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Lenovo Smart Tab M10 FHD Plus mit Alexa
Pro und Contra
  • Ausgezeichnete Verarbeitung und tolles Design
  • Genügend Speicherplatz und Arbeitsspeicher
  • Dock für Alexa-Integration
  • Kein HD bei Netflix und Amazon Prime Video
  • Durchschnittliche Performance
  • Mittelmäßige Akkulaufzeit
  • 3.5

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Lenovo möchte mit dem Smart Tab M10 Plus ein günstiges Media-Tablet und ein Smart Display vereinen. Wie gut das wirklich klappt, zeigen wir im Test.

Das Lenovo Smart Tab M10 Plus ist ein gehobenes Einsteiger-Tablet im 10-Zoll-Format. Es wandelt sich in Verbindung mit der mitgelieferten Docking-Station zu einem Smart Display à la Echo Show. Beim 10-Zoll-Tablet handelt es sich um den großen Bruder des Lenovo Tab M8 FHD (Testbericht). Im Vergleich zum Vorgängermodell Tab M10 schraubt Lenovo beim Plus-Modell die Hardware hoch. Neben einem Full-HD-Display bietet das Media-Tablet mehr Speicherplatz und Arbeitsspeicher. Das Highlight ist die Alexa-Integration mit Smart Dock. Wir haben das Tablet mit Alexa-Anbindung ausprobiert und zeigen, was es unter den preiswerten 10-Zoll-Tablets mit Full-HD taugt.

Wie schon der kleine Bruder Tab M8 macht auch die 10-Zoll-Variante einen sehr edlen und hochwertigen Eindruck. Die gesamte Rückseite besteht aus Metall und ist silberfarben lackiert - ganz anders als beispielsweise bei den Tablets von Amazon, die nur aus einfachem Kunststoff bestehen. Das Tablet liegt zudem gut in der Hand und fühlt sich mit knapp 460 Gramm auch angenehm leicht an – ein iPad Air wiegt in etwa das Gleiche.

Die Abmessungen von 24,4 x 15,3 Zentimeter entsprechen dem Standard unter den Android-Tablets mit 10 Zoll. Es ist mit einer mit 8 Millimetern allerdings nicht ganz so dünn wie ein Samsung Galaxy Tab A7. Die Linse der Hauptkamera auf der Rückseite schaut ein klein wenig hervor, jedoch minimal genug, damit das Tablet im Liegen nicht wackelt. Die Frontkamera befindet sich mittig im schwarzen Rahmen, der das Display umschließt. Auffällig ist das Display mit 10,3 Zoll – das ist ein wenig größer als die üblichen 10,1 Zoll in dieser Tablet-Klasse. Der An/Aus-Schalter und die Lautstärkewippen sitzen solide und bieten einen guten Druckpunkt.

Die Docking-Station selbst wirkt sehr wuchtig und weniger filigran als das Tablet, passt aber stilistisch noch zu dem Gerät. Das Gehäuse des Smart Docks ist komplett aus Kunststoff. Auffällig ist der Stoffüberzug des Lautsprechers, der fast das gesamte Dock umfasst, abgesehen von der rechten Seite. Dort befindet sich die Lautstärkewippe sowie jeweils eine Taste zum Aktivieren der Bluetooth-Verbindung und zum Stummschalten von Alexa. Eine transparente Stütze aus Kunststoff hält das Tablet in aufrechter Position.

Das Display des Lenovo Smart Tab M10 Plus bietet eine Diagonale von 10,3 Zoll und löst mit 1920 x 1200 Pixeln auf. Die Pixeldichte von 220 ppi wirkt im Vergleich zu Smartphones niedrig, durch die größere Distanz zwischen Auge und Hand wegen des größeren Screens sorgt der Bildschirm für ein ausreichend scharfes Bild ohne nennenswerte Pixel. Weniger als Full-HD können wir derzeit bei einem 10-Zoll-Tablet ohnehin nicht empfehlen. Das IPS-Panel sorgt für eine hohe Blickwinkelstabilität der Anzeige. Die maximale Helligkeit beträgt nur knapp über 300 Nits. Hier wäre ein etwas höherer Wert schön gewesen, für diese Preis- und Geräteklasse entspricht das aber weitgehend dem Standard. Sofern die Sonne nicht direkt auf das Display knallt, kann man das Tablet gerade noch ausreichend im Freien ablesen. Zu Hause auf dem Sofa reicht die Helligkeit auf jeden Fall. Die naturgetreuen Farben und Kontraste des Bildschirms gehen ebenfalls in Ordnung. Die Sättigung könnte allerdings teilweise etwas kräftiger ausfallen.

