Lenovo Legion Phone Duel
Pro und Contra
  • Hochwertiges und auffälliges Design
  • Unmengen an Speicher
  • Rasend schnell und Gaming-Zusatzfunktionen
  • Kamera eher Mittelklasse und schwach bestückt
  • 4.5

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Geschenkratgeber: RC-Autos, Bagger, Flugzeuge und Hubschrauber zu Weihnachten

Geschenkratgeber: RC-Autos, Bagger, Flugzeuge und Hubschrauber zu Weihnachten

Top 10: Die besten Actioncams 2021 ab 136 Euro

Top 10: Die besten Actioncams 2021 ab 136 Euro

Laufen im Winter: Klappbare Laufbänder und Sport-Zubehör für die kalte Jahreszeit

Laufen im Winter: Klappbare Laufbänder und Sport-Zubehör für die kalte Jahreszeit

Weihnachtsbeleuchtung für innen und außen: smart steuern ab 10 Euro

Weihnachtsbeleuchtung für innen und außen: smart steuern ab 10 Euro

144-Hz-Display, 90-Watt-Schnellladen, Snapdragon 865+, 16 GByte RAM sowie 512 GByte interner Speicher – und das sind nicht mal alle Highlights! Wir haben das Gaming-Smartphone des Jahres getestet.

Das Wohnzimmer erstrahlt dank smarter Leuchtmittel (Artikel), der PC dank RGB-LEDs auch – nur das Smartphone nicht? Lenovo hat die Lösung: Das Legion Phone Duel. Es richtet sich speziell an Mobile-Gamer, kommt martialisch-bunt daher und bietet eine Hardware, die nicht nur alle anderen Flagship-Smartphones alt aussehen lässt, sondern auch so manchen PC. Neben all den Gaming-Features – nicht nur Hard-, sondern auch Software – bleibt das Gerät aber ein Smartphone. Kann es auch im Alltag überzeugen?

Das Design zeigt es schon deutlich: Das Lenovo Legion Phone Duel ist kein normales Smartphone. Es ist ein Gaming-Smartphone und die haben nach allgemeiner Auffassung extrovertiert, auffällig und vor allem eines zu sein: bunt leuchtend. Das fängt schon bei der Verpackung an, die nicht nur außergewöhnlich dreigeteilt aufklappt, sondern dabei auch noch einen Soundeffekt abspielt – ein erster Wow-Effekt. Lenovo verpasst dem Legion Phone Duel einen schwarz-roten Anstrich – wobei “Anstrich” viel zu unspektakulär klingt und dem tatsächlichen Design nicht mal im Ansatz gerecht wird. Denn gerade auf der Rückseite spielt Lenovo mit zahlreichen Design-Elementen von Farbe über Muster bis hin zu Formen.

So ist das Glas der Rückseite in glatte und glänzende sowie schraffierte und halbwegs matte Bereiche aufgeteilt. Beide zusammengenommen formen ein X mit glänzenden Elementen im Zentrum. Diese glänzenden Teile weisen zudem einen Farbverlauf von Schwarz an den Längskanten des Smartphones bis Rot in der Mitte auf. Als wäre das noch nicht genug, verpasst Lenovo dem Legion Phone Duel zudem eine feine Linienstruktur auf den glänzenden Flächen, die entfernt an Leiterbahnen auf einer Platine erinnern und zudem je nach Lichteinfall unterschiedlich rot irisierend strahlen. Wem das nicht reicht, der darf sich zudem am mittig platzierten, Y-förmigen LED-Symbol mit feiner Wabenstruktur erfreuen, das per RGB-LED dem eigenen Geschmack anpassbar beleuchtet ist. Der Legion-Schriftzug darüber leuchtet hingegen immer ausschließlich rot – was für ein Farben-Overkill! Die Dual-Kamera mit LED-Blitz steht zur Abwechslung nicht aus dem Gehäuse hervor und geht daher fast im restlichen Design unter.

