 ist die Bildschirmgröße. Hier kommt ein LC-Display mit einer Diagonale von 11 Zoll zum Einsatz. Die meisten Android-Tablets dieser Preisklasse nutzen Anzeigen zwischen 10,1 und 10,4 Zoll. Damit fällt es mit einer Abmessung von 258 x 163 x 7,5 Millimeter etwas größer und wuchtiger aus als andere Tablets. Zum Vergleich: Es überragt das Amazon Fire HD 10 Plus (Testbericht) um mehr als 1 Zentimeter in der Breite. Das Lenovo Tab P11 bietet dafür knapp über 2 Zentimeter mehr Display in der Diagonale.

Die größeren Ausmaße machen sich beim Gewicht bemerkbar – das Tablet wiegt fast 500 Gramm. Das ist gut 40 Gramm mehr als beim Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht). Hält man das Gerät zum Medienkonsum länger in den Händen, ermüden diese mit der Zeit. Hier bieten sich spezielle Aufsteller oder Halterungen für Tablets an. Dafür ist es mit 7,5 Millimeter noch recht dünn und ist bewegt sich auf dem Niveau eines Apple iPad oder Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht).

Insgesamt ist die Optik des Lenovo Tab P11 sehr gelungen und macht einen edlen Eindruck. Das Tablet hebt sich optisch zudem von anderen Modellen ab – eine Verwechslungsgefahr mit anderen Geräten besteht nicht.

Das LC-Display mit IPS-Panel bietet eine Full-HD-Auflösung von 2000 x 1200 Pixeln mit einer Pixeldichte von 212 PPI. Verglichen mit einem Smartphone wirkt das sehr niedrig, höhere Auflösungen sind in dieser Preisklasse aber so gut wie gar nicht zu finden. Wer eine höhere Pixeldichte wünscht, muss schon zum deutlich teureren iPad oder Samsung Galaxy Tab S5e (Testbericht) greifen. Dank der vorhandenen Zertifizierung für Widevine Level 1 klappt die Wiedergabe von Inhalten aus Netflix oder Amazon Prime Video problemlos in 1080p. Beim Tab M10 hat hier Lenovo beispielsweise noch geschlafen und versäumt, sich um eine entsprechende Zertifizierung zu kümmern. Das Lenovo Tab M10 Plus verfügen deshalb nur über Widevine Level 3, weshalb etwa Netflix nur die Videowiedergabe mit 720p erlaubt. Mehr Details in dieser Angelegenheit erklären wir im Ratgeber Streaming: Die besten Tablets für Netflix und Co. ab 100 Euro.

Auch wenn die Auflösung keine Maßstäbe setzt, ist die Bildqualität des Displays wirklich gut. Die Farben wirken satt und lebendig, die Kontraste sind ausgeprägt. Das Bild bleibt dank IPS-Panel aus allen Winkel gut zu erkennen. Die Helligkeit ist mit einem Wert von 425 cd/m2 ordentlich und deutlich heller als beim Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht) oder Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht). Beim Einsatz im Freien kann man das Tablet noch gut genug ablesen. Bei gutem Wetter stört das Spiegeln aber, wenn die Sonne direkt auf das Display scheint. Der Bildschirm des Lenovo Tab P11 gehört in der Preisklasse bis 250 Euro zu den besten, die wir bisher getestet haben. Damit eignet sich das Tablet besonders gut für Videoinhalte und Streaming.

Prinzipiell messen wir einer Kamera bei einem Tablet keinen so hohen Wert bei, wie bei einem Smartphone. Die Hauptkamera bietet eine Linse mit 13 Megapixel und LED-Blitz, die vordere Kamera hat 8 Megapixel. Damit gelingen bei gutem Licht gar nicht mal so schlechte Aufnahmen, auch wenn die Farbgebung etwas blass ist. Die Bilddetails fallen eher mäßig aus, für gelegentliche Schnappschüsse ist die Qualität aber ausreichend. Es stellt sich ohnehin die Frage, wer mit einem 11-Zoll-Tablet Urlaubsfotos schießen würde. Die meisten Smartphones unter 200 Euro machen bessere Bilder. Bei Videoaufnahmen enttäuscht das Lenovo Tab P11. Trotz 1080p wirkt das Bild sehr unscharf und grob, mangels Bildstabilisator wackeln die Aufzeichnungen enorm.

