Lenovo Tab M10 Plus im Test: Bestes Streaming-Tablet zum fairen Preis

Lenovo Tab M10 Plus (3. Generation)
Pro und Contra
  • gute Akkulaufzeit
  • helles Display und Widevine Level 1
  • ordentlicher Sound
  • gemächliche CPU
  • kein Wifi-6
  • schwaches Netzteil, kein Qi 
  • 4.0

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Die dritte Generation des Lenovo Tab M10 Plus überzeugt mit einem fairen Preis und guter Ausstattung. Wie sich das Android-Tablet noch schlägt, zeigt der Test.

Lenovo liefert das Tab M10 Plus mittlerweile in der dritten Generation aus. Der Vorgänger gehört zu den gefragtesten Tablets (Themenwelt) mit Android für den Einsatz als Alleskönner-Variante für Surfing oder Streaming. Dafür sorgten ein fairer Preis und eine tolle Verarbeitung. Interessant war zudem bei der Variante Lenovo Smart Tab M10 Plus (Testbericht) die Nutzung als Smart Screen in Verbindung mit einer Docking-Station. Der Nachfolger setzt auf einen stärkeren Prozessor, ein etwas größeres Display mit 10,6 Zoll und Full-HD-Auflösung, bessere Lautsprecher sowie Android 12.

Lenovo verwendet erneut ein Gehäuse aus Aluminium. Optisch nähert sich das Tab M10 Plus dem Lenovo Tab P11 Plus (Testbericht) an und verfügt ebenfalls über eine gummierte Oberfläche im oberen Viertel der Rückseite. Das sieht nicht nur schick aus, sondern sorgt zudem für einen sicheren Halt und eine gute Haptik. Die Verarbeitung ist tadellos. Sowohl der Power-Button auf der kurzen linken Seite als auch die Knöpfe für Lautstärke auf der länglichen Oberkante haben einen sehr festen und soliden Druckpunkt. Spaltmaße finden sich praktisch keine. Damit hinterlässt es im Vergleich zum Amazon Fire HD 10 (Testbericht) aus Gummi und Kunststoff einen wesentlich wertigeren Eindruck. Über eine IP-Zertifizierung für Schutz vor Wasser verfügt das Tab M10 Plus aber nicht.

Insgesamt ist das Design des Gehäuses in Dunkelgrau („Storm Grey“) hochwertig und klassisch geraten. Es wirkt weniger verspielt und frech als das Nokia T20 (Testbericht). Die runde Kameralinse auf der Rückseite ragt minimal um knapp 1 mm hervor. Das Breitbildformat entspricht etwa 15:9. Die Abmessungen betragen 251,2 x 158,8 x 7,45 mm. Damit ist es geringfügig breiter als das T20 und fast 1 cm weniger hoch als das Fire HD 10. Das Gewicht von 465 g ist in etwa gleich wie bei der Konkurrenz von Nokia sowie Amazon und gut 40 g leichter als Premium-Tablets mit 11 Zoll wie das Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht).

Beim Lenovo Tab M10 Plus der dritten Generation wächst das Display verglichen mit dem Vorgänger auf eine Diagonale von 10,6 Zoll an. Die Auflösung beträgt 2000 x 1200 Pixel. Das führt zu einer Pixeldichte von 220 ppi (Pixel pro Zoll). Verglichen mit einem Smartphone ist das eher wenig, allerdings spielt das in der Praxis keine Rolle. Schließlich hält man ein Tablet in der Regel weiter weg von den Augen entfernt, sodass das Display ein ausreichend scharfes Bild bietet, bei dem Pixel kaum wahrzunehmen sind. Für die Preisklasse ist das angemessen, höhere Auflösungen bekommt man erst bei Tablets jenseits von 300 Euro, etwa dem Xiaomi Pad 5 (Testbericht). Die Bildwiederholfrequenz beträgt 60 Hertz, was für Geräte dieser Kategorie ebenfalls normal ist.

Die Bildqualität des LCD mit IPS-Panel ist gut und sorgt für ausgeprägte Farben, starke Leuchtkraft und ordentliche Kontraste. Insgesamt wirkt die Farbgebung etwas unterkühlt, in den Einstellungen können Nutzer aber gegensteuern und auf eine etwas wärmere Farbpalette umstellen. Dann kann es allerdings bei Netflix zu Problemen mit der Bildwiedergabe kommen, in diesem Fall belässt man es lieber bei den Standardeinstellungen. Die Blickwinkelstabilität ist aus allen Lagen gegeben.

Einen großen Fortschritt macht das neue Tab M10 Plus bei der Zertifizierung für Widevine Level 1. Diese ist endlich vorhanden, der Vorgänger musste darauf noch verzichten. Damit können Anwender Inhalte von Netflix, Disney Plus oder Amazon Prime Video in Full HD (1080p) schauen. Das macht das Tab M10 Plus zum idealen Media-Tablet fürs Streaming auf der Couch. Mehr zu dieser Problematik erklären wir im Ratgeber Netflix & Co.: Die besten Tablets und Chromebooks fürs Streaming.