Rot und Schwarz setzen sich auch auf den Seiten und der Front des Smartphones fort. Auf dem schwarzen Metallrahmen findet man links einen roten, dieses Mal nur aufgedruckten Lenovo-Schriftzug, rechts rote Y-Symbole. Stirn- und Fußseite des Gerätes sind mit rotem Chrom verziert, der je nach Lichteinfall blutrot bis metallisch schimmert, gleiches gilt für schmale Streifen oben und unten auf der Front. Sie rahmen das große Display des Gaming-Smartphones ein und heben die an beiden Enden des Screens sitzenden Stereo-Lautsprecher hervor. Weitere Auffälligkeit neben den roten Lautsprechern: Statt wie gewohnt auf eine USB-C-Buchse in der Fußseite des Smartphones zu setzen, baut der Hersteller in der Mitte der linken Seite gleich noch eine zweite USB-C-Buchse ein. Das erlaubt es dem Nutzer, auch beim Gamen im Querformat mit angestöpseltem Ladekabel bequem zu zocken – oder mit beiden gleichzeitig, mehr dazu im Kapitel Akku.

Viel Tamtam und nichts dahinter? Mitnichten. Das Smartphone fühlt sich enorm hochwertig an. Die Glasrückseite ist zu den Kanten hin angenehm abgerundet und die ebenfalls gerundeten Ecken bohren sich im Querformat nicht in die Handballen, sondern liegen dort trotz des hohen Gewichts des Smartphones erträglich. Stolze 240 Gramm bringt das Legion Phone Duel auf die Waage, das ist deutlich mehr als der Durchschnitt bei herkömmlichen Smartphones. Die Verarbeitung ist perfekt. Die Antennenstreifen im Alurahmen sind unspürbar in das Metall eingelassen, das ganze Smartphone wirkt robust und wie aus einem Guss. Lediglich der Powerbutton ist für unseren Geschmack etwas zu weich gelagert – das ist allerdings Meckern auf hohen Niveau. Schade, aber exemplarisch für ein Gaming-Smartphone und dessen Nachteile im Vergleich zur normalen Oberklasse-Smartphones: Eine IP-Zertifizierung gibt es nicht, im Regen zocken könnte also früher oder später das Ende des Lenovo Legion Phone Duel bedeuten.

Mit 6,65 Zoll ist das OLED-Display des Lenovo Legion Phone Duel nicht außergewöhnlich groß und Full-HD+ ist schon lange keine Besonderheit mehr. Die “niedrige” Auflösung reicht aber einerseits für knapp 390 Pixel pro Zoll (ppi) und ist damit scharf genug. Außerdem senkt das die Rechenlast des Chipsatzes und erlaubt besonders hohe Framerates in Spielen. Das ist sinnvoll, denn das Panel des Legion Phone Duel bietet dem Nutzer eine Bildwiederholungsrate von bis zu 144 Hz an – das schafft kaum ein anderes Smartphone und ist selbst bei großen Gaming-Monitoren noch lange kein Standard. Überraschenderweise bietet Lenovo seinen Nutzern keinen Automatikmodus an, stattdessen müssen die sich auf 60, 90, 120 oder 144 Hz festlegen. Damit können die das Duel-Phone zwar dauerhaft auf hoher Hz-Zahl laufen lassen, das frisst aber Strom. Einzige Alternative: Die Wahl einer niedrigeren Frequenz und gleichzeitige Aktivierung von 144 Hz nur für Spiele.