Einen weniger guten Job macht bei Bildern die Frontkamera. Die Bilder sind recht verschwommen und blass. Im Porträtmodus ist das Bokeh etwas zu stark ausgeprägt, immerhin entstehen keine nennenswerten Bildfehler bei Selfies an den Rändern des Profils. Die Qualität der Videos der Frontkamera ist ausreichend für einen Videochat, auch wenn das Bild insgesamt recht blass erscheint.

Im Lenovo Tab P11 steckt ein Qualcomm Snapdragon 662 mit acht Kernen, der zur CPU-Mittelklasse gehört. Beim Benchmark-Test von PCmark erreichen wir 6300 Punkte. Damit übertrifft das Lenovo Tab P11 deutlich das Amazon Fire HD 10 Plus (Testbericht) sowie Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht). Das Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht) kann hier ebenfalls nicht mithalten. Beim Benchmark „Wildlife“ von 3Dmark schneidet das Tab P11 mit 375 Punkten bescheiden ab. Deutlich stärker ist hier das Huawei Matepad 10.4 (Testbericht) – das aber ohne den Playstore auskommen muss sowie das fast doppelt so teure Samsung Galaxy Tab S5e (Testbericht). Das Tablet erledigt Alltagsaufgaben schnörkellos und ohne größere Verzögerungen. Eine Gaming-Maschine ist das Lenovo Tab P11 aber nicht. So läuft Asphalt 9 Legendes flüssig bei mittleren Grafikdetails. Bei maximaler Grafik funktioniert das Spiel ebenfalls, aber es macht sich gelegentlich ein leichtes Ruckeln bemerkbar.

Die Ausstattung geht mit 4 GByte RAM und 64 GByte Speicher für den Preis noch in Ordnung. Weniger sollte es aber nicht sein. Das Lenovo Tab P11 gibt es ansonsten mit 128 GByte Speicher und 6 GByte RAM. Eine Erweiterung mittels SD-Karte ist auf bis zu 1 TByte möglich. Als Anschluss dient eine USB-C-Buchse – die allerdings nur den langsamen Standard USB 2.0 nutzt. Besser sieht es bei der kabellosen Konnektivität aus: Das Tablet unterstützt Bluetooth 5.1 und Wifi-5, aber kein Wifi-6. Über LTE verfügt unser Testgerät nicht – es gibt aber Ausführungen des Tab P11, die mobile Daten über eine SIM-Karte nutzen können. Ein GPS-Modul gehört ebenfalls nicht zur Ausstattung.

Eine der größten Stärken des Lenovo Tab P11 ist der gute Surround-Sound der vier Lautsprecher. Diese bieten einen fülligen und räumlichen Klang mit ausgeprägten Höhen. Das sorgt für einen starken Sound beim Streaming von Filmen und Serien – selbst beim Abspielen von Musik ist der Klang besser als man es von so einem Gerät erwarten würde. Bedingt durch die Bauart der kleinen Lautsprecher fehlt es etwas an Bässen, insgesamt bleibt aber ein sehr positiver Gesamteindruck. Einen Kopfhörereingang hat das Lenovo Tab P11 leider nicht, hier funktionieren nur Kopfhörer mit Bluetooth oder USB-C. Ein Fingerabdrucksensor fehlt beim Lenovo Tab P11. Neben der PIN können Anwender das Tablet per Gesichtserkennung entsperren. Das klappt leider nicht immer zuverlässig, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen.