Das Display ist jetzt deutlich heller als noch beim Modell der zweiten Generation. Wir konnten bis zu 450 cd/m² maximale Helligkeit messen, womit es heller ist, als die Herstellerangaben von 400 cd/m² versprechen. Ein guter Wert, der leicht über dem Nokia T20 (Testbericht) oder dem teureren Lenovo Tab P11 Plus (Testbericht) liegt. Damit bleibt der Bildschirm des Lenovo Tab M10 Plus auch im Freien gut ablesbar, solange die Sonne nicht direkt aufs Tablet scheint. Dann schränkt das Spiegeln des Bildschirms die Ablesbarkeit deutlich ein, was aber bei jedem uns bekannten Tablet so ist. Die zweite Generation des Tab M10 Plus kam lediglich auf knapp über 300 cd/m².

Viel sollte man von der Kameraausstattung bei einem preiswerten Tablet nicht erwarten. Das ist unserer Meinung nach weniger wichtig, da ein Tablet zum Fotografieren zu unhandlich ist. Für relevanter halten wir die vordere Kamera für Videochats mit Freunden, Familie oder Kollegen.

Die Kameralinsen entsprechen in etwa einem Smartphone bis 100 Euro (Bestenliste). Sowohl die Hauptlinse auf der Rückseite als auch das Selfie-Objektiv im Displayrahmen kommen auf 8 Megapixel. Hier hat die dritte Generation gegenüber dem Vorgänger bei der Frontkamera nachgebessert. Bei der Hauptkamera bleibt alles beim Alten. Damit gelingen bei Tageslicht akzeptable Fotos, die für gelegentliche Schnappschüsse ausreichen. Die Bilddetails sind eher schwach ausgeprägt, die Farbgebung wirkt dafür aber naturgetreu.

Viel interessanter sind für uns die Videoaufnahmen mit der Frontkamera. Diese bieten lebendige Farben, könnten jedoch einen Ticken mehr Schärfe vertagen. Das System gibt eine HD-Auflösung mit 720p als Maximum für Videos mit der vorderen Kamera an. Die Hauptkamera erlaubt auch Full HD mit 1080p – warum es diese Einschränkung gibt, verstehen wir nicht. Immerhin nutzen beide Linsen 8 Megapixel. Die Videoaufnahmen beider Linsen bieten kräftige Farben, allerdings mangelt es an Bildschärfe. Für einen Videochat via Skype, Teams oder Zoom reicht das aber aus.

Bei Selfies erzeugt der Bokeh-Effekt im Test kleine Fehler rund ums Brillengestell oder dem Profil. Eine Entsperrung per Gesichtserkennung ist möglich. Diese Methode ist aber aufgrund der einfachen 2D-Technologie weniger sicher als mittels PIN, da eine Täuschung mit Fotos möglich ist.

Als Antrieb dient beim Lenovo Tab M10 Plus (3. Generation) ein Mediatek Helio G80. Die CPU der unteren Mittelklasse nutzt acht Kerne (2x ARM Cortex-A75 mit 2 GHz, 6 ARM Cortex-A55 mit 1,8 GHz) sowie die integrierte GPU Mail-G52. Die CPU kam bereits beim Xiaomi Redmi 9 (Testbericht) von 2020 zum Einsatz.

Beim Benchmark von PCmark Work 3.0 erreichen wir mit dem Tab M10 Plus im Schnitt 6100 Punkte. Viel Leistung ist das nicht, aber etwas mehr als beim Vorgänger oder dem Amazon Fire HD 10 Plus (Testbericht), die knapp über 5000 Punkte schaffen. Damit liegt es fast auf Augenhöhe mit dem teureren Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht), kann aber bei der Leistungsfähigkeit nicht ganz mit dem Nokia T20 (Testbericht) mithalten.

Für Spiele mit anspruchsvoller Grafik ist das Lenovo Tab M10 Plus weniger geeignet. Das belegt zudem der Test „Wild Life“ aus 3Dmark, bei dem das Gerät nur auf 680 Punkte kommt. Für Casual Games in der Art von Angry Birds reicht das aber aus. Im Alltag läuft das System stabil, leichte Verzögerungen sind aber gelegentlich zu spüren.

Unser Testgerät nutzt 4 GByte RAM und 64 GByte internen Speicher, was für die Preisklasse in Ordnung geht. Einer Erweiterung mittel Micro-SD-Karte ist zudem möglich. Weniger sollten es aber nicht sein. Einige weitere Abstriche zeigen sich bei der Ausstattung: Surfen durchs heimische Netzwerk ist nur mit maximal Wifi-5 möglich. Externe Geräte wie True-Wireless-Kopfhörer (Bestenliste) verbindet das Tablet mit Bluetooth 5.0. Der USB-C-Anschluss unterstützt höchstens USB 2.0 mit maximal 480 MBit/s. Das ist bei Tablets bis 200 Euro allerdings normal. Zur Standortbestimmung stehen GPS und Glonass zur Verfügung. Einen Fingerabdrucksensor gibt es nicht – was in dieser Preisklasse ebenfalls keine Überraschung ist. Hier müssen Nutzer auf PIN, Muster oder Gesichtserkennung zurückgreifen.