Davon abgesehen bietet das Panel alles, was das (Gamer)Herz begehrt. Farben werden intensiv dargestellt, dank OLED-Technik gibt es Abgrund-tiefes Schwarz und tolle Kontraste. Wer beim Zocken draußen Angst vor schlechter Ablesbarkeit hat, darf beruhigt sein. Die Blickwinkelstabilität ist sehr gut und die kurzzeitige Helligkeit mit bis zu 525 cd/m2 im Automatikmodus ausreichend. Im Normalbetrieb bleibt sie bei 375 cd/m2 – das ist etwas niedrig für ein 1000-Euro-Phone. Gerade drinnen reicht das aber locker aus. Die Abtastrate, also die Überprüfung pro Sekunde auf Touch-Eingaben, erfolgt mit stolzen 240 Hz – auch das soll sich positiv auf Gaming auswirken. Und wer nicht das ans Design des Legion Phone Duel angepasste Always-on-Display nutzen möchte, kann sich eingehende Nachrichten von den LED-Lichtern auf der Rückseite des Smartphones anzeigen lassen. Insgesamt ist der Screen des Lenovo Legion Phone Duel klasse.

Bei der Kamera sieht man das typische Gaming-Smartphone-Problem: Die grundlegende Hardware ist super, die Kamera ist es nicht. Positiv: Lenovo verzichtet auf unnötigen Schnickschnack wie einen Tiefensensor oder gar eine Makrokamera mit niedriger Auflösung. Negativ: Der Hersteller baut in das Legion Phone Duel lediglich eine Dual-Kamera ein und verzichtet dabei sowohl auf Spitzen-Hardware, als auch auf eine Telelinse. Die Hauptkamera bietet 64 Megapixel und eine Blende von f/1.89, die Weitwinkelkamera 16 Megapixel und f/2.2. Auf einen optischen Bildstabilisator (OIS) oder ähnliche Kennzeichen hochwertiger Smartphone-Kameras verzichtet Lenovo.

Das sieht man auf den Fotos, allerdings zum Glück erst bei genauerem Hinsehen, sodass zumindest bei gutem Licht die Aufnahmen durchaus passabel sind. Die Bilddynamik ist ordentlich, Bildrauschen kaum ausgeprägt und Farben werden – sofern nicht die AI aktiviert wird - – überraschend natürlich und fast schon etwas flach in den Speicher gebannt. Mit AI wird es gern etwas bunt – das kennen wir von etlichen anderen Smartphones der Mittelklasse. Die Krux – wobei das ein zu hartes Wort ist, denn sie reicht für Alltagsaufnahmen durchaus aus – ist die Bildschärfe. Sie kann nicht mit Spitzen-Smartphones wie Huawei P40 Pro (Testbericht), Oneplus 8 Pro (Testbericht) oder einem Samsung Galaxy Note 20 Ultra (Testbericht) mithalten. Die Weitwinkelkamera kommt wie fast immer mit etwas weniger Bildschärfe als die Hauptlinse daher, bei gutem Licht hält sich der Unterschied aber in vertretbaren Grenzen. Erst bei Nacht kommen beide Linsen an ihre Grenzen, hier macht sich das Fehlen eines OIS bemerkbar. Die Bildschärfe liegt dann bestenfalls noch auf Mittelklasse-Niveau, gleiches gilt für deutlich auftretendes Bildrauschen.

Etwas seltsam gelöst ist der Zoom. Zwar bietet das Legion Phone Duel wie die Konkurrenz einen virtuellen Button am rechten Display-Rand, der mit “1x” beschriftet ist und anzeigt, dass die Hauptkamera ohne Zoom verwendet wird. Ein einfacher Druck darauf führt aber lediglich zur 2-fachen digitalen Vergrößerung und wieder zurück – den Weitwinkel erreicht man so nicht. Dafür muss der Button gehalten und nach oben oder unten verschoben werden. Das ist bei den meisten Smartphones anders – und besser. Die Selfiecam fährt auf Knopfdruck aus – das ist eigentlich keine großartige Besonderheit mehr, das LG Wing (Testbericht) bietet ebenfalls eine ausfahrbare Frontkamera. Beim Legion Phone Duel ist sie allerdings nicht an der kurzen Stirnseite des Smartphones untergebracht, sondern an der langen rechten Seite. Selfies lassen sich so im Querformat aufnehmen – das erschwert zwar diese Funktion im Alltag minimal, bietet aber gerade bei Videochats von Smartphone zu PC einen echten Mehrwert. Und auch für Livestreamings – dazu später mehr.