Das Display macht das Lenovo Smart Tab M10 Plus eigentlich zu einem idealen Media-Tablet. Bei Youtube macht das auch Spaß, wer aber gerne Serien über Netflix und Amazon Prime schaut, erlebt eine Enttäuschung. Die Apps von Netflix und Prime Video geben die Inhalte nur in niedriger SD-Qualität (720p) wieder – das entspricht äußerst mageren 960 x 540 Pixeln. Das liegt daran, dass für das Smart Tab M10 Plus laut Netflix keine Zertifizierung für Widevine Level 1 vorliegt. Das Tablet erfüllt nur Widevine Level 3. Level 1 ist allerdings Voraussetzung, damit ein Gerät Inhalte von Netflix oder Prime Video in 1080p wiedergibt. Weitere Details über Widevine Level erklären wir im Ratgeber Streaming: Die besten Tablets für Netflix und Co. ab 100 Euro. Ein ähnliches Problem lag bereits beim kleineren Bruder Lenovo Tab M8 FHD vor.

Das Lenovo Smart Tab M10 Plus verfügt über eine Hauptkamera mit 8 Megapixel auf der Rückseite des Geräts und eine Frontkamera mit 5 Megapixel für Selfies und Videochats auf der Vorderseite.

Die Hauptkamera liefert nur durchschnittliche Fotos mit wenig Details und schwammigen Farben. Zudem wirken die Aufnahmen teils überbelichtet. Für gelegentliche Schnappschüsse reicht das gerade noch. Wir messen diesem Feature bei einem Tablet ohnehin keine allzu große Bedeutung zu.

Die Frontkamera ist da schon wichtiger. Mit 5 Megapixel sorgt sie für ausreichend Bildschärfe bei Video-Calls, übertreibet es aber ein wenig mit dem Weichzeichnen. Die Frontkamera erlaubt zudem das Freischalten des Geräts per Gesichtserkennung. Dazu braucht es allerdings fast eine Sekunde, bei Dunkelheit klappt das zudem nicht immer. Hier sollte erwähnt werden, dass eine 2D-Gesichtserkennung ohnehin nicht sicher ist, da das Gerät unter Umständen auch mit einem Foto freigeschaltet werden kann. Wir empfehlen daher, eine PIN zu nutzen.

Für ein Tablet in dieser Preisklasse bietet das Smart Tab M10 Plus eine gute Ausstattung bei Speicher und Arbeitsspeicher. Das von uns getestete Gerät verfügt über 64 GByte Speicherkapazität und 4 GByte RAM. Das sorgt für eins stabiles System, selbst wenn mehrere Apps gleichzeitig laufen. Der Speicher ist über eine Micro-SD-Karte mit bis zu 256 GByte erweiterbar.

Als Antrieb dient ein Mediatek Helio P22T mit acht ARM-Cortex-A53-Kernen bei einer Taktfrequenz von 2,3 GHz. Im Benchmark-Test von PCmark Work 3.0 erreichten wir einen Wert von knapp 5500 Punkten. Das entspricht nur einer durchschnittlichen Leistung vergleichbar mit einem Smartphone der unteren Mittelklasse. Damit eignet es sich in erster Linie neben dem Medienkonsum für einfache Casual Games wie Angry Birds. Spiele wie Asphalt 9 werden mit nur geringen Grafik-Details und dadurch sehr pixelig wiedergegeben und haben eine lange Ladezeit. Ein Tablet für Zocker ist das Smart Tab M10 nicht.

Das Tablet verfügt zudem über einen Anschluss für USB-C 2.0 für das Ladegerät und eine 3,5-Millimeter Klinke für Kopfhörer oder Headsets. Für drahtlose Verbindungen unterstützt das Gerät zudem Bluetooth 5,0 und WLAN-Netzwerke bis Wifi 5 – aber kein Wifi 6. An der Unterseite befinden sich zudem Konnektoren für die Stromversorgung über den Smart Dock.

Für die Soundwiedergabe bietet das Tablet zwei Lautsprecher jeweils auf der Unter- und Oberseite des Geräts beziehungsweise links und rechts, wenn man es im Querformat hält. Die Klangqualität ist sehr flach und es fehlt bedingt durch die Bauweise an Tiefen. Für Spiele oder Videoclips ist das ausreichend, nicht aber für Musik. Das Tablet unterstützt zudem Dolby Atmos und bietet eine App zur Einstellung der Klangpräferenzen: Dynamisch, Filme, Musik oder benutzerdefiniert. Angesichts der einfachen Speaker wirkt das etwas übertrieben.