Einen guten Eindruck hinterlassen die Lautsprecher. Sie unterstützen sogar Dolby Atmos. Das objektbasierte System erlaubt bei entsprechend angepassten Inhalten eine räumliche Wahrnehmung des Klangs – etwa ein Vogel, der gefühlt um einen herum zwitschert. Die vier Lautsprecher sorgen so für eine starke akustische Untermalung bei Videoclips, Filmen und Serien. Zum Musikhören eignen sie sich ebenfalls. Bedingt durch die Bauart liegt hier der Fokus auf Höhen und Mitteltönen, auch wenn der Bass für ein preiswertes Tablet recht stark ausgeprägt ist. Bei hoher Lautstärke tendiert der Klang zu leichtem Scheppern. Sehr erfreulich: Ein Anschluss für 3,5-mm-Klinkenstecker ist ebenfalls mit an Bord – mittlerweile eine Seltenheit bei mobilen Geräten.

Lenovo liefert das neue Tab M10 Plus mit Android 12 aus. Der Hersteller verzichtet auf große Anpassungen der Benutzeroberfläche und ist zudem zurückhaltend mit zusätzlicher Software. Der Sicherheitspatch stammt von Februar und ist somit nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand. Was die Upgrades von Android angeht, zeigte sich Lenovo in der Vergangenheit nicht immer schnell und konsequent. Besitzer des Vorgängers bekamen etwa nur ein Update von Android 9 auf 10. Aus der aktuellen Produktreihe dürften immerhin das Lenovo Yoga Tab 11 (Testbericht) sowie das Lenovo Tab P11 Plus (Testbericht) bis Sommer Android 12 erhalten. Beim Lenovo Tab M10 Plus (3. Generation) kann fest mit einem Upgrade auf Android 13 gerechnet werden, weitere Versionen sind aber weniger zu erwarten. Sicherheitspatches sollen für drei Jahre kommen.

Die Kapazität des Lithium-Polymer-Akkus beträgt 7500 mAh – das ist ein deutlicher Zuwachs zu den 5000 mAh des Vorgängers. Die dadurch erzeugt Erwartung an eine verbesserte Akkulaufzeit bestätigt sich im Battery Test von PCmark. Das Lenovo Tab M10 Plus (3. Generation) hält knapp 11 Stunden durch. Das ist ein starker Wert, der fast an das Samsung Galaxy Tab S8 (Testbericht) heranreicht. Die meisten Konkurrenten schaffen höchstens 10 Stunden. Weniger stark ist das beigelegte Netzteil von maximal 10 Watt. Damit dauert eine Ladevorgang von 20 auf 100 Prozent mehr als 3 Stunden. Kabelloses Laden mit Qi beherrscht das Tablet nicht.

Die UVP für das Lenovo Tab M10 Plus (3. Generation) mit 4/64 GByte in Dunkelgrau liegt bei 249 Euro. Die günstigsten Angebote gibt es ab 229 Euro. Hier lohnt es sich, immer wieder nach Deals Ausschau zu halten, bis Jahresende dürfte der Preis abermals sinken. Eine günstigere Variante nur mit 3/32 GByte sowie eine Top-Version mit 4/128 GByte sollen in Kürze folgen.

Das Lenovo Tab M10 Plus der dritten Generation bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dank vorhandenem Zertifikat für Widevine Level 1 ist das Streamen von Inhalten aus Netflix & Co. mit 1080p möglich – das ist bei günstigen Tablets nach wie vor nicht selbstverständlich. Damit ist das Tab M10 Plus das derzeit beste Media-Tablet im Preisbereich um die 200 Euro und einer Alternative zum Samsung Galaxy Tab A8. Das helle Display, der gute Sound wie auch die lange Akkulaufzeit überzeugen. Die Leistungsfähigkeit ist weniger berauschend, reicht aber für den Alltag absolut aus. Nur Spiele mit aufwendiger Grafik sind nichts für das Lenovo-Tablet.

Etwas kompakter, schicker sowie einen Ticken schneller ist das Nokia T20 (Testbericht). Es erlaubt aber keine Netflix-Wiedergabe in Full HD. Deutlich günstiger und mit kabellosem Laden gesegnet ist das Amazon Fire HD 10 2021 (Testbericht). Streaming mit 1080p ist hier kein Problem, dafür wirkt es weniger hochwertig, ist langsam und muss ohne den Google Play Store auskommen. Wer bereit ist, ein klein wenig mehr Geld in die Hand zunehmen, bekommt mit dem Lenovo Tab P11 Plus (Testbericht) bereits ein 11-Zoll-

Preiswerte Alternativen zeigen wir im Beitrag Die 10 besten Tablets bis 250 Euro – Lenovo und Samsung vor Blackview. Gerät mit besserer Hardware finde sich in der Top 10: iPad, Samsung oder Xiaomi? Die besten Tablets bis 500 Euro.

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