Videos lassen sich zwar in 4K aufnehmen, dabei limitiert Lenovo die Bildwiederholungsfrequenz allerdings unverständlicherweise auf 30 Bilder pro Sekunde. Am Chipsatz liegt das nicht, der schafft 4K/60 spielend. Entsprechend müssen Nutzer immer besonders langsam Schwenken, damit das Bild dann nicht unscharf wirkt. Auch die generelle Bildstabilisierung gibt es häufig in günstigeren Smartphones besser. Insgesamt ist die Kamera für den Alltag in Ordnung und knipst zumindest bei gutem Licht ansehnliche Bilder. Von echten Foto-Schwergewichten ist das Lenovo Legion Phone Duel aber meilenweit entfernt – schade.

Klappern wir erst einmal die Hardware ab – und das ist eine ganz schöne Menge. Lenovo packt in sein Gaming-Smartphone so viel Speicher, dass manch älterem PC schwindelig wird: Unglaubliche 16 GByte RAM und 512 GByte internen Speicher gibt es in der größeren Version, die kleinere bietet immer noch 12/256 GByte. Da macht es auch nichts, dass der Speicher nicht erweiterbar ist. Als Antrieb dient der 2020 schnellste mobile Chipsatz, der Qualcomm Snapdragon 865+, der mit einer Taktfrequenz von bis zu 3,1 GHz auch so manchen älteren PC übertrumpft. Diese Power merkt man in Benchmarks sofort, hier liefert das Smartphone Spitzenwerte ab. In Antutu kommt das Modell auf satte 638.000 Punkte, in PCmark Work 2.0 sind es 13.000 Punkte – beides Spitzenwerte, an die kaum ein anderes Android-Smartphone herankommt. 3Dmark Wildlife spuckt stolze 4250 Punkte aus – heftig. In erster Linie neue Modelle wie das Samsung S21 Ultra (Testbericht) kommen da drüber.

Bei der restlichen Hardware kann sich das Legion Phone Duel nicht mehr so stark von anderen Flagship-Modellen absetzen, denn die wird in vielen Fällen vom Chipsatz bestimmt – und den gibt es auch in anderen Smartphones. 5G, LTE, Bluetooth 5.0, USB C 3.1, Wifi 6, guter Fingerabdrucksensor im Display und NFC – das ist top, aber nicht einzigartig. Das trifft schon eher auf die Schultertasten zu, die auf Ultraschallbasis arbeiten und nur in Spielen zur Verfügung stehen. Damit gibt Lenovo dem Spieler wie bei einem Gamecontroller noch einmal mehr Bedienelemente an die Hand – wenn auch nur zwei statt vier Schultertasten. Diese Zusatz-Steuerelemente lassen sich in Spielen, die frei platzierbare virtuelle Tasten anbieten, nach eigenem Geschmack belegen und auch in der Vibrationsstärke variieren.

Aber zurück zum Alltag abseits von Gaming: Ruckler gibt es nicht, Gedenksekunden auch nicht, das Duel-Phone rennt und rennt und rennt. Multitasking stellt das Smartphone nicht vor Probleme – wie auch bei 16 GByte RAM? Und dank der auf Wunsch bis zu 144 Hz Bildwiederholungsrate wirken bewegte Inhalte in Verbindung mit der schieren Power des Smartphones geradezu lächerlich flüssig. Das ist ziemlich beeindruckend, allerdings auch der totale Power-Overkill. Wofür das Ganze?