Als Betriebssystem läuft Android 10 in nahezu unveränderter Form. Lenovo hält sich traditionell zurück bei der Anpassung der Benutzeroberfläche. Allerdings darf bezweifelt werden, ob dieses Tablets jemals ein Update auf Android 11 oder höher bekommt. Das Sicherheitspatch stammt vom 1. Februar 2021 und ist damit nicht mehr aktuell. Das Tablet verfügt übrigens über einen Kindermodus. Nach der Aktivierung stehen dem Nachwuchs dann ausschließlich ausgewählte Videoinhalte sowie ein Malprogramm und eine App für Fotos zur Verfügung.

Die Besonderheit des Smart Tab M10 liegt in dem mitgelieferten Smart Dock. Dieses dient als Ladestation und verwandelt das Tablet im Show-Modus in ein smartes Display vergleichbar einem Amazon Echo Show. Per Sprachbefehl startet man dann über Alexa, außerdem Musik oder Videos, erkundigt sich nach dem Wetter oder hört sich Witze an – wie man das eben so kennt von Amazons persönlichem Assistenten.

Damit Alexa nicht immer mithört, deaktiviert man per Knopfdruck die Spracherkennung am Dock. Die Verbindung mit dem Dock läuft über Bluetooth, die Konnektoren dienen nur zum Aufladen des Akkus. Das sorgt allerdings immer wieder zu Verzögerungen, wenn man das Tablet in das Dock legt. Lädt man das Tablet ausnahmsweise per USB-Kabel, wechselt das Gerät dennoch automatisch in den Show-Modus, solange das Dock in Bluetooth-Reichweite ist. Das kann nervig sein, wenn man das Tablet während des Ladevorgangs nutzen will. Die Soundqualität des Smart Docks ist für die Musikwiedergabe zu schlecht, es fehlt an Höhen und Tiefen. Für die Wiedergabe von Sprache oder Videoclips ist das aber ausreichend.

Das Lenovo Smart Tab M10 Plus verfügt über einen Lithium-Polymer-Akku mit einer Kapazität von 5000 mAh. Der Hersteller verspricht eine Laufzeit von bis zu 9 Stunden. Die Realität entpuppte sich aber als Enttäuschung. Im Batterietest von PCmark kamen wir nur auf eine Laufzeit von knapp unter 6 Stunden. Zum Vergleich: Der kleine Bruder Tab M8 schafft fast das Doppelte. Wir vermuten, dass die permanente Kommunikation mit dem Dock über Bluetooth nicht förderlich für die Akkulaufzeit des Tablets ist.

Lenovo verlangt für das Smart Tab M10 Plus mit 64 GByte Speicher, 4 GByte RAM sowie Alexa-Dock 230 Euro. Es gibt zudem eine Version mit LTE-Support, diese ist derzeit aber nicht lieferbar in Deutschland. Es gibt zudem eine abgespeckte Version mit 32 GByte Speicher und nur 2 GByte RAM für knapp 180 Euro. Alternativ bietet Lenovo das Smart Tab auch mit einer anderen Docking Station für den Google Assistant an. Diese Variante kostet 200 Euro, verzichtet dann aber auf Alexa-Anbindung. Ohne das Dock bietet Lenovo das Tablet zudem als Tab M10 Plus für 170 bis 200 Euro an je nach Speicherausstattung.

Auf den ersten Blick verspricht das Lenovo Smart Tab M10 Plus ein solides Tablet zum günstigen Preis zu sein, dass sich zusätzlich als Alternative zum Echo Show anbietet. Die Ausstattung bei Speicherplatz und Arbeitsspeicher ist für diese Preisklasse wirklich gut, das Full-HD-Display macht einen tollen Eindruck. Die Optik aus Metall verleiht dem Tablet einen hochwertigen Eindruck. Das Dock für den Einsatz als Smart Tab gefällt uns gut.

Der Teufel steckt jedoch im Detail. So eignet sich das Tablet aufgrund fehlender Zertifizierungen nicht für die HD-Wiedergabe für Netflix und Prime Video. Die Performance bewegt sich nur auf einem durchschnittlichen Niveau und die Akkulaufzeit enttäuscht. Das Zusammenspiel mit dem Dock klappt zudem nicht immer reibungslos.

Wer auf eine Alexa-Integration nicht verzichten kann, sollte einen Blick auf das preiswertere aber ähnlich ausgestattete Amazon Fire HD 10 (Testbericht) werfen. Hier funktioniert die Wiedergabe von Inhalten von Netflix und Prime Video in FHD. Amazon bietet dafür ebenfalls ein Dock an, das aus dem Tablet ein Smart Display macht. Eine zusätzliche Alternative ist das Lenovo Yoga Smart Tab (Testbericht). Es bietet einen integrierten Ständer, besseren Sound und ebenfalls einen Modus als Smart Display – allerdings über Google Home. Weitere Geräte in dieser Preisklasse zeigen wir im Ratgeber Groß und scharf: 5 günstige 10-Zoll-Tablets mit Full-HD bis 200 Euro.

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