Nicht mehr auf dem neuesten Stand ist die Software des Lenovo Tab P11. Unser Testgerät läuft noch mit Android 10. Immerhin datiert der Sicherheitspatch auf den Mai 2021 und ist somit aktuell. Ob es überhaupt ein Upgrade auf Android 11 geben wird, ist fraglich. Immerhin hatte das Lenovo Tab P11 bereits ein Update von Android 9 auf Android 10. Lenovo verzichtet weitgehend auf große Änderungen an der Benutzeroberfläche von Android und ist zudem zurückhaltend mit vorinstallierter Software.

Das Lenovo Tab P11 verfügt über einen relativ starke Akkukapazität von 7700 mAh. Das sorgt für eine lange Laufzeit. Im Batterie Test von PCmark brauchte das Tablet mehr als 11 Stunden, um bei mittlerer Display-Beleuchtung auf einen Akkustand von unter 20 Prozent zu kommen. Das ist ein ziemlicher guter Wert für diese Preisklasse und liegt nahezu gleichauf mit dem teuren Samsung Galaxy Tab S7+ (Testbericht). Unter den von uns getesteten Android-Tablets mit 10-Zoll-Display hält nur das Huawei Matepad 10.4 (Testbericht) noch länger durch. Als Ladegerät liegt ein 20-Watt-Netzteil mit USB-C bei. Damit dauert ein vollständiger Ladevorgang knapp 3 Stunden. Kabelloses Laden ist nicht möglich.

Farblich gibt es keine große Auswahl beim Lenovo Tab P11 – alle Modelle sind in „Slate Grey“ gehalten. Mehr Auswahl bietet Lenovo bei der Ausstattung. Das Tablet verfügt wahlweise über 64 oder 128 GByte Speicherplatz sowie 4 oder 6 GByte RAM. Zudem gibt es optional LTE. Die günstigste Ausführung des Lenovo Tab P11 kostet 225 Euro mit 64 GByte Speicher und 4 GByte RAM. Mit LTE verlangt Lenovo für diese Ausführung 260 Euro. Die Variante mit 128 GByte und 4 GByte kostet ohne LTE ebenfalls 260 Euro, mit LTE dann 286 Euro. Mit 6 GByte RAM aber ohne LTE sind 300 Euro für das Lenovo Tab P 11 fällig.

Lenovo bietet für das Tab P11 einen Stift, eine Tastatur sowie ein Dock an. Diese sind ferner als Bundle mit dem Tablet erhältlich. Das Lenovo Tab P11 mit Ladedock und 128 GByte Speicher kostete gerade einmal 20 Euro mehr. Mit Tastatur und dem Stift Precision Pen 2 steigt der Preis auf 370 Euro. Einzeln verlangt Lenovo für den Stift 50 Euro. Die Tastatur gibt es bereits ab 80 Euro.

Das Lenovo Tab P11 ist ein gutes und hochwertiges Media-Tablet zum fairen Preis ab 225 Euro. Die Wiedergabe von Netflix-Inhalten klappt in Full-HD ohne Probleme. Der Akku hält lange durch, was das Multitalent zu einem geeigneten Gerät für die nächste Urlaubsreise macht. Die Leistung reicht für alltägliche Aufgaben aus. Das 11-Zoll-Display ist gut, wenn auch die Pixeldichte eher niedrig ausfällt. Durch den größeren Bildschirm ist das Tablet nicht so handlich und relativ schwer. Die Software ist mit Android 10 nicht mehr auf dem neuesten Stand. Trotzdem gehört es zu den derzeit besten Android-Tablets für weniger als 250 Euro.

Wer bereit ist, mehr Geld auszugeben, bekommt mit dem Samsung Galaxy Tab S5e (Testbericht) ab 350 Euro ein schlankeres Gehäuse und ein schärferes OLED-Display. Für 200 Euro bekommt man mit dem etwas älteren Lenovo Yoga Smart Tab (Testbericht) eine schicke und preiswerte Alternative mit integriertem Standfuß. Ebenfalls gut für den Medienkonsum geeignet ist das günstige Amazon Fire HD 10 2021 (Testbericht), das aber eine deutlich schwächere CPU-Leistung bietet. Weitere Alternativen zeigen wir in der Kaufberatung Tablet: Was darf ein gutes Tablet kosten?

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