Zum Zocken. Dafür implementiert Lenovo mehrere Dinge. Einer davon ist das Querformat für die generelle Bedienung. Denn im Gegensatz zum großen Rest an Android-Smartphones bietet das Legion Phone Duel Homescreen, Menüs und alles andere auch im Querformat an. Das mag kein großer Vorteil sein, erlaubt es dem Nutzer aber, auch abseits von Spielen im angestammten Format für Gamer zu bleiben – eben im Querformat. Wichtiger sind aber andere Faktoren. So verfügt das Lenovo-Gaming-Smartphone über die bereits angesprochenen zwei Y-Trigger genannte Schultertasten, auch teurere Spitzenmodelle wie ein Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) bieten das nicht. Hinzu kommt die ebenfalls bereits erwähnte Frontkamera. Durch ihre Positionierung auf der Längsseite kann sie im Querformat genutzt werden – und bei Games dank Zusatzfunktionen zum Live-Streaming mit gleichzeitiger Aufzeichnung des gezockten Games in 4K. Sogar Funktionen wie Keying, bei der der Hintergrund des Streamers ausgeschnitten wird und er somit weniger vom Game verdeckt, ist enthalten – das kann kein anderes Smartphone.

Größter Vorteil und Unterschied im Vergleich zu “normalen” Highend-Smartphones ist allerdings die Software. Lenovo setzt hier grundsätzlich auf Android 10 mit seiner ZUI-Nutzeroberfläche und der Sicherheits-Patch ist zum Testzeitpunkt mit Januar 2021 zum Testzeitpunkt Anfang März noch ausreichend aktuell. Zusätzlich installiert Lenovo allerdings ein Gaming-Hub namens Lenovo Realm. Ihn erreichen Gamer problemlos, indem sie ihn während des Spielens wie die Android-Benachrichtigungsleiste vom oberen Bildrand herunterzieht. Außerdem gelangen Nutzer des Smartphones auch über den zentral am unteren Homescreen-Rand platzierten Y-Button oder - wenn aktiviert - beim gleichzeitigen Drücken der beiden Schultertasten.

Dann leuchten die Y-förmige LED und der Legion-Schriftzug auf der Rückseite im eingestellten Design, außerdem erhalten Spieler zahlreiche Zusatzinformationen zum Gerät. Das umfasst eine Anzeige zur WLAN-Qualität und der Verbindungsqualität per LTE oder 5G, Angaben zur Smartphone-Temperatur und der gewählten Bildwiederholungsfrequenz sowie Informationen zur Taktfrequenz von CPU und GPU. Wer will, kann hier in den Rampage-Mode wechseln, in dem beides übertaktet wird. Display-Helligkeit und Lautstärke der für ein Smartphone extrem lauten Stereolautsprecher lassen sich hier ebenfalls anpassen. Außerdem gibt es eine seitlich scrollbare Menüliste am oberen rechten Bildschirmeck, über die weitere Funktionen erreicht werden können. Dazu gehören die Rückaufnahme, mit denen gerade im Game erlebte Highlights rückwirkend aufgezeichnet werden, Controller-Einstellungen und einiges mehr. Insgesamt ist das ein extrem umfangreiches Software-Paket, das Spielern einen echten Mehrwert bieten.

Einen Akku baut jeder Hersteller in sein Smartphone ein. Aber was ist besser als ein Akku? Richtig, zwei. Entsprechend setzt Lenovo beim Legion Phone Duel auf zwei Akkus mit je 2500 mAh, die – wer rechnen kann, hat es bereits durchschaut – zusammen eine Leistung von 5000 mAh erbringen. Das ist an und für sich schon stramm, doch was soll das? Ganz einfach: Wie eingangs bereits erwähnt hat das Gaming-Smartphone nicht einen, sondern zwei USB-C-Anschlüsse. Während der Eine wie gewohnt auf der Fußseite des Smartphones platziert wurde, erlaubt der andere an der langen linken Seite, auch mit angeschlossenem Ladekabel im Querformat bequem zu zocken, ohne die Handhaltung ändern zu müssen.

Aber es wird noch besser: Werden beide USB-C-Anschlüsse gleichzeitig vom beiliegenden Dual-Ladegerät mit Strom versorgt, steigt die Ladegeschwindigkeit rechnerisch auf 90 Watt – extrem! Tatsächlich werden zwei vergleichsweise kleine Akku(hälften) mit je 45 Watt vollgepumpt, das sorgt für enorme Ladegeschwindigkeiten. Tatsächlich benötigt eine volle Ladung von 0 auf 100 Prozent mit zwei angeschlossenen Ladekabeln nur rund 35 Minuten, so schnell ist aktuell kein anderes Smartphone. Mit nur einem Kabel ist das Gerät in etwas über einer Stunde wieder voll. Tatsächlich ist so viel Stromzufuhr auch fast schon nötig, denn trotz nominell 5000 mAh ist das Gerät bei höchster Hertz-Zahl und bei aufwendigen 3D-Games nach wenigen Stunden leer. Während des doppelten Ladens wird das Legion Phone Duel ganz schön warm.

Im PCmark Battery Test hielt das Gerät etwa 10,5 Stunden durch – auf 144 Hertz, das ist ein sehr guter Wert. Wer mehr Akkulaufzeit will, kann mit 60 oder 90 Hertz noch einmal einige Stunden mehr herausholen. Insgesamt schafft es das Gaming-Smartphone damit zwar nicht in unsere Bestenliste auf die vordersten Plätze, ist aber ziemlich gut mit dabei. Die meisten Nutzer werden im Alltag – also ohne Zocker-Sessions zwei oder sogar drei Tage ohne Steckdose auskommen.

In Deutschland gibt es das Lenovo Legion Phone Duel in zwei Versionen und zwei Farben: 12/256 GByte und 16/512 GByte sowie in Blau und Rot. Der Preis liegt hier für die große Version bei 999 Euro in der UVP. In Asien gibt es noch weitere Speicherkonfigurationen, zudem heißt das Modell dort Lenovo Legion Phone Pro. Wer dieses Modell bei einem Online-Händler kauft, sollte darauf und auf ein internationales ROM achten. Zum Testzeitpunkt war das Gerät allerdings bei Lenovo Deutschland am günstigsten, im Flash Sale kostete das größte Speichermodell nur 699 Euro – ein richtig guter Preis für alle, die unterwegs ordentlich zocken wollen oder auf das Design stehen. Zum Angebot bei Lenovo geht es hier.

Lenovo schießt beim Legion Phone Duel ein wahres Feuerwerk ab – sowohl in Bezug auf die Technik, aber auch auf das Äußere des Gaming-Smartphones. Introvertierte Menschen sind mit dem Gerät schlecht beraten, alle anderen dürften das auffällige Design feiern. Bei der Hardware macht das Smartphone fast alles richtig. Leistung, Speicher und Display sind eines absoluten Topmodells würdig, Design und Verarbeitungsqualität sowieso. Etwas enttäuschend ist die Kamera – wie immer bei Gaming-Smartphones. Ein gutes Mittelklassemodell für einige hundert Euro weniger macht kaum schlechtere Bilder und hat meist sogar noch zusätzlich ein Teleobjektiv an Bord – schade.

Immerhin werden davon abgesehen auch Menschen glücklich, die keine Hard-Core-Zocker sind. Denn abgesehen von der Leistung liefert das Smartphone auch ordentliche Ausdauer. Selbst wenn nach zwei Tagen der Akku doch mal leer ist, ist das Gerät rasend schnell wieder geladen. Schneller ist derzeit kein anderes Smartphone. Für 699 Euro im Flash Sale ist das Lenovo Legion Phone Duel schon fast ein Schnäppchen, 1000 Euro (und wegen der schlechten Verfügbarkeit teilweise noch mehr) ist aber einfach zu viel. Alternativ bietet sich für Gaming-Enthusiasten das Asus ROG Phone 3 (Testbericht) an, “herkömmliche” Flagship-Smartphones wie ein Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) bieten neben viel Leistung außerdem eine deutlich bessere Kamera